Push-to-Talk over Cellular


Push-to-Talk over Cellular

Bei Push-to-talk over Cellular (PTToC, PoC oder auch verkürzt nur PTT) handelt es sich um einen Standard bei Mobiltelefonen, der eine schnelle und einfache Sprachkommunikation für Gruppen in Mobilfunknetzen beschreibt und nach dem Walkie-Talkie-Prinzip funktioniert.

Dieses Dienstangebot ermöglicht es den Kunden der Mobilfunk-Betreiber, über das Mobiltelefon mit nur einem Tastendruck eine Sprachnachricht an einen oder mehrere Empfänger zu senden. Die Mitteilung wird nicht über eine leitungsorientierte (engl.: circuit switched) Mobilfunkverbindung, sondern über eine paketvermittelnde Mobilfunkverbindung (GPRS) übertragen: Die Sprachnachricht wird in Datenpakete zerstückelt und verschickt, wodurch diese mit einer Verzögerung von bis zu zwei Sekunden (oder mehr, bei schlechtem Empfang) bei den Empfängern ankommt. Die Sprachqualität ist gering, aber ausreichend. Im Push-to-talk-Menü lassen sich über die jeweiligen Handy-Nummern Gruppen zusammenstellen.

Technisch funktioniert die Kommunikation ähnlich wie bei VoIP. Die Gruppenteilnehmer bekommen zuerst eine Signalisierung durch das SIP-Protokoll, nachfolgend wird die Sprache, sogenannte „Talk Bursts“, über das RTP-Protokoll übertragen. Es gibt zwei Empfangsmodi: automatischer und manueller Empfang. Während beim automatischen Empfang die Sprachnachricht direkt aus dem Lautsprecher des Mobiltelefons ertönt, muss der Nutzer beim manuellen Empfang zunächst einen Knopf drücken, um die erste und alle nachfolgende Sprachnachrichten zu hören.

Um die Standardisierung kümmert sich die Open Mobile Alliance (kurz OMA). Mitte April 2005 ist die Version 1.0 der Spezifikation herausgebracht worden.

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Deutschland

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Als einziger Netzbetreiber hatte T-Mobile diesen Dienst seit Ende 2004 in Deutschland angeboten, den Service allerdings zum 1. Juli 2008 wieder eingestellt. T-Mobile hat dabei nicht den OMA-Standard unterstützt, sondern einen proprietären Dienst von Nokia verwendet.

Ein kommerzieller Betreiber eines Push-to-Talk(Poc)-Dienstes in Deutschland ist die Firma Talk-IP Services GmbH [1]. Die Nutzung von PTT wird auf diese Weise netzübergreifend ermöglicht über eine mobile Datenverbindung. Der Nutzer ist somit nicht an ein bestimmtes Mobilfunknetz gebunden. Talk-IP unterstützt sowohl Handys mit originärer Nokia PTT Funktion(S40) als auch Handys mit Windows Mobile-Betriebssystem (Pocket PC), Symbian 9-Betriebssystem und des Weiteren Windows PCs. Handys mit GPS Empfänger werden von Talk-IP auf dem PC ortbar und sind von dort ortsabhängig erreichbar. Im öffentlichen Personenverkehr (ÖPNV) ersetzt dieser Service zunehmend den analogen Bündelfunk.

Ein weiterer weltweiter Anbieter einer Push-to-Talk Lösung aus Deutschland ist die Firma Cellls GmbH [2] (eine Tochter der PSI AG). Dort realisiert man kombiniert mit Cell- und GPS-Ortung eine PTT Lösung basierend auf einer beliebigen IP-Verbindung unter der Bezeichnung mobiler Gruppenruf. Cellls unterstützt Symbian S60 (Nokia N und E-Serie, einige SonyEricsson- und Samsung-Geräte), Windows Mobile 5 und 6, Windows CE, RIM/Blackberry sowie fest verbaute Onboard Units als Embedded Systems.

USA

In den USA erfreut sich Push-to-talk seit langem großer Beliebtheit, insbesondere im Handwerk und bei Taxi-Unternehmen. Dort basiert der Dienst auf einer proprietären, von Motorola entwickelten Bündelfunk-Technologie namens iDEN. Es handelt sich bei iDEN nicht um eine PoC-Lösung, da keine paketorientierte Punkt-zu-Punkt-Datenübertragung genutzt wird, sondern eine Bündelfunktechnik (vgl. TETRA). Die systembedingten Nachteile der PoC-Technik, wie große Verzögerung der Sprachübertragung und Asynchronität bei Gruppenverbindungen treten bei Bündelfunknetzen (iDEN, TETRA, MPT 1327) nicht auf. Insbesondere der Netzbetreiber Nextel hat sehr großen Erfolg mit seinem Dienst.

Amerika

Ebenfalls in Südamerika und Mittelamerika wird ein Großteil des Mobilfunks mittlerweile über PTT Verbindungen abgewickelt.

Einzelnachweise

  1. Talk-IP
  2. Cellls GmbH

Weblinks


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