SAP AG


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SAP AG
SAP Logo
Unternehmensform Aktiengesellschaft (FWB:SAP, NYSE: SAP)
ISIN DE0007164600
Gründung 1972, Weinheim
Unternehmenssitz Walldorf
Unternehmensleitung

Henning Kagermann, Léo Apotheker (beide Sprecher des Vorstands), Hasso Plattner (Aufsichtsratsvorsitzender); Vorstandsmitglieder: Werner Brandt, Gerhard Oswald, Claus E. Heinrich, John Schwarz, Erwin Gunst, Bill McDermott, Jim Hagemann Snabe

Mitarbeiter 51.500 (August 2008)
Umsatz 11,7 Mrd. EUR (2008)
Branche Software
Produkte

Branchen- und Unternehmenssoftware, SAP Business Suite, SAP ERP, SAP Customer Relationship Management (SAP CRM), SAP Supply Chain Management (SAP SCM), SAP Supplier Relationship Management (SAP SRM), SAP Product Lifecycle Management (SAP PLM), SAP NetWeaver, SAP NetWeaver Portal, SAP Business One, SAP Business ByDesign, SAP Business All-in-One

Website

www.sap.de

Die SAP AG ist der größte europäische und weltweit viertgrößte Softwarehersteller.[1] Der Hauptsitz befindet sich im badischen Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis). Tätigkeitsschwerpunkt ist die Entwicklung von Software für Unternehmen zur Abwicklung der gesamten Geschäftsprozesse eines Unternehmens, darunter Buchhaltung, Logistik und Personalwesen.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

SAP-Firmenzentrale in Walldorf

Fünf ehemalige Mitarbeiter der IBM (Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira, Dietmar Hopp und Hasso Plattner) gründeten 1972 die Firma Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim.

Sie entwickelten Programme, die Lohnabrechnung und Buchhaltung per Großrechner ermöglichten. Statt die Rechner von Operatoren per Hand mit Daten füttern zu lassen wie bei ihrem Ex-Arbeitgeber IBM, setzten sie auf die Eingabe per Bildschirm.

Das erste Büro war in Mannheim. 1976 wurde die SAP GmbH gegründet, die ein Jahr später von Weinheim nach Walldorf umzog. Heute ist SAP in Europa, im Nahen Osten und Afrika, in Nord- und Südamerika sowie in Asien und dem pazifischen Raum vertreten.

Aus der GmbH wurde im August 1988 die SAP Aktiengesellschaft Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung[2]. Am 4. November 1988 ging das Unternehmen an die Börse und wurde unter anderem an der Frankfurter sowie der Stuttgarter Börse gelistet. Erst 2005 wurde durch einen Beschluss der Hauptversammlung die Abkürzung SAP zum offiziellen Firmennamen und Logo.[3][4]

Vier der Gründer, Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Klaus E. Tschira und Hans-Werner Hector, bilden zunächst den Vorstand. 1991 wurde Henning Kagermann in den Vorstand gewählt, 1993 kam Peter Zencke als weiteres Mitglied dazu. Claus E. Heinrich und Gerhard Oswald sind seit 1996 Vorstandsmitglieder. 1998 fand der erste Wechsel an der SAP-Spitze statt. Dietmar Hopp und Klaus Tschira wechselten in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz Dietmar Hopp übernahm. Henning Kagermann wurde zum stellvertretenden Vorstandssprecher ernannt. Werner Brandt kam 2001 als Finanzvorstand (Chief Financial Officer) zur SAP. Léo Apotheker ist seit 2002 Vorstandsmitglied und President of Global Customer Solutions & Operations.

2003 wurde Henning Kagermann Vorstandssprecher und CEO der SAP. Im Februar 2007 wurde sein Vertrag auf seinen eigenen Wunsch nur bis 2009 verlängert. Hasso Plattner übernahm von Dietmar Hopp den Vorsitz im Aufsichtsrat. Anfang 2007 verließ Vorstandsmitglied Shai Agassi, der als möglicher Kagermann-Nachfolger gehandelt wurde, das Unternehmen.

Vorstandsmitglied Léo Apotheker wurde im April 2008 zum zweiten Vorstandssprecher der SAP AG, neben Henning Kagermann, ernannt.

SAP hat weltweit mehr als 51.000 Mitarbeiter (Stand Juli 2008), davon etwa 10.600 Mitarbeiter in der Software-Entwicklung, und erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 10,3 Mrd. EUR[5] Die Aktie gehört zu DAX[6] und Dow Jones Euro Stoxx 50 und wird unter anderem an der Frankfurter (seit 1988) und der New Yorker Börse (seit 1998) gehandelt.

Die SAP ist weltweit durch etwa 120 Tochtergesellschaften präsent. Das Unternehmen betreibt neben dem Entwicklungszentrum am Unternehmenssitz in Walldorf noch weitere Entwicklungsstandorte in den USA, Frankreich, Kanada, Israel, Indien, Australien, Japan, der Volksrepublik China, Bulgarien, der Slowakei, Ungarn und Polen.

Im Jahr 2006 wurde in Deutschland nach anfänglichem Widerstand der Belegschaftsmehrheit und der Unternehmensleitung ein Betriebsrat aufgebaut.[7][8][9]

Am 7. Oktober 2007 gab die SAP AG, Walldorf, bekannt, dass sie das französische Softwarehaus Business Objects im ersten Quartal 2008 für 4,8 Milliarden Euro im Rahmen einer freundlichen Übernahme erwerben will. Nach dem Einholen der erforderlichen kartellrechtlichen Genehmigungen veröffentlichte SAP im Dezember 2007 Erwerbsangebote in Frankreich und USA. Bis Ende Januar 2008 hatten über 95 % der Business-Objects-Aktionäre diese Angebote angenommen und ihre Business-Objects-Wertpapiere an SAP verkauft.

Am 11. Februar 2008 gab die SAP bekannt, dass sie die ihr noch nicht direkt oder indirekt gehörenden Business-Objects-Wertpapiere bis 18. Februar 2008 durch ein Squeeze-out-Verfahren erwerben wird.[10] Am 18. Februar 2008 wurde die Notierung der Business-Objects-Aktien und der ORNANE bei EURONEXT aufgehoben (Delisting). Die Notierung der Business Objects American Depositary Shares („ADS“) bei der US-amerikanischen Börse NASDAQ wurde am 19. Februar 2008 aufgehoben. Zum 1. März 2008 wurde John Schwarz, CEO von Business Objects, in den Vorstand der SAP AG berufen.

Im ersten Quartal 2008 wurde der Kauf des französischen Softwarehauses Business Objects S.A. für 4,8 Milliarden Euro abgeschlossen.[11]

Am 2. April 2008 bestätigte Hasso Plattner, dass der CEO Henning Kagermann im Frühjahr 2009 aus Altersgründen voraussichtlich in den Ruhestand treten wird.

Aufgrund der sich seit Sommer des Jahres 2008 immer weiter verschärfenden, weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die zu einer reduzierten Kundennachfrage und einem sinkenden Aktienkurs geführt habe, sei nach Angabe von Kagermann auch SAP gezwungen, einen Einstellungsstop vorzunehmen. Am 28. Januar 2009 verkündete die Firma anlässlich der vorläufigen Jahresbilanz, dass wegen der schwierigen Wirtschaftslage 3300 Arbeitsplätze abgebaut werden müssten um die Personalkosten zu reduzieren. [12]

Produkte

SAP R/3 und Business Suite

Vor einigen Jahren gab es mit SAP R/3, das 1992 aus dem Großrechner-orientierten Vorgänger SAP R/2 in weiten Teilen neu entwickelt wurde, nur eine einzige monolithische ERP-Software des Herstellers. Sie besteht aus Modulen, die funktionell, aber nicht architektonisch getrennt sind. Dies sind im wesentlichen: FI (Finance), CO (Controlling), MM (Materials Management), SD (Sales and Distribution), PP (Production Planning) und HR (Human Resources). Diese Module bilden auch weiterhin den Kern der Funktionalität, die SAP-Anwender einsetzen.

Sie wird inzwischen durch eine Palette weiterer Produkte ergänzt, die nun zusammen SAP Business Suite genannt werden. Die Akronyme ERP, CRM, SCM, SRM etc. und die Konzepte dahinter sind nicht von SAP entwickelt worden und werden auch von anderen IT-Anbietern verwendet. SAP nutzt die Kürzel aber zur Bezeichnung seiner Softwarepakete:

  • Enterprise Resource Planning (SAP ERP) ist das frühere R/3, das zuletzt in Version 4.7 eigenständig auftrat, teils auch ERP Central Component genannt. Weitere Details zu Technik, Architektur, den Funktions-Modulen und der Benutzeroberfläche, siehe Hauptartikel SAP R/3.
  • Customer Relationship Management (SAP CRM) ist ein unabhängiges Paket, das erweiterte Funktionalität für Kundenbetreuung mittels einer eigenständigen Software-Architektur bietet und auf einem gesonderten Server läuft; mit dem ERP ggf. gemeinsame Daten werden via Replizierung abgeglichen.
  • Supply Chain Management (SAP SCM), Supplier Relationship Management (SAP SRM) und Product Lifecycle Management (SAP PLM) Systeme ergänzen in ähnlicher Weise das Basissystem um branchenübergreifend nutzbare Funktionen.
  • Branchenlösungen (sog. IS – Industry Solutions) bieten darüber hinaus spezifische Ergänzungen zum normalen Funktionsumfang des R/3/ERP-Kerns. Dazu gehören z. B. SAP for Retail für den Einzelhandel, IS-Mill für die Papier-, Textil- und Stahlindustrie, IS-H (IS-Health) beziehungsweise i.s.h. med. für das Krankenhauswesen SAP for Media für die Medienindustrie, IS-Oil für die Ölindustrie oder IS-Utilities für die Wasser-, Strom- und Gas-Industrien.

NetWeaver-Plattform

SAP NetWeaver ist eine webbasierte und offene Integrations- und Applikationsplattform, die als Grundlage dient für Enterprise Service-oriented Architecture (Enterprise SOA). NetWeaver bietet die Möglichkeit, Anwendungen von Drittanbietern effizient an die SAP Lösung anzubinden und beinhaltet hierfür umfangreiche Schnittstellen auf der Ebene der Anwenderoberfläche, der Daten und der Prozesse. SAP NetWeaver verwendet offene Standards und ermöglicht die Integration von Informationen und Applikationen von unterschiedlichen Quellen und Technologien.

Technisch besteht diese aus einem ABAP-Applikationsserver mit einem gewissen Bestand an Grundfunktionalität, sowie einem Java EE-Applikationsserver. Ein SAP NetWeaver System kann sowohl als reiner ABAP-Applikationsserver, als reiner Java EE-Applikationsserver oder als ein sogenanntes Double-Stack-System betrieben werden.

Im Rahmen von NetWeaver werden bestimmte Java EE- und ABAP-Anwendungen ausgeliefert, SAP nennt diese Usages. Die Usages Business Intelligence, Mobile Infrastructure, Development Infrastructure, Enterprise Portal und Process Integration sind Bestandteil von NetWeaver und allen darauf aufsetzenden Produkten, können also z. B. auch in ein ERP-System installiert werden.

Der Java EE-Applikationsserver basiert auf dem von der ProSyst Software GmbH (die 2000 von SAP gekauft und in In-Q-My Technologies GmbH umbenannt wurde) entwickelten InQMy Application Server. Dieser ist von SUN Microsystems vollständig Java EE-zertifiziert nach dem J2EE 1.4-Standard, bzw. in der Version 7.1 nach Java EE 1.5.

Darüber hinaus hat SAP den Leistungsumfang des Java EE-Servers erweitert, so dass die Benutzerverwaltung mit dem ABAP-Server gekoppelt werden kann, mit Web Dynpro steht ein leistungsfähiges GUI-Framework zur Verfügung und Java EE-Anwendungen können mit ABAP-Anwendungen über spezielle Schnittstellen kommunizieren.

SAP NetWeaver ist die Basis der SAP Business Suite, SAP Business ByDesign und SAP NetWeaver Composition Environment (basierend auf Eclipse 3.3). Außerdem ist SAP NetWeaver die Grundlage von Partnerlösungen sowie kundenspezifischen Applikationsentwicklungen. Die SAP Business Suite-Anwendungen basieren ab den folgenden Versionen auf SAP NetWeaver:

  • SAP SRM 2004
  • SAP ERP 2004
  • SAP CRM 2005
  • SAP SCM 2004

Unterstützte Plattformen für SAP NetWeaver sind:

  • Linux (RHEL, SLES, RedFlag, zLinux) auf IA32, PPC, X86_64, IBM zSeries
  • AIX
  • HP-UX auf PA-Risc und IA64
  • Solaris auf SPARC und X86_64
  • Windows NT, IA32, IA64, X86_64
  • IBM OS/400
  • IBM z/OS (OS/390)

Unterstützte Datenbanken sind Microsoft SQL Server, IBM Informix Dynamic Server, SAP MaxDB, IBM DB2 und Oracle. Als Job-Scheduler bietet SAP Cronacle im Paket an.

Mittelstandslösungen

Das Unternehmen bietet mit SAP Business One, SAP Business All-in-One und dem am 19. September 2007 angekündigten Produkt SAP Business ByDesign, das bis dahin unter dem Arbeitstitel „A1S“ bekannt war, jetzt auch Software an, die ERP-Funktionen für kleine, mittlere und große Unternehmen abdeckt.

Business One

SAP Business One ist eine Lösung für kleine bis mittelständische Unternehmen (ca. 5–150 Mitarbeiter, wobei nicht alle Anwender sein müssen, bis zirka zehn Millionen Dollar Umsatz). Architektur und Funktionalität haben keine Verbindung zu SAP Business Suite oder R/3. Business One hat eine eigene GUI-Technik, ist plattformgebunden und läuft derzeit nur unter Microsoft Windows. Seit Anfang 2007 wurde Business One durch einen deutschen Partner auch in der Mac-Welt implementiert.

Business One beinhaltet Kernmodule für verschiedene Bereiche, u. a. Administration, Vertrieb, Berichtswesen, Personalverwaltung. Damit ist es als kaufmännische und logistische Software für viele unterschiedliche Unternehmen geeignet. Direkt von SAP gelieferte AddOns sind beispielsweise der SAP eigene Print Layout Designer, der Advanced Layout Designer, der erweiterte Layout- und Druckfunktionen für Abfragen und Berichte bietet und auf dem Reportingtool combit List & Label basiert, außerdem der auf Excel basierende XL Reporter, der die wesentlichen Leistungskennzahlen von Unternehmen auf Grundlage präziser Echtzeitinformationen in grafisch aufbereiteten Gesamtübersichten zusammenstellt. Dieses Modul stammt von der norwegischen Firma iLytix, die 2005 von SAP übernommen wurde. Mit vielen weiteren AddOns, die von diversen Partnern der SAP entwickelt werden, wird Business One so zur Branchenlösung. Diese Partner werden von SAP als ISV (Independend Software Vendor) bezeichnet. Die Lösungen werden mit unterschiedlichen Zertifizierungen wie "SAP Certified Integration" oder "enabled by SAP" freigegeben.

Business One wurde 2002 von SAP eingeführt und basiert auf der Software TopManage des israelischen Herstellers TopManage Financial Solutions LTD. TopManage war eines der Unternehmen, die das zeitweilige SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi zusammen mit seinem Vater Reuven Agassi 1993 gegründet hatte und wurde im ersten Quartal 2001 von SAP übernommen.

Mit Business One tritt die SAP AG vermehrt auch in Konkurrenz zu Anbietern, die auf Klein- und Mittelbetriebe spezialisiert sind, wie Sage und Microsoft mit Microsoft Dynamics NAV.

Business All-in-One

Anders ist SAP Business All-In-One konzipiert – es bietet ein vorkonfiguriertes, kleines ERP-System für größere Mittelständler oder Tochterunternehmen großer Konzerne, das ab ca. 50.000 Euro die Vorteile eines ERP-Systems einschließlich branchentypischer Funktionalität bei voller Kompatibilität zum „großen“ SAP der Konzernmutter bietet.

Business ByDesign

Business ByDesign stellt eine vollständig neu entwickelte Lösung für den Mittelstand dar. Die Software wurde am 19. September 2007 in New York offiziell vorgestellt[13] und steht ab Anfang 2008 Kunden in 15 Ländern zur Verfügung. Sie wird ausschließlich im Hosting, d. h. im Rechenzentrumsbetrieb durch die SAP, betrieben. SAP arbeitet dabei bereits mit ersten Partnern. Im Gegensatz zu SAP ERP gibt es darüber hinaus kein Customizing im engeren Sinne. Stattdessen findet eine Funktionalitätsauswahl durch den Anwender (Scoping) und eine anschließende Parametrisierung des Systems statt. Jegliche Einstellungen erzeugen im Gegensatz zu SAP ERP immer ein konsistentes System. Die Einführung des Systems kann daher grundsätzlich auch direkt durch den Kunden und ohne Berater erfolgen. Business ByDesign ist im Gegensatz zu SAP ERP nicht modifizierbar. SAP erwartet bis Ende 2008 1.000 Kunden. Im Jahr 2010 soll bereits die Marke von 100.000 Kunden erreicht sein.

Service

Die SAP-Produktunterstützung (meistens im Rahmen eines Vertrags über Software-Wartung oder -Miete) und viele andere Kunden-Dienstleistungen werden weitgehend über im Internet zugängliche Systeme abgewickelt, die unter dem Namen SAP Service Marketplace zusammengefasst werden (Bedienung via Web-Browser). Dort können SAP-Anwender Problemmeldungen an SAP (und auch andere Hersteller von in SAP-Systemen verwendeten Komponenten) schicken und weiterverfolgen, sowie von dort Dokumentation, Installationsmedien, Programmkorrekturen, vertikale Lösungen und Schulungen beziehen. Das Vorgängersystem für diese Zwecke war das Online Service System (OSS).

Partnerschaften

In den letzten 35 Jahren hat sich das SAP-Partnernetzwerk zu einem der größten Branchennetzwerke bestehend aus Softwareanbietern, Vertriebspartnern, Technologie- und Servicepartnern entwickelt. In dem Co-Innovation Lab, das im Juni 2007 im kalifornischen Palo Alto eröffnet wurde, arbeitet SAP gemeinsam mit unabhängigen Softwareherstellern wie z. B. Novell, Questra und Wonderware, Systemintegratoren und Technologiepartnern an aktuellen und zukunftsweisenden Technologien. Mitbegründer des Labs sind Cisco, Hewlett-Packard, Intel und NetApp. Es bietet eine praxisnahe Arbeitsumgebung für Web-basierte sowie Internet/Intranet-fähige Anwendungen, die auf Enterprise SOA basieren.

Zu den SAP-Partnern gehören weltweite Beratungsunternehmen, die über ein branchenübergreifendes Know-how verfügen, darunter Accenture, Realtech, Atos Origin, Capgemini, Computer Sciences Corporation (CSC), Deloitte, IDS Scheer AG, Siemens IT Solutions and Services oder IBM Global Business Services. Weltweit tätige Softwarepartner wie beispielsweise IBM erweitern mit ihren Produkten die SAP Business Suite. Globale Technologiepartner wie AMD, Hewlett-Packard, IBM, Oracle, Nokia, SUN und Novell bieten Anwendern Produkte, die SAP-Technologie unterstützen, wie etwa Hardware, Datenbanken, Speichersysteme, Netzwerktechnik, Serverbetriebssysteme und mobile Technologien. Hosting-Partner wie Accenture oder Atos Origin stellen die SAP-Geschäftsanwendungen über Serviceplattformen zur Verfügung.

Communities

Das SAP Developers Network (SDN) ist ein Forum, in dem Entwickler, Berater, Systemintegratoren und Analysten Wissen und Erfahrung über Themen wie z. B. ABAP, Java, .NET, SOA und andere Technologie-Themen austauschen können. Es bietet Blogs, Diskussionsforen, exklusive Downloads, Programmierbeispiele, Schulungsmaterial und eine technische Bibliothek. Daneben haben sich eine Reihe weiterer, herstellerunabhängiger Online-Communities für Entwickler, Berater und Anwender entwickelt, die sich mit SAP-Produkten beschäftigen. Die Business Process Expert (BPX) Community ist eine Plattform für Geschäftsprozess-Experten, um Informationen und Erfahrungen sowie Best Practices auszutauschen, mit dem Ziel, durch Enterprise SOA mehr IT-Flexibilität und -Nutzen zu erreichen. Die SAP Enterprise Services Community ist ein Mitgliedsforum für Kunden, Industrieexperten und Partner zur gemeinsamen Definition von Enterprise (Web)Services. In verschiedenen Industry Value Networks (IVN) entwickeln Kunden, Partner und SAP gemeinsame Lösungen für branchenspezifische Anforderungen. Gegenwärtig gibt es 11 aktive IVNs, z. B. für Banken, Chemie, Konsumgüter, High Tech, Behörden und den Einzelhandel.

Anwendergruppe

Anwendergruppen (User Groups) sind unabhängige, Non-Profit-Organisationen von Kunden, Partnern, Analysten, Meinungsführern und SAP-Entwicklerteams, die sowohl der Aus- und Weiterbildung der Mitglieder dienen, als auch Einblicke in Markt- und Kundenbedürfnisse bieten, und so Einfluss auf die Produktentwicklung der SAP nehmen können. Die Amerikanische SAP Anwendergruppe (ASUG), die