Red Bull GmbH


Red Bull GmbH
Red Bull GmbH
Red Bull GmbH-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1984
Sitz Fuschl am See, Österreich
Mitarbeiter 7758 (2011) [1]
Umsatz 3,785 Mrd Euro (2010) [2]
Branche Getränkeproduktion
Produkte Energy-Drinks, Cola-Erfrischungsgetränke, Mineralwasser
Website www.redbull.com
Red-Bull-Zentrale in Fuschl am See

Die Red Bull GmbH ist ein österreichischer Getränkehersteller mit Hauptsitz in Fuschl am See (Salzburg).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Dietrich Mateschitz war 1982 während einer Dienstreise in Südostasien auf die dort bereits damals weit verbreiteten Energy-Drinks aufmerksam geworden. Daraufhin erwarb er internationale Lizenzrechte an der thailändischen Marke Krating Daeng (thailändisch: กระทิงแดง, dt. „Roter Gaur"; i.w.S. "roter Stier“, Red Bull).

1984 gründete Mateschitz die Red Bull GmbH mit Sitz in Fuschl am See. Mateschitz hält nach offiziellen Angaben über die Distribution & Marketing GmbH 49 Prozent des Energiedrink-Herstellers. Weitere 49 Prozent besitzt die Hongkonger T.C. Agrotrading Company Limited, die im Besitz der Familie Yoovidhya mit Familienoberhaupt Chaleo Yoovidhya ist. Da der in London lebende Sohn und Bangkoker Kaufmann Chalerm Yoovidhya noch einen Anteil von zwei Prozent hat, gehört somit der Familie Yoovidhya die Mehrheit der Red Bull GmbH. In einem Bericht des österreichischen Wirtschaftsmagazin trend wurde die Richtigkeit der öffentlichen Angaben zu den Besitzverhältnissen allerdings aufgrund einiger Indizien angezweifelt.[3]

Seit Anfang 2006 besaß Red Bull auch 50 % des Tiroler Transportdienstleisters Berger Logistik. Im Gegenzug übernahm Gerhard Berger 50 % der Scuderia Toro Rosso. Nach Beendigung Bergers Toro-Rosso-Intermezzos am Ende der Formel-1-Saison 2008 wurden die jeweiligen Beteiligungen jedoch aufgelöst.

Im April 2008 wurde die Produktpalette durch Red Bull Cola erweitert.

Am 19. Mai 2009 wurde der Verkauf von Red Bull Cola in Hessen durch die hessische Lebensmittelaufsicht untersagt, da in Red Bull Cola Spuren von Kokain durch das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen wurden. Das Getränk falle daher unter das Betäubungsmittelgesetz. Red Bull Cola sowie andere Lebensmittel, die Cocablattextrakte enthielten, gelten allerdings sowohl in der EU als auch in den USA als unbedenklich und verkehrsfähig.[4][5] Das Verkaufsverbot wurde am 24. August 2009 aufgehoben.[6]

Unternehmenszahlen

Markenwert

Laut einer aktuellen Studie des European Brand Institute wird der Markenwert mit 12 Mrd. € bewertet, was Platz 12 in der Liste der europäischen Top-Marken bedeutet.[7] Im Juli 2005 betrug der Wert der Marke noch 7,96 Milliarden Euro und konnte gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um beträchtliche 21,6 % verbuchen.[8]

Laut dem jährlich von Millward Brawn veröffentlichten BrandZ Top 100 Most Powerful Brands Ranking ist Red Bull aktuell (2011) auf Platz 93 der 100 erfolgreichsten Marken weltweit mit einem Wert von 9,263 Mrd. US-Dollar.[9]

Umsatz

Jahr Umsatz Umsatzsteigerung
2000 794,7 Mio. Euro[10]
2001 1,034 Mrd. Euro 30,11 %
2002 1,147 Mrd. Euro[11] 10,93 %
2003 1,261 Mrd. Euro 9,94 %
2004 1,668 Mrd. Euro 32,28 %
2005 2,149 Mrd. Euro[12] 28,84 %
2006 2,600 Mrd. Euro 20,99 %
2007 3,079 Mrd. Euro 18,42 %
2008 3,323 Mrd. Euro 7,92 %
2009 3,268 Mrd. Euro[13] -1,66 %
2010/2011 3,785 Mrd. Euro[14] 7,6 %

Anzahl verkaufter Dosen

Jahr Verkaufte
2004 1,9 Mrd.
2005 2,488 Mrd.
2006 3 Mrd.[15]
2007 3,5 Mrd.
2008 4,016 Mrd.
2009 3,921 Mrd.[16]
2010 4,204 Mrd.[17]

Marketing

Marketingkonzept

Von Red Bull gesponserte Flugschau
Audi mit Red-Bull-Logo in der DTM
Red-Bull-Flugtag 2006

Das Marketingbudget von Red Bull versteckt sich im Jahresabschluss unter „Sonstige betriebliche Aufwendungen“. Diese Aufwendungen machen mit einer Höhe von stattlichen 1,4 Mrd. Euro ca. ein Drittel des Umsatzes von 3,785 Mrd. Euro aus (Stand 2010).

