REFA


REFA
49.863118.628
Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung
(REFA)
Gegenüber dem Original hier um 90° im UZ gedreht
Zweck: Förderung von Bildung und Wissenschaft auf den Gebieten der Arbeitsgestaltung, der Betriebsorganisation und der Unternehmensentwicklung einschließlich angrenzender Gebiete
Vorsitz: Oliver Störmer
Gründungsdatum: 30. September 1924 als Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung
Mitgliederzahl: ca. 16 000
Sitz: 64295 Darmstadt, Wittichstraße 2
Website: REFA Bundesverband

Der REFA - Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung gilt als Deutschlands älteste und bedeutendste Organisation für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung. Der REFA entwickelt mit Hilfe von Wissenschaftlern und Praktikern Methoden zur betrieblichen Datenermittlung und zum Management, stimmt diese mit den Tarifparteien ab und überführt sie in eine verbandseigene Lehre. In griffiger Formulierung ist der Verbandszweck die Steigerung der Wirtschaftlichkeit durch Ausbildung. Damit ist er ein bedeutender Anbieter für betriebliche Weiterbildung mit internationaler Bedeutung. Gegründet in der Tradition des Scientific Management ist er heute der Vertreter des Industrial Engineering im deutschen Sprachraum.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der REFA ist eine gemeinnützige Organisation. Satzungsgemäßer Zweck des Verbandes ist die Förderung von Wissenschaft und Bildung in den Bereichen Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung. Die Verbandsarbeit dient der Förderung, dem Aufbau und der Erhaltung einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft, Verwaltung und Dienstleistung sowie der Förderung und Weiterentwicklung der menschengerechten Arbeit.

Nach eigener Darstellung detailliert sich diese Aufgabenstellung:

Arbeitsgestaltung ist das Schaffen eines aufgabengerechten, möglichst optimalen Zusammenwirkens von arbeitenden Menschen, Betriebsmitteln und Arbeitsgegenständen durch zweckmäßige Organisation von Arbeitssystemen unter Beachtung der menschlichen Leistungsfähigkeit und Bedürfnisse. Im besonderen besteht die Arbeitsgestaltung in der Neuentwicklung oder Verbesserung von Arbeitsverfahren, Arbeitsmethoden und Arbeitsbedingungen, von Arbeitsplätzen, Maschinen, Werkzeugen, Hilfsmitteln sowie in der ablaufgerechten Gestaltung von Arbeitsgegenständen.

REFA[1]

Betriebsorganisation nach REFA umfasst die Planung, Gestaltung und Steuerung von Arbeitssystemen einschließlich der dazu erforderlichen Datenermittlung mit dem Ziel der Schaffung eines wirtschaftlichen und humanen Betriebsgeschehens

REFA[2]

Damit trägt der REFA-Verband zum Aufbau und zur Erhaltung einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft bei. Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist die REFA-Methodenlehre, die praxisgerechte Methoden und Instrumente zur Verfügung stellt, mit der sich Abläufe (Prozesse) branchenunabhängig gestalten, messen, kontrollieren und bewerten lassen. Die REFA-Methodenlehre findet sowohl im industriellen Bereich als auch im Dienstleistungssektor Anwendung. Das Einsatzspektrum der Methoden erstreckt sich von kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu Großbetrieben und Konzernen. Als Besonderheit der REFA-Methodenlehre gilt ihre tarifpolitische Neutralität. Vor Veröffentlichung werden die Inhalte von der BDA und dem DGB geprüft.

Die Methodenlehre wird überall mit den gleichen Inhalten und nach gleichen Standards verbreitet. Deswegen geht von ihr auch eine nicht zu unterschätzende sprachliche Definitionsmacht in einem Fachgebiet aus, das sonst durch ein eher unscharfes Vokabular geprägt ist.

Geschichtliche Entwicklung

Traditionelle, mechanische „REFA-Stoppuhr“ in HM-Teilung vor Zeitaufnahmebogen

Mit den ersten Erfolgen des Scientific Management bedienten sich auch unseriöse Unternehmensberater der Konzepte. Mangelhafte Arbeit auf dem Gebiet konnte jedoch zu schwerwiegenden sozialen Konflikten führen. Dem versuchte man in Deutschland durch überbetriebliche Systematisierung und Ausbildung vorzubeugen[3].

