Quickborn-Arbeitskreis

Quickborn-Arbeitskreis
Das Sonnenkreuz des Quickborn

Der Quickborn-Arbeitskreis versteht sich als Zusammenschluss von Christen, die einen selbständigen und unabhängigen Weg zur Gestaltung ihres Lebens suchen.

Inhaltsverzeichnis

Selbstverständnis

Fahne des Quickborn auf Burg Rothenfels in den 1930er Jahren

Mitglieder des Quickborn leben nicht nach schriftlich festgelegten Grundsätzen. Sie fühlen sich verbunden in dem Bemühen, Antworten auf Fragen unserer Gegenwart und Zukunft zu finden.

Aus der Tradition der Jugendbewegung heraus strebt Quickborn nach Offenheit gegenüber allen Bereichen des menschlichen Lebens, nach Einfachheit und Wahrhaftigkeit und will aus der Erkenntnis leben, dass zum freien und ganzen Menschen die Gemeinschaft gehört, in die sich jeder in eigener Verantwortung hineinstellt.

Mittelpunkt für den Quickborn sind die Tagungen auf Burg Rothenfels. Hier begegnen sich Menschen aller Altersstufen. Sie nehmen gemeinsam an Referaten, Gesprächskreisen, musisch-kreativen Arbeitskreisen und selbstgestalteten Gottesdiensten teil. Während zum thematischen Teil in der Regel Referenten eingeladen werden, die die Werkwoche begleiten, werden die musisch-kreativen Angebote ausschließlich von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen selbst gestaltet.

Bedeutende Tagungen des Quickborn auf Burg Rothenfels sind die Werkwoche im August und die Silvestertagung nach Weihnachten. Neben den Tagungen auf Burg Rothenfels finden insb. von den Jugendlichen des Quickborn Arbeitskreises auch Tagungen auf dem Senklerhof im Schwarzwald statt. Der Senklerhof wurde von Mitgliedern des Quickborn Arbeitskreises aus dem badischen Raum erworben und zu einer kleinen Tagungsstätte ausgebaut.

Wichtig für die Gestaltung der Tagungen sind Spontaneität und Improvisation. Der Quickborn-AK verzichtet auf eine gezielte Mitgliederwerbung.

Die Jugend des Quickborn-Arbeitskreises ist Mitgliedsverband im Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

Geschichte

Aufbauphase (1909 bis 1919)

Vorstufe des Quickborn war ein Zirkel von Schülern im (katholisch) bischöflichen Knabenkonvikt in Neisse, die ihre Freizeit gestalten wollten, ohne sich zu den Genussgiften Alkohol und Tabak nötigen zu lassen. Die Satzung nannte als Zweck, Kameradschaftlichkeit unter den Gymnasiasten ohne Genussgifte zu pflegen, und sah vor, dass etwa monatlich belehrende und unterhaltende Versammlungen für Mitglieder und Gäste veranstaltet wurden. Die Schüler wählten den Vorstand ihrer Vereinigung selbst, ein Oberlehrer des Gymnasiums übernahm das Protektorat. 1910 genehmigte die königlich preußische Schulverwaltung die Satzung. Sie wurde zum Vorbild für die Satzungen ähnlicher Vereinigungen, die damals an vielen anderen Orten im Deutschen Reich und in Österreich gegründet wurden. 1912 widmete sich ein Zirkel in Breslau nach dem Vorbild des Steglitzer Wandervogels besonders auch dem Wandern aufs Land. Seit 1913 gab es auch gleichartige Zirkel für Mädchen.

Von April 1913 an gab Bernhard Strehler eine Zeitschrift heraus, die den inzwischen zahlreichen Gruppen dieser Art als Forum für Anregungen und Diskussion dienen sollte. Man suchte einen Namen, der statt der negativen Vorstellung „Abstinenz“ eine positive Grundhaltung verkünden sollte. Einen schlesischen Obertertianer hatte die Gedichtsammlung „Quickborn“ des dithmarscher Mundartdichters Klaus Groth (1819 bis 1899) beeindruckt, und auf seinen Vorschlag hin bekam auch die Zeitschrift den Titel „Quickborn“. Bis 1917 nannten sich nach und nach alle Gruppen nach ihrer Zeitschrift.