Dabei werden sowohl regionale Events wie zum Beispiel die Red Bull Flugtage als auch überregionale und internationale Extremsportevents wie der Red Bull Dolomitenmann, Red Bull Vertigo, die Red Bull X-Alps, die Red Bull Air Race Series, die Red Bull X-Fighters, das Red Bull Hare Scramble am steirischen Erzberg oder die World Stunt Awards in Los Angeles unter eigenem Namen veranstaltet. Red Bull Paper Wings veranstaltet die weltweit größten Papierfliegerwettbewerbe.

Ebenfalls Teil des Marketingkonzepts ist die aktive Teilnahme in verschiedenen Sportarten mit eigenen Teams wie zum Beispiel im Kunstflug mit The Flying Bulls, für die extra der Hangar 7 am Salzburger Flughafen errichtet wurde.

Red Bull ist als Sponsor auch im Motorsport stark vertreten. In der Formel 1 war Red Bull von 1995 bis 2004 hauptsächlich als Sponsor von Sauber, kurzzeitig aber auch von Arrows und Jaguar, vertreten. Seit 2005 besitzt der Konzern mit Red Bull Racing ein eigenes Formel-1-Team, das aus dem im Vorjahr scheidenden Jaguar Racing hervorging. Am 1. November 2005 hat Red Bull zusätzlich das Formel-1-Team Minardi übernommen und es auf Scuderia Toro Rosso (italienisch für Team Red Bull) getauft. Jedoch liegt der Focus eindeutig bei Red Bull Racing, das in der Formel-1-Saison 2010 erstmals sowohl den Konstrukteurs- als auch mit Sebastian Vettel den Fahrer-WM-Titel erringen konnte. Ebenfalls wurde das Projekt Formula Una[18] im Jahre 2005 ins Leben gerufen, das für jedes Rennwochenende junge, motorsportbegeisterte Frauen sucht. Das Projekt zur Errichtung eines Motorsportzentrums in Spielberg wurde nach Problemen im Genehmigungsverfahren zunächst wieder fallengelassen. Doch nach Einigungen wird die Strecke bis 2011 wieder für den Motorsport bereitstehen (siehe auch A1-Ring). Als Hauptsponsor zahlreicher Teams und Fahrer ist Red Bull u.a. auch in der WTCC, DTM, Formel 3, Formel 3000 und GP2 Series vertreten. Darüber hinaus unterstützt Red Bull neben einigen Rallye-Teams das Citroën-Werksteam in der Rallye-Weltmeisterschaft. Red Bull hat zusammen mit dem österreichischen Motorradhersteller KTM auch mehrere Teams in der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft unter Vertrag. Außerdem sponsert Red Bull das NASCAR-Team Red Bull.

Weiterhin betreibt Red Bull auch Sponsoring von einzelnen Extremsportlern in Disziplinen wie Base-Jumping, Gleitschirm-Akro, Kitesurfen, Wellenreiten, Snowboarden, Skateboarden, Wildwasserkajak, Mountainbiking usw. Derzeit stehen 600 Athleten weltweit bei Red Bull unter Vertrag.[19] Im Jahr 2000 übernahm Red Bull das Salzburger Eishockeyteam und errang unter dem Namen EC Red Bull Salzburg in den Jahren 2007, 2008 und 2010 den Meistertitel in der ersten Liga. Zudem veranstaltet der Verein seit 2005 das Red Bulls Salute, ein saisonvorbereitendes und international besetztes Einladungsturnier.

Seit dem 6. April 2005 ist auch der Fußballverein FC Red Bull Salzburg im Besitz des Getränkeherstellers. Weiterhin ist Red Bull seit dem 9. März 2006 Eigentümer des US-amerikanischen Fußballclubs MetroStars, der mittlerweile in New York Red Bulls umbenannt wurde. Seit 2007 führt man auch einen Verein in Brasilien namens Red Bull Brasil. Seit Juni 2009 unterhält Red Bull ein Engagement bei dem eigens neu gegründeten Fußballverein RB Leipzig, der aufgrund der DFB-Statuten den Firmennamen nicht im Vereinsnamen tragen darf.

