Rosa, Don


Rosa, Don
Don Rosa 1999 in Finnland

Gioachino „Keno“ Don Hugo Rosa (* 29. Juni 1951 in Louisville, Kentucky), kurz Don Rosa, ist ein US-amerikanischer Texter und Zeichner, vorzugsweise von Disney-Comics. Insgesamt sind 87 Disney-Geschichten von ihm erschienen, darunter 17 in seinem magnum opus Life and Times of $crooge McDuck (Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden). Rosa wurde zweimal mit dem Eisner Award ausgezeichnet, war fünfmal für den Harvey Award nominiert und gilt als einer der populärsten Zeichner von Disney-Comics weltweit.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Jugend und Studium

Rosa wurde 1951 als Enkel italienischer Einwanderer geboren. Sein Großvater, Gioachino Rosa, kam aus Maniago in Norditalien und zog 1905 nach Louisville in Kentucky. Mütterlicherseits hatte er deutsche, schottische und irische Vorfahren.

Inspiriert durch die Comicsammlung seiner Schwester Diana (* 1940), die insbesondere auch viele Geschichten seines späteren Vorbilds Carl Barks' aufbewahrt hatte, begann Rosa schon als Kind mit der Zeichnung von Comic-Abenteuern, wobei sein Augenmerk stets auf der Handlung (und weniger auf den Bildern) lag. In einer Schülerzeitung engagierte er sich als Karikaturist.

Auch nachdem er 1969 sein Studium des Bauingenieurswesens an der Universität von Kentucky begonnen hatte, zeichnete er für eine Studentenzeitschrift und fertigte zudem erste, autobiographisch geprägte kommerzielle Comic-Strips (Captain Kentucky, Pertwillaby Papers), die jedoch erfolglos blieben.

1973 schloss er sein Studium mit dem Bachelor of Arts ab und zeichnete in der Folge hobbymäßig Geschichten für diverse Comic-Fanzines, bis er 1981 beschloss, für immer mit dem Zeichnen aufzuhören.[1]

Berufsleben und Heirat

Nach dem Studium arbeitet er zunächst für die von seinem Großvater 1905 gegründete und inzwischen von seinem Vater geführte Keno Rosa Tile Company, die Ziegel und andere Baustoffe herstellte. 1988 entschied er sich jedoch, die Firma nicht weiterzuführen, sondern zu Geld zu machen und hauptberuflicher Comic-Zeichner zu werden. Nach seinem Ausscheiden bei Gladstone 1989 arbeitete er kurzzeitig erneut an einigen Bauprojekten.

1980 heiratete Rosa die Lehrerin Ann Payne, mit der er bis heute zusammenlebt. Sie haben keine Kinder.

Arbeit als Comic-Zeichner

1986 sah Rosa in einem Schaufenster eines der ersten Disney-Comics von Gladstone, einem gerade erst entstandenen Verlag, der die Rechte an Disney-Comics erworben hatte und als erster amerikanischer Verleger nach Jahrzehnten wieder alte Disney-Geschichten von Carl Barks und Floyd Gottfredson sowie neuere Comics von europäischen Zeichnern veröffentlichte. Er fragte daraufhin bei Byron Erickson, dem Chefredakteur des Verlages an, ob sie nicht Interesse an einer Onkel-Dagobert-Geschichte von ihm hätten; er fühle sich dazu berufen, eine solche zu zeichnen.[2] Erickson, der lediglich einige von Rosas bisherige Comics und seine wenigen Fanarbeiten kannte, folgte „reinem Instinkt“ und ermutigte ihn, mit der Arbeit an der Geschichte Son of the Sun (dt.: Das Gold der Inkas) zu beginnen, die Gladstone 1987 veröffentlichte. In der Folge zeichnete Rosa 17 weitere Geschichten für Gladstone, obwohl es sich für den kleinen Verlag in wirtschaftlicher Hinsicht nicht lohnte, Rosa zu bezahlen (dessen Gehalt gleichwohl unterdurchschnittlich war).[3]

1989 kam es zu Streitigkeiten mit dem Verleger: Gladstone wurde von der Disney Company daran gehindert, eingereichte Arbeiten an die Autoren zurückzugeben.[4] Das war für Rosa als freischaffenden Zeichner nicht hinnehmbar. Er verließ Gladstone daher, zeichnete zunächst vier Geschichten fremder Autoren und zwei eigene für den niederländischen Verlag Oberon, schrieb zwei Drehbücher für die Fernsehserie Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew und ein Skript für das Kindermagazin zur Serie (DuckTales). 1989 zeichnete er für die Disney Company die Geschichte The Money Pit (deutsch: Der Wert des Geldes), die ursprünglich bei Gladstone erscheinen sollte.