Der Name der Zeitschrift entsprach dem inneren Vorhaben der Gemeinschaft: die Abkehr vom Schädlichen macht den Weg frei zum Nützlichen. Vor allem aber den inneren Blick wendet man ab von dem, was man nicht will, und fasst das ins Auge, was man will.

Angeregt von ihren Führern Bernhard Strehler, Klemens Neumann und Heinrich Hoffmann, aber aus eigener Zustimmung, Entscheidung und Gestaltung brachte Quickborn viele Neuerungen in Gang, die heute selbstverständlich scheinen, damals aber gegen den Widerstand der herkömmlichen Autoritäten eingeführt wurden und nicht durchweg durchgesetzt werden konnten. Quickborn war Anreger und Vorreiter für viele Bestrebungen, die auch andere Zweige der Jugendbewegung und Lebensreform sich zu eigen machten (Streit um Priorität oder Urheberschaft wäre müßig, es „lag eben in der Luft“). Die Aufzählung ist lang.

  • Abstinenz von Genussgiften: frei bleiben von körperlicher Abhängigkeit, Selbstbehauptung gegen Gruppenzwang.
  • Selbstbestimmte Lebensgestaltung: sich würdigen Zielen und Aufgaben widmen in freudigem Ernst, in ernster Freude (Seneca: „Res severa verum gaudium“).
  • Jugend ist nicht nur Vorstufe des Erwerbslebens, sondern hat als eigener Lebensabschnitt eigene Werte, eigene Ziele und eigene Freuden (Hoffmann auf dem ersten Quickborntag 1919 auf Burg Rothenfels: „Jugend hat ein Recht auf Jugend, Freiheit, Freuden“).
  • Bildung darf nicht nur äußeres Wissen weitergeben („Kenntnisse eintrichtern“), mehr noch hat sie redliches Wollen und innere Gewissheit zu wecken und zu stärken. Wissenschaftsschule soll mehr Erziehungsschule werden.
  • Verstehen und Vertrauen zwischen Lehrern und Schülern in beiden Richtungen.
  • Fähigkeiten Jugendlicher zu eigener Gestaltung anerkennen und sich entfalten lassen
    • im Leben der Gemeinschaft (Schülerselbstverwaltung, eigenverantwortliche Beteiligung an Veranstaltungen, Freizeit und Festlichkeiten).
    • in allen Künsten (Musik, bildende Kunst, Theater usw.).
    • Wahl von Gruppenführern und -führerinnen auf Zeit „Jugend wird von Jugend geführt“).
  • Wandern als Bildungsquelle: Gemeinschaft, Natur, Heimat, Selbsterfahrung (Juvenal: „... ut sit mens sana in corpore sano“).
  • Gleicher Rang für beide Geschlechter entsprechend ihrer Eigenart, z. B. Koedukation, Beteiligung an Veranstaltungen, Vorträgen, Tagungen usw.
  • Sexuelle Aufklärung als Stütze und Geleit auf dem Weg zur Reife.
  • In offener Diskussion ohne Verstellung Kritik und Urteil üben.

Solche Erwartungen oder Forderungen standen im Widerspruch zu nicht wenigen „Selbstverständlichkeiten“ der damaligen Autoritäten. Beispielsweise führte die Einbeziehung beider Geschlechter sogar zu einem Antrag bei der deutschen Bischofskonferenz, den Quickborn-Bund zu verbieten. Tatsächlich aber machten sich andere Vereinigungen der Jugendbewegung, der Lebensreform, der staatlichen und der privaten Schulgestaltung nicht wenige Neuerungen zu eigen, welche die Quickborn-Jugend und ihre Führer zuerst angeregt hatten.

Es gibt kein Maß dafür, wie sehr die Selbsterziehung im Quickborn seinen Mitgliedern die Festigkeit verschaffte, den Zumutungen und Versuchungen des totalitären Regimes der Dreißiger- und Vierzigerjahre innerlich und äußerlich zu widerstehen.

Wenn man Formen und Bezeichnungen, die der Quickborn geprägt und eingeführt hat, im Wortschatz der national-sozialistischen Hitlerjugend und der international-sozialistischen Freien Deutschen Jugend wiederfindet, so darf man der Frage nicht ausweichen, wer wen bestohlen hat, in welchem Maße und mit welchem Ziel Gedanken abgefälscht wurden.