Kritik am Marketingkonzept

Nachdem im November 2009 bei einer Werbeveranstaltung für ein Red Bull Produkt der Objektspringer Ueli Gegenschatz und nur wenige Wochen zuvor mit Eli Thompson ein anderer Objektspringer während Dreharbeiten für einen Promotionfilm von Red Bull tödlich verunglückten, wurde öffentliche Kritik an Red Bulls Marketingkonzept laut.[20] Das Unternehmen reagierte darauf mit einer Kondolenzseite für den Schweizer Objektspringer. Zitat: „Wir werden die Arbeit mit unseren vielen Athleten weiterführen und ihnen weiterhin dabei helfen, ihre Träume zu erfüllen und ihre Visionen zu verwirklichen.“[21]

Medien

Über die Tochterfirma Red Bull Media House GmbH, deren Geschäftsführer Dietrich Mateschitz und Andreas Gall sind, gehören verschiedene Medienunternehmen zur Red Bull GmbH.

Seit 1. Oktober 2009 ist Servus TV auf Sendung. Servus TV ging aus dem Lokalsender Salzburg TV hervor, der im April 2007 zu 100 Prozent übernommen wurde.[22][23]

Die Red Bull TV GmbH betreibt seit Juni 2008 das Handy-Fernsehen Red Bull TV, das mittels DVB-H empfangbar ist.[24] Weiterhin wird Red Bull TV über ein wöchentliches Fenster jeden Samstag und Sonntag Nacht über Servus TV ausgestrahlt.

Seit 1. Oktober 2008 wird ein Mobilfunkvertrag der A1 Telekom Austria unter dem Namen Red Bull Mobile angeboten.[25] Später startete in der Schweiz in Kooperation mit Sunrise ein ähnliches Angebot unter gleichem Namen.

Die Red Bulletin GmbH gibt seit November 2007 das monatlich erscheinende Red Bulletin heraus. Die kostenlose Zeitschrift berichtet über die vielfältigen Sponsoringaktivitäten des Unternehmens. Es liegt mehreren österreichischen und deutschen Tageszeitungen bei. Eine englische Version des Magazins wird über britische und irische Zeitungen vertrieben.[26]

Das Seitenblicke Magazin gehört nicht zum Red Bull Media House, sondern über die Bull Verlags GmbH direkt Dietrich Mateschitz.[27]

Produkte

Neben dem bekannten Energy Drink Red Bull produziert Red Bull noch ein Colagetränk namens Red Bull Cola und ein Wasser namens Red Bull Lunaqua. Bei Red Bull Lunaqua handelt es sich um ein stilles Quellwasser, welches laut Herstellerangaben nur bei Vollmond entnommen wird.

Weblinks

 Commons: Red Bull – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Kategorie: Red Bull – in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. http://salzburg.orf.at/stories/494316/
  2. http://salzburg.orf.at/stories/494316/
  3. TREND Online: Das Geheimnis von Red Bull
  4. Kokain-Spuren in Red Bull Cola – N24 Stand: 22. Mai 2009
  5. Verkauf verboten: Kokain-Spuren in Red Bull Cola – RP-Online Stand: 22. Mai 2009
  6. http://www.focus.de/panorama/vermischtes/red-bull-cola-bundesinstitut-stuft-getraenk-als-ungefaehrlich-ein_aid_402423.html
  7. Die Presse, 17. September 2008, http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/415203/index.do
  8. RNG Presseinformation, 5. Juli 2005, S. 2, http://www.rng.at/downloads/OeMWS_PI_050705.pdf
  9. millwardbrown.com – BrandZ Top 100 2011 Report
  10. http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/115753/index.do
  11. http://www.news.at/articles/0411/30/77102/red-bull-konzern-2003-1-5-milliarden-dosen
  12. http://www.news.at/articles/0608/30/133629/rekordergebnisse-fluegel-red-bull-2005-umsatz-2-15-mrd-euro
  13. http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/542038/index.do
  14. http://salzburg.orf.at/stories/494316/
  15. 2006 drei Milliarden Dosen getrunken - Bericht auf oesterreich.orf.at
  16. http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/542038/index.do
  17. http://salzburg.orf.at/stories/494316/
  18. Red Bull Formula Una
  19. faz.net: Die schnellste Werbekolonne der Welt
  20. Tod eines Extemsportlers: Scharfe Kritik an Red Bull, diepresse.com, abgerufen am 19. November 2009
  21. Trauer um Ueli Gegenschatz, redbull.ch vom 16. November 2009
  22. ORF.at: Red Bull kauft „Salzburg TV“, 20. Dezember 2007
  23. Salzburg24: Salzburg TV-Gründer geht: Red Bull-TV-Pläne werden konkreter , 21. März 2008
  24. Horizont: Red Bull sendet via DVB-H, 5. Juni 2008
  25. derStandard: Red Bull steigt ins Handy-Geschäft ein, 30. September 2008
  26. http://de.redbulletin.com/media/
  27. MedienManager.at:Red Bull Medien – Die Medien des Bullen

http://salzburg.orf.at/stories/494316/


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