Da ihm diese vereinzelten Aufträge nur wenig Geld einbrachten, führte er nebenbei für seine ehemaligen Angestellten, die ihre eigene Firma gegründet hatten, einige Bauprojekte durch, bis er Ende 1990 den damals größten Disney-Verleger der Welt Gutenberghus (heute Egmont) mit Sitz in Kopenhagen kontaktierte, der – ohne dass Rosa dies bekannt war – bereits viele seiner bisherigen Geschichten publiziert hatte, die sich in Europa großer Beliebtheit erfreuten.[5] Der Verlag stimmte einer Zusammenarbeit daher zu und veröffentlichte 1990 den Zehnseiter The Master Landscapist(deutsch: Der Landschaftsarchitekt). Es folgten zahlreiche weitere Geschichten, vielfach Fortsetzungen der Comics von Carl Barks.

Sein endgültiger Durchbruch als weltweit bekannter Zeichner gelang ihm mit dem zwölfbändige Zyklus Life and Times of $crooge McDuck (Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden), einer Biographie von Dagobert Duck um die Egmont ihn 1991 gebeten hatte und an der er insgesamt zwei Jahre arbeitete. In den folgenden Jahren zeichnete Rosa zudem insgesamt fünf Zusatzkapitel, auch die zuvor entstandenen Geschichten Last sled to Dawson (deutsch: Der letzte Schlitten nach Dawson) und Of Ducks and Dimes and Destinies (deutsch: Das Geheimnis des Glückszehners; wurde erst 1995 veröffentlicht) werden üblicherweise zu der Saga gezählt. Daneben zeichnete Rosa einen umfangreichen Stammbaum der Familie Duck. Wie das gesamte Werk ist auch dieser unter Fans umstritten, da er Informationen in verschiedenen anderen Disney-Comics widerspricht, da Rosa sich vorrangig an den Comics von Carl Barks, dem Erfinder von Dagobert Duck, orientierte[6] und die Geschichten anderer Zeichner nur verwertete, soweit diese nicht im Widerspruch zu seiner hierauf gegründeten Vorstellung von der Geschichte Dagoberts standen. Um dennoch möglichst viele Informationen in das Projekt einzubeziehen, diskutierte er seinen Entwurf mit Disney-Experten aus aller Welt, bevor er mit der Fertigstellung des Zyklus' begann.[7] 1995 wurde er für Life and Times of $crooge McDuck mit dem Will Eisner Award, einer der höchsten Auszeichnungen im Comicbereich, ausgezeichnet, den er 1997 ein zweites Mal erhielt.

2002 legte er seine Arbeit für kurze Zeit nieder, da Egmont ihm seiner Meinung nach zu wenig Einfluss auf die weitere Verarbeitung seiner Geschichten ließ. Die Kolorierung sei zudem häufig nicht ordentlich und seinen Wünschen entsprechend ausgeführt worden, Details seien teilweise verpixelt. Zudem werde ohne seine Einwilligung mit seinem Namen geworben. Nach einer Einigung im Dezember desselben Jahres wurde ihm größerer Einfluss auf die Veröffentlichung seiner Werke eingeräumt.

Auf Grund einer Augenerkrankung musste Rosa 2006 mit dem Comiczeichnen aufhören, fertigte jedoch noch einige großformatigere Illustrationen an. 2008 unterzog er sich einer Augenoperation. In Interviews bestätigte er, dass er voraussichtlich nie wieder Disney-Comics zeichnen werde.

Stil

Rosa hat nie eine Zeichenausbildung erfahren und daher für seine ersten Disney-Comics sämtliche Figuren bei Barks abgezeichnet,[8] als dessen Schüler er sich betrachtet. Erst nach und nach entwickelte er einen eigenen Stil, der von einer großen Fülle an Details, auffälligen Schraffierungen und einer Vorliebe für eindrucksvolle Hintergrundlandschaften geprägt ist. Seine weiterhin relativ kantigen Figuren erinnern im Vergleich zu anderen Disney-Zeichnern an Undergroundcomics.[9] Soweit möglich, greift Rosa zu Techniken, die er in seinem Studium erlernt hat und benutzt für Kurven und Kreise häufig Schablonen.

