Real McCoy


Real McCoy

Real McCoy war ein deutsches Eurodance-Projekt, das Mitte der 1990er Jahre mit Hits wie Another Night und Run Away international erfolgreich war.

Inhaltsverzeichnis

Projektgeschichte

Entstanden ist das Projekt aus der Zusammenarbeit von Olaf Jeglitza, Frank Hassas und Jürgen Wind, die in den späten 1980er Jahren unter wechselnden Namen einige Aufnahmen gemacht hatten. 1989 erhielten sie den Auftrag für ZYX Records von Pump Up the Jam Technotronic eine Cover-Rap- Version herzustellen und veröffentlichten ihre Version unter dem Namen M. C. Sar & the Real McCoy ("the real McCoy" ist ein spezieller englischer Ausdruck und heißt so viel wie "der/das einzig Wahre"). Die Single erreichte Platz 16 in Deutschland.[1] Daraufhin nahmen sie George Shampro Mario als Rapper für öffentliche Auftritte und die Sängerin Patricia Petersen hinzu und setzten mit It's on You, das in Deutschland Platz 11 erreichte, den Erfolg fort.[2]

Another Night

Nach It’s on You folgten vier weitere Singles und ein Album (On the Move ...!), die allerdings, bis auf die Produktion Don’t Stop,[3] den Einzug in die Charts verpassten. Ende 1992 kam es zum Abschluss eines neuen, exklusiven Vertrages mit der Firma Hansa in Berlin, in dessen Folge 1993 die Single Another Night in Deutschland veröffentlicht wurde. Der weibliche Gesang für Another Night wurde von Karin Kasar beigesteuert, auch wenn Petersen offiziell die Sängerin blieb. Im Gegensatz zu früheren Produktionen, wurde diesmal der Rap von O-Jay nicht von Shampro gemimt, sondern Jeglitza trat diesmal selbst als Rapper in Erscheinung. Obwohl Another Night in Deutschland nur die Top 20 erreichte, wurde der Titel zunächst in Frankreich und dann in Kanada sehr erfolgreich. Durch den Erfolg in Kanada und den damit verbundenen wachsenden Airplay bei US Radiostationen die im Grenzbereich zu Kanada lagen, kam es auch zur Veröffentlichung von Another Night durch Arista Records in den USA. "M. C. Sar" wurde aus dem Bandnamen gestrichen und es wurde nur noch unter dem Namen Real McCoy veröffentlicht. Another Night wurde ein weltweiter Hit und erreichte Platz 2 in Großbritannien, Platz 3 in den USA und in Australien sogar Platz 1.[4] Es wurde in den USA mit Platin ausgezeichnet sowie in Großbritannien mit Silber.[5][6][7] Komponisten des Titels sind Frank "Quickmix" Hassas, Jürgen Wind und Olaf Jeglitza. Ähnlich erfolgreich war auch der ebenfalls von Hassas, Wind & Jeglitza geschriebene Titel Run Away, der in vielen Ländern erneut die Top 10 erreichte und in den USA Gold bekam.[6]

Dazu wurde ein neues Album zusammengestellt, das wie die erste Single Another Night hieß und zum Teil aus Titeln bestand, die in Europa zuvor bereits auf Space Invaders enthalten gewesen waren. Zusätzlich kam die Sängerin Vanessa Mason zur Gruppe. Geschrieben wurde das Album zum größten Teil von Hassas, Wind und Jeglitza. Produziert wurde von Freshline (Hassas, Wind, Jeglitza), den Berman Brothers, Shep Pettibone, Lemon Productions (Adebratt, Carr & Ekman), Billy Steinberg & Rick Noweles. Das Album erreichte Platz 13 in den Billboard Charts[8] und wurde zudem mit Doppelplatin ausgezeichnet. In Großbritannien und Australien erreichte es jeweils Platz 6.

