Rathaus Krempe


Rathaus Krempe
Giebelansicht (Südseite)
Traufenseite (Ostseite)
Ostwand im Detail mit Nebentür

Das historische Rathaus von Krempe steht im Zentrum der kleinen Stadt im Kreis Steinburg. Seine reich gegliederte Giebelseite zeigt zum Marktplatz, die Rückseite zur ehemaligen Kremper Au, die jetzt verrohrt ist. Der Renaissancebau ist einer der bedeutendsten Rathausbauten in Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Das Bauwerk

Das Rathaus wurde 1570 gebaut, 1784 vereinfachend erneuert und 1908/09 rekonstruiert. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Backsteinbau mit hohem Satteldach über annähernd quadratischem Grundriss. Auf dem Dach sitzt ein achteckiger Dachreiter. Dessen Schaft ist mit Schindeln verkleidet, die geschwungene Haube ist kupfergedeckt.

Südliche Giebelfront

Der Südgiebel bildet die Schauseite. Der Haupteingang mit barocker Haustür mit Oberlicht stammt von 1784. Die breite Sitzniesche links daneben wurde 1908 anstelle eines ursprünglich vorhandenen Portals eingefügt. Darüber befindet sich ein Doppelwappenstein mit den Wappen von Landesherrschaft und Stadt sowie eine Inschrift mit der Jahreszahl 1570. Vier sechsteilige, bleiverglaste Fenster mit Stichbogenblende gliedern das Obergeschoss. Die Giebelfläche darüber weist 9 Rundbogenöffnungen auf, von denen die mittleren verblendet sind. Die Öffnungen sind durch Wülste mehrfach profiliert.

Nordgiebel und Seitenfronten

  • Die nördliche Giebelseite ist vollständig in Fachwerkbauweise ausgeführt. Sie wurde 1908 vollständig erneuert.
  • Das vorkragende Obergeschoss der Seitenfronten zeigt Fachwerk mit Füllziegelmustern, profilierten Schwellbalken und reich gestalteten Konsolen.
  • Das seitliche Untergeschoss ist massiv gemauert. Die Fenster an der Straßenseite sind wie an der Marktseite von Stichbogenblenden überwölbt.

Galerie

Inneres und Ausstattung

Das Erdgeschoss ist unterteilt in den Ratskeller auf der Marktseite und die Rathaushalle auf der Nordseite. Von der Halle führt eine Wendeltreppe zum Obergeschoss mit zwei großen Sälen, dem Ratssaal und dem Sitzungssaal. Die Wände sind dekorativ ausgemalt in der Art des beginnenden 17. Jahrhunderts - größtenteils 1908 ausgebessert und erneuert.

  • An der Tür befindet sich die Malerei eines keulenschwingenden Wilden Mannes. Auf einem Schriftband darüber ist folgende Inschrift zu lesen: „Sta dar buten, ick sla di up de snuten - anno 1570“
  • Ein Kamin wurde 1908 neu eingebaut. Er trägt auf einem Gesimsstreifen fünf barocke Reliefs zu Moses. Das Kamingitter zeigt auf einer Gusseisenplatte die Darstellung von Perseus, der Andromeda befreit.

Quellen

  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hamburg, Schleswig-Holstein, bearbeitet von Johannes Habich, 1972
  • Kunst-Topographie Schleswig-Holstein. Bearbeitet im Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein und im Amt für Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck. Wachholtz, Neumünster 1982, ISBN 3-529-02627-1.

Weblinks

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