Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1952


Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1952
Mehrheiten in den Bundesstaaten 1952:
  • Mehrheit für die Republikaner (Eisenhower)
  • Mehrheit für die Demokraten (Stevenson)

Die 42. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten fand 1952 statt. Um die Nachfolge von Präsident Harry S. Truman (Demokratische Partei) bewarben sich der Republikaner Dwight D. Eisenhower und der Demokrat Adlai Stevenson, wobei Eisenhower die Wahl gewann.

Kandidaten

Eisenhower, der ehemalige General des Zweiten Weltkrieges, war der Vertreter des finanzstarken, wirtschaftsorientierten und interventionistischen Ostküstenflügels der Republikaner. Er ging zusammen mit Senator Richard Nixon aus Kalifornien als Running Mate ins Rennen. Der innenpolitisch unerfahrene Eisenhower setzte sich erst auf der Republican National Convention in Chicago gegen Senator Robert A. Taft aus Ohio durch, der den eher kleingewerblichen-ländlichen und konservativ-isolationistischen Flügel der Republikaner vertrat, dessen Basis im mittleren Westen lag. Die Vorwahlen hatten keine Vorentscheidung gebracht, da die Kandidaten einander großteils aus dem Weg gegangen waren. Gouverneur Earl Warren aus Kalifornien hoffte wie 1948 vergeblich auf seine Chance als Kompromisskandidat.

Bei den Demokraten hätte Präsident Truman zwar ein weiteres Mal kandidieren können, da die 1951 in Kraft getretene Amtszeitbegrenzung für ihn noch nicht galt, er verzichtete jedoch nach schlechten Umfragewerten und einer Niederlage bei der ersten innerparteilichen Vorwahl in New Hampshire auf eine erneute Kandidatur. Der Sieger von New Hampshire, Senator Estes Kefauver aus Tennessee, der in der Folge noch weitere Vorwahlen für sich entscheiden konnte, galt allerdings bei vielen einflussreichen Demokraten als unberechenbarer Einzelgänger, weshalb sie zögerten, sich hinter ihn zu stellen. Jedoch hatten auch andere mögliche Kandidaten entscheidende Schwächen: der von Truman favorisierte ehemaligen Handelsminister Averell Harriman besaß keine innenpolitische Erfahrung, Senator Richard B. Russell aus Georgia, der Kefauver in Florida schlug, galt im Norden als Rassist und Vizepräsident Alben W. Barkley erschien mit 74 Jahren vielen als zu alt. Allgemein akzeptabel war hingegen Adlai Stevenson, der Gouverneur von Illinois, der jedoch erst zu einer Kandidatur überredet werden musste. Beim Nominierungsparteitag in Chicago lag zunächst Kefauver vorne, doch im dritten Wahlgang setzte sich Stevenson durch.[1] Als Vizepräsidentschaftskandidat wurde John Sparkman nominiert, der den konservativen Südstaaten-Flügel der Partei repräsentierte.

Ergebnis

Kandidat Partei Stimmen Wahlmänner
Anzahl Prozent
Dwight D. Eisenhower Republikaner 34.075.529 55,13 % 442
Adlai Stevenson Demokrat 27.375.090 44,38 % 89
Vincent Hallinan Progressive Party 140.746 0,23 % 0
Stuart Hamblen Prohibition Party 73.412 0,12 % 0
Gesamt 61.664.777 100 % 531

266 Stimmen waren für die Wahl zum Präsidenten notwendig.[2]

Einzelnachweise

  1. Es war dies das bis dato letzte Mal, dass ein Präsidentschaftskandidat einer der beiden Großparteien nicht schon im 1. Wahlgang nominiert wurde.
  2. Sieger und Besiegte, Spiegel-Online, Januar 2008.

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