Die Vielzahl an Details, die Rosa in seine Bilder und Geschichten einbaut, sind auch der Grund, warum er, da Egmont stets eine feste Seitenzahl für seine Geschichten festlegte, häufig über zehn Panels (statt üblicherweise etwa sieben) pro Seite zeichnete.[10] Nach eigenen Angaben benötigt Rosa wegen seiner Detailverliebtheit häufig einen ganzen Tag für eine einzige Seite (einschließlich der Recherche benötigt er im Schnitt sogar einen Tag pro halbe Seite[11], was ihm die Bezeichnung als „am härtesten arbeitende[r] Mann im Comic-Business“ einbrachte.[12]

Seine Geschichten selbst sind häufig aufwendig recherchiert und fußen auf tatsächlichen historischen Fakten oder Theorien. Sie enthalten zudem zahlreiche Anspielungen an Geschichten Barks' und Hommagen an berühmte Kinofilme, denen er gelegentlich auch die Titel für seine Geschichten entlehnt (so ist der Titel der Geschichte The Duck Who Never Was (deutsch: Kein Tag wie jeder andere) an den Spielfilm The Man Who Never Was angelehnt, die Handlung ist Frank Capras Ist das Leben nicht schön? entnommen). Ohnehin versteht er seine Geschichten als „Kombination aus Film und Comic“.[13] Insbesondere in seinen Fortsetzungen zu Geschichten von Barks ist Rosa zudem stets bemüht, möglichst stringent an dessen Comics anzuknüpfen und keine Details der Ursprungsgeschichte anzutasten.

Rosas Geschichten spielen – mit Ausnahme der Geschichten aus Sein Leben, seine Milliarden – in den 1950er Jahren. Dies hielt er für die „bessere Lösung“ des Problems, dass Dagobert nach Barks 1882 Cowboy und 1898 Goldschürfer war; die Alternative wären „unsterbliche Figuren aus einer Märchenwelt“, was die Plots der Barks-Abenteuer ihrer „dramatischen und realistischen Komponente“ berauben würde.[14] Der erste konkrete Hinweis auf die Zeit des Geschehens findet sich in Form der Jahreszahl 1954 auf einem Buchrücken im dritten Bild der 1988 erschienenen Geschichte Last sled to Dawson (deutsch: Der letzte Schlitten nach Dawson). Selbst in seiner 1994 zum 60. Geburtstag der Figur Donald Duck gezeichneten Geschichte The Duck Who Never Was wird Donald nur in Folge eines Irrtums zum 60. Geburtstag gratuliert, während sein tatsächlich Alter nicht verraten wird. Das Verständnis für seine Figuren hängt diesbezüglich eng mit seiner Vorstellung zusammen, Dagobert sei, ebenso wie die übrigen Ducks, ein Mensch, der „nur wie eine Ente aus[sieht]“.[13]

Byron Erickson teilt die Geschichten Rosas in vier Kategorien ein: „Forschungsgeschichten“ (wie z. B. The Crown of the Crusader Kings (deutsch: Die Krone der Kreuzritter)), „Barks-Fortsetzungen“ (z. B. Return to Plain Awful (deutsch: Zurück ins Land der Viereckigen Eier)), „Geschichten zu Dagobert Ducks Biographie“ (neben den Geschichten aus Sein Leben, seine Milliarden z. B. auch His Majesty, McDuck (deutsch: Seine Majestät Dagobert I. / Kampf um Duckland)) und „Spaß-mit-Physik-Geschichten“ (z. B. Cash Flow (deutsch: Eine schlüpfrige Angelegenheit)).[15]

Markenzeichen

D.U.C.K.

Rosa pflegt in seinen Disney-Comics die Widmung D.U.C.K. (Dedicated to Unca Carl from Keno) einzufügen. Mit Carl ist sein Vorbild Carl Barks gemeint. Die Widmung ist meist auf der ersten Seite, häufig im ersten Panel zu finden. Auch in von ihm gezeichnete Titelbilder hat er sie regelmäßig eingefügt. Keine Widmung enthalten allerdings jene Geschichten, die Rosa auf der Grundlage fremder Skripts nur zeichnete, insbesondere also alle Ein- und Zweiseiter (mit Ausnahme von The Paper Chase (deutsch: Zeitungsjagd/Außer Atem).

