Practice - Die Anwälte


Practice - Die Anwälte
Seriendaten
Deutscher Titel: Practice – Die Anwälte
Originaltitel: The Practice
Produktionsland: USA
Produktionsjahr(e): 1997–2004
Episodenlänge: etwa 44 Minuten
Episodenanzahl: 168 in 8 Staffeln
Originalsprache: Englisch
Idee: David E. Kelley
Genre: Drama
Erstausstrahlung: 4. März 1997 (USA)
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 5. Juni 2000
Besetzung

Practice – Die Anwälte ist eine erfolgreiche amerikanische Justizserie von David E. Kelley (Ally McBeal, Boston Legal, Chicago Hope, Picket Fences, Boston Public).

Zwischen 1997 und 2004 wurden insgesamt acht Staffeln produziert. Die Serie startete mit den Hauptdarstellern Dylan McDermott, Lisa Gay Hamilton, Steve Harris, Camryn Manheim und Kelli Williams. Mit dem Abschluss der siebten Staffel wurden jedoch Dylan McDermott, Kelli Williams und Lisa Gay Hamilton durch James Spader und Rhona Mitra ersetzt. Die letzten beiden Darsteller und ihre Rollen wurden in den Ableger Boston Legal übernommen, der in den letzten vier Folgen der achten Staffel mit einem Backdoor-Pilot eingeführt wurde.

Seit ihrem Entstehen gewann die Serie unter anderem 15 Emmys und drei Golden Globes.

ProSieben strahlte in Deutschland nur die ersten vier Staffeln aus. So wurden vom 5. Juni bis 25. September 2000 lediglich 79 von insgesamt 168 Folgen gezeigt. Von Mai 2001 bis Juni 2002 wiederholte kabel eins alle 57 Folgen der ersten drei Staffeln. Seit 20. Mai 2008 wiederholt der Pay-TV-Sender FOX Channel die ersten drei Staffeln der Serie. Laut FOX Channel sind die Rechte für die Ausstrahlung lediglich der ersten drei Staffeln erworben worden.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Serie beschreibt ungefiltert den steinigen, knallharten Alltag in der jungen, aufs amerikanische Strafrecht spezialisierten Anwaltskanzlei Donnell, Young, Dole und Frutt.

Zu den Mandanten zählen neben mutmaßlichen Mördern, Drogendealern und Vergewaltigern auch bislang unauffällige Menschen, wie beispielsweise einen 13-jährigen Jungen, der aus Wut, nicht an einem Campingausflug teilnehmen zu dürfen, seine Mutter erschießt, oder einen 11-jährigen, der seinen durchgedrehten Vater tötet, um seine Mutter von dessen Terror zu befreien.

In der deutschen Folge Einer muss büßen (Passing Go) eröffnet Sekretärin Rebecca ihren perplexen Kollegen, dass sie nach 5 Jahren heimlichen Abendstudiums nun geprüfte Anwältin sei, worauf ihr von allen respektvoll gratuliert wird, nur Ellenor Frutt hält sich zurück. Verwundert darauf angesprochen, schildert ihr Ellenor verbittert ihre eigene Sicht des Anwaltsstandes, und uns damit die eigentliche Aussage, den tieferen Sinn dieser außergewöhnlichen Serie:

„Herzlichen Glückwunsch, Rebecca. Seien Sie im Club willkommen. Sie haben das Privileg erworben, das nobelste aller Rechtssysteme ganz nach Bedarf zu manipulieren und zu verzerren. Sie haben das Privileg, Eröffnungsplädoyers zu halten und Beweise und Zeugen anzukündigen, von denen sie wissen, daß sie nur auf dem Papier existieren. Und, sie können alle Mandanten dringend davor warnen, die Wahrheit zu sagen. Dann können sie nämlich später im Zeugenstand ruhig einen Meineid schwören, ohne daß man ihnen an den Karren fahren kann. Ach! Und, sie dürfen Vergewaltigungsopfer in Anhörungen zum dringenden Tatverdacht fix und fertig machen und ihnen vor einer Aussage im Prozess Angst einjagen. Und sie werden die richtigen Justizangestellten mit kleinen Geschenken erfreuen, so daß man ihre Prozesse auf den Freitag verlegt, wenn die Richter in aufgekratzter Stimmung sind, weil sie ins Wochenende nach Cape Cod fahren wollen. Aber das Beste ist – sie werden die Ehre haben, die Freiheit all ihrer schuldigen Mandanten zu sichern. Und sie werden sie nicht wiedersehen, bis sie den nächsten Mord oder die nächste Vergewaltigung begangen haben, was für gewöhnlich etwa 2–3 Wochen dauert. Meinen Glückwunsch Rebecca, sie sind Anwältin!“

Die Grenzen zwischen Opfern und Tätern, Recht und Gerechtigkeit, Mitgefühl und Abscheu, Macht und Machtlosigkeit von und vor Gesetzen, der Spagat zwischen Verantwortung für den Mandanten und dem eigenen Gewissen, juristischer und menschlicher Moral, verläuft in Practice fließend, realistisch – und, für amerikanische Serien, fast schon brutal ehrlich.

Preise

  • zahlreich und hochkarätig, siehe Awards in der IMDb

DVD

Die erste Staffel ist seit Juni 2007 in den USA & Australien auf DVD erhältlich.[1]

Weblinks


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