Rouault


Rouault
Rouaults Wohnsitz in Beaumont sur Sarthe

Georges Rouault (* 27. Mai 1871 in Paris; † 13. Februar 1958 ebenda) war ein französischer Maler und Grafiker. Obwohl er sich nur schwierig einer bestimmten Schule oder einem Stil zuordnen lässt, kann er zu den Fauvisten gezählt werden. Er gehörte dem Kreis um die École-de-Paris an.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach einer Glasmalerlehre von 1885 bis 1890 bei einem Restaurator für Kirchenfenster besuchte Georges Rouault ab 1890 die École des Arts décoratifs und anschließend die École des Beaux-Arts in Paris. Zunächst war er Schüler von Elie Delaunay und seit 1981 von Gustave Moreau, dessen Meisterschüler er ab 1892 wurde. Seine erste große Einzelausstellung hatte Georges Rouault 1910 in der Galerie Druet. 1913 nahm er Verbindung zu dem Kunsthändler Ambroise Vollard auf, der alle Bilder aus seinem Atelier kaufte und 1917 sein Alleinvertreter wurde. 1930 hielt er sich in der Schweiz auf, hatte erste Ausstellungen in London, München, New York und Chicago und 1945 folgte eine Retrospektive im Museum of Modern Art in New York.

Georges Rouault schuf nicht nur zahlreiche Gemälde und Grafiken, sondern betätigte sich auch als Bühnenbildner. Neben Tapisserien und Glasmalereien, fertigte er auch Keramiken und Emailarbeiten.

Werk

Georges Rouault war zutiefst christlich und so sind zahlreiche seiner Sujets auch diesem Thema zuzuordnen. Sein Frühwerk umfasste vor allem religiöse Motive, beeinflusst durch seine Arbeiten an mittelalterlichen Kirchenfenstern und durch die Werke Leonardo da Vincis, Rembrandt van Rijns und Francisco de Goyas. Um die Jahrhundertwende wandte er sich wie auch Edgar Degas und Henri de Toulouse-Lautrec dem Thema der Prostituierten zu. Er malte sie ausdrucksstark in ihrer ganzen physischen Hässlichkeit und moralischem Elend. Mit dem Alter verlor seine Kunst an Aggressivität. Um 1910 tauchen verstärkt Gerichtsszenen auf. Gleichzeitig wurde sein Malstil ruhiger, die Striche breiter. Auch wendete er sich verstärkt Ölfarben zu. Ab 1917 dominierten dann Grafiken. Landschaftsmotive tauchten ab 1930 verstärkt auf. Der zweite Weltkrieg veranlasste ihn weiter an dem Passionszyklus Miserere zu arbeiten, aus dem auch Homo homini lupus (1954) stammt. Einige seiner Werke wurden auf der documenta 1 (1955) und postum auf der documenta II im Jahr 1959 in Kassel gezeigt.

Werke (Auswahl)

  • 1906: Vor dem Spiegel (Nationalmuseum)
  • 1908: Stehende nackte Frau mit erhobenen Armen (Wien, Leopold Museum, Inv. Nr. 62), Öl auf Karton, 81,7 x 60 cm
  • 1925: Junger Arbeiter (Musée National d’Art Moderne)
  • Das Heilige Antlitz (Musée du Luxembourg), 1933
  • 1939: Pierrot (Wien, Albertina, Sammlung Batliner, Inv. Nr. GE111DL), Öl auf Leinwand, 100 x 65 cm
  • 1945: Homo Homini Lupus (Musée National d'Art Moderne)
  • um 1950: Clown im Profil (Wien, Albertina, Sammlung Batliner, Inv. Nr. GE112DL), Öl auf Leinwand, 18 x 19,4 cm
  • 1952: Christnacht (Musée National d'Art Moderne)
  • 1917–47: Correspondances (Musée National d'Art Moderne)

Literatur

  • Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Einblicke. Das 20. Jahrhundert in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2000; ISBN 3-7757-0853-7

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