Nachdem die Widmung in seinen ersten Disney-Comics vom Verlag gelöscht worden war, da sie wie eine (verbotene) Signatur des Zeichners ausgesehen habe, verzichtete er in Recalled Wreck (deutsch: Selbst ist der Mann) zunächst auf die Verwendung, ging dann aber (erstmalig in Cash Flow (deutsch: Eine schlüpfrige Angelegenheit)) dazu über, sie geschickt in einer Zeichnung zu verstecken. Dies machte es freilich auch für den Leser schwer, sie zu finden, so dass er die Widmung später stets im ersten Bild des Comics platzierte. Mittlerweile ist die Widmung so bekannt, dass die Verlage sie nicht mehr wegretuschieren, selbst wenn sie sie entdecken.

Die ersten vier Geschichten, die er für Egmont zeichnete, enthalten keine Widmung, wobei Rosa selber den Grund dafür vergessen hat.[16] Auch in späteren Geschichten fehlt die Widmung vereinzelt.

Micky Maus

Ein weiteres Markenzeichen von Don Rosa ist die Figur Micky Maus, die er regelmäßig in seinen Zeichnungen versteckt (etwa als Micky-Maus-förmige Planetenkonstellation in Rocket Reverie (deutsch: Kometenrodeo / Raketenträume), obwohl er sie „nicht zum Universum von Donald Duck“ zählt.[17]

Werk

Frühe Werke

Sein erstes Werk Pertwillaby Papers war eine Reihe von Comicstrips und Geschichten im Kentucky Kernel, einer Universitätszeitung. Die Geschichten entstanden im Jahr 1971, waren autobiografisch und auf politische Satire ausgelegt. Insgesamt entstanden davon 127 Episoden.

Während und nach dem Studium er die monatliche Information Center-Kolumne im Fanzine The Rocket's Blast Comicollector in den Jahren 1974 bis 1979. 1976 bis 1978 belebte er auch die Pertwillaby Papers-Serie neu.

Später zeichnete er die Comic-Strip-Reihe Captain Kentucky für die Lokalzeitung Louisville Times. Die Veröffentlichung begann am 6. Oktober 1979 und dauerte bis zum 15. August 1982. Nach diesen drei Jahren umfasste die Reihe 150 Episoden. Danach zeichnete Don Rosa für vier Jahre keinen Comic mehr. Pertwillaby Papers und Captain Kentucky wurden 2001 in Norwegen in zwei Sammelbänden herausgegeben.

Disney-Comics

Don Rosa 2006 in Stuttgart

Bereits die erste Disney-Geschichte Don Rosas, Son of the Sun (deutsch: Das Gold der Inkas), war ein großer Erfolg und wurde für den Harvey Award nominiert. Die Geschichte ist laut Don Rosa eine Umwandlung einer alten Pertwillaby Papers-Geschichte zu einer mit Disney-Charakteren, so wie er sie sich schon damals ausgemalt habe.[18]

Die deutsche Erstveröffentlichung der meisten Geschichten erfolgte in der Zeitschrift Micky Maus, beginnend mit Mythological Menagerie (deutsch: Tiere aus aller Welt). Es folgte eine über den Buchhandel vertriebene Albenreihe mit dem Titel Onkel Dagobert von Don Rosa (OD), in der fast alle Rosa-Geschichten nachgedruckt wurden, jedoch nicht in chronologischer Reihenfolge. Im Rahmen der Buchreihe Disneys Hall of Fame (HoF) erscheinen die Geschichten in chronologischer Anordnung erneut, ausgenommen die Geschichten aus seinem Hauptwerk Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden, die bereits 2003 zusammen mit den bis dahin erschienenen Zusatzkapiteln in einem Sonderband (SLSM) erschienen waren; im Jahr 2008 erschien eine zweite Auflage des Bandes mit neuem Cover und einem weiteren Zusatzkapitel.

