Rosenkreutzertum


Rosenkreutzertum

Rosenkreuzer nennt man die Mitglieder einer geheimen, mystischen Gesellschaft - mitunter auch als Orden bezeichnet - deren Anfänge im 17. Jahrhundert liegen. Die Lehrinhalte der Rosenkreuzer bestehen aus alchemistischen, hermetischen und kabbalistischen Elementen. Entsprechend der Gründungslegende ist Frater C. R. Begründer des Ordens der Rosenkreuzer. Besondere Aufmerksamkeit erregte diese Gesellschaft durch die Veröffentlichung dreier gesellschaftskritischer und reformatorischer Manifeste. Das erste Manifest mit dem Titel „Allgemeine und General Reformation der gantzen weiten Welt. Beneben der Fama Fraternitatis, Deß löblichen Ordens des Rosenkreutzes, an alle Gelehrte und Häupter Europä“, kurz Fama Fraternitatis, wurde 1614 veröffentlicht. Danach folgten 1615 die Confessio Fraternitatis und 1616 die Chymische Hochzeit. Als Autor gilt der Theologe Johann Valentin Andreae.

Unter den heutigen Rosenkreuzern fasst man mehrere diskrete Gesellschaften zusammen, die sich auf jene alte Tradition der Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts berufen.

Theophilus Schweighart: Speculum sophicum Rhodostauroticum, 1604

Inhaltsverzeichnis

Johann Valentin Andreae und Beginn der Rosenkreuzer-Bewegung

Johann Valentin Andreae

Als Urheber von Fama Fraternitatis, Confessio Fraternitatis und der Chymischen Hochzeit gilt der evangelische Theologe Johann Valentin Andreae. Eine weitere Theorie besagt, dass er innerhalb eines Gelehrtenkreises, dem Tübinger Kreis, lediglich an der Veröffentlichung mitgewirkt habe. Innerhalb des Tübinger Kreises wurde der Gedanke einer „Generalreformation“ der ganzen Welt entwickelt, die eine Erneuerung des ins Stocken gekommenen reformatorischen Gedankens anstrebte, 100 Jahre nach der Reformation durch Luther.

Fama Fraternitatis

Die Fama Fraternitatis erschien 1614 ohne Autorenangabe. Sie ist ein kurzer Abriss der Lebensgeschichte des legendären Fraters C.R., der sein im Nahen Osten und in Afrika gesammeltes Wissen in Europa weiterzugeben versucht, aber an der Borniertheit der europäischen Gelehrten scheitert. Frater C.R. – so die Legende – gründet nach seiner Reise eine eigene geheime Bruderschaft, um die besonderen Kenntnisse zu bewahren, die er auf seiner Reise angesammelt hat. Als Zufluchtsstätte dienten den Brüdern das Haus Sancti Spiritus. Die Mitglieder der Bruderschaft verteilen sich in Europa, während das Grab des Ordensstifters in Vergessenheit gerät. Im Jahre 1604, 120 Jahre nach dem Tod von Frater C.R., findet die dritte Generation der Bruderschaft im selben Haus die Begräbnisstätte samt Leichnam des Gründers wieder.

Originalausgabe der Fama Fraternitatis, 1614.

Die Legende zur Entdeckung des Leichnams von Frater C. R. beruht auf der Erzählung des verborgenen Grabes des Hermes Trismegistos und damit der Wiederentdeckung der Tabula Smaragdina:

Verba Secretorum Hermetis, quae scripta erant in Tabula Smaragdi, inter manus eius inventa, in obscuro antro, in quo humatum corpus eius repertum est. – Die Worte der Geheimnisse des Hermes, die in die Smaragdtafel graviert waren (wörtl.: ...welche auf die S. geschrieben waren), wurden zwischen seinen Händen gefunden, in einer verborgenen Höhle, die seinen menschlichen Körper wieder zum Vorschein brachte.“

Tabula Smaragdina: Satz 1

Ähnlich wie in der Tabula Smaragdina steht mit der Wiederentdeckung des Grabes ihres verehrten Frater C.R. auch die Wiedererweckung der Bruderschaft in Verbindung. So heißt es im Original der Fama Fraternitatis:

„Hierinn funden wihr auch sein Itinerarium und Vitam, darauß dieses meisten theils genommen: In einem andern Kasten waren Spiegel von mancherley Thugend, also auch anderetwa Glocklein, brennende Ampeln, sonderlich etliche wunder künstliche Gesänge, in gemein alles dahin gerichtet, daß auch nach viel 100. Jahren, da der gantze Orden oder Brüderschafft solle zu grund gehen, selber durch solch eynig Gewölb wiederumb zu restituiren were[...]“

Fama Fraternitatis (1614): S. 117

Die Fama Fraternitatis ist eingebettet in eine anonyme Schrift mit dem Titel “Allgemeine und General Reformation der ganzen weiten Welt. Beneben der Fama Fraternitatis”. Der erste Teil, die Reformation, ist eine satirische Fabel, die die Generalreformation, wie sie im Umkreis von Johann Valentin Andreae behandelt wurde, zum Thema hat. Sie wurde unverändert aus dem bereits 1612 erschienenen Werk - De' ragguagli di Parnasso - Ankündigungen vom Parnass - des Traiano Boccalini übernommen. Bereits um 1604 war eine vorgefertigte Handschrift zur Fama Fraternitatis im Umlauf. Andreae war zu diesem Zeitpunkt seit 1601 Student an der Universität Tübingen. Da er zum engeren Freundeskreis Christoph Besolds gehörte, übte dieser enormen Einfluss auf ihn aus. Es wird angenommen, dass Besold auch Kontakte zu Anhängern Simon Studions pflegte. Simon Studion war selbst Absolvent der Universität Tübingen und verfasste zu jener Zeit die Naometria, die 1604 veröffentlicht wurde – zeitgleich mit der in der Fama beschriebenen Graböffnung. In der Naometria wurden ebenfalls Ideen einer angestrebten geistigen Reformation und Umwälzung der Gesellschaft dargelegt. Studion nutzt dazu in seinem Werk die Symbole Kreuz und Rose und erwähnt eine Gesellschaft mit Namen „Militia Crucifera Evangelica“. Von manchen wird diese Gesellschaft als Vorläufer der späteren Rosenkreuzerbruderschaft angesehen, die sich zum Schutze und der Reinheit des christlichen Glaubens formierte.

Confessio Fraternitatis

Die Confessio Fraternitatis erschien 1615 ohne Autorenangabe. Der volle lateinische Titel war “Confessio Fraternitatis R. C. Ad Eruditos Europae”, der volle deutsche Titel “Confession oder Bekandnuß der Societet und Brüderschaft R. C. An die Gelehrten Europae”.