Zuerst hat der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) 1921 zur Untersuchung technisch-wirtschaftlicher Probleme einen Ausschuss für wirtschaftliche Fertigung (AWF, heute: Arbeitsgemeinschaften für Vitale Unternehmensentwicklung e. V.) eingesetzt, der wiederum einen Unterausschuss bildete mit der Zielsetzung, Arbeitszeit zu sparen, die Ermüdung der Arbeiter zu verringern, Konstruktionsfehler festzustellen und Kalkulationselemente zu finden.

1923 verließ der AWF den VDI und schloss sich dem ebenfalls 1921 gegründeten Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit in Industrie und Handwerk (heute: RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V.) an. Der Unterausschuss folgte dem Wechsel nicht, sondern gründete sich selber als Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung (REFA) aus.[4] Damit ergibt sich folgende Geschichte in Stichpunkten:[5]

  • 1924: Gründung als „Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung“ am 30. September.
  • 1936: Reichsausschuß für Arbeitsstudien
Während der nationalsozialistischen Regierung wurde der REFA-Verband der Deutschen Arbeitsfront eingegliedert. Der Verband wurde deshalb nach Ende des Krieges aufgelöst und formierte sich um Regionalverbände neu.
  • 1946: Verband für Arbeitsstudien – REFA e. V.
  • 1951: Gründung des Verbands für Arbeitsstudien - REFA - e. V. auf Bundesebene am 23. September
  • 1977: REFA – Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V.
  • 1995: REFA – Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung e. V.
  • 2000: REFA Bundesverband e. V.[6]

Der REFA konzentrierte sich anfänglich unter dem Einfluss des Scientific Management auf die Etablierung und Verbreitung der Zeitermittlung für Kalkulationen und Akkordarbeit. Dabei beschränkte er sich zunächst auf das wirtschaftlich orientierte Arbeitsstudium in Arbeitssystemen. Der Entwicklung des Industrial Engineering in den USA folgend öffnete der REFA seine Methodenlehre und sein Betätigungsfeld entsprechend. Außerdem nahm man wesentliche arbeitswissenschaftliche Elemente auf und stellte die menschengerechte Arbeitsgestaltung als gleichrangiges Ziel neben die Wirtschaftlichkeit. Dies schlug sich in der Namensänderung 1977 nieder[7].

Mit dem Aufkommen der Lean Production, des Geschäftsprozessmanagements, des Total-Quality-Management (TQM) sowie des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) nahm der REFA auch diese Herausforderungen an und verdeutlichte das in der erneuten Namensänderung 1995. Angesichts der turbulenten Entwicklung im Produktionsmanagement in den 1990er Jahren und der Tatsache, dass sich Gedankengut und Methoden inzwischen weit von den Ursprüngen entfernt hatten, beschloss der Verband 2000, den Namen REFA als Marke zu etablieren, nicht mehr als Akronym zu betrachten und in den Verbandsnamen stattdessen den Hinweis auf die jeweilige Gliederungsebene aufzunehmen.

Die Situation der einzelnen Verbände gestaltet sich durchaus unterschiedlich. Während einige hohe Finanzreserven ausweisen wurde am unteren Ende der Skala die Insolvenz des REFA Rheinland-Pfalz/Saar e. V. am 11. August 2010 bekanntgegeben[8]

Organisation des REFA

REFA Business School in Dortmund

Der REFA Bundesverband e. V. bildet die Spitzenorganisation des REFA. Er hält die Kooperationen, entwickelt die REFA-Ausbildungen, veranstaltet Tagungen, verlegt REFA-Lehrunterlagen und -Bücher und führt die REFA-Ausbildungen im Tagesbereich und als spezifische Firmenseminare durch. Beim Bundesverband arbeiten nur festangestellte Mitarbeiter. Der Bundesverband unterhält Ausbildungsstätten in Darmstadt und Dortmund, deren Seminarräume auch an außenstehende Seminar- und Tagungsanbieter vermietet werden.

Den REFA Bundesverband e. V. bilden zehn REFA-Landesverbände und ‑Gebietsverbände als Mitglieder mit jeweils eigener Rechtsfähigkeit als ebenfalls eingetragene Vereine. Sie tragen damit den Bundesverband und kontrollieren dessen Arbeit über einen Aufsichtsrat.