Don Rosa hat seit 1987 an folgenden Disney-Geschichten mitgewirkt (sortiert nach dem Jahr der Erstveröffentlichung):


Auszeichnungen

1995 wurde Rosa für Life and Times of $crooge McDuck mit dem Will Eisner Award ausgezeichnet, 1997 gewann er den Preis als bester Künstler im Bereich Humor erneut. 2007 war er für die Geschichte The Black Knight Glorps Again (deutsch: Der Schwarze Ritter sprotzt wieder) ein weiteres Mal nominiert.

Ebenfalls im Jahr 2007 war er in fünf Kategorien für den Harvey Award nominiert, wurde allerdings nicht ausgezeichnet.[19]

Sonstiges

  • Rosa ist Liebhaber alter Autos. Aus diesem Grund fährt er bis heute seinen Dodge Custom D24C (Baujahr 1948), den er 1977 gebraucht von einem Landwirt als „letztes Auto für den Rest meines Lebens“ erwarb. Das Kennzeichen ist COMICS.[20]
  • Ebenso passioniert sammelt er Comic-Hefte, von denen er inzwischen einige tausend Stück sein Eigen nennt.[21] Er sieht sich im Vergleich zu sogenannten „Alibisammlern“, die unter anderem auch Comichefte allein wegen der erwarteten Wertsteigerung sammeln und diese daher teilweise bereits eingeschweißt kaufen, als „echten Sammler“; seine Einstellung zu diesem Thema bringt er zum Ausdruck, als er Dagobert in The Money Pit (dt.: Der Wert des Geldes) sagen lässt: „Ich sammle, was für mich einen Wert hat, nicht für andere!“. Ironischerweise wurde gerade diese Geschichte als Teil einer neuen Reihe veröffentlicht, deren erste Ausgabe als wertvolles Sammelobjekt eingeschweißt verkauft wurde.[22]
  • 1988 rettete er seinem Nachbarn vermutlich das Leben, indem er versuchte, einen aus etwa 3 Metern herabstürzenden über 130 Kg schweren Zaunpfahl aufzufangen, der drohte, ihm auf den Kopf zu fallen. Während der Nachbar durch Rosas Schrei gewarnt wurde und zur Seite hechten konnte, brach sich dieser allerdings beide Hände. Da jedoch nur zwei der Finger seiner rechten Hand erheblichen Schaden erlitten hatten, konnte er schon kurze Zeit später wieder zeichnen und die Geschichte Return to Plain Awful (deutsch: Zurück ins Land der Viereckigen Eier) vollenden; Seite 21 war die erste , die er nach dem Unfall tuschte. Sie sah für Rosa „nicht anders aus als einer der vorherigen (für mich sehen sowieso alle Seiten so aus, als wären sie von jemandem mit einer veletzten Hand gezeichnet worden!)“.[23]
  • Die Titel sämtlicher Zehnseiter und Kurzgeschichten Rosas stammen nicht von ihm, sondern wurden vom Verlag ergänzt. Auch die Zehnseiter von Barks trugen nie eigene Titel, und Rosa sah „keine Veranlassung, dies bei meinen eigenen Arbeiten zu ändern“.[24]
  • Da Rosa zu Beginn seines Schaffens viele Comics ausschließlich für den US-amerikanischen Markt zeichnete, enthalten diese häufig nahezu unübersetzbare Wortspiele. In The Curse of Nostrildamus (deutsch: Der Fluch des Nostrildamus) etwa hat der an Nostradamus angelehnte Astrologe auffällig große Nasenlöcher (engl.: nostril(s)), die auch sein magisches Amulett zieren. In Return to Plain Awful (deutsch: Zurück ins Land der Viereckigen Eier) ist die Pointe ebenfalls ein Wortspiel: Eines der berühmtesten Dagobert-Zitate von Barks lautet „I made [my money] by being tougher than the toughies, and smarter than the smarties! And I made it square!“ (deutsch (nach der Übersetzung in dieser Geschichte): „Ich habe mein Vermögen gemacht, weil ich härter war als Stahl, zäher als Leder und flinker als ein Windhund! Und ich habe es auf ehrliche Weise gemacht!“); genau dies sagt Donald am Ende der Geschichte über die Eckenhausener die ihr Geld, nachdem sie es mit einem Beil in Quadratform gebracht hatten (square gemacht hätten,also viereckig). In der deutschen Übersetzung sagt Donald stattdessen zu Dagobert und Mac Moneysac: „Und außerdem sind sie [die Eckenhausener] ebensolche Dickschädel wie ihr!“.