Neue Formen für die Gestaltung des katholischen Gottesdienstes hat Romano Guardini vorgeschlagen; Quickborner bei ihren Tagungen haben sie erstmals erprobt (liturgische Bewegung). Einige dieser neuen Formen wurden in die Beschlüsse des Vatikanischen Konzils der Sechzigerjahre aufgenommen.

Die Gesamtzahl der Mitglieder in örtlichen Zirkeln stieg von 1.827 (1914) auf 7.000 (1918). Grundsätzlich lehnte man zunächst eine formalisierte Organisation ab. Um gemeinsame Fragen gemeinsam besser erörtern zu können, trafen sich Mitglieder von 1914 an regional, und die örtlichen Quickborn-Gruppen schlossen sich dann doch zu Quickborn-Gauen zusammen. Schließlich bot vom 1. April 1917 an das Quickborn-Sekretariat in Rothenfels Informationen und Ratschläge für Neugründungen, Gestaltung des Gruppenlebens und Verbindung der Gruppen untereinander. Im Herbst 1917 gründeten Bernhard Strehler, Klemens Neumann und Hermann Hoffmann in Frankfurt am Main den „Verein der Quickbornfreunde e.V.“. So wurde die Zentrale der Quickbornbewegung eine rechtsfähige juristische Person. Dieser Verein kaufte im Februar 1919 vom Fürsten von Löwenstein die mittelalterliche Burg Rothenfels oberhalb der Stadt Rothenfels. Die Burg lag symbolträchtig nahe am Main, dem Strom der Mitte Deutschlands, war aber baufällig. Klemens Neumann, damals im 46. Lebensjahr, ließ sich für ein halbes Jahr von seiner Lehrtätigkeit am Lyzeum in Neisse beurlauben und setzte die Räume in Stand, weitgehend mit eigenen Händen und aus eigener Tasche. Dank seiner Tatkraft besaß nun der Bund Quickborn als erste deutsche Jugendorganisation ein eigenes Gebäude in Gestalt dieser Burg.

Schon im August 1919 versammelten sich auf Burg Rothenfels 524 Mädchen und Jungen aus ganz Deutschland, ferner Lehrerinnen und Lehrer im Laien- und im Ordensstand zum ersten allgemeinen deutschen Quickborntag. Die anwesenden Gruppen einigten sich auf gemeinsame Grundsätze, darunter:

  • Bekenntnis zum katholischen Glauben
  • Ablehnung von Genussgiften
  • Erfahrung der Heimat beim Wandern
  • Recht der Jugend auf ihren eigenen Wert und Selbstständigkeit

Die Abstinentenzirkel waren zum katholischen Wandervogel geworden.

Der Quickborn war vorangegangen, andere Gruppen folgten dem Beispiel mit je eigenen Inhalten.

Die „bündische Zeit“ (1920 bis 1933)

Blüte

1920 hatte der Bund Quickborn mit etwa 8000 Mitgliedern den Gipfel seiner Entfaltung erreicht. Er war „von unten nach oben“ organisiert in drei Ebenen:

  • Örtliche Gruppen je höchstens 15 Mitglieder (Jungen oder Mädchen getrennt) wählten sich ihren Gruppenleiter/ihre Gruppenleiterin, manche hatten einen geistlichen Begleiter. Beim wöchentlichen Gruppenabend besprach man Gegenstände, die der Gruppenleiter/die Gruppenleiterin oder ein Mitglied ausgewählt hatte, es wurde viel diskutiert, man lernte Lieder und Spiele, in den Ferien und manchmal an Sonntagen ging man „auf Fahrt“ (damals in aller Regel Fahrt nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, vom Fahrziel aus Wanderungen zu Fuß in die nahe Umgebung, mitunter Übernachtung in einer Jugendherberge oder bei Bauern auf Stroh in der Scheune).
  • Die Ortsgruppen schlossen sich zu Gauen zusammen. Die Angehörigen der Mädchengruppen wählten ihre Gauleiterin, die Mitglieder der Jungengruppen ihren Gauleiter, deren Aufgabe es war, die Arbeit der örtlichen Gruppen zu unterstützen. Der meist jährliche Gau-Tag bestand aus Vorträgen, Besprechungen, Spielen, Aufführungen und Gottesdiensten.
  • Die Bundesleitung bestand aus den Gauleitern, den Gauleiterinnen und dem „Ersten Führer“. Dieser hatte die Tätigkeiten des Bundes insgesamt zu lenken und vor der kirchlichen Obrigkeit zu verantworten. „Erster Führer“ des Bundes, zugleich „Burgvater“ auf Burg Rothenfels war von 1920 bis 1927 Bernhard Strehler. Beim „Osterthing“ 1927 gab er seine Ämter an Romano Guardini weiter. 1934 wurde wieder Strehler zum Bundesleiter gewählt, Guardini blieb „Burgvater“, bis im August 1939 der Bund verboten, die Burg enteignet wurde.