Diese REFA-Landes- und ‑Gebietsverbände gliedern sich wiederum in rund 120 Regional-, Bezirks- und Ortsverbände. Sie betreuen die etwa 16.000 Einzel- und Firmenmitglieder vor Ort. Bei den REFA-Landes- und ‑Gebietsverbänden gibt es nur vereinzelt festangestellte Mitarbeiter. Die Hauptlast der Arbeit wird hier ehrenamtlich erledigt. Das Ausmaß an Ehrenamtlichkeit steigert sich noch auf den unteren Ebenen der Regional-, Bezirks- und Ortsverbände.

Je nach Nachfrage werden die REFA-Basisausbildungen bei den Regional-, Bezirks- und Ortsverbänden berufsbegleitend angeboten. Einzelne Regional-, Bezirks- oder Ortsverbände können auch Firmenseminare und offene Ausbildungen in Vollzeit durchführen. In der Regel müssen aber die höheren Ausbildungsstufen in Tagesform bei den REFA-Landesverbänden und ‑Gebietsverbänden oder gar dem Bundesverband nachgefragt werden.

Der REFA Bundesverband e. V. teilt sich die Rechte an der Marke REFA mit den REFA-Landesverbänden und ‑Gebietsverbänden zu elf gleichen Teilen.

Von den REFA-Verbänden sind inzwischen der Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordwest, Sachsen, Sachsen-Anhalt und der Bundesverband für geförderte Ausbildungen nach der AZWV zertifiziert[9].

REFA-Weiterbildungskonzept

REFA-Unterricht

Das REFA-Weiterbildungskonzept wendet sich in der Basis an Facharbeiter und mittlere vorwiegend technische Führungskräfte. Daneben sind teils spezifische Varianten oder weiterführende Angebote für Hochschulabsolventen im Programm.

REFA-Ausbildungen werden im REFA Institut, einer Organisationseinheit im Bundesverband, konzipiert, systematisiert und beständig weiterentwickelt. Das REFA Institut erarbeitet zusammen mit Vertretern der Wissenschaft, Praktikern und Vertretern der Tarifparteien mit Hilfe von Fachautoren die Ausbildungen. Jede REFA-Methode ist also sowohl mit Arbeitgeberbänden als auch Gewerkschaften abgestimmt. Die Finanzierung erfolgt aus einem dafür systematisch abgeführten Teil der Ausbildungsgebühren.

Zur Sicherstellung der Einheitlichkeit sind die REFA-Ausbildungen in den Bereichen REFA-Kernkompetenzen und Schlüsselqualifikationen vollständig verschriftlicht und die REFA-Lehrer und REFA-Trainer für diese Lehrgänge besonders ausgebildet. Die Ausbildungen bestehen aus teils aufeinander aufbauenden Modulen. Das gesamte Ausbildungsangebot wurde für 2010 restrukturiert und gestrafft und in die Bereiche REFA-Kernkompetenzen, Schlüsselqualifikationen, Topqualifikationen (mit Bachelor of Arts in Produktionsmanagement) gegliedert.

Daneben bietet REFA an die hundert ein- bis dreitägige so genannte Kompaktseminare an, deren Inhalt ausgewählte Zusammenstellungen von REFA-Modulen sein können oder auch die Vermittlung spezifischer Kenntnisse, die sich aus der Kompetenz des jeweiligen Referenten ergeben. Der Lehrstoff ist dadurch aktueller als in den Standardausbildungen, die angesichts der umfassenden Verschriftlichung und der Abstimmung mit den Tarifparteien neuen Entwicklungen meist etwas hinterherhinken.

Das Angebot umfasst weiterhin spezifisch abgestimmte Unternehmenslehrgänge aus dem modularen Angebot des REFA. Diese werden mit REFA-Bildungsberatern und den auftraggebenden Unternehmen individuell abgestimmt.

REFA-Kernkompetenzen

Prozessmanagementausbildung

Im Rahmen der Straffung des Ausbildungsangebotes wurden hier die traditionellen Kernausbildungen des REFA zusammengeführt und folgende konsekutive Abschlüsse angeboten:

  • REFA-Grundschein: Die REFA-Grundausbildung gliedert sich in
  1. Arbeitssystem und Prozessgestaltung mit Inhalten wie beispielsweise Arbeitssystem, Planungssystematik, Analyse und Synthese von Prozess- und Zeitdaten, Aufgabenanalyse, Aufgabenbewertung, Qualitätsmanagement, Prozessengineering, betriebliche Kostenrechnung, Arbeitsrecht, Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Belastung und Beanspruchung, Arbeits- und Arbeitsumgebungsgestaltung sowie
  2. Prozessdatenmanagement mit Themen wie zum Beispiel Zeitaufnahme, Leistungsgrad, Verteilzeit, Erholungszeit, Multimomentaufnahme, Vergleichen und Schätzen, Interviews, SVZ, Planzeiten, Arbeitszeit, Anforderungsermittlung, Entgeltmanagement, Gruppenarbeit, Arbeitsunterweisung, Materialflussgestaltung.
Für Studierende und Absolventen wirtschafts- und Ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge ist eine verkürzte Form, teilweise in Form von Blended-Learning[10], bei einigen REFA-Verbänden im Angebot.

