Querprofil (Strahlentherapie)


Querprofil (Strahlentherapie)
Qualitative Übersicht von Querprofil und Tiefendosisprofil

Ein Querprofil zeigt im Rahmen der Strahlentherapie die Dosisverteilung senkrecht zum Zentralstrahl längs einer der Feldachsen in einer definierten Wassertiefe. Symmetrie und Homogenität des Querprofils sind ein Maß für die Güte der Feldhomogenisierungstechniken durch Ausgleichskörper und somit der Bestrahlungsanlage.

Für die bei der klinischen Verwendung von Bestrahlungsplanungssystemen vorgeschriebenen regelmäßigen Konstanzprüfungen werden unter anderem gerechnete und gemessene Querprofile miteinander verglichen. Die Art der Tiefendosiskurve ist von dem Fokus-Haut-Abstand, der Feldgröße und der Energie der Strahlung ab. Je weiter man in die Tiefe geht, desto breiter wird das Strahlenbündel, da es sich divergent im Raum ausbreitet. Die Schwächung in Materie lässt es niedriger werden, und die Halbschatten werden flacher. Flache, also große Halbschatten sind für die Strahlentherapie ungeeignet, da in diesem Bereich eine Unterdosierung stattfindet oder das gesunde Gewebe eine unnötige Strahlendosis appliziert bekommt. Je mehr Energie der Linearbeschleuniger bzw. ein Nuklid hat, desto mehr sind die Photonen vorwärts gerichtet, und desto kleiner ist die Streuung nach lateral. Da in Linearbeschleunigern ein Target (Elektronen werden zu Röntgenbremsstrahlung) verwendet wird, muss das Strahlenbündel ausgeglichen werden. Dieses wird mit einem Ausgleichskörper oder "Flatnesfilter" homogenisiert. Ein unerwünschter Nebeneffekt sind die entstanden Dellen im Querprofil. Das bedeutet, dass Dosis fehlt, da der Ausgleichskörper in der Mitte Dicker ist. In 10 cm Tiefe wird eine völlig homogenes Strahlenbündel erwartet.

Zur Messung von Querprofilen benutzt man ein Wasserphantom.

Qualitätssmerkmale

  • Die Homogenität beschreibt im 50 % Bereich (nach ICRU Report 50) den Wert Dmax, Dmin und D0. Dmax ist der höchste Dosiswert, Dmin der niedrigste und D0 befindet sich immer auf dem Zentralstrahl. Um die Homogenität zu erhalten, muss man Dmin von Dmax subtrahieren und durch D0 teilen. So erhält man ein Ergebnis, das immer größer/gleich als 1 ist. Bei 1 ist das Querprofil völlig homogen, was in der Praxis nicht möglich ist.
  • Die Symmetrie beschreibt das Verhältnis recht und links des Zentralstrahls. Eine Seite der Kurve wird einfach gespiegelt und sollte sich mit der anderen Decken. Tut sie das nicht, ist sie nicht symmetrisch. Hierbei werden auch die Punkte Dmax, Dmin und D0 gemessen und folgende Formel aufgestellt: (Dmax-Dmin)/D0*100

Siehe auch

Literatur

  • Hanno Krieger: Strahlungsquellen für Technik und Medizin. 1. Auflage. Vieweg+Teubner, Wiesbaden 2005, ISBN 3-8351-0019-X.
  • Rolf Sauer: Strahlentherapie und Onkologie. 4. Auflage. Urban und Fischer, München 2010, ISBN 978-3-437-47501-6.

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