Roßdorf (Thüringen)


Roßdorf (Thüringen)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Roßdorf
Roßdorf (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Roßdorf hervorgehoben
50.70277777777810.214444444444380
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Höhe: 380 m ü. NN
Fläche: 17,28 km²
Einwohner:

687 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98590
Vorwahl: 036968
Kfz-Kennzeichen: SM
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 061
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Salzunger Str. 3
98590 Roßdorf
Webpräsenz: www.rossdorf-rhoen.de
Bürgermeister: Helmut Wichler (parteilos)
Lage der Gemeinde Roßdorf im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Bauerbach Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld (Gemeinde) Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Trusetal Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
Über dieses Bild

Roßdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Erfüllende Gemeinde für Roßdorf ist die Gemeinde Breitungen/Werra.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Roßdorf liegt in der thüringischen Rhön zwischen Wiesenthal und Rosa im Tal des Rosabachs umgeben von den Kuppen der Vorderrhön. Im Norden grenzen an den Ort die sagenumwobene Stoffelskuppe (ein Berg vulkanischen Ursprungs, 620 m) mit ihrem charakteristischen Felsbrocken auf der Spitze und der Pleß, 644 m, ein ansehnlicher Ausflugsberg mit dem Pleßturm, der einen Blick über die Weiten der Rhön bis zu den Gipfeln des Thüringer Waldes ermöglicht. Die Stoffelskuppe ist von einem frühzeitlichen Ringwall umgeben. Auf dem Gipfel ist der Rest eines an dem Basaltfelsen angebauten Gebäudes aus dem Mittelalter vorhanden. Es könnte eine Kapelle gewesen sein, die einem vorherigen Kultplatz folgte.[2][3]

Unweit des Ortsausgangs in Richtung Nordwesten und dem Ort Bernshausen befindet sich die Roßdorfer Kutte, ein ca. 10 m tiefer Angelsee der im Sommer auch zum Baden einlädt.

In Richtung Nordwesten gelangt man über den langen (im Volksmund aufgrund seiner spärlichen Bewaldung auch „kahler“ genannten) Rain zum Berg Horn, 575 m, dessen zwei Kuppen komplett bewaldet sind.

Im Westen des Dorfes befindet sich der geschichtsträchtige Nebelberg, 524 m, an dem 1866 die berühmte Schlacht am Nebelberg zwischen Preußen und Bayern stattgefunden hat. Eine dort angebrachte Gedenktafel erinnert an dieses Ereignis.

Wenn man den Ort in südlicher Richtung verlässt, kommt man zunächst an der Seegrube vorbei, dabei handelt es sich um ein Naturphänomen, welches regelmäßig nur im Frühjahr mit Wasser gefüllt ist. Geht man weiter, kommt man auf den Roßhof, ein zu landwirtschaftlichen Zwecken errichteter Hof mit einem Wohngebäude. Das Wohngebäude wurde mittlerweile komplett saniert und dient als Wanderlokal, das einen Ausblick auf Roßdorf und die Berge Stoffelskuppe und Pleß bietet. Nach einem weiteren Aufstieg und ca. 1,5 km Fußmarsch erreicht man dann den Roßberg, 702 m, den höchsten Roßdorf umgebenen Berg.

Geschichte

Erstmalig wird die Gemeinde im Jahr 781 urkundlich erwähnt. 1240 bezeugte Marschall Konrad von Roßdorf die Existenz einer Burg im Ort. Der Marschall stand in Diensten des Grafen von Henneberg. 1274 wurde die Burg im Besitz der Grafen von Henneberg erwähnt, aber auf den Standort ging man nicht ein.

1419 war das Anwesen geteilter Besitz der Grafen von Henneberg und der Wettiner. Somit existierten zwei nach 1600 nachweisbaren Herrenhäuser im Ort, ein Haus des Herren von Wechmar und ein Haus der Herren Geyso. 1895 wurde das Schloss des Herren von Wechmar abgerissen. Das andere gehört heute Christof von Berlepsch und steht zur Zeit leer.[4][5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat aus Roßdorf setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU 5 Sitze
  • BI Roßdorf 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister ist Helmut Wichler (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Gedenkmuseum, Roßdorf 1866 – Gefecht am Nebel
  • Kleine Galerie – regelmäßige Ausstellungen in Verantwortung des Vereins für Kunstförderung und Regionalgeschichte Roßdorf/Rhön e. V.

Bauwerke

  • Das zweistöckige Wohngebäude von Geysosche Schloss wurde vermutlich um 1600 erbaut. 1710 kaufte Johann Leopold von Geyso (altes Rittergeschlecht aus Mansbach bei Philippsthal) das Gut zu Roßdorf. Wenig später baute er den Turm an der Vorderseite an. Die von Geysos bewohnten das Schloss bis Mitte des 19. Jh. ehe es 1881 an den Industriellen Wenzel aus Alexisbad verkauft wurde. Dieser verkaufte das Schloss weiter an den preußischen Handelsminister von Berlepsch. Bei dem großen Roßdorfer Dorfbrand 1895 konnte das Schloss gerettet werden (im Gegensatz zum benachbarten von Wechmarschen Schloss), jedoch fielen die Neben- und Wirtschaftsgebäude dem Feuer zum Opfer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Besitz verstaatlicht und die Gemeindeverwaltung, die Bibliothek und mehrere Wohnungen in dem Schloss untergebracht. Nach der Wende bekam ein Nachfahre der v. Berlepschs das Schloss zurück. Es steht bis heute leer, die Außenfassade wurde Mitte der 1990er Jahre restauriert. Mittlerweile hat ein niederländisches Ehepaar das Schloss gekauft und betreibt seit kurzer Zeit eine umfassende Innenrenovierung um das Gebäude wieder als Wohnhaus bewohnbar zu machen.
  • Das von Wechmarsche Schloss fiel dem Großbrand 1895 zum Opfer, brannte bis auf die Grundmauern nieder und ist heute nur noch rudimentär ruinös erhalten (einige Grundmauern). Es handelte sich um ein dreistöckiges Wohngebäude von größerem Ausmaß. Es diente den Rittern und Freiherrn von Wechmar vom 15. bis 19. Jh. als Wohnsitz. Zum Schloss gehörten auch Neben- und Wirtschaftsgebäude sowie ein Schlossteich mit Park (der Teich wurde im Rahmen der Dorferneuerung in den 1990er Jahren restauriert).
  • Im alten Ortskern von Roßdorf sind einige Fachwerkhäuser mit schönen Fachwerken erhalten geblieben. Eins davon ist das 1707 erbaute Haus Obertor 15, welches von seinem Besitzer Ernst Hepp 1936 und 1950 saniert wurde. 1986 folgte eine weitere Verschönerung als unter Anleitung von Walter Nickel Eckpfosten und Schiebeläden der Fenster bemalt wurden. Auch die Häuser Badegasse 5, Obertor 1 und Obertor 4 sind als schöne Fachwerkbauten erhalten geblieben.

Persönlichkeiten

  • Johann Ernst Wagner (1769–1812), Schriftsteller und Kabinettssekretär am Hof von Sachsen-Meiningen
  • Carl Wagner (1796–1867), Maler und Vertreter der romantischen Landschaftsmalerei, Sohn von Johann Ernst Wagner

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. M. Köhler Heidnische Heiligtümer Jenzig-Verlag 2007 S.238 ISBN 978-3-910141-85-8
  3. Ringwall
  4. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 213.
  5. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 264.

Weblinks

 Commons: Roßdorf (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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