Schlüsselqualifikationen

Im diesem Bereich bietet REFA drei Ausbildungen an, den REFA-Supply-Chain-Manager, den REFA-Qualitätsmanager und den REFA-Umweltbetriebsprüfer oder -Auditor

Topqualifikationen

Planspiel LogTime

Die in diesem Bereich angesiedelten Ausbildungen umfassen:

  • REFA-Betriebswirt für Industrial Engineering (IE): Nach Intensivseminaren in Arbeitsstudium, Qualitätsmanagement sowie Planung und Steuerung folgt der REFA-Organisationsentwickler. Daran schließt sich der REFA-Controller für IE mit Kostenmanagement, Bilanz und Kennzahlen, Investitions- und Produktionscontrolling, Finanzcontrolling und Reporting sowie Prozessverbesserung und KVP an. Im Abschluss-Seminar wird Strategische Unternehmensführung, Automatisierung des Controlling mit Excel und das Planspiel „Global Factory“ angeboten.
  • REFA-Ingenieur: Bis zum REFA-Organisationsentwickler entspricht diese Ausbildung dem REFA-Betriebswirt für IE. Danach folgt aber das Seminar REFA-Industrial-Engineer dass sich durch Strategische Unternehmensführung sowie Produktions- und Lagerlogistik statt Controlling vom REFA-Controller unterscheidet. Im Abschluss-Seminar folgen Lean Production, Methoden zur nivellierten Produktion und das Planspiel „Global Factory“.

REFA Unternehmensberatung

Professionelles Zeitaufnahmegerät
Professionelles Zeitaufnahmegerät

Die 1990er-Jahre waren geprägt von einem tief greifenden Wandel der gängigen Produktionssysteme nach dem Vorbild des Toyota Produktionssystem. Parallel verloren die Tarifparteien in Deutschland an Einfluss. Viel bürokratischer Aufwand in den Arbeitsvorbereitungen konnte eingespart werden. Im Zuge dessen wurde an vielen Orten die Arbeitsvorbereitung gleich ganz aufgelöst. Verbliebene Aufgaben gingen teilweise auf die Arbeitsgruppen über, andere wurden von Unternehmensberatern übernommen. Damit brach in vielen Unternehmen die „REFA-Karriere“ ab, was für die Weiterbildungsnachfrage beim REFA zu starken Einbrüchen führte. Der REFA musste sich der Herausforderung stellen, dass zukünftig die Nachfrage nach - gemeinnützigen - REFA-Ausbildungen stagnieren und die Nachfrage nach - gewerblichen - Beratungsleistungen steigen würde. Vor dem Hintergrund des Gründungsauftrages des REFA, eine sozialverträgliche Festlegung von Arbeitspensen wissenschaftlich systematisch und mit den Tarifparteien abgestimmt zu unterstützen, musste der Verband in der Beratung aktiv werden.

Bereits am 19. Mai 1998 war durch die größeren REFA-Verbände die refaconsult GmbH[11] gegründet worden. Als damit ältestes REFA-Beratungsunternehmen wirbt sie mit dem Slogan „Das ORIGINAL“, nutzt aber außer in der Firma die Marke REFA nicht. Deren Start verlief wegen divergierender Interessen der Gesellschafter holprig. Schließlich schieden 2005 einige der südlichen Verbände aus dem Gesellschafterkreis aus. Mit und mit wurden die Anteile vom REFA-Nordwest e. V. übernommen, der ab Mitte 2011 Alleingesellschafter ist.