In dieser erst auf Latein, kurz darauf auch auf Deutsch, erschienenen Schrift, meldet sich die Gesellschaft des Rosenkreuzes nun – nach der Fama – erneut zu Wort. Im Grunde wird der erste Aufruf an die europäische Geisteswelt, die Verfasser zu kontaktieren, wiederholt. Die Confessio ist einerseits stark von protestantischem Geist beeinflusst: Der Papst wird angegriffen und das Bibellesen als wesentlicher Zugang zur rosenkreuzerischen Gesellschaft propagiert. In der Confessio werden auch zum ersten Mal die Geburts- und Sterbensdaten des angeblichen Gründers, 1378–1484, erwähnt. Andererseits kann die Schrift aber auch satirisch interpretiert werden: Sie ergeht sich über drei Viertel der Länge in Andeutungen über das geheime Wissen der Gesellschaft, um dann gegen Ende zu warnen vor den „meisten Büchern der falschen Alchimisten, die es für einen Scherz und eine Kurzweil halten, wenn sie […] mit wunder-seltsamen Figuren und dunklen, verborgenen Reden die Leute betrügen und die Einfältigen um ihr Geld bringen“, nicht ohne dann noch einmal festzustellen: „Meidet und fliehet solche Bücher, die ihr gewitzt seid, und wendet euch zu uns, die wir nicht euer Geld suchen, sondern unsere großen Schätze euch gutwillig anbieten.“

Die Fama und die Confessio verursachten in Europa ein gewaltiges Echo: Zwischen 1614 und 1625 erschienen mehr als vierhundert Drucke zum Thema. Die jeweiligen Verfasser wollten mit der Bruderschaft Kontakt aufnehmen, Kritik oder Zustimmung äußern oder feststellen, dass ihrer Meinung nach die Gesellschaft nicht existiere.

Chymische Hochzeit

Die Monas-Glyphe ist auf der Titelseite der Chymische Hochzeit zu sehen und geht auf den Hofastronomen und Mystiker John Dee zurück

Im Jahre 1616 erschien die Chymische Hochzeit in Straßburg bei Lazare Zetzner. Sie gilt als das dritte große Rosenkreuzer-Manifest. Das Werk erschien anonym, als Autor wird der Theologe Johann Valentin Andreae vermutet.

Die Chymische Hochzeit wird in Form eines alchemistischen Romans formuliert. Innerhalb dieses Romans erzählt ein achtzigjähriger Greis namens Christian Rosencreutz ein selbsterlebtes Abenteuer. Er lebt um 1459 in einer Eremitage am Abhang eines Berges.

Die Erzählung der Chymischen Hochzeit erstreckt sich über genau sieben Tage, an der Rosenkreutz samt Gästen durch einen geflügelten Boten zu einer königlichen Hochzeit eingeladen wird. Auf seiner Wanderung erreicht er dabei einen Berggipfel, wo er durch eine Waage geprüft wird. Diejenigen, die für tugendhaft befunden werden, dürfen der Hochzeit beiwohnen. Nachdem die Prüfung als bestanden gilt, erhalten sie ein Goldenes Vlies und werden der königlichen Familie vorgestellt. Voller Erwartungen, einer Hochzeit beizuwohnen, wird die königliche Familie geköpft und ihre Teile in sieben Schiffe verladen. Die Teile werden auf einer weit abgelegenen Insel in den Olympischen Turm gebracht, der sieben Stockwerke hat. Innerhalb der Erzählung von Christian Rosenkreutz erleben die Gäste innerhalb dieses Turmes einen Aufstieg, wobei jeder der Gäste an alchemistischen Operationen teilnimmt, die durch einen Greis und eine Frau geführt werden. Aus den königlichen Überresten gewinnt man dabei eine Art flüssiges Destillat, welches ein weißes Ei hervorbringt. Aus diesem schlüpft wiederum ein Vogel, der gemästet und geköpft wird. Die Gäste sind dazu aufgefordert, aus den Überresten zwei winzige Statuen zu formen. Diese werden so lange gefüttert, bis sie die Größe eines erwachsenen Menschen erreicht haben. Dabei stellt sich heraus, dass diese Erwachsenen der auferstandene König und die Königin sind. Nachdem dieses Werk vollbracht ist, werden die Gäste durch das Königspaar in den Orden vom Goldenen Stein eingeführt und kehren zum Schloss zurück. Christian Rosenkreutz spielt dabei noch eine besondere Rolle. Da er im Schloss in das Mausoleum eingedrungen ist, wird er von der dort lebenden Venus zum Schlosswächter gemacht. Eigenartigerweise endet aber die Geschichte in der Eremitage des Christian Rosenkreutz. Im Gegensatz zu Fama Fraternitatis starb Rosenkreutz bereits mit ca. 80 Jahren. In der Fama wird ihm jedoch ein Alter von 106 Jahren zugeschrieben.

Wer oder was ist ein Rosenkreuzer?

Wenn man die europäische Geschichte der verschiedenen Mysterienschulen und Initiatengemeinschaften betrachtet, ist es schwierig Rosenkreuzer exakt zu definieren. Der Name ist nicht geschützt und es gibt in Europa und Amerika zwischen hundert und zweihundert größere und kleinere Gesellschaften, die den Namen Rosenkreuz oder Rosenkreuzer im Bezug auf ihre Mitglieder oder den Organisationsnamen ständig oder sporadisch verwenden. Daneben werden von den Anhängern solcher Gemeinschaften gern berühmte Namen der Geistesgeschichte postum zu Rosenkreuzern (bevorzugt der eigenen Traditionslinie) erklärt. Der Begriff „Rosenkreuzer“ kann folglich bezeichnen:

  • die in der Fama beziehungsweise Confessio Fraternitatis bezeichnete (literarisch-fiktive) Bruderschaft;
  • als Fremdbezeichnung: Anhänger bzw. Vertreter des dort formulierten pansophisch-hermetischen Gedankengutes, wie z. B. Michael Maier und Robert Fludd – auch wenn diese erklärtermaßen selbst nie Mitglied einer solchen Organisation waren;
  • als Eigenbezeichnung: die Mitglieder einer Organisation, die auf die Tradition der in der Fama beschriebenen Bruderschaft Bezug nimmt (so z. B. im AMORC oder überwiegend auf geistige Traditionen im Lectorium Rosicrucianum);
  • höhere Eingeweihte und Geistwesenheiten, welche an der spirituellen Führung der Menschheit beteiligt sein sollen (so zum Beispiel in der Rosicrucian Fellowship, zum Teil auch bei den Anthroposophen und im Lectorium Rosicrucianum).

Wolfram Frietsch nennt in seinem Buch Die Geheimnisse der Rosenkreuzer[1] folgende Stichpunkte als historisch überlieferte Kennzeichen rosenkreuzerischer Lehre:

Alchemie geistiger Natur 
(In älteren Schriften auch Alchimie genannt). Es geht nicht um materielle Umwandlung der Metalle oder Herstellung metallischen Goldes durch einen „Stein der Weisen“, wie häufig in der Trivial-Literatur erwähnt. Dieser Bezug wird lediglich als Symbol für geistige Umwandlung und den inneren Weg dorthin, auf dem die Läuterung stattfindet, benutzt.
Hermetik 
Die Lehre des vermutlich fiktiven Weisen und Eingeweihten Hermes Trismegistos. Die uns vorliegenden Quellen (wie auch im Falle der Bibel: Abschriften, keine Originale) entstanden vermutlich im Ägypten der Römerzeit. Diese bilden die Grundlage fast sämtlicher europäischer Mystik, Magie und zum Teil des Rosenkreuzertums. Bekanntestes Axiom: „Wie oben, so unten.“ – der Mikrokosmos im Kleinen soll eine Entsprechung des Makrokosmos im Großen sein. Eine umfassende Ausführung zu diesem und sechs weiteren hermetischen Axiomen kann unter anderem im Kybalion nachgelesen werden.
Neoplatonismus 
Vertreten vor allem durch Plotin; eine Lehre, die das Göttliche als das „große Eine“ betrachtet, aus dem die Emanationen der Schöpfung hervorgehen. Wichtig für die christliche Rezeption ist auch die deutliche Unterscheidung und Trennung von „böser“, diesseitiger Sinnenwelt und „guter“, göttlicher Welt, in der die Einheit im Göttlichen herrscht (Dualismus).
Kabbala 
(hebr.: קבלה; deutsch: Überlieferung, Entgegennahme) Die jüdische Mystik; die Lehre vom Baum des Lebens und den Sefiroth. Ein bekannterer Teil dieser Lehre ist die Gematrie, die mit Hilfe des hebräischen Alphabets Wort- und Namensbedeutungen berechnet und letztlich auf der Suche ist nach dem „Namen Gottes“, dem „verlorenen Wort“, auch nach einer überzeitlichen Ursprache, der Engels- bzw. henochischen Sprache (nach Dee).
Philosophie 
Eine systematisch und nachvollziehbar erklärte, in sich schlüssige, weitgehend logische, Weltanschauung, die zumindest die spirituell relevanten Zusammenhänge des Erdenlebens und die über dieses Leben hinausgehenden feinstofflichen und geistigen Aspekte hinreichend erklärt.

Frietsch erwähnt in dieser Aufzählung einen Punkt nicht, der vor allem für das Lectorium Rosicrucianum bedeutsam ist:

Gnosis 
(altgriech.: γνώσις; deutsch: Erkenntnis od. Wissen) Eine religiöse Vorstellung, derzufolge das Heil nur durch die Verbindung mit der göttlichen Lichtwelt zu finden und die Erkenntnis dieses Sachverhaltes der Ausgangspunkt auf dem Weg zum Erlangen des Heils sei.

Rosenkreuzerisch und gnostisch beeinflusst sind viele heutige okkult-philosophische, magische, mystisch-spirituell orientierte oder auch rein spirituelle westliche Gesellschaften. Manche haben in ihren Satzungen sogar konkrete Bezüge dieser Art wiedergegeben. Als kleine Auswahl wären hier u. a. zu nennen: Golden Dawn, O.T.O., Fraternitas Saturni, Theosophische Gesellschaft, Anthroposophie, AMORC, Lectorium Rosicrucianum.

Kreuz und Rose

Das Rosenkreuz – Kreuz und Rose in vereinter Darstellung

Zentrale Symbole des Rosenkreuzertums sind das goldene Kreuz und die aufblühende rote Rose. Die Deutung und Interpretation dieser Symbolik variiert je nach Rosenkreuzerorganisation zum Teil stark.

In der Synthese aus goldenem Kreuz und roter Rose spiegelt sich auf symbolischer Ebene der Gesamtcharakter des Rosenkreuzertums wider. In erster Linie symbolisiert das Kreuz den Menschen. Er ist dazu aufgerufen, sich charakterlich und innerlich soweit zu prüfen und selbst zu hinterfragen, dass er seinem Wesen nach sich von einem unedlen zu einem aufrechten, edlen Menschen wandeln soll. Dies wird durch das goldene Kreuz symbolisiert, das durch Phasen der geistigen Reinigung zu einem Edelmetall transformiert wird. Die Rose symbolisiert vorrangig die Bedeutung der Seelenessenz, die zu Tage tritt, wenn alle vier Elemente (Feuer, Erde, Wasser und Luft) in Einklang miteinander stehen. Dieser Einklang versinnbildlicht die Quintessenz. Gleichbedeutend für die Quintessenz ist im Rosenkreuzertum der Stein der Weisen. Der Weg dazu führe über die Liebe, symbolisiert durch eine aufblühende rote Rose.

Hermetisches Rosenkreuz des Golden Dawn

Zusammengefasst versinnbildlicht das Rosenkreuz einen Prozess der seelischen Läuterung oder auch einen alchemistischen Reinigungsprozess auf geistiger Ebene. Das Rosenkreuz des Gold Dawn verdeutlicht dies in der Zusammenführung alchemistischer, hermetischer und kabbalistischer Elemente.

Die Lutherrose

Kreuz und Rosen spielten als Symbole schon immer eine entscheidende Bedeutung in der Geschichte der Menschheit. Nicht alles muss jedoch mit den Rosenkreuzern in Verbindung stehen. Bereits seit Martin Luther standen Kreuz und Rose in Verbindung mit einem reformatorischen Geist. Er schrieb dazu folgendes:

„Das erste sollte ein Kreuz sein – schwarz – im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht [...] Solch Herz soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt [...] darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig [...] Und um solch ein Feld einen goldenen Ring, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währt und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das edelste köstlichste Erz ist.“

Martin Luther: Brief vom 8. Juli 1530

Die historisch wahrscheinlichste Herleitung führt die Symbolik auf das Familienwappen von Johann Valentin Andreae zurück, das vier Rosen in einem Andreaskreuz zeigte. Andreae selbst beschreibt diese Kombination in der „Chymischen Hochzeit Christiani Rosencreutz“ als Kleidung des Christian Rosenkreuz:

„Darauff rüstet ich mich auff den weg, zog meinen weisen Leinen Rock an, umbgürtet meine lenden mit einem Blutrothen Bendel kreutzweiß uber die Achslen gebunden. Auff meinen Hut steckt ich vier rother Rosen: damit ich under dem Hauffen durch solche Zeichen könte desto eh gemerkt werden.[2]

Geschichte der Rosenkreuzer

Anfang des 17. Jahrhundert

Rosenkreuzertum im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation

Die Ursprünge und die Idee des Rosenkreuzertums waren ein Resultat des Unmuts vieler Adliger und Gelehrter über die Entwicklung des Reformationsprozesses seit Martin Luther. Paracelsisten, Pietisten, Alchimisten, Chiliasten und Pansophen suchten an der Schwelle zur Neuzeit nach neuen Wegen der Naturbetrachtung und der Gottesbegegnung. Sie bildeten im Großen und Ganzen eine Opposition gegen die herrschenden Strömungen innerhalb der christlichen Theologie. Es gab den Ruf nach einer erneuten Reformation, die nach der Reformation der Lehre nun auch die Reformation des Lebens bringen sollte. Schwankungen und Veränderungen dieser Art betrachtete auch die lutherische Orthodoxie mit großer Skepsis. Dieses besondere Klima verstärkter Unruhe und Aufbrüche erklärt das enorme Echo, das die Grundschriften der Rosenkreuzerbewegung (Fama und Confessio Fraternitatis) hervorgerufen hatten.

