Reil


Reil
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Reil
Reil
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Reil hervorgehoben
50.0218166666677.1154666666667110
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Kröv-Bausendorf
Höhe: 110 m ü. NN
Fläche: 12,14 km²
Einwohner:

1.055 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56861
Vorwahl: 06542
Kfz-Kennzeichen: WIL
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 110
Adresse der Verbandsverwaltung: Robert-Schuman-Straße 65
54536 Kröv
Webpräsenz: www.reil-mosel.de
Ortsbürgermeister: Artur Greis (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Reil im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Meerfeld Manderscheid Bettenfeld Eisenschmitt Schwarzenborn (Eifel) Karl (Eifel) Großlittgen Eckfeld Pantenburg Wallscheid Dierfeld Laufeld Oberöfflingen Schladt Gipperath Niederöfflingen Hasborn (Eifel) Oberscheidweiler Niederscheidweiler Wittlich Morbach Willwerscheid Diefenbach (bei Wittlich) Hontheim Flußbach Bausendorf Bengel (Mosel) Kinderbeuern Reil Kröv Kinheim Burg (Mosel) Enkirch Lötzbeuren Starkenburg (Mosel) Traben-Trarbach Irmenach Hochscheid Kleinich Kommen Longkamp Graach an der Mosel Gornhausen Veldenz Monzelfeld Bernkastel-Kues Burgen (Hunsrück) Mülheim (Mosel) Lieser (Gemeinde) Brauneberg Wintrich Kesten Maring-Noviand Lösnich Erden Ürzig Zeltingen-Rachtig Malborn Hilscheid Dhronecken Burtscheid (Hunsrück) Neunkirchen (Hunsrück) Deuselbach Lückenburg Schönberg (bei Thalfang) Talling Breit Büdlich Thalfang Rorodt Immert Gielert Etgert Merschbach Horath Gräfendhron Berglicht Heidenburg Trittenheim Neumagen-Dhron Piesport Minheim Landscheid Musweiler Plein Greimerath (Eifel) Minderlittgen Hupperath Bergweiler Bruch (Eifel) Binsfeld Arenrath Niersbach Heidweiler Gladbach (Eifel) Dreis Altrich Platten (bei Wittlich) Osann-Monzel Klausen (Eifel) Dodenburg Dierscheid Heckenmünster Salmtal Sehlem (Eifel) Esch (bei Wittlich) Hetzerath (Eifel) Rivenich Landkreis Vulkaneifel Landkreis Cochem-Zell Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Birkenfeld Eifelkreis Bitburg-Prüm Trier Landkreis Trier-SaarburgKarte
Über dieses Bild
Reil, von Süden aus gesehen

Reil ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz, an der Mosel gelegen. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf an. Reil ist stark von Weinbau und Tourismus geprägt.

Reil war der zweite Hauptort des Kröver Reiches, einem karolingischen Krongut, das bis zur Französischen Revolution existierte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In einer Urkunde König Heinrichs II. aus dem Jahre 1008 wurde Reil zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die Urkunde datiert vom 18. Mai 1008. Sie dokumentiert einen Tauschvertrag mit dem der Erzbischof Willigis von Mainz der Kirche des Heiligen Stephanus zu Mainz ein Hofgut in Reil (damals Rigula) im Tausch gegen einen anderen Hof in Büchenbach (damals Buochinbah) übergibt.[2] Während des Mittelalters befand sich auf der gegenüberliegenden Moselseite ein wichtiger Wallfahrtsort, Reilkirch genannt, dessen romanischer Turm und frühgotisches Kirchenschiff im 19. Jahrhundert vollständig abgerissen wurde.

Da Reil im Mittelalter auch Rile oder Ryle hieß, wird häufig behauptet, dass der erste Baumeister des Kölner Domes, Gerhard von Rile, aus dem Ort stammte. Ein Adligengeschlecht, aus dem Meister Gerhard gestammt haben könnte, wird in Urkunden jedoch erstmals im Jahre 1285 genannt. Dessen letzter Vertreter, David von Reil, starb verarmt im Jahre 1610.

Ab 1794 stand Reil unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Reil besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU Gesamt
2009 9 7 16 Sitze
2004 9 7 16 Sitze

Wappen

Die Blasonierung lautet: „In Gold ein rot bezungter und -bewehrter schwarzer Doppeladler, zwischen den Köpfen schwebend eine mit roten Perlen besetzte goldene Kaiserkrone mit schwarzem Reif und Bügel, beidseits des Adlerschwanzes die schwarzen Majuskeln "RE" vorne und "YL" hinten.“ Eine Varietät zeigt den Adler gänzlich schwarz und die Krone golden.

Der Doppeladler ist der Habsburger Reichsadler, den Kaiser Ferdinand III. einigen Ortschaften des Cröver Reiches als Schutzemblem 1628 verliehen hat.

Partnergemeinde

Seit 2007 besteht eine Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Zedelgem

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Sportverein TuS Reil ist mit etwa 550 Mitgliedern der größte Verein in Reil.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im 19. und 20. Jahrhundert war Reil mit mehr als 200 Hektar Rebfläche eine der größten Weinbaugemeinden an der Mosel. Die Einzellagen Goldlay, Falklay, Mullay-Hofberg und Sorentberg gehören zur Großlage Vom Heißen Stein und zum Bereich Bernkastel des Anbaugebietes Mosel. In den vergangenen Jahren ist die bebaute Rebfläche um rund die Hälfte auf 120 Hektar zurückgegangen. Der Tourismus, insbesondere Önotourismus (Weinleseurlaub), spielt daher eine zunehmend wichtigere Rolle.

In Reil gibt es einen Kindergarten und eine Grundschule. Auf der anderen Moselseite verläuft die Bundesstraße 53. Im Ort ist ein Bahnhof der Strecke Traben-Trarbach-Bullay, die 1883 in Betrieb genommen wurde.

Persönlichkeiten

  • Johann Franciscus Ermels (auch Ermel, Ermelein; * 1641 in Reilkirchen; † 1693 in Nürnberg) war ein deutscher Porträt-, Historien- und Landschaftsmaler.
  • Paulo Evaristo Arns OFM (* 14. September 1921 in Forquilhinha, Brasilien) ist emeritierter Erzbischof von São Paulo.

Siehe auch

Literatur

  • Joachim Schiffhauer: Reil. Die Geschichte eines Moseldorfes; Koblenz 1954
  • Erwin Schaaf und Johannes Mötsch: Beiträge zur Geschichte des Kröver Reiches; Bernkastel-Kues 1998
  • Ortsgemeinde Reil/Mosel: Chronik der Gemeinde Reil. Die Geschichte eines Moseldorfes, Reil 2010, ISBN 978-3-00-028865-4

Weblinks

 Commons: Reil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. Vogteien des Stifts St. Stephan
  3. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat

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