Quiberon


Quiberon
Quiberon (Kiberen)
Wappen von Quiberon
Quiberon (Frankreich)
Quiberon
Region Bretagne
Département Morbihan
Arrondissement Lorient
Kanton Quiberon (Chef-lieu)
Koordinaten 47° 29′ N, 3° 7′ W47.483333333333-3.120555555555614Koordinaten: 47° 29′ N, 3° 7′ W
Höhe 14 m (0–33 m)
Fläche 8,83 km²
Einwohner 5.049 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 572 Einw./km²
Postleitzahl 56170
INSEE-Code
Website http://www.ville-quiberon.fr/

Uferpromenade und Strand in Quiberon

Quiberon (bret. Kiberen) ist eine Hafenstadt, ein Kanton und eine Halbinsel im französischen Département Morbihan im Süden der Bretagne. Fischerei spielte einst eine große Rolle in der Wirtschaft Quiberons. Die 5049 Einwohner (Stand 1. Januar 2008) der Stadt leben heute hauptsächlich von den bis zu 60.000 Touristen während des Sommers.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der weiße Punkt (kleine Karte) zeigt die Lage Quiberons. Auf der großen Karte ist die Halbinsel Quiberon zu sehen, der rote Punkt markiert die Position der Hafenstadt. Im Süden sieht man einen Teil der Belle-Île.
Die Côte Sauvage

Quiberon und Saint-Pierre-Quiberon waren einst eine Insel, bis etwa ab dem 11. Jahrhundert durch das Abholzen von Wäldern Sand freigesetzt wurde, der durch Wind und Meeresströmung eine Landbrücke bildete. Die Nord-Süd gerichtete Halbinsel ist etwa 14 km lang.

Die Halbinsel ist ganzjährig nur über eine einzige Straße zu erreichen, die im Sommer häufig überfüllt ist. In den Sommermonaten fährt von Auray ein Zug auf der eingleisigen Strecke (der sog. tire-bouchon =Korkenzieher).

Im Haupthafen von Quiberon, Port Maria, liegt der Meeresbahnhof („gare maritime“). Hier starten Fähren, die die vorgelagerten Inseln: Belle-Île, Île d’Houat (Enteninsel) und Hoëdic (kleine Ente) anfahren.

Vom Osthafen Port Haliguen starten im Sommer Ausflugsboote zu Touren durch den Golf von Morbihan (kleines Meer).

Das Besondere der Quiberon ist ihre Vielfalt, die dadurch zustande kommt, dass eine Seite der Insel dem Festland (Bucht von Quiberon), die andere dem Atlantik zugewandt ist. Das Meer ist landseitig ruhig, im Gegensatz zur Wilden Küste (Côte sauvage) auf der Atlantikseite mit kleinen Sandstränden zwischen den felsigen Buchten Port Blanc und Port Bara, an denen jedoch striktes Badeverbot herrscht.

Durch den Tourismus wurde die Küste inzwischen stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass durch Schutzzäune und ähnliche Maßnahmen versucht wird, die Vegetation zu erhalten.

Geschichte

Die Gegend hat eine lange Vorgeschichte, auf die die Dolmen (Beg-Port-Blanc) und eine Anzahl von Menhiren verweisen, die zum Teil auf ca. 4000 v. Chr. datiert werden. Zwischen der steinzeitlichen und der keltischen Inselkultur klafft, was die Besiedlung und die Monumente angeht, eine Lücke.

Statue Hoche
Schutzmaßnahmen zum Erhalt der natürlichen Vegetation an der Côte Sauvage

Etwa um das 5. Jahrhundert v. Chr. besiedelten die keltischen Veneter die Insel und unterhielten Handelsbeziehungen, unter anderem mit den Briten. Das Land wurde urbar gemacht und Werkzeuge sowie Waffen aus Eisen wurden gefertigt. 56 v. Chr. besiegten die Römer unter Julius Caesar die Veneter in der Seeschlacht vor der Halbinsel Rhuys und eroberten die Bretagne (keltische Bezeichnung Armorica).

Während des Siebenjährigen Krieges, zerstörten die Briten am 20. November 1759 bei der Seeschlacht in der Bucht von Quiberon unter Verlust von zwei (gestrandeten) Schiffen sechs französische Schiffe („Bataille des Cardinaux“).

Am Ostufer der Halbinsel errangen 1795 die Truppen des französischen Generals Lazare Hoche in einer Entscheidungsschlacht (Emigrantenschlacht) den Sieg gegen die königstreuen Chouans. Das Märtyrerfeld (champ des martyrs) bei Auray erinnert an die Massenhinrichtung von 952 Chouans, die sich in Gefangenschaft begeben hatten.

Im Jahre 1944 planten die anglo-amerikanischen Landungstruppen in der Bucht von Quiberon einen Nachschubhafen zu errichten, ein Ansinnen, das jedoch verworfen wurde.

Die massiven deutschen Befestigungen des Atlantikwalls und der anhaltende Widerstand der deutschen Soldaten (Auftrag: bedingungslose Sicherung des U-Boot-Hafens von Lorient) führten zu der Kuriosität, dass die deutschen Resttruppen (10.000 Mann) im Gebiet von Lorient bis Quiberon erst zwei Tage nach der Kapitulation der Wehrmacht am 10. Mai 1945 kapitulierten (Schlacht um die Bretagne).

Quiberon war einer der Drehorte zum Abenteuervierteiler Die Schatzinsel.

Städtepartnerschaften

Galerie

Weblinks

 Commons: Quiberon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise

  1. Website Quiberon – Jumelages

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