Das reformatorische Sammelbecken aus Pietisten und Anhängern der Theosophie Jakob Böhmes (Böhmianer), spielte zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine wesentliche Rolle in der Verbreitung der rosenkreuzerischen Manifeste. Zu nennen wäre hierbei das Collegium Pietatis.[3] Für den Dialog zwischen den Städten, sorgten insbesondere verschiedene Buchdruckerzentren wie Danzig, Frankfurt am Main, Kassel, Köln, Prag, Straßburg und viele weitere. Ausschlaggebend für die Entwicklungen im alchemistisch-kabbalistischen Bereich der Rosenkreuzer waren unter anderem Michael Maier und der Engländer Robert Fludd. Insbesondere Fludd stand in engem Kontakt mit Johannes Kepler.[4]

In Städten wie Prag, Ausgangspunkt enormer Umwälzungen und des zweiten Prager Fenstersturzes, wurde das rosenkreuzerische Gedankengut schnell aufgenommen. Am Kaiserhof waren ebenso Alchimisten wie Paracelsisten häufige und gern gesehene Gäste. Bereits unter dem Habsburger Rudolf II. soll das Rosenkreuzertum, neben den Künsten und Wissenschaften, einen geheimen Förderer gefunden haben. Michael Maier war unter anderem Berater und gelernter Alchemist am Hofe Rudolfs bis zu seinem Tode. Neben ihm war ebenso Johannes Kepler Hofastronom und kaiserlicher Mathematikus. Es war außerdem Tycho Brahe, der Kepler an den kaiserlichen Hof lud und dessen Ämter auf ihn übertrug. Um 1584 war der Engländer John Dee Gast am kaiserlichen Hofe Rudolfs II. Vielen dieser hier genannten Wissenschaftler, die am Hofe Kaiser Rudolfs II. arbeiteten, wird nachgesagt, dass sie dem Rosenkreuzertum sehr nahe standen. Kaiser Rudolf II. starb 1612 und erlebte die aufbruchartigen Veränderungen durch protestantische Adlige, denen er 1609 die Religionsfreiheit zusicherte, nicht mehr. Trotzdem kann man sagen, dass es im 17. Jahrhundert kein organisiertes Rosenkreuzertum wie in heutiger Form oder wie ab 1717 in der Freimaurerei gab. Für die gelegentlich zu findende Behauptung, es existierten bereits zu dieser Zeit vereinzelte Zirkel, die größtenteils auch in Kontakt miteinander gestanden hätten, gibt es derzeitig keine historischen Belege.

Damaliges Zentrum weiterer rosenkreuzerischer Aktivitäten war neben Prag auch Kassel. Der Landgraf Moritz von Hessen-Kassel duldete unter seiner Amtszeit den Druck und die Verbreitung der Fama Fraternitatis um 1614. Des Weiteren wird vermutet, dass sein Hof ein weiterer Versammlungsort der europäischen Rosenkreuzerbewegung war. Es befanden sich hier vermehrt aufgeklärte und reformwillige Künstler und Wissenschaftler. Zu nennen wären dabei John Dowland und auch der Londoner Arzt Robert Fludd, der eng mit dem Leibarzt von Landgraf Moritz Johann Daniel Mylius zusammenarbeitete.

Rosenkreuzertum in England

Das ungewöhnlich große Aufsehen, das die drei Manifeste der Rosenkreuzer Anfang des 17. Jahrhunderts erregten, hat die Geschichte der europäischen Mystik und Spiritualität in den nachfolgenden Jahrhunderten stark beeinflusst. Nachdem nie nachgewiesen werden konnte, ob der in der Fama und der Confessio beschriebene Orden überhaupt jemals existiert hatte, bildete sich ein ungeheurer Mythos um diesen Namen. Der Traum vieler Mystiker war es, endlich in diesen Orden eingeladen zu werden. Über die angeblichen Geheimnisse der Rosenkreuzer gab es die verschiedensten, teils sehr ausufernden Spekulationen. Hinweise aber auf eine tatsächliche Existenz damaliger Rosenkreuzer finden sich bereits auch in England. Selbst Robert Fludd war ein eifriger Verteidiger der Fama Fraternitatis, die nach ihrer Veröffentlichung mehr und mehr von ihren Kritikern in der Luft zerrissen wurde. Trotzdem kann eine Existenz der Rosenkreuzer bereits um 1632 in England vermutet werden, da hier einige Schriftzeugnisse, wie die des Schriftstellers Henry Adamson, existieren:

„For we be Brethren of the Rosy Cross, We have the Mason's Word and second sight“

Henry Adamson: Muses Threnodie

Bemerkenswert ist hierbei die Erwähnung der Brüder des Rosenkreuzes in Zusammenhang mit dem aus der Freimaurerei bekannten Maurerwort. Die Rosenkreuzerbewegung kann also nun nicht mehr als eine ausschließlich deutsche Bewegung verstanden werden, auch wenn sie hier ihren offiziellen Anfang nahm. Immerhin war es auch ein englischer Schriftsteller namens John Donne, der in seiner Weihnachtspredigt von 1624 den deutschen Theologen Daniel Cramer zitierte, der unter anderem 1617 das Werk der Wahren Gesellschaft von Jesus und dem Rosenkreuz verfasste. John Donnes Club der Meerjungfrauen galt zur damaligen Zeit als besonders konspirativ, da man hinter ihm eine rosenkreuzerische Geheimgesellschaft vermutete, die aus drei Graden (Kandidat, Bruder und Gefährte) bestand.

Kritik am Rosenkreuzertum des 17. Jahrhunderts

Ein Streitpunkt, zwischen Gegnern und Befürwortern der historischen Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts, ist immer noch die Frage, wer möglicherweise ein Mitglied dieses Ordens gewesen sein könnte. Die genannten Namen gehen in die Hunderte; hier seien nur einige bekanntere aufgezählt: Francis Bacon, Jakob Böhme, Giordano Bruno, Johann Amos Comenius, John Dee, René Descartes, Robert Fludd, Johannes Kepler, Heinrich Khunrath, Michael Maier und Baruch Spinoza. Auffallend ist, dass ein Großteil dieser hier genannten Personen dem antiklerikalen Lager zuzuordnen sind. Im Geiste waren sie allesamt gesellschaftliche Reformatoren und frühe Aufklärer. Einige der genannten Personen haben sich, wie bereits erwähnt, tatsächlich mit Alchemie oder Magie beziehungsweise mit der Gnosis (christlich beeinflusste Mystik) beschäftigt. Zwischen vielen bestand ebenso ein reger Austausch, was eine Organisation vermuten lässt. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, welche der genannten Personen auch tatsächlich Rosenkreuzer waren. Es ist aber eine Tatsache, dass ihr Handeln und Streben dem rosenkreuzerischen Geiste sehr nahe stand. Zur selben Zeit gab es eifrige Verteidiger der Fama und Confessio. Einige unter ihnen waren David Meder in judicio theologico, Michael Maier in silencio post clamores, Robert Fludd in apologia compendiaria, Julius Sperber im Echo in der von Gott erleuchteten Fraternitaet des loeblichen Ordens roseæ crucis u.v.m.. Des Weiteren findet man unter verschiedenen Pseudonymen auch viele Kritiker wie Irenaeus Agnostus oder auch den Medicus Andreas Libavius, der seine Gedanken in Bedenken von der fama und confession von der Bruderschaft des Rosencreutzes niedergeschrieben hat.[5]

