Puma AG


Puma AG
Puma AG
Logo der Puma AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006969603
Gründung 1948
Unternehmenssitz Herzogenaurach
Unternehmensleitung
Mitarbeiter 9.204 (Ende 2007)
Umsatz 2,3735 Mrd Euro (2007)
Branche Sportartikel
Website

www.puma.de

Die Puma AG ist ein weltweit tätiger deutscher Sportartikelanbieter mit Sitz in Herzogenaurach. Bis zum 17. Juli 2007 wurden 62,09 Prozent der Aktienanteile von dem französischen Konzern Pinault-Printemps Redoute übernommen.

Puma ist mit 2,37 Milliarden Euro Jahresumsatz (2007), einem Konzerngewinn von 263 Millionen Euro (2006)[1] und 6.831 Mitarbeitern (2006) neben Adidas und Nike einer der weltweit größten Sportartikelhersteller. Seit 1993 ist Jochen Zeitz Vorstandsvorsitzender der Puma AG, sein Vertrag wurde im Oktober 2007 vorzeitig um fünf Jahre bis 2012 verlängert.[2] Seit 2004 entwirft der Designer Philippe Starck Produkte für Puma. Weiterhin entwerfen Alexander McQueen und der japanische Designer Mihara Schuhe für die Puma AG.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Das Unternehmen wurde von Rudolf Dassler 1948 als Puma Schuhfabrik Rudolf Dassler gegründet. Er führte vor 1948 zunächst zusammen mit seinem Bruder Adolf („Adi“) Dassler ein gemeinsames Unternehmen Adidas in Herzogenaurach. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten begann Rudolf Dassler 1948 mit dem Aufbau eines eigenen Unternehmens, während sein Bruder mit Adidas seinen eigenen geschäftlichen Weg ging. Als Firmenname war nach Angaben des Gründers zunächst „Ruda“ (aus „Rudolf Dassler“) vorgesehen. Wegen des ähnlichen, aber besseren Klangs und der Assoziation mit der Dynamik des amerikanischen Silberlöwen fiel die Entscheidung dann aber auf „Puma“.

Umwandlung zur Aktiengesellschaft

Die Firma Puma ist seit 1986 eine Aktiengesellschaft (vorher war sie eine Kommanditgesellschaft). Sie befand sich zeitweise im Besitz der Großaktionäre Proventus/Aritmos B.V. und Monarchy/Regency und ist als Schwergewicht im MDAX an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Das Unternehmen erfüllte Mitte 2004 zwar die Kriterien für eine DAX-Aufnahme, der Aufstieg scheiterte jedoch daran, dass es keinen Abstiegskandidaten aus dem DAX gab. Insgesamt 75 % der Aktien befinden sich im Streubesitz von hauptsächlich europäischen und amerikanischen Investoren, die restlichen 25 % und damit eine Sperrminorität hielt bis 2007 die Mayfair-Holding mit Sitz in Hamburg, hinter der die Tchibo-Eigentümer Günter Herz und Daniela Herz stecken. Dieses Paket wurde laut Mitteilung von Puma an die Firma Sarpadis, einer Tochter von Pinault-Printemps Redoute, verkauft. Der Preis je Aktie liege bei 330 Euro.[1] Die Aktion wird von Puma als „freundliches Übernahmeangebot“ bezeichnet.

Krise und Neuausrichtung in den 1990ern

Freizeitschuhe von Puma

Als das Unternehmen Mitte der Neunziger Jahre in eine Krise kam, entschied sich die Unternehmensleitung für eine Neuausrichtung der Marke. Diese fand unter dem ungewöhnlich jungen Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz statt. Puma war die erste Sportmarke, die neben den reinen Sportartikeln konsequent auf Mode- und Lifestyleprodukte setzte. Die Marke Puma gewann dadurch insbesondere bei jungen Menschen wieder größere Beliebtheit.

Das Sortiment teilt sich in Sportartikel (Sport) und sportliche Mode (Sport Fashion). Auch im Sportartikelsektor werden neben den traditionellen Sportarten Fußball und Laufsport weitere Trendsportarten unterstützt wie Motorsport und Golfsport. Düfte unter dem Namen Puma werden von P&G Prestige Products vertrieben, einer Tochter des "Procter & Gamble"-Konzerns.

Seit 2007 unterstützt Puma die eigens ins Leben gerufene Aktion "United for Africa" ("Gemeinsam für Afrika"), mit deren Hilfe Fußballschulen und andere humanitäre und soziale Projekte, vor Allem in Uganda, gesponsert und vollzogen werden.

Übernahme durch PPR

Der französische Konzern Pinault-Printemps Redoute hatte im April 2007 ein Aktienpaket von 27,1 Prozent für 1,4 Milliarden Euro von den Tchibo-Erben Herz übernommen. PPR konnte seine Beteiligung bis zum Ende der regulären Annahmefrist am 20. Juni 2007 nur auf 33,2 Prozent aufstocken. Nach Verlängerung der Annahmefrist um weitere zwei Wochen konnte PPR seinen Puma Anteil bis zum 17. Juli 2007 jedoch auf 62,1 Prozent aufstocken. [3]

Der Vorstand der PUMA AG begrüßt das Ergebnis und den Erfolg des freiwilligen Übernahmeangebots der Franzosen.

