Portasandstein


Portasandstein
Kaiser-Wilhelm-Denkmal bei Porta Westfalica
Schloss Petershagen bei Minden
Dom in Minden
Steinbruch bei Lübbecke

Der Portasandstein (auch Brauner Stein) kommt zwischen Lübbecke, Minden und Lemgo in Nordrhein-Westfalen vor. Es handelt sich um einen karbonatisch-ferritischen Sandstein zwischen Weserbergland und Wiehengebirge. Dieser Sandstein entstand im Mittleren Jura in den "Macrocephalen-Schichten" (Unteres Callovium).

Inhaltsverzeichnis

Gesteinsbeschreibung und Vorkommen

Portasandstein ist in frischem Zustand blaugrau, gelblich und graugrünlich bis braun, er zeigt teilweise rostige Flecken, die seinem Eisenanteil geschuldet sind. Er ist grobkörnig mit rd. 1 Millimeter Korngröße. Das Korn ist quarzitisch und kaolinisch gebunden.

Am Weserdurchbruch bei Porta Westfalica ist die Sandsteinbank bis zu 20 Meter mächtig. Etwa 4 bis 5 Kilometer westlich des Durchbruchs verringert sich die Mächtigkeit auf 10 Meter und östlich von Lübbecke auf 4 bis 8 Meter um schließlich bei Lübbecke ganzlich auszukeilen (allmähliche Reduktion der Mächtigkeit auf 0 m). Dieser Sandstein ist unterschiedlich verwitterungsbeständig.

Verwendung und Abbau

Seit dem 11. Jahrhundert wurde er entlang der Weser als Werkstein regional in Minden, Verden, Bremen und Nienburg verbaut. Dieser Sandstein wurde am Schloss Petershagen in Petershagen, Dom in Minden, Romanische Kirche St. Cosmae et Damiani in Dörverden, Bahnhof Minden und an vielen weiteren Bauwerken verwendet. Abgebaut wurde er entweder in treppenförmigen Abbau oder in Stollen, vor allem auf der rechten Weserseite, die im Zweiten Weltkrieg zu unterirdischen Stollen für die Rüstungsindustrie ausgebaut wurden. Sie wurden nach dem Krieg gesprengt. Schon 1938 wurde lediglich nur in einem Kleinbetrieb mit 6 Beschäftigten der Portasandstein abgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Naturstein nicht mehr abgebaut.

Beispiele für aufgelassen Steinbrüche:

  • Pionierübungsplatz Land/ Blauer See bei Porta Westfalica 52.2471168.933172
  • Sandsteinklippe an der Porta-Kanzel. U.a. im Zuge der Erweiterung der Verkehrswege durch die Porta, später auch infolge des Erzbergbaus und U-Verlagerungen in seiner heutigen markanten Sandstein-Klippenform 52.2456318.922787
  • Porta Westfalica (Goethe-Freilichtbühne) 52.2454618.909204
  • Wolfsschlucht, einer der ältesten Sandsteinbrüche bei Porta Westfalica mit zahlreichen Stolleneingängen 52.2436088.901608
  • Oberlübber Bergsee, Tagebausee 52.2854098.729711
  • Aufgelassener Steinbruch bei Lübbecke 52.2972938.634964

Siehe auch

Literatur

Otto Sickenberg: Steine und Erden. Die Lagerstätten und ihre Bewirtschaftung. Geologie und Lagerstätten Niedersachsens, 5. Bd.. Dorn-Verlag, Bremen, Horn 1951, S. 177ff.

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