Es folgten noch drei weitere erfolgreiche Single-Auskopplungen aus Another Night, dann legte man 1996 eine erneute schöpferische Pause ein. Patricia Petersen ging eigene Wege und nahm eine Solosingle (Money 4 Me) auf,[9] ersetzt wurde sie von Lisa Cork. Das neue Album One More Time erschien 1997 und der Titelsong stieg nochmals international in die Charts ein, aber bis auf Australien, wo es nochmals ein Nummer-3-Hit war, blieb der Erfolg gering.

Seit 1. Dezember 1999 hat Olaf Jeglitza das Nutzungsrecht für den Markennamen Real McCoy.[10] Er versuchte mit Umbesetzungen nochmals einen Neubeginn, aber es gelang in der Folge nicht mehr, an den früheren Erfolg anzuknüpfen.

Formation

Stilistisch bestehen die Songs von Real McCoy aus einer Mischung von House, Hi-NRG, Techno, Dance & Pop.

Die Formationsbesetzung wechselte mehrfach. Zwischenzeitlich waren an den Alben und einzelnen Songs beteiligt:

  • Olaf „O-Jay“ Jeglitza (Rapper, Produzent)
  • Frank „Quickmix“ Hassas (Produzent)
  • Jürgen Wind (Produzent)
  • Shampro Mario
  • Karin Kasar
  • Patricia Petersen
  • Vanessa Mason
  • Lisa Cork
  • Jay (Rapper)

Diskografie

Alben

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkung
DE AT CH UK US
1990 On the Move - - - - -
1993 Space Invaders 65 - - - -
1994 Another Night
(auch als US-Version)
- 26 - 6 13 US 2-fach-Platin 1996[6]
1997 One More Time - - - - 79
2003 Platinum & Gold Collection - - - - -

Singles

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkung
DE AT CH UK US
1989 Pump Up the Jam
16 - - - -
1990 It’s on You
11 4 8 - -
1990 Don’t Stop
41 - - - -
1991 Make a Move
- - 29 - -
1992 Let’s Talk About Love
- - - - -
1992 No Showbo
- - - - -
1993 Another Night
18 30 42 2 3 UK Silber 1994[7] US Platin[6]
1994 Automatic Lover (Call for Love)
20 - 32 - 52
1994 Run Away
22 24 25 6 3 US Gold 1995[6]
1995 Love and Devotion
37 16 - 11 -
1995 Come and Get Your Love
53 - - 19 19
1995 Sleeping with an Angel
- - - - -
1995 Operator
- - - - -
1997 One More Time
85 - - - 27
1997 I Wanna Come (With You)
- - - - -
1997 If You’re Not in It for Love
- - - - -
1998 Pump Up the Jam '98
- - - - -
1999 It’s on You '99
- - - - -
2000 Hey Now
- - - - -
2007 People Are Still Having Sex
- - - - -

Auszeichnungen

  • 1995: Comet in der Kategorie „Dance Act“.[11]
  • 1996: Echo in der Kategorie Künstler national im Ausland'.' [12]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Chartverlauf der Single "Pump Up The Jam - Rap": bei musicline.de
  2. Chartverlauf der Single "It´s On You": bei musicline.de
  3. Chartverlauf der Single "Don´t Stop": bei musicline.de
  4. Chartangaben der Single "Another Night" bei australien-chart.com
  5. Chartangaben der Singles bei allmusic.com
  6. a b c d e Eintragung im Riaa Gold- Platindatenbank US Suchanfrage erforderlich
  7. a b Eintragung im Gold-, Silber-, Platindatenbank UK Suchanfrage erforderlich
  8. Chartangaben der Alben bei allmusic.com
  9. Eintrag zu Money 4 Me (Patsy) im Discogs Verzeichnis
  10. Eintragung im deutschen Patent- und Markenamt Abfragezeitpunkt: 5. Oktober 2008
  11. Liste der Comet Preisträger 1995
  12. Liste der Echo Preisträger 1996

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