Rentrisch


Rentrisch
Historisches Wappen von Rentrisch

Rentrisch ist ein Stadtteil der Mittelstadt St. Ingbert im Saarland mit ca. 1650 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Frühzeit

Bodenfunde (Scherben von Urnen, Tongefäßen, Münzen, Lanzenspitzen, Axt und Beil, Mauerfundamente) im Rentrischer „Kirschgrund“ und im Raum des heutigen Friedhofs (1955) belegen, dass schon in der Zeit zwischen 160-200 n. Chr. Menschen auf dem Gebiet des heutigen Rentrisch lebten.

Mittelalter

Die frühesten urkundlichen Erwähnungen im Bereich von Rentrisch, das viele Jahrhunderte zum Banngebiet von Ensheim gehörte, betreffen den Spellenstein, den „Rauschenborn“ und die Brudermühle. Die Brudermühle war das erste urkundlich nachweisbare Gebäude.

Der Name „Rentrisch“ ist aus dem mittelhochdeutschen Wort „Triesch“, womit man ein landwirtschaftlich nicht nutzbares Gebiet bezeichnete, und dem als „Rainerus“ oder auch „Renner“ gesprochenen und geschriebenen Namen eines mit dem Grafen Friedrich Ludwig von Nassau-Saarbrücken verwandten Adligen entstanden. Dieser Adlige schenkte am 25. Mai 1152 seinen Besitz in Rentrisch dem Kloster Wadgassen (Beurkundet von Papst Eugen III.). Das Kloster Wadgassen, das erst 1135 gegründet wurde, erwarb vom Kloster Lubeln das Gebiet Ensheims mit der „Brudermühle“ im Jahre 1264. 1538 kaufte sich Wadgassen von dieser Pacht frei. Der Name „Rennertriesch“, aus dem das heutige Rentrisch entstand, wird in Urkunden erst ab 1152, also nach dem Schenkungsakt des Adligen Rainer (Renner) an das Kloster Wadgassen erwähnt.

17./18. Jahrhundert

Die Brudermühle wurde, wie auch die wenigen in der Nähe der Quelle des Rauschenborn und des Spellensteins vorhandenen Gebäude, im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Der Mühlenweiher, der wasserreiche Bach und der reichlich vorhandene Wald um Rentrisch zogen jedoch bald wieder Menschen an, die hier ein Sägewerk und später ein, bis 1910 arbeitendes, Hammerwerk (Lottenhammer, gegründet von den Familien Lehn, Gottbill und Loth). Auf ihm trieben fünf Wasserrädern drei Eisenhämmern und drei Frischfeuergebläse. Auch als Köhler und Hüttenarbeiter verdienten sie ihren Lebensunterhalt.

Im Tausch gegen ein gleich großes Gebiet im Warndt erwarb 1762 die Herrschaft Nassau-Saarbrücken Rentrisch vom Kloster Wadgassen.

Der Spellenstein

19. Jahrhundert bis heute

Ende des 19. Jahrhunderts kauften die damals selbständigen Saarbrücker Stadtteile St. Johann und Malstatt-Burbach Wiesengelände in Rentrisch auf und errichteten dort Wasserwerke. Bis heute arbeitet das 1927 erbaute Saarbrücker Wasserwerk und unterhält 16 Brunnen.

Die verkehrsgünstige Lage zwischen St. Ingbert und Saarbrücken, inmitten eines Waldgebietes, machte das Dorf zu einem beliebten Wohnort. Ab 1957 hatte Rentrisch eine eigene Gemeindeverwaltung. Mit der saarländischen Gebietsreform zum 1. Januar 1974 wurde Rentrisch nach St.Ingbert eingemeindet.

Politik

Ortsrat

Bei den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 ergab sich folgendes amtliches Endergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften Sitze
2009
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 3
FDP Freie Demokratische Partei Deutschlands 1
Gesamt 9

Ortsvorsteher

  • Dieter Schörkl (CDU)

Sehenswürdigkeiten

Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind der Spellenstein und der Stiefelfelsen.

Literatur

  • Thomas Strauch: Steinerne Zeitzeugen einer 4.000-jährigen Kulturgeschichte. Im Jahrbuch zum Bergmannskalender 2006, Seite 147 bis 153. Herausgegeben von der Deutschen Steinkohle AG.

Weblinks


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