Rudolph Siebeck


Rudolph Siebeck

(Hermann) Rudolph Siebeck (* 13. April 1812 in Leipzig; † 19. Juli 1878 in Graz) war ein deutsch-österreichischer Gartengestalter und Gartentheoretiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben und gartengestalterisches Werk

Der Wiener Stadtpark. Farblithographie, um 1862
Der Zrinjevac-Park in Zagreb heute

Rudolph Siebeck wurde am 13. April 1812 in Leipzig als Sohn von Justus August David Heinrich Siebeck, des Organists zu St. Johannis in Leipzig und Leiters einer pädagogischen Anstalt geboren.

Von 1826 bis 1829 absolvierte er in Altenburg (im Herzogtum Sachsen-Altenburg) eine Gärtnerlehre. Im Jahr 1829 nahm er ein Botanikstudium an der Universität Leipzig auf. Anschließend begab er sich auf mehrere Studienreisen.

Ab 1837 gestaltete Siebeck das Rosental in Leipzig von einem Barockgarten in einen Landschaftsgarten um.

Seit 1842 war er in Wien als Gärtner bei Carl Freiherr von Hügel, dem Begründer der Österreichischen Gartenbaugesellschaft (ÖGG), tätig (bis 1845).

Im Jahr 1846 wurde Siebeck als Stadtgärtner von Leipzig berufen, war also Leiter aller öffentlichen Gärten und Promenaden der Stadt. Aufgrund eines Streits mit dem Rat der Stadt kündigte er seine Stellung jedoch im Oktober 1857.

Er kehrte wieder nach Wien zurück und war dort ab 1861 bis zu seiner Pensionierung 1878 Stadtgärtner (zunächst der Stadterweiterungskommission unterstellt, ab 1871 als erster Gartendirektor, ab 1874 bis 1876 war er für alle Grünanlagen im Besitz der Stadt verantwortlich). Während dieser Zeit schuf er 1862 (zusammen mit dem Landschaftsmaler Joseph Sellény) sein Hauptwerk, den Wiener Stadtpark („Siebeckpark“), die erste große Grünanlage Wiens. Weitere Werke in Wien sind unter anderem: der Schönbornpark (1862/63), der Esterházypark (1862–69), sowie die Alleen der Ringstraße (ab 1863). Von Siebeck gestaltete Anlagen außerhalb Wiens sind vor allem die Umgestaltung des Salzburger Mirabellgarten in landschaftlichem Stil und 1872 in Zagreb - als Teil des sogenannten „Grünen U“, einer innerstädtischen Grünanlagenkette - der Zrinjevac-Platz .

1878 ging Rudolph Siebeck in den Ruhestand. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Von der Universität Leipzig wurde Siebeck aufgrund seiner Verdienste zum „Dr. phil.“, sowie zum „Magister der schönen Künste“ ernannt.

Am 19. Juli 1878 starb Rudolph Siebeck in Graz.

Im Jahr 1960 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Siebeckstraße nach ihm benannt.

Schriften von Rudolph Siebeck

  • Die bildende Gartenkunst in ihren modernen Formen: Auf 20 colorirten Taf. m. ausführl. Erklärg. u. nöthigen Beispielen übereinstimmend mit der vorausgehenden fasslichen Theorie der bildenden Gartenkunst dargest. v. Rudolph Siebeck. Voigt, Leipzig 1853
  • Entwürfe zu Garten- und Parkanlagen verschiedenen Charakters in mannigfaltigen Situationen: 20 Pläne zur Anwendung bei günstigen Verhältnissen. Wiegandt & Hempel, Berlin ca. 1853
  • Das Decameron oder 10 Darstellungen vorzüglicher Formen und Characterverbindungen aus dem Gebiethe der Landschaftsgartenkunst. Arnold , Leipzig 1856
  • Atlas zur bildenden Gartenkunst in ihren modernen Formen. Schrag, Leipzig 1860
  • Dr. Rudolph Siebeck's Ideen zu kleinen Gartenanlagen. Voigt, Leipzig 1860
  • Die Verwendung der Blumen und Gesträuche zur Ausschmückung der Gärten: mit Angabe der Höhe, Farbe, Form, Blüthezeit und Cultur derselben. Voigt, Leipzig 1860
  • Acht colorirte Gartenpläne: mit erläuterndem Text Wiegandt, Hempel & Parey, Berlin ca. 1873
  • Die Elemente der Landschafts-Gartenkunst in einem Plane dargestellt und durch die bestimmenden Motive erläutert: ein Leitfaden zum Studium für Gärtner und kunstsinnige Laien, Colorirte Ausg., Schrag, Leipzig 1861

Sekundärliteratur

  • Dietger Hagner: Hermann Rudolph Siebeck (1812–1878). Gartenkünstler und Gartenschriftsteller zwischen Warschau und Wien, in: Stadt+Grün. Das Gartenamt, April 2005, S. 46-50, Berlin: Patzer Verlag

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