Die mittelalterliche Burg Rothenfels brauchte ständig weitere Instandsetzung und Modernisierung (Wasserleitung, Elektrizität), der Bund musste Schulden abtragen. Hohe Geldbeiträge konnte die Bundesleitung von den überwiegend jugendlichen oder jungen Mitgliedern nicht verlangen. Noch dazu verloren durch die Geldentwertung der frühen Zwanzigerjahre Zuschüsse, die dennoch kamen, ihren Wert, während sie auf dem Postwege unterwegs waren. Trotzdem wurden beharrlich die Räume ausgebaut für die Arbeit der Bundes-Zentrale und als Jugendherberge. Zunächst unterhielt der Bund auch einen Verlag, eine Buchhandlung, ein „Zeugamt“ (es lieferte Ausrüstung zum Wandern), sogar einen Betrieb für gärungslose Früchte-Verwertung. Diese wirtschaftliche Tätigkeit musste der Bund aber 1925 aufgeben.

Hauptsächlich war die Burg Sitz der Quickborn-Kanzlei und Heimstatt für Besuche einzelner Mitglieder, für Begegnungen und Veranstaltungen verschiedener Gruppen und die Zusammenkunft des ganzen Bundes beim Quickborn-Tag und „Bundes-Thing“. Von 1922 an trafen sich auf der Burg ältere Quickborner zu religiösen, sozialen und kulturellen „Werkwochen“. 1927 führte Guardini Begegnungen ein, bei denen Quickborner und Gäste für Karwoche und Ostern neue liturgische Formen erprobten.

Das Leben der Gruppen, der Gaue und des Bundes erschöpfte sich nicht in romantisch gefühligem Zeitvertreib, den Schwerpunkt bildeten auf allen drei Ebenen Gespräche über Fragen der Lebensgestaltung. Man diskutierte und stritt „über Gott und die Welt“ und konnte sich keinesfalls immer einigen. Die Inhalte hatten drei Hauptbereiche:

  • Organisation und innere Angelegenheiten, geltende Ordnungen und Beschlüsse darüber, Wahl des Leiters oder Leiterin.
  • Verhältnis des Quickborn zu anderen Bünden der Jugendbewegung.
  • Religiöse, ethische, pädagogische, psychologische und kulturelle Inhalte und politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme.

Volljährig gewordene Mitglieder suchten die in der Jugend gewählte Lebensgestaltung in selbständiger Verantwortung „vor Gott und den Menschen“ nun in ihrem Berufsleben wirksam werden zu lassen. Sie verstanden sich nicht mehr als „Jugendbewegung“, sondern als „Kulturbewegung“. Ihre Zugehörigkeit zum Bund gestaltete sich in immer wieder wechselnden Formen. Es gab organisatorische Abspaltungen und Wiedervereinigungen mit je eigenen Programmen. Die Zeitschrift „Quickborn“ blieb einigendes Band über einer Vielfalt geistiger Richtungen.

Krise

1924 und 1925 beschlossen Bundesleitung und „Bundesthing“ Grundsätze, die auch für Erwachsene Alkohol- und Tabak-Abstinenz verbindlich machen sollten, „deren Ablehnung bedeutet Bruch mit dem Bund“. Verboten wurde auch, „den Quickborn für politische, wirtschaftliche, pädagogische, soziale, lebensreformerische Bestrebungen [...] einzusetzen.“ Diese Abkehr vom Quickborn-Grundsatz selbständiger Verantwortlichkeit veranlasste rund ein Viertel der Mitglieder zu Widerspruch und Austritt. Daraufhin wollte oder konnte die Bundesleitung nicht mehr amtieren, so dass zeitweise der Bund praktisch nicht mehr bestand. Eine neue Bundesleitung (Guardini) fand 1927 mildere Formulierungen, aber die frühere Einheit des Bundes war vertan. Manche Quickborner gingen zu anderen Vereinigungen oder gründeten eigene Kreise. Einer davon war der politisch ausgerichtete „Oktoberkreis“ mit Ida Coudenhove, Walter Dirks und Ludwig Neundörfer.

