Reginald Dyer


Reginald Dyer

Brigade-General Reginald "Rex" Edward Harry Dyer (* 9. Oktober 1864 in Murree, Indien; † 23. Juli 1927 in Long Ashton bei Bristol, England) war ein Offizier der Britischen Indien-Armee. Bekannt ist er aufgrund des Massakers von Amritsar, bei dem er das Kommando hatte.

Dyer wurde in Murree geboren. 1885 wurde er in das West Surrey Regiment berufen, später in die Indische Armee versetzt. Er diente während des Birmafeldzugs (1886-87), bei der Eroberung von Chitral (1895), der Mahsud-Blockade (1900-1902) und der Zakha-Khel-Expedition (1908). Während des Ersten Weltkrieges (1914-18) kommandierte er die Seistan Force, für die er eine militärische Auszeichnung (MID / Mentioned in Despatches) erhielt.

Unter Dyers Kommando töteten oder verletzten 150 Armisten am 13. April 1919 bei einem Massaker in Amritsar mehr als tausend unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder. Die Menge hatte sich in einem Park zu einer politischen Kundgebung gegen den Rowlatt Act versammelt. Der Park war von Mauern umgeben und hatte lediglich einen Zugang, den die Armee versperrte. Die Menge war zuvor nicht einmal aufgefordert worden, sich zu zerstreuen.

Dyer kommandierte zur Zeit des Massakers die 8te (Jullundur) Brigade. Obwohl die Londoner bessere Gesellschaft Dyers Unnachgiebigkeit lobte, wurde sein Handeln international missbilligt.

In der Folgezeit reisten etliche Inder nach England, um britische Adelige und hochrangige Militärs als Rache zu ermorden. In den Gerichtsverhandlungen gestanden sie stolz ihre Schuld und beklagten zugleich, dass sie keine Gelegenheit hatten, genug Briten zu morden, um Gleichstand der Toten zu erzielen. Während man die indischen Mörder hängte, wurde Brigade-General Reginald Dyer nie für sein Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Jullundur war Dyers letztes Kommando. Schließlich zwang ihn die Armee in den Ruhestand.

Nur einen Monat nach dem Massaker von Amritsar pries man ihn als „Heiland von Thal“ im dritten anglo-afghanischen Krieg.

Dyer starb in Long Ashton in der Nähe von Bristol.

Literatur

  • Ian Duncan Colvin: The life of General Dyer. – Edinburgh, London: W. Blackwood & Sons Ltd, 1929
  • Nigel Collett: The Butcher of Amritsar: General Reginald Dyer. – London: Hambledon & London, 2005. – ISBN 1-85285-457-X

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