Auch wenn sich für den Kritiker keine eindeutige Beweislage zu den so genannten „echten“ Rosenkreuzern ergeben mag, erscheint eine voreilige Postulierung ihrer Nichtexistenz oberflächlich. Die Quellenlage ist auf Seiten der Gegner wie auch auf Seiten der Befürworter einer historisch nachweisbaren Rosenkreuzerbruderschaft ausgeglichen. Vieles bleibt jedoch im Raum der Andeutungen und Symbole dieser Zeit stecken, da es im 17. Jahrhundert für den Angehörigen einer rosenkreuzerischen Geheimgesellschaft verheerende Auswirkungen haben konnte, seine Gesinnung offenzulegen. Ohne tiefgründigere Recherche erscheint dies für die meisten Kritiker schwammig und unglaubwürdig. Trotzdem berufen sich viele Befürworter beispielsweise darauf, dass in der Fama Fraternitatis ein Herr Haselmeyer erwähnt wird, „welcher deßwegen von den Jesuitern ist gefänglich eingezogen / und auff eine Galleren geschmiedet“, also zu einer Galeerenstrafe verurteilt worden sei. Für Haselmeyers Verurteilung als Rosenkreuzer gibt es allerdings keine archivalischen Belege[6]. Mit Sicherheit stellt dies aber nur einen kleinen Ausschnitt aus der endlosen Debatte um die wahre Existenz und Verfolgung der Rosenkreuzer dar. Zu den Gegnern der Rosenkreuzer kann man jedoch die Jesuiten zählen.

17. und 18. Jahrhundert

Aufgrund des allgemeinen Interesses schossen in dieser Zeit angebliche Rosenkreuzer-Gruppen wie Pilze aus dem Boden. Die meisten sind klar zu den Scharlatanen zu rechnen. Auch tauchten auf Jahrmärkten unzählige Quacksalber auf, die unter Verweis auf ihr angeblich von den Rosenkreuzern stammendes Wissen alles Mögliche verkauften, von gesundheitlichen Wundermitteln über Liebestränke bis hin zu Zaubertinkturen und -sprüchen.

Das öffentliche Wirken wurde zunächst durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges unterbunden, konnte aber danach wieder fortgesetzt werden. Eine Verbindung zwischen den Begründern der Idee der Rosenkreuzer, speziell dem Tübinger Kreis, und den Rosenkreuzern des 18. Jahrhunderts kann aber trotzdem ausgemacht werden. Einen Hinweis darauf gibt der wenig bekannte pansophische „Orden der Unzertrennlichen“, der sich auf Alchemie spezialisierte. Der Orden soll unter verschiedenen Synonymen wie bspw. „Alchemistenloge“, „Kreuzorden“, „Gesellschaft der Philosophen und Naturforscher“ sowie „Akademischer Orden“ gewirkt haben. Dem Gesetzbuch des Ordens nach, existierte dieser bereits seit 1577. 1671 soll dieser Orden mit der Fruchtbringenden Gesellschaft bzw. dem Palmenorden zusammengeführt worden sein.[4][7] Ursprünglich fand man bei den Unzertrennlichen nur Bergarbeiter sowie deren Bergwerksbesitzer vor, die im späteren Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts ebenso in Logen organisiert waren. Diese fand man in Jena, Helmstedt, Halle, Leipzig und Ronneburg vor.[4][7] Der Wandel vollzog sich vor allem durch die Zusammenführung mit dem bereits erwähnten Palmenorden, der zum Beitritt der deutschen Bildungselite und des Adels führte. Mitglieder dieser Gesellschaft sind unter anderem auch die bereits erwähnten Personen Johann Valentin Andreae und Landgraf Moritz von Hessen-Kassel gewesen. Der Orden der Unzertrennlichen bestand aus fünf Einweihungsgraden, von denen nur wenig bekannt ist. Ein gewisser Pfarrer, namens Samuel Richter, soll dabei unter dem Ordensnamen Sincerus Renatus Mitglied einer Loge der Unzertrennlichen in Halle (Saale) gewesen sein, die 1680 unter dem Namen „Sincera Confoederatio“ in Erscheinung trat. Unter seinem Pseudonym bzw. Ordensnamen sind Anfang des 18. Jahrhunderts verschiedene alchemistisch-rosenkreuzerische Schriften veröffentlicht worden. 1710 veröffentlichte Richter unter anderem eine Schrift mit dem Titel „Die wahrhaffte und vollkommenste Bereitung des Philosophischen Steines der Bruderschaft aus dem Orden des Gülden- und Rosen-Creutzes“. In dieser Veröffentlichung sind neben alchimistischen Abhandlungen und Praktiken auch 52 Regeln des Ordens vorzufinden, die er teilweise auch vom Orden der Unzertrennlichen übernahm.[8]

Der Orden der Gold- und Rosenkreuzer

Um 1756 tritt der freimaurerisch-rosenkreuzerische „Orden der Gold- und Rosenkreuzer“ in Erscheinung. Die Schriften von Samuel Richter spielten beim Aufbau des Ordens eine entscheidende Rolle. Die Gold- und Rosenkreuzer zeichneten sich vor allem durch einen orthodoxen Pietismus aus, in dem das tägliche Gebet, Fasten und Kasteien zu den zentralen religiösen Übungen gehörte. Darüber hinaus beschäftigte man sich in den einzelnen Zirkeln mit der Kabbala, Alchemie und Magie. Das erklärte Ziel war die Vereinigung mit Gott, in der man die Geheimnisse der Natur zu beherrschen und zu verstehen versuchte. Das Gottesbild im Orden der Gold- und Rosenkreuzer war pantheistisch und pansophisch geprägt.[9] Als Grundlage für das pantheistische Gottesbild des Ordens diente vor allem die Bibel.[10] Die Lehrinhalte wurden durch ein Gradsystem mittels stufenweiser Einweihung vermittelt, das aus neun unterschiedlichen Graden bestand - Juniores, Theoretici, Practici, Philosophi, Minores, Majores, Adepti exempti, Magistri und Magi.[11] Die Gold- und Rosenkreuzer feierten drei zentrale Feste im Jahr. Dazu zählte der Gründonnerstag, der Johannistag und der Tag des Johannes des Evangelisten.[12] Das Weltbild des Ordens war antiaufklärerisch geprägt, da man sich die Welt nicht durch die Ratio der Naturgesetze erklären wollte, sondern ihre Ursachen in der unsichtbaren Geisterwelt sah.