  • Aus dem gleichen Grund fehlt in Guardians of the Lost Library (deutsch: Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek), nach Heidi MacDonald „möglicherweise die großartigste Comic-Geschichte aller Zeiten“, ein wichtiger Hinweis auf das Ende der Geschichte. Das Symbol der Hüter der Bibliothek, das den ägyptischen Gott Thoth zeigt, ähnelt dem um 180° gedrehten von Barks geschaffenem Zeichen des Fähnlein Fieselschweif, das auch das Schlaue Buch ziert, allerdings, da es die amerikanische Abkürzung (J.W.W. für Junior Woodchucks of the World) enthält, nur in den amerikanischen Comics verwendet wurde.[25] In den europäischen Ausgaben besteht das Logo nur aus einem leeren Kreis in einer Raute. In The Lost Charts of Columbus (deutsch: Die Karten des Christopher Kolumbus) ist das Zeichen im ersten und dritten Bild der europäischen Ausgabe allerdings zu sehen, allerdings (unsinnigerweise) in der „historischen“ Version der Hüter der Bibliothek. Auch in Kapitel XI von Sein Leben, seine Milliarden ist das Zeichen zweimal auf dem originalen Schlauen Buch in dieser Version zu sehen.
  • Die erste aufwendig recherchierte Geschichte Rosas ist nach eigenen Angaben Auf der Suche nach dem heiligen Krokodil (The Crocodile Collector), die er 1988 in Anlehnung an ein 1951 von Carl Barks erstelltes (in Donald Duck 348 erschienenes) Titelbild zeichnete.[26]
  • Die einzige Disney-Geschichte Rosas, die er zwar komplett geschrieben, aber (außerhalb der Reihe Hall of Fame) nie veröffentlicht hat, ist The Star-Struck Duck aus dem Jahre 1988. Sie war als Werbe-Comic für die 1989 eröffneten Disney's Hollywood Studios konzipiert, dem Verlag aber gleichwohl „zu kommerziell“.[27] Das Skript mit der Vorzeichnung wurde 2008 erstmals in Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2 veröffentlicht.
  • Die Geschichte Last sled to Dawson (deutsch: Der letzte Schlitten nach Dawson) zeichnete Rosa auf dem originalen Zeichenbrett von Carl Barks, das ihm sein Freund Donald Ault geliehen hatte.[28]
  • Die einzige Geschichte, die Rosa auf Grundlage eines unvollendeten Skripts von Barks nach eigener Vorstellung lediglich weiterentwickelte, war The Pied Piper of Duckburg (deutsch: Der Rattenfänger von Entenhausen). Barks hatte die Geschichte nicht weitergezeichnet, weil er die vielen zu zeichnenden Ratten für einen zu großen Aufwand (im Verhältnis zu seiner Bezahlung) hielt.[29]
  • Ebenfalls nur eine einzige Geschichte hat Rosa für einen Comic zu der Fernsehserie Duck Tales geschrieben (Back in Time for a Dime!). Dies ist gleichzeitig der einzige Comic, zu dem Rosa zwar das Skript schrieb, den er aber nicht selber zeichnete.[30]
  • Die am häufigsten verwendete historische Figur Rosas ist Christopher Kolumbus. Er spielt in gleich drei seiner Geschichten eine Hauptrolle (Guardians of the Lost Library (deutsch: Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek), The Lost Charts of Columbus (deutsch: Die Karten des Christopher Kolumbus) und The Crown of the Crusader Kings (deutsch: Die Krone der Kreuzritter)).
  • Donalds Nachbar Zorngiebel taucht in den Geschichten Rosas hingegen, obwohl es sich um eine beliebte Figur Barks’ handelt, nur ein einziges Mal auf (in Fit to be pied (deutsch: Der Kürbiskampf)).[31]
  • Don Rosa ist seit 2006 Ehrenmitglied der Deutschen Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus (D.O.N.A.L.D.).