Mit der zunehmenden Nachfrage nach REFA-Beratungsleistung etablierten sich immer zahlreicher auch unabhängige Berater, die sich teilweise aus ihrer Tätigkeit als Arbeitsvorbereiter heraus selbstständig machten. Diese führten oft auch, begründet aus deren REFA-Ausbildung, die Marke REFA, bis der Bundesverband in den Jahren 2006 und 2007 dies durch flächendeckende Abmahnungen - deren Gebühren er selbst zahlte - unterband. Seither können solche Berater nur noch mit der persönlichen REFA-Ausbildung der Mitarbeiter werben, nicht jedoch mit der Marke für das Unternehmen.

Am 27. Februar 2007 wurde die REFA Bundesverband GmbH eingetragen. Eigentlich gedacht, um die Verwertung des REFA-Immobilienvermögens steuerlich sauber abzutrennen, übernahm sie schon bald auch systematisch Beratungsleistungen. In rascher Folge reagierten andere Verbände auf diese Aktivitäten des Bundesverbandes. Es folgten die REFA Sachsen GmbH am 4. Dezember 2007 und die REFA Bayern GmbH am 8. Mai 2008. Gleich in der gewerblichen Rechtsform wurde der Bundesverband mit der Gründung der REFA Suisse GmbH am 9. Mai 2008 in der Schweiz aktiv, obwohl deren Angebot hauptsächlich Ausbildungen sind.

Am 26. März 2009 firmierte die REFA Bundesverband GmbH in REFA GmbH um und unterstrich damit ihren Alleinstellungsanspruch im Konzert der Beratungen anderer REFA-Gliederungen.

Seit März 2010 stützt sich die REFA GmbH auf so genannte „lizenzierte Berater“ und hat damit einen Teil der selbständigen Berater eingebunden. Ein geregeltes Lizenzierungsverfahren wird allerdings nicht durchgeführt; die Lizenzvergabe erfolgt willkürlich durch die Geschäftsführung der REFA GmbH.

Mitgliedschaften und Kooperationen

Der REFA-Verband steht mit anderen Organisationen in Kontakt. So kooperiert REFA mit dem Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft (RKW), dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), der Deutschen MTM-Vereinigung (DMTMV) sowie mit der WORK-FACTOR-Gemeinschaft für Deutschland (WFGD).[12]

Die Mitgliedschaft im Deutschen Verband technisch wissenschaftlicher Vereine (DVT, 2005 beendet) und dem Europäischen Verband für Produktivitätsförderung (EFPS) bestätigt die Wichtigkeit des REFA-Verbandes.[12]

Einzelnachweise

  1. REFA Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V. (Hrsg.): Methodenlehre des Arbeitsstudiums : Teil 3 Kostenrechnung. 7. Aufl. München: Hanser, 1985. - ISBN 3-446-14236-3. S. 70
  2. REFA Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V. (Hrsg.): Methodenlehre des Arbeitsstudiums : Teil 3 Kostenrechnung. 7. Aufl. München: Hanser, 1985. - ISBN 3-446-14236-3. S. 73.
  3. Faust, Michael: Warum boomt die Managementberatung? : und warum nicht zu allen Zeiten und überall. In: Sofi-Mitteilungen 28(2000), S. 59-85, hier: S. 67f. PDF, abgerufen am 21. Februar 2011.
  4. Schulte-Zurhausen, Manfred: Organisation. 5., überarb. und aktualisierte Aufl. München: Vahlen , 2010. - ISBN 978-3-8006-3736-2. S. 11.
  5. REFA Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V. (Hrsg.) Methodenlehre des Arbeitsstudiums : Teil 1 Grundlagen. 7. Aufl. München: Hanser, 1984. - ISBN 3-446-14234-7. S. 29.
  6. REFA Bundesverband: Aufbruch mit neuer Führung. In: REFA Nachrichten. 52, Nr. 6, ISSN 0033-6874, 1999, S. 4f.
  7. Zülch, Gert: Industrial Engineering. In: Luczak, Holger (Hrsg.), Volpert, Walter: Handbuch Arbeitswissenschaft. Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 1997. - ISBN 3-7910-0755-6. S. 183-186
  8. Kostenfreie Suche in der GENIOS-Datenbank: REFA, Bekanntmachung durch den REFA-Bundesverband (PDF)
  9. Vgl. Google-Suche: REFA AZWV, abgelesen am 15. Juni 2010.
  10. REFA-Regionalverband Rheinland
  11. Homepage der refaconsult
  12. a b REFA Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V. (Hrsg.) Methodenlehre des Arbeitsstudiums : Teil 1 Grundlagen. 7. Aufl. München: Hanser 1984 - ISBN 3-446-14234-7. S. 33

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