Die Gründungslegende des Ordens beginnt mit drei ägyptischen Weisen (Ormusse), die 1188 nach Schottland auswanderten um dort den Orden der „Bauleute vom Osten“ zu gründen. Der Orden zerfiel und wurde angeblich unter Oliver Cromwell als Freimaurerei wiederbelebt.[13] Aus ihr sind letztlich die Gold- und Rosenkreuzer hervorgegangen, die sich als eigentliche Nachfolger und Weisheitshüter der Bauleute vom Osten verstanden. Die „geheimen Oberen“, deren Identität bis heute noch ungeklärt ist, bildeten die Spitze des streng hierarchisch organisierten Ordens. Zu den Gründungsmitgliedern zählt man Baron Prugg von Pruggenheim (aus Innsbruck) und Hermann Fictuld. Es wird angenommen, dass sich hinter dem Pseudonym Fictuld Baron Johann Friedrich von Meinstorff und Johann Heinrich Schmidt von Sonnenberg (1700–1777) verbargen. Ordensreformen innerhalb der Gold- und Rosenkreuzer fanden in einem Zyklus von zehn Jahren statt. Joseph Wilhelm Schröder und der kurpfälzische Hof- und Medizinalrat Bernhard Schleiß von Löwenfeld trugen hier von 1764 bis 1766 maßgeblich zur ersten Ordensreform bei.[14] Beide brachte Elemente des adonhiramitischen Ritus, damaliges Hochgradsystem der französischen Freimaurerei, in den Orden ein, dessen höchster Grad mit Chevalier Rose-Croix bezeichnet wurde.[15][16]

Die anfänglichen Aktivitäten dieses Ordens waren dabei größtenteils im Süden des damaligen deutschen Sprachraumes auszumachen. Das Zentrum war hier vor allem Wien. Von Wien aus erfuhr der Orden eine Ausbreitung bis nach Polen und Russland sowie dem gesamten deutschen Sprachraum. Erstmals etablierte sich der Orden innerhalb der Freimaurerei und der Strikten Observanz. In Deutschland wurde die Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ Hauptsitz der Rosenkreuzer in Deutschland. Der politische Einfluss des Ordens der Gold- und Rosenkreuzer soll groß gewesen sein, ihre Machenschaften werden von ihren Kritikern als betrügerisch dargestellt. Unter Johann Christoph von Wöllner und Johann Rudolf von Bischoffwerder setzt der Orden 1776 seine Arbeit unter dem Namen „Der Orden vom Goldenen Rosenkreuz nach altem System“ fort.[17]

Von Bedeutung war die politische Rolle der Gold- und Rosenkreuzer am preußischen Hof. Rosenkreuzer wie Wöllner (ab 1788 Justizminister) und General Bischoffwerder (zeitweilig Premierminister), hatten auf König Friedrich Wilhelm II. schon als Kronprinz großen Einfluss gewonnen. Friedrich Wilhelm wurde am 8. August 1781 als Bruder Ormesus Mitglied des Ordens.[18][19] Wöllner und Bischoffwerder veränderten den Orden von einer mystischen Organisation zu einem politischen und persönlichen Machtinstrument, sowohl gegen die lutherische Landeskirche als auch gegen die Aufklärung, vor allem die Illuminaten. Dies leitete nach der zweiten Ordensreform von 1776 auch den allmählichen Zerfall des Ordens ein.

Darstellung aus „Geheime Figuren der Rosenkreuzer“, 1785.

Ein großer Gegner des Ordens der Gold- und Rosenkreuzer war Adolph Freiherr Knigge, der dem Illuminatenorden Adam Weishaupts 1780 beitrat und maßgeblich reformierte. Mit der Zeit kristallisierte sich ein ständiger Wettstreit zwischen beiden Orden heraus, in dem vor allem Knigge federführend war. Beispielhaft ist sein Traktat „Ueber Jesuiten, Freymaurer und deutsche Rosencreutzer“, worin er scharf die Gold- und Rosenkreuzer angreift. Neben Knigge war auch der Illuminat Johann Joachim Christoph Bode ein Gegner des Ordens, der 1788 mit seiner Schrift „Starke Erweise“ geheime Rituale und Inhalte des Gradsystems der Gold- und Rosenkreuzer veröffentlichte.[20] Schließlich kam es bereits im Januar 1787 zur Stilllegung bzw. dem Silanum aller Ordensarbeit in den einzelnen Zirkeln.[21] Als Grund wird vor allem die immer stärkere politische Ausrichtung des Ordens genannt. Zu den wohl wichtigsten Zirkeln, letztlich wegen ihrer Mitglieder, zählten jene in Berlin und Kassel. Letzterer wurde um 1779 vom Freimaurer Conrad Ihringk (1758-1815), Samuel Thomas von Soemmerring und Jakob Karl Sigmund Fulda gegründet. Soemmering führte unter anderem seinen Freund und Reiseschriftsteller Georg Forster in den Kasseler Rosenkreuzer-Zirkel ein.[22] Trotz des Silanums war ein „geheimes Direktorium“ als „Die Stillen im Lande“ bis 1793 aktiv. Weitere Ordensaktivitäten reichten nur noch bis in die Anfangszeit des 19. Jahrhunderts hinein, bis auch hier die Aktivität völlig erlosch.[7]

Von 1785 bis 1788 veröffentlichte der Orden die bis heute noch durchaus begehrten Hefte „Geheime Figuren der Rosenkreuzer, aus dem 16. und 17. Jahrhundert“.[23] Die Hefte beinhalten im Wesentlichen Lehrinhalte der damaligen Gold- und Rosenkreuzer. Sie bildeten vor allem jene Grundlagen, an die spätere Rosenkreuzerorden im 19. und 20. Jahrhundert anknüpfen konnten.[24]

Die Africanischen Bauherren

1767 kam es zur Spaltung im Orden der Gold- und Rosenkreuzer, der auf den preußischen Kriegskommissar Carl Friedrich von Koeppen (1774 - 1797) zurückzuführen ist. Der Orden der Africanischen Bauherren zeichnete sich vor allem durch seine ägyptische Lehrart aus. In sieben Graden wurden hier die Geheimnisse des Ordens vermittelt. Diese erstreckten sich über die Lehren der Hieroglyphen sowie Alchemie und Astronomie. 1781 löste sich der Orden jedoch wieder auf. Verbleibende Logen wurden zumeist von Großlogen der Freimaurer in Deutschland, der Schweiz und Frankreich übernommen. Viele von diesen Logen waren noch weit bis ins 19. Jahrhundert aktiv. So beispielsweise die Loge des flammenden Sterns mit den drei Lilien in Bordeaux.[17]

Ansonsten treten mehrere kleinere Bruderschaften in Erscheinung, die sich in der Nachfolge der „echten“ Rosenkreuzer sehen und meist behaupten, deren originale Geheimlehren zu besitzen. Über ihre innere Arbeit ist wenig bekannt; allein ihr Auftreten – verglichen mit den Grundsätzen aus Fama und Confessio – lässt es aber als unwahrscheinlich erscheinen, dass tatsächlich Verbindungen zu den „echten“ Rosenkreuzern bestanden – falls diese überhaupt jemals existierten. Es besteht dabei die Schwierigkeit, dem roten Faden dieser verschwiegenen Geheimgesellschaft folgen zu können. Archive des „Ordens der Unzertrennlichen“ und damit die Spuren der Rosenkreuzer wurden im Laufe der Jahrhunderte teilweise vernichtet, was dem Skeptiker nahe legt, ihre Existenz anzuzweifeln. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte setzt sich jedoch die freimaurerisch-rosenkreuzerische Sukzessionslinie weiter fort.