Sammelbände

  • The Don Rosa Archives – The Pertwillaby Papers (engl.)
  • The Don Rosa Archives – The Adventures of Captain Kentucky (engl.)
  • Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden, Ehapa Comic Collection, Köln 2003, 432 S., ISBN 3-7704-0389-4
  • Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden, Ehapa Comic Collection, Köln 2008, 496 S., ISBN 3-7704-3245-2
  • Hall of Fame Band 1 – Don Rosa, Ehapa Comic Collection, Köln 2004, 176 S., ISBN 3-7704-0680-X
  • Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005, 192 S., ISBN 3-7704-0685-0
  • Hall of Fame Band 9 – Don Rosa 3, Ehapa Comic Collection, Köln 2006, 202 S., ISBN 3-7704-0688-5
  • Hall of Fame Band 14 – Don Rosa 4, Ehapa Comic Collection, Köln 2008, 184 S., ISBN 3-7704-3211-8
  • Hall of Fame Band 16 – Don Rosa 5, Ehapa Comic Collection, Köln 2009, 192 S., ISBN 3-7704-3276-2 (ab 15. Mai 2009)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 1 – Don Rosa, Ehapa Comic Collection, Köln 2004 (3. Auflage 2008), S. 6.
  2. Byron Erickson: Die Entdeckung Don Rosas, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 4–8 (S. 4).
  3. Byron Erickson: Die Entdeckung Don Rosas, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 4–8 (S. 5).
  4. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 10.
  5. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 9 – Don Rosa 3, Ehapa Comic Collection, Köln 2006 (2. Auflage 2008), S. 4 f.
  6. Johnny A. Grote: Don Rosa – der Lockruf Entenhausens, in: Don Rosa: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden, Ehapa Comic Collection, Köln 2003 (4. Aufl. 2005), S. 6−10 (S. 9).
  7. Don Rosa: Eine Führung durch die Saga, in: Don Rosa: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden, Ehapa Comic Collection, Köln 2003 (4. Aufl. 2005), S. 15.
  8. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 1 – Don Rosa, Ehapa Comic Collection, Köln 2004 (3. Auflage 2008), S. 7.
  9. Johnny A. Grote: Don Rosa – der Lockruf Entenhausens, in: Don Rosa: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden, Ehapa Comic Collection, Köln 2003 (4. Aufl. 2005), S. 6−10 (S. 8).
  10. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 14 – Don Rosa 4, Ehapa Comic Collection, Köln 2008, S. 174.
  11. Don Rosa im Interview auf comicreadio.de vom 15. August 1998.
  12. Byron Erickson: Die Entdeckung Don Rosas, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 4–8 (S. 6).
  13. a b Don Rosa im Interview auf DerWesten.de vom 24. Dezember 2007.
  14. Don Rosa: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden, Ehapa Comic Collection, Köln 2003 (4. Aufl. 2005), S. 366 (Kommentar zu Der letzte Schlitten nach Dawson).
  15. Byron Erickson: Die Entdeckung Don Rosas, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 4–8 (S. 7 f.).
  16. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 9 – Don Rosa 3, Ehapa Comic Collection, Köln 2006 (2. Auflage 2008), S. 6.
  17. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 181.
  18. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 1 – Don Rosa, Ehapa Comic Collection, Köln 2004 (3. Auflage 2008), S. 7.
  19. 2007 Harvey Award Nominees .
  20. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 60.
  21. Luca Boschi/Lidia Cannatella: Wer ist Don Rosa, in: Don Rosa: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden, Ehapa Comic Collection, Köln 2003 (4. Aufl. 2005), S. 12−14 (S. 14).
  22. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 168.
  23. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 9 – Don Rosa 3, Ehapa Comic Collection, Köln 2006(2. Auflage 2008), S. 10.
  24. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 1 – Don Rosa, Ehapa Comic Collection, Köln 2004 (3. Auflage 2008), S. 112.
  25. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 14 –Don Rosa 4, Ehapa Comic Collection, Köln 2008, S. 35 f.
  26. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 12.
  27. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 181.
  28. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 1 – Don Rosa, Ehapa Comic Collection, Köln 2004 (3. Auflage 2008), S. 135.
  29. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 6, 154.
  30. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 6 – Don Rosa 2, Ehapa Comic Collection, Köln 2005 (2. Auflage 2008), S. 165.
  31. Don Rosa, in: Hall of Fame Band 1 – Don Rosa, Ehapa Comic Collection, Köln 2004 (3. Auflage 2008), S. 112.


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