Befehdung und Verbot (1933 bis 1939)

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler, alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte im Deutschen Reich wurden „gleichgeschaltet“ gemäß den Zielen und Grundsätzen der einzig noch erlaubten Partei, der NSDAP. Schritt für Schritt wurden Vereinigungen jeder Art Gliederungen der NSDAP angeschlossen, unterstellten sich der Führung national-sozialistischer Parteigenossen, lösten sich auf oder wurden verboten.

Um einer zwangsweisen Umgestaltung zuvorzukommen, löste auf Guardinis Rat Quickborn seinen Älteren-Bund auf und ließ den „Verein der Quickbornfreunde e. V.“ anders eintragen als „Verein der Freunde von Burg Rothenfels e. V.“. Das Quickborn-Blatt wurde als „vertrauliche Handschrift“ gedruckt. Die meisten Gaue, Kreise und Gruppen arbeiteten weiter wie bisher, nur möglichst unauffällig, z. B. indem sie ihre Begegnungen anders bezeichneten. Die Bundestreffen fanden nicht mehr auf Burg Rothenfels statt, sondern an wechselnden anderen Orten und wurden als religiöse Einkehrtage angekündigt. Aber religiöse Einkehrtage waren sie ihrem Wesen nach ja schon immer gewesen.

Dem Quickborn als katholischer Jugendorganisation bot fast bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs das Reichskonkordat einen gewissen Schutz unter der Bedingung, dass die Jugendarbeit erkennbar auf rein religiöse Tätigkeit beschränkt blieb. Am 16. August 1939 allerdings verfügte die zuständige Dienststelle der Gestapo auch die Auflösung der katholischen Jugendvereinigung Quickborn und des „Vereins der Freunde von Burg Rothenfels e.V.“ „einschließlich aller Neben- und Untergliederungen und angeschlossenen Vereinigungen“ und verbot jede Tätigkeit, „die den Versuch einer Fortführung dieser Organisation oder einer Neugründung mit gleichen oder ähnlichen Zielen darstellt“. Rechtsgrundlage der Maßnahme war die „Reichstagsbrandverordnung“ vom 28. Februar 1933.

Zwei Wochen später begann der Zweite Weltkrieg. Führung und Mitglieder des Quickborn hielten privat ihre persönliche Verbindung aufrecht, solange und so gut die wechselnden Schicksale von Krieg und Vertreibung das zuließen.

Neubeginn nach 1945

Bald nach Kriegsende (1947) gründeten Quickborner ihren Bund neu als „Lebensbewegung für Katholiken aller Generationen und Stände“, den Arbeitskreis Quickborn.

Regelmäßige Tagungen

Der Quickborn Arbeitskreis trifft sich u.a. zu regelmäßigen Tagungen vorwiegend auf Burg Rothenfels.

  • Silvestertagung (jeweils vom 28.12.–4.1.)
  • Frühlingstreffen des Ost-West-Kreises auf Burg Rothenfels
  • Osterfreizeit der Jugendlichen auf dem Senkler-Hof (Woche nach Ostern)
  • Tagung für junge Familien und junge Erwachsene (jeweils vom Mittwoch vor Himmelfahrt bis zum darauffolgenden Sonntag)

Literatur

  • Meinulf Barbers: Langfassung eines Referats zur Geschichte des Quickborn von 1945 bis 1965 auf Ludwigstein
  • Godehard Ruppert: Quickborn katholisch und jugendbewegt: ein Beitrag zur Wirkungsgeschichte der katholischen Jugendbewegung. Opole: Wyd. Teologiczny Uniw. Opolskiego 1999 ISBN 83-88071-95-5
  • Johannes Binkowski: Jugend als Wegbereiter: der Quickborn von 1909 bis 1945. Stuttgart [u.a.]: Theiss 1981 ISBN 3-8062-0250-8
  • Marcin Worbs: Quickborn und Heimgarten als ein kulturell-religiöses Ereignis in Oberschlesien (1909 – 1939). Opole: Wydzial teologiczny uniwersitetu Opolskiego, 1999. ISBN 83-88071-75-0.

Bekannte Personen des Quickborn Arbeitskreises

Siehe auch

Weblinks


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