Ab dem 19. Jahrhundert

Es war das Jahrhundert, in dem vermehrt die unterschiedlichsten Rosenkreuzerorden ans Tageslicht traten. Edward Bulwer-Lytton veröffentlichte 1842 seinen Rosenkreuzerroman Zanoni. Ab 1854 lernten sich unter anderem Lytton und der berühmte Okkultist Eliphas Lévi kennen. In dieser Zeit soll Lévi unter anderem in die Kreise geheimer Londoner Rosenkreuzerzirkel eingeweiht worden sein. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden viele Rosenkreuzer-Organisationen, die zum Teil in der freimaurerisch-rosenkreuzerischen Sukzessionlinie standen oder auch völlig unabhängig waren. Letztere waren nicht an eine Mitgliedschaft der Freimaurerei gebunden, sondern für jeden frei zugänglich. Einer der prominentesten unter ihnen war der Esoteric Order of the Golden Dawn, dessen innerer Orden sich „Orden der Roten Rose und des Goldenen Kreuzes“ (Ordo Rosæ Rubeæ et Aureæ Crucis, kurz: R.R. et A.C.) nannte. Jede dieser Gesellschaften beruft sich auf das Original. Der Name „Rosenkreuzer“ ist nicht geschützt und somit frei für jede Neugründung.

Societas Rosicruciana in Anglia

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Diese Gesellschaft, die auch heute noch Teil der freimaurerisch-rosenkreuzerischen Sukzessionslinie ist, wurde im Jahre 1866 durch Robert Wentworth Little (1840–1878), einen Freimaurer-Forscher, in England gegründet. Er nimmt nur reguläre Freimaurer auf, welche den 3. Grad, den Meistergrad, erreicht haben. Er ist in drei Abteilungen eingeteilt:

  1. Orden (Lehrlinge) mit den 4 Graden: Zelator, Theoricus, Practicus und Philosophus
  2. Orden (Lehrer oder Adepten) mit den 3 Graden: Adeptus Minor, Adeptus Major und Adeptus Exemptus
  3. Orden (Herrscher oder Magi) mit den 2 Graden: Magister und Magus (Inhaber der höchsten Führerschaft)

Er hat die ursprünglichen Grade der deutschen Gold- und Rosenkreuzer übernommen. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Glaube an die christliche Dreieinigkeit. Die Tätigkeit der SRIA umfasst das Studium der Kabbala, der Astrologie, der Alchemie, der Theosophie, der Talismane und mystischen Zeichen. Der Orden behauptet, eine direkte Verbindung zur ursprünglichen Rosenkreuzer-Bruderschaft des 17. Jahrhunderts zu haben. Seine Tätigkeit ist auf den englischen Sprachraum beschränkt. Verwandt mit der SRIA ist die 1880 in den USA gegründete SRICF (Societas Rosicruciana in Civitatibus Foederatis). Sie nimmt ebenfalls nur Freimaurer auf.

Zur SRiA gehören 50 Colleges mit ca. 2000 Mitgliedern, hinzu kommen noch 5 Colleges mit ca. 300 Mitgliedern der Societas Rosicruciana in Scotia. Zur SRICF gehören 32 Colleges mit ca. 1400 Mitgliedern.

In den USA existiert noch eine 1908 entstandene Abspaltung, die als Societas Rosicruciana in America (irreführenderweise ebenfalls SRIA abgekürzt) aktiv ist.

Hermetic Order of the Golden Dawn

Hauptartikel: Hermetic Order of the Golden Dawn

Der hermetische Orden der goldenen Morgenröte (von 1888–1903) oder auch Golden Dawn wurde 1888 durch Dr. William Wynn Westcott, Dr. William Robert Woodman und Samuel Liddell MacGregor Mathers gegründet. Westcott war Freimaurer und Mitglied der Societas Rosicrucian in Anglia, so auch sein Freund Robert Woodman. Seine Gründungslegende beruht auf dem Fund eines alten so genannten Cipher Manuscript, dessen Ursprung bis heute noch ungeklärt ist. Laut W. Wynn Westcott wurde ihm dieses Dokument durch eine Frau namens Anna Sprengel aus Stuttgart übergeben. Sie sollte ebenso Kontakt zu einem authentischen deutschen Rosenkreuzerorden gehabt haben. Kritiker vermuten Westcott als Verfasser, der nach einer authentischen Legitimation für die Gründung seiner Organisation suchte. Wirklich geklärt wurde dieser Umstand jedoch nie. Ab 1897 wurde Florence Farr die Nachfolgerin von Westcott. Nach einigen Auseinandersetzungen innerhalb des Golden Dawn, auch in Bezug auf das Cipher Manuscript, zerbrach der Orden um 1903. Die Strukturen wurden in verschiedene Zweige aufgeteilt. Mathers nannte bspw. seine Organisation in Alpha et Omega (A∴O∴) um, die bis in die späten siebziger Jahre noch aktiv war. Heutzutage treten eine Reihe weiterer Nachfolgeorganisationen auf, die sich in der Tradition des alten Golden Dawn sehen.

Ordre Kabbalistique de la Rose Croix

Stanislas de Guaita

Der Kabbalistische Orden vom Rosenkreuz wurde 1888 in Paris gegründet.[25] Zu den Gründungsmitgliedern zählt man Graf Stanislas de Guaita, der auch erster Großmeister dieses Ordens war, Joséphin Péladan (Sâr Mérodak) und Oswald Wirth. Der Orden entwickelte eine einzigartige Sogwirkung innerhalb der damaligen französischen Okkultszene. Zu den Mitgliedern zählte man unter anderem die Komponisten Claude Debussy und Erik Satie, der Arzt Gérard Encausse (Papus) sowie Jollivet-Castelot, Victor Blanchard, Harvey Spencer Lewis und Pierre Augustin Chaboseau. Einige der Mitglieder entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten zu bedeutenden Personen innerhalb der Martinisten- und Rosenkreuzer-Bewegung. Unter anderem ist H. Spencer Lewis späterer Gründer des Alten mystischen Ordens vom Rosenkreuz (AMORC) in Nordamerika.

1890 kam es zu einem ersten Schisma. Péladan und Maurice Barrès traten aus dem Orden aus, da es zu tiefen Meinungsverschiedenheiten über die „wahren“ Rosenkreuzerlehren kam. Guaita, der sich selbst als ein „Rosenkreuzer der linken Hand“ bezeichnete, war überzeugter Satanist und Paganist. Péladan vertrat hingegen als katholischer Mystiker das eher christkatholische Rosenkreuzertum.[3] Der Ordre Kabbalistique arbeitet in drei Einweihungs-Graden und einem geheimen vierten Grad. Hier werden, wie der Name schon ausdrücklich sagt, die Lehren der Mystik und Kabbalah unter rosenkreuzerischen Gesichtspunkten vermittelt. Der Orden soll auch heute noch aktiv sein und seine mystische Arbeit weiterhin fortsetzen.

Ordre de la Rose-Croix Catholique et esthétique du Temple et du Graal

Joséphin Péladan

Dieser, aus einem Schisma zwischen Joséphin Péladan und Stanislas de Guaita hervorgegangene katholische Rosenkreuzerorden, wurde durch Joséphin Péladan 1892 gegründet.[25] Péladan organisierte im gleichen Jahr unter anderem den ersten Salon de la Rose+Croix. Dieser ging vom 10. März bis 10. April 1892 und es nahmen bis zu 60 Künstler und Schriftsteller daran teil. Unter den Teilnehmern findet man Namen wie Fernand Khnopff, Jean Delville, Gary de Lacroze, Marquis Léonce de Lamandie, Antoine de La Rochefoucauld, Elémir Bourges, Jules Bois, Ferdinand Hodler und Erik Satie, letzterer komponierte unter anderem für den Salon seine Trois Sonneries de la Rose+Croix. Des Weiteren übte der Salon einen kulturellen Einfluss auf den französischen Ästhetizismus aus und es kam zu verschiedenen Theateraufführungen innerhalb des Théatre de la Rose-Croix.[3] Der Orden wurde 1918 nach dem Tod Péladans neu strukturiert. Es bildeten sich ein französischer und ein belgischer Ordensteil heraus. Der französische wurde dabei durch Gary de Lacroze weitergeführt, während der belgische durch Émile Dantinne (Sâr Hiéronymus) verwaltet wurde. Dantinne war neben seiner Mitgliedschaft bei Péladan auch Mitglied im europäischen Antique Arcanæ Ordinis Rosæ Rubeæ et Aureæ Crucis (AAORRAC oder OARC) aus dem der spätere amerikanische Ordensteil AMORC entstanden sein soll. Émile Dantinne sollte sich hierbei als Förderer der amerikanischen Sektion erweisen und Harvey Spencer Lewis und Ralph M. Lewis als Imperatoren initiiert haben.

Ab dem 20. Jahrhundert

Die Geschichte der Rosenkreuzer im 20. Jahrhundert wird bestimmt durch eine Reihe unterschiedlicher Organisationen. Ihre Wurzeln und Ursprünge kann man größtenteils in den Rosenkreuzerorden des 19. Jahrhunderts ausmachen. So war der OTO, wie auch der Golden Dawn, von seiner Geisteshaltung her eng verwandt mit der rosenkreuzerisch arbeitenden SRIA (Societas Rosicrucian in Anglia). Theodor Reuss war beispielsweise Mitglied der SRIA und brachte sein Gedankengut in die Ordenstruktur des OTO mit ein. Reuss spielte eine zentrale Rolle in den okkulten Gesellschaften des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er stand in Kontakt mit zahlreichen Okkultisten Europas und Amerikas, insbesondere Rosenkreuzern, Freimaurern, Theosophen und Martinisten. Unter den bedeutendsten Okkultisten sind beispielsweise der Martinist und Rosenkreuzer Gérard Encausse (Papus), Rudolf Steiner, Heinrich Tränker, Aleister Crowley und Harvey Spencer Lewis. Letzterer stand unter großem Einfluss des mystisch geprägten, französischen Rosenkreuzertums. Im Einzelnen sollen hier einige wichtige Organisationen erwähnt werden, die großen Einfluss auf die Entwicklung des Rosenkreuzertums des 20. Jahrhunderts hatten.

Ordo Templi Orientis

Hauptartikel: Ordo Templi Orientis

OTO (von 1903 bis 1923) : 1903 durch Karl Kellner, Heinrich Klein und Dr. Franz Hartmann gegründet. Personen, die in Verbindung mit dem OTO standen, waren unter anderem Theodor Reuss, Aleister Crowley und Harvey Spencer Lewis. Aleister Crowley war unter anderem Mitglied des Golden Dawn und Begründer des okkulten Ordens Astrum Argenteum. Nach Aussagen von Theodor Reuss (um 1921), war der OTO die äußere Fassade des Rosenkreuzertums im damaligen Europa.

Rosicrucian Fellowship

Hauptartikel: Rosicrucian Fellowship

(seit 1909) : 1909 durch Carl Louis Fredrik Graßhoff alias Max Heindel gegründet. Neben der Bezeichnung Rosicrucian Fellowship trägt sie auch die Namen Rosenkreuzer-Gemeinschaft oder auch Heindel-Bewegung.

Antiquus Mysticusque Ordo Rosæ Crucis

Hauptartikel: AMORC

AMORC – Alter und mystischer Orden vom Rosenkreuz (seit 1915) : Ein rosenkreuzerischer Initiatenorden, der im Februar 1915 durch Harvey Spencer Lewis gegründet wurde. In der Zeit von 1920 bis 1922 gab es zwischen Theodor Reuss (OTO) und Spencer Lewis Bestrebungen die Beziehungen zwischen europäischen und amerikanischen Rosenkreuzern zu verstärken. Dieses Ziel sollte mit der TAWUC - The AMORC World Union Council - erreicht werden. Dieses Vorhaben schlug jedoch fehl. Ein ähnliches Projekt wurde mit französischen und belgischen Rosenkreuzerorden in der FUDOSI erfolgreich durchgesetzt. Jedoch hatte dieses Vorhaben nur 17 Jahre Bestand. AMORC ist heutzutage eine der weltweit größten Rosenkreuzerorganisationen.

Builders of the Adytum

Hauptartikel: Builders of the Adytum

BOTA – Die Erbauer des Adytum (seit 1922) : Diese rosenkreuzerisch ausgerichtete Organisation wurde um 1922 durch Paul Foster Case gegründet, der bereits 1918 in den Alpha et Omega Thot-Hermes Tempel No.9 in New York initiiert wurde. Vier Jahre später trat Case wieder aus und gründete im gleichen Jahr noch seine eigene, am Tarot ausgerichtete, Organisation. Dabei ist nicht ganz klar, ob Case durch Moina Mathers (Ehefrau von MacGregor Mathers) des Ordens verwiesen wurde oder ob er tatsächlich aus eigenen Antrieb den A∴O∴ verließ.

Fraternity of the Inner Light

Fraternity of the Inner Light (von 1927/28 - 1939) Ähnlich wie bei Paul Foster Case bildete sich um 1927/28 ein weiterer Zweig aus dem A∴O∴ heraus. Dion Fortune, die um 1919 im A∴O∴ in London eingeweiht wurde und ebenfalls 1922 austrat, gründete um 1927/28 ihre Community of the Inner Light, später Fraternity of the Inner Light. 1939 nannte sich die Fraternity in die Society of the Inner Light um. Aus dieser spaltete sich wiederum der spätere Servants of the Light von W. E. Butler ab.

Lectorium Rosicrucianum

Hauptartikel: Lectorium Rosicrucianum

Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes (seit 1945) : Eine Abspaltung der niederländischen Rosicrucian Fellowship, die um 1945 das erste mal unter dem Namen Lectorium Rosicrucianum in Erscheinung trat. Als Gründer können die ersten Großmeister Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri angesehen werden.

Fraternitas L.V.X. Occulta

FLO – Bruderschaft des Verborgenen Lichts (seit 1982) : Rosenkreuzerischer Initiatenorden, der von Eingeweihten des Inneren Ordens der Rosenkreuzer gegründet wurde. Das erste Oberhaupt war Paul A. Clark. Aus dem FLO entstanden einige andere Organisationen wie der amerikanische Orden Temple of Thelema. Die FLO hat ihre Arbeiten im deutschsprachigen Raum Anfang 2006 eingestellt.

Musik

  • Édith Piaf: Soudain une vallée
  • Erik Satie: Hymne pour le „Salut Drapeau“ du „Prince byzance“ du Sâr Péladan. In: Ders.: Melodies et chansons. Hamonia Mundi, Hamburg 1996 (1 CD)
  • Erik Satie: Trois Sonneries de la Rose+Croix. In: Ders.: The complete piano music. Decca, London 2003 (5 CDs)

Quellen

Quellenschriften sind neben den Grundschriften zur Idee der Rosenkreuzer vor allem Schriften von Mitgliedern rosenkreuzerischer Gemeinschaften.


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