Rousseau-Insel


Rousseau-Insel
Die eingefrorene Rousseau-Insel im Wörlitzer Park (Januar 2009)

Als Rousseau-Insel werden zumeist künstlich angelegte, kleine Inseln in Seen bezeichnet, die der Grabstätte von Jean-Jacques Rousseau auf der „Île des peupliers“ (deutsch: Insel der Pappeln) im Park von Ermenonville nachgestaltet sind. Auf den runden Inseln wurde ein Kreis von Pappeln oder Erlen gepflanzt, die die erhobene Nachbildung einer Urne oder eines Sarkophages umgaben. Diese Scheinfriedhöfe der Romantik verdeutlichten die Sympathien der Parkeigentümer zu den sozialreformerischen oder naturverbundenen Ideen Rousseaus. Sie wurden als Gestaltungselement vorwiegend bei der Anlage von Landschaftsparks im englischen Stil genutzt[1].

In folgenden Parks gab oder gibt es Rousseau-Inseln:

Die als Brückenstütze genutzte, steinbefestigte Île Rousseau befindet sich am Ausfluss der Rhone aus dem Genfersee. Manchmal wird auch die St. Petersinsel im Bieler See, auf der Rousseau eine zeitlang lebte, nach ihm benannt[3].

Eine andere Variante der Verehrung Rousseaus in Form der symbolischen Nachbildung seiner Grabstätte erfolgte im ausgehenden 18. Jahrhundert durch die Anlage von runden Baumgruppen auch ohne Einbeziehung von Seen. Eine solche Gruppe ließ beispielsweise Franz Moritz von Lacy im heutigen Schwarzenbergpark anlegen. Er bezeichnete die Anlage als Tombeau de J.J. Rousseau[4].

Bilder der Inseln

Einzelnachweise

  1. gem. Artikel Ein Landschaftsgarten ist wie ein begehbares Gemälde in der Gießener Allgemeinen vom 9. Juni 2008
  2. gem. Volker Gallé, Fantasien von Kelten & Germanen auf der Webseite der Nibelungenlied-Gesellschaft
  3. gem. Eintrag Rousseau-Insel in Pierer's Universal-Lexikon, 4. Auflage (1857–1865) bei Zeno.org
  4. gem. Géza Hajós, in: Romantische Gärten der Aufklärung , ISBN 3-205-05161-0, Böhlau, Wien-Köln 1989, S. 42

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