Quarta Falcidia


Quarta Falcidia

Das Falcidische Gesetz (Falcidia lex) war ein römisches Gesetz aus dem Jahre 40 v. Chr. das auf den Antrag des Volkstribuns Falcidius erlassen wurde. Es regelte die Höhe eines Pflichtteils im römischen Erbrecht.

Das Gesetz verordnete, dass niemand mehr als drei Viertel seines Vermögens zu Legaten verwenden dürfe, damit dem Erben wenigstens ein Viertel des Nachlasses zur Verfügung steht. Für den Fall dass der Erblasser dieser Vorschrift zuwiderhandelt ist der Erbe berechtigt, von jedem Legat anteilige Abstriche zu machen, so dass sein Viertel sichergestellt ist. Dieser Viertel wird Falcidische Quart (Quarta Falcidia) genannt.

Durch dieses Gesetz sollte der Ausschlagung von belasteten Erbschaften vorgebeugt werden. Ein Recht auf diese Quart hat jeder direkte Erbe, sowohl der testamentarische als auch der Intestaterbe. Sind mehrere Miterben vorhanden, so muss für jeden, nach Abzug der Legate, mindestens ein Viertel seines Erbteils ohne Legate verbleiben. Dem Abzug der Quart sind alle Legate, Singularfideikommisse und Schenkungen auf den Todesfall unterworfen, nicht aber auch Schenkungen unter Lebenden.

Hinsichtlich der Berechnung der Quart ist folgendes zu bemerken:

  1. um zu bestimmen, ob die Erbschaft durch Legate soweit überlastet ist, dass der Abzug der Quart stattfinden müsse, ist die Größe der Erbschaft, wie sie zur Zeit des Todes des Erblassers sich darstellt, in Betracht zu ziehen;
  2. die Quart ist vom reinen Vermögen des Erblassers, also nach Abzug der Schulden, zu berechnen;
  3. der Erbe braucht sich in seine Quart nur das anrechnen zu lassen, was er als Erbe, nicht auch, was er als Legatar aus dem Nachlass erhält.

Das Recht des Abzugs der Falcidischen Quart erlosch, wenn der Erblasser ihre Auszahlung ausdrücklich untersagte oder wenn der Erbe darauf verzichtete. Auf Vermächtnisse zugunsten wohltätiger Stiftungen und beim Soldatentestament kam das Gesetz nicht zur Anwendung.

Das Rechtsinstitut der Falcidischen Quart hat sich noch in einigen Territorien des gemeinen Rechts lange erhalten, während es im preußischen Landrecht, im österreichischen und im sächsischen Zivilgesetzbuch und dem französischen Recht unbekannt ist.


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  • Quarta Falcidĭa — Quarta Falcidĭa, durch die Lex Falcidia (41 v. Chr.) wurde verordnet, daß Niemand mehr als 3/4 seines Vermögens zu Legaten solle aussetzen dürfen, damit dem Erben wenigstens 1/4 des Nachlasses verbleibe, u. daß dieser im entgegengesetzten Falle… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Quarta Falcidĭa — (Falcidische Quart), s. Falcidisches Gesetz …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Quarta Falcidia — Quarta Falcidĭa (lat.), Falcidische Quart (s.d.) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Quarta Falcidia — Quarta Falcidia, s. Falcidische Quart …   Herders Conversations-Lexikon

  • Quarta falcidia — четверть наследства, которая в римском праве, по Фальцидиеву закону (40 г. до Р. Хр.), сохранялась свободною от отказов (легатов) и поступала в чистом виде в пользу наследника по завещанию. Закон издан в отмену ранее существовавших постановлений… …   Энциклопедический словарь Ф.А. Брокгауза и И.А. Ефрона

  • quarta falcidia — /kworta folsidiya/ In Roman law, that portion of a testator s estate which, by the Falcidian law, was required to be left to the heir, amounting to at least one fourth …   Black's law dictionary

  • falcidia — /fal tʃidja/ s.f. [dal lat. (quarta ) Falcĭdia quarto d eredità garantito come minimo agli eredi, dal nome del tribuno Publio Falcidio che lo propose con una legge (40 a. C.)]. 1. [notevole diminuzione di numero o di quantità: i suoi capitali… …   Enciclopedia Italiana

  • falcidia — fal·cì·dia s.f. 1. TS dir.rom. quarta parte dell eredità spettante come minimo all erede legittimo, quali che fossero i legati del testatore 2. CO forte riduzione | estens., sterminio, strage: l afta ha provocato una falcidia di vitelli; anche… …   Dizionario italiano

  • Falcidia lex — Das Falcidische Gesetz (Falcidia lex) war ein römisches Gesetz aus dem Jahre 40 v. Chr. das auf den Antrag des Volkstribuns Falcidius erlassen wurde. Es regelte die Höhe eines Pflichtteils im römischen Erbrecht. Das Gesetz verordnete, dass… …   Deutsch Wikipedia

  • Quarta Trebellianĭca — Quarta Trebellianĭca, ein Abzug von 1/4, welchen der Erbe nach Analogie der Q. Falcidia alsdann zu machen berechtigt ist, wenn ihm auferlegt ist, die Erbschaft kraft Universalfideicommisses (vgl. Legat) einem Andern herauszugeben. Den Namen… …   Pierer's Universal-Lexikon