Chronik

  • 1920: Rudolf Dassler beginnt, gemeinsam mit seinem Bruder Adolf, Sportschuhe zu produzieren.
  • 1924: Gründung der Gebrüder Dassler Schuhfabrik in Herzogenaurach, Deutschland.
  • 1948: Gründung der Puma Schuhfabrik Rudolf Dassler (1. Oktober), Einführung des ATOM, des ersten Puma-Fußballschuhs.
  • 1949: Rudolf Dassler beginnt mit der Entwicklungsarbeit für die Herstellung eines Fußballschuhs mit Schraubstollen. Viele Fußballexperten, darunter Sepp Herberger, sind beteiligt.
  • 1952: Produktion des SUPER ATOM.
  • 1953: Entwicklung und erste Tests des ATOM-Nachfolgers BRASIL.
  • 1958: Zur Fußball-WM in Schweden werden alle Puma-Schuhmodelle mit dem Markenzeichen Pumas, dem Formstreifen versehen.
  • 1959: Umwandlung der Firma in eine Kommanditgesellschaft: Puma-Sportschuhfabriken Rudolf Dassler KG.
  • 1960: Einführung der Vulkanisations-Produktionstechnik.
  • 1966: Einführung des Fußballschuhmodells WEMBLEY, Vorgängermodell des KING.
  • 1968: Einführung des KING, legendärer Fußballschuh von Puma. Erste Sportschuhe mit Klettverschluss.
  • 1974: Tod von Rudolf Dassler. Seine Söhne Armin und Gerd übernehmen die Firmenleitung.
  • 1976: Einführung der S.P.A.-Technologie.
  • 1982: Armin Dassler erfindet die Puma DUOFLEX-Sohle.
  • 1986: Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.
  • 1989: Einführung des Dämpfungssystems TRINOMIC.
  • 1990: Einführung von INSPECTOR, einem System zur Wachstumskontrolle in Kinderschuhen.
  • 1991: Einführung des DISC SYSTEM
  • 1992: Kapitalerhöhung um DM 20 Mio. auf DM 70 Mio.
  • 1993: Ernennung von Jochen Zeitz zum Vorstandsvorsitzenden, Proventus/Aritmos B.V. wird Mehrheitsaktionär.
  • 1994: Erstes positives Jahresergebnis seit dem Börsengang 1986, Puma erzielt den höchsten Gewinn in der Firmengeschichte (DM 25 Mio.)
  • 1996: Puma wird MDAX-Unternehmen; Vorstellung der neuen Dämpfungstechnologie CELL.
  • 1997: Markteinführung des CELLERATOR.
  • 1998: Kooperation mit der Designerin Jil Sander; Verschmelzung der Bereiche Sport und Mode.
  • 1999: Puma wird offizieller Ausrüster der U.S. National Football League (NFL).
  • 2000: Produktion feuerfester Motorsport-Schuhe in Partnerschaft mit Porsche und Sparco
  • 2001: Übernahme der skandinavischen Tretorn-Gruppe
  • 2002: Markteinführung des SHUDOH.
  • 2003: Mehrheitsaktionär Monarchy/Regency veräußert seinen Aktienanteil an einen breitgestreuten Kreis von internationalen, institutionellen Anlegern.
  • 2004: Gemeinsame Schuhkollektion mit dem Designer Philippe Starck.
  • 2005: Mayfair Vermögensverwaltungsgesellschaft mbh und Beteiligungsfondsgesellschaft I mbH erwerben einen Aktienanteil von 25,27%.
  • 2006: Listung im Dow Jones Sustainability Index; Vorstellung des S.A.F.E.-Konzepts zur Verbesserung von Umwelt- und Sozialstandards in der Produktionskette des Unternehmens. Schuhkollektion mit Alexander McQueen.
  • 2007: Übernahme durch Pinault-Printemps Redoute[4]; Verlängerung des Vertrages von Jochen Zeitz um fünf Jahre.
  • 2008: Ernennung von Melody Harris-Jensbach zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden; Der Designer, Künstler und Filmemacher Hussein Chalayan wird Kreativdirektor, Puma übernimmt den Mehrheitsanteil seines gleichnamigen Mode-Labels.

Bekannte Modelle

Im Jahr 2008 feiert der Puma KING seinen 40. Geburtstag. Das Jubiläumsmodell KING XL (XL steht hier für die römische Zahl 40) ist gleichzeitig eine Hommage an den portugiesischen Fußball-Star Eusébio. Er hatte 1968 mit dem KING 42 Tore erzielt und so den erstmals vergebenen "Goldenen Schuh" als bester Torschütze in Europas Ligen gewonnen. Herausragendes Merkmal des über die Jahre ständig optimierten Fußballschuhs ist sein von Anfang an besonders flacher Schnitt. Dieser und der äußerst flexible Aufbau sollte einen besonders guten Ballkontakt ermöglichen. Zu den prominentesten Trägern zählen Fußball-Legenden wie Pelé, Kempes, Völler, Matthäus und Oddo.

Sponsorenaktivitäten

Überblick

Für die Vermarktung ihrer Produkte schließt Puma Sponsoring-Verträge mit bekannten Sportlern und Sportmannschaften ab. So stattete die Firma beispielsweise zwölf der 32 Teilnehmer der Fußballweltmeisterschaft 2006 aus, unter anderem den späteren Weltmeister Italien. Hier eine kleine Auswahl der Mannschaften die von Puma ausgestattet werden:

Außerdem fördert Puma auch Kampagnen wie „Gemeinsam für Afrika“, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich gegen Hunger und Armut in Afrika einzusetzen. Weiterhin unterstützt Puma den neu gegründeten Leichtathletikverein LAZ Puma Troisdorf/Siegburg. Mit der Teilnahme seines Segelteams am Volvo Ocean Race 2008-2009 vollzieht Puma seinen Einstieg in den Segelsport.

Olympische Spiele 2008

Bei den Spielen von Peking ist Puma Ausrüster von 15 Olympia-Mannschaften: Botswana, Bulgarien, Burundi, Dänemark, Ghana, Jamaika, Kaimaninseln, Kamerun, Marokko, Ruanda, Sambia, Schweden, Tansania, Uganda und Venezuela. Die hierbei wohl beeindruckendsten Erfolge erzielt der Jamaikaner Usain Bolt mit drei Goldmedaillen, darunter zwei Weltrekorde.

Streit um die Ausstattung der Kameruner Fußballnationalmannschaft

Als Teil der neuen Marketingstrategie wurde ein völlig neues Sports Kit für die Herren-Fußballnationalmannschaft von Kamerun entworfen. Die Nationalmannschaft erschien zum Afrika Cup 2004 in einem neu entworfenen Einteiler (das Kamerun UniQT). Das Trikot ist körperbetont, die Shorts sind mit dem hautengen Trikot vernäht.

Die FIFA sah diese Sportkleidung jedoch als Verstoß gegen die eigenen Regeln, die besagen, dass die Sportkleidung aus einem Trikot und einer Hose besteht. Gegen das Team von Kamerun wurde eine Strafe von 200.000 Schweizer Franken (ca. 125.000 Euro) verhängt, zudem zog man der Mannschaft für die Qualifikation zur WM 2006 sechs Punkte ab. Als Reaktion darauf klagte Puma gegen die FIFA. Der Punktabzug wurde von der FIFA wieder zurückgenommen, und beide Parteien einigten sich gütlich. Puma behält sich jedoch das Recht vor, seinen Einteiler noch einmal auf den Markt zu bringen.

Kritik

Die Puma AG wurde von der Clean Clothes Campaign kritisiert. Die von Puma gezahlten Löhne würden in El Salvador nicht für den Grundbedarf an Lebensmitteln ausreichen. Arbeitnehmerinnen seien deswegen gezwungen, auf Pausen zu verzichten und Überstunden zu arbeiten, um über Zuschläge und Bonusleistungen ihren Verdienst aufzustocken.[5] In Zulieferbetrieben würden Arbeitnehmerinnen zum Teil beschimpft und körperlich misshandelt.[6]

Literatur

  • Rolf-Herbert Peters: Die Puma-Story. Hanser Fachverlag 2007. ISBN 978-3-446-41144-9
  • Barbara Smit: Die Dasslers - drei Streifen gegen Puma. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2007, ISBN 3-404-61608-1
  • Ralf Metzenmacher: Mit Retro-Design und neuen Kunden auf Erfolgskurs. In: Hansjörg Künzel (Hrsg.): Handbuch Kundenzufriedenheit: Strategie und Umsetzung in der Praxis. Springer, Berlin, Heidelberg, New York 2005, S. 227–254, ISBN 3-540-21144-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Gucci-Besitzer will sich Puma einverleiben (10. April 2007)
  2. Pressemitteilung der PUMA AG (9. Oktober 2007)
  3. DW-Deutsche Welle - "Französischer Luxusgüterkonzern erwirbt Mehrheit an Puma" vom 17.07.2007
  4. PPR baut Anteil an Puma auf 62,1% aus 17. 7. 2007
  5. Christliche Initiative Romero: "Puma: Rekordgewinne und Hungerlöhne in den Nähfabriken" http://www.ci-romero.de/fileadmin/download/presse/puma_07.pdf
  6. Kampagne für saubere Kleidung: "Kampagne für ´Saubere´ Kleidung auf der Zielgeraden: Aktion gegen Arbeitsrechtsverletzungen im Namen von Puma" http://www.saubere-kleidung.de/downloads/2008-08-17_pm_pumastore.pdf

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