Ricardo (Internetauktionshaus)


Ricardo (Internetauktionshaus)

Ricardo ist ein Internetauktionshaus im Eigentum der E-Commerce-Gruppe Tradus plc (zuvor QXL Ricardo) mit Sitz in London, die seinerseits dem südafrikanischen Medienkonzern Naspers gehört.

Inhaltsverzeichnis

ricardo.de

ricardo.de war ein Internetauktionshaus und Konkurrent von eBay in Deutschland. Gegründet wurde ricardo.de am 21. Juli 1998 von den Freunden Stefan Glänzer, Christoph Linkwitz und Stefan Wiskemann. Exakt 365 Tage später erfolgte die Notierung am Frankfurter Neuen Markt unter der WKN 702070 und erreichte im Frühjahr 2000 eine Marktkapitalisierung von 1,8 Mrd. Euro. Im November 2000 erwarb die britische QXLricardo plc ca. 90 % des Grundkapitals an der ricardo.de AG. Seitdem gehört ricardo.de zur paneuropäisch agierenden QXLricardo-Gruppe. QXLricardo ist heute (Juni 2007) mit einer Marktkapitalisierung von knapp einer Mrd Euro eine der wenigen erfolgreichen europäischen Internetunternehmen der ersten Phase. Die Gruppe betreibt die marktführenden Auktionsplattformen in Polen und in der Schweiz.

Anders als eBay konzentrierte sich ricardo.de nicht von vornherein allein auf den Betrieb eines Marktplatzes, sondern startete ab dem Jahr 1998 zunächst mit einem groß angelegten Eigenhandel mit Markenprodukten, die zum Höchstgebot vertrieben wurden. Hierbei profilierte ricardo.de sich zum Start am 25. August 1999 mit live moderierten Auktionen ("ricardo live"), eine Mischung aus Entertainment, Sponsoring und E-Commerce. Dieses Geschäft brachte ricardo.de gute Margen und rasch eine hohe Bekanntheit und Popularität.

Die Einführung von automatisierten B2C-Auktionskanälen Ende 1998 brachte zwar Eigenhandelsumsatz, jedoch zugleich hohe wirtschaftliche Verluste ein, v.a. da die Logistik (Warendistribution) nicht mit dem stürmischen Wachstum mithalten konnte.

Daher konzentrierte sich ricardo.de ab dem Frühjahr 2001 allein auf den Betrieb der Marktplatz-Sparte, die bereits im Frühjahr 1999 unter der Bezeichnung "ricardo private" gestartet war, jedoch bis dahin nur als drittes von insgesamt drei Verkaufsformaten positioniert worden war. Allerdings konnte ricardo.de seinen Marktplatz gegen die bereits sehr starke Marktposition von eBay in Deutschland längerfristig nicht erfolgreich behaupten. Im November 2003 wurde der Online-Auktionsmarktplatz schließlich eingestellt und die bis dahin benutzte Domain www.ricardo.de befristet vermietet. Aktuell betreibt ricardo.de einen Preisvergleich für Markenprodukte unter der Seite www.ricardo24.de. Über das einhundertprozentige Tochterunternehmen ricardo.ch AG betreibt ricardo.de allerdings weiterhin Internetauktionen in der Schweiz (s.u.). Mit dem Erfolg des dortigen Geschäfts gelang ricardo.de mittlerweile auch der Sprung in die operative Gewinnzone.

ricardo.ch AG

Logo von Ricardo.ch.

Im November 1999 wurde ricardo.ch als eigenständiges Schweizer Unternehmen unter dem damaligen Namen auktion24.ch von den Brüdern Stephan Widmer und Michael Widmer gegründet. Die Auktionen waren bis zur Übernahme im Jahr 2000 vom deutschen Internetauktionshaus ricardo.de AG für die Anbieter kostenlos. Mit 600‘000 laufenden Angeboten (Auktionen, Fixpreis-Angebote und Kleinanzeigen), rund 2,5 Millionen Artikeln auf shops.ch, einem Warenumsatz (Umsatz der von den Mitgliedern gehandelten Waren) von über CHF 600 Millionen und rund 2 Millionen Mitgliedern ist ricardo.ch der führende Schweizer Online-Marktplatz. ricardo.ch ist vor eBay die führende Schweizer Auktionsplattform.

ricardo.gr

2008 gelang der erfolgreiche Einstieg in den griechischen Markt, der in sehr kleinen Internetauktionshäusern organisiert war. Anders als diese war ricardo nicht selbst auch als Verkäufer tätig und konnte innerhalb eines Jahres die Marktführerschaft erreichen.

ricardo.at

Ricardo stieg mit der Übernahme von OneTwoSold als Ricardo.at im September 2008 in der österreichischen Markt ein. Ab dem 30. Dezember 2010 konnten keine neuen Auktionen mehr gestartet werden. Die letzten laufenden Auktionen endeten am 10. Januar 2011.[1]

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Versteigerungsplattform-Ricardo-at-stellt-Betrieb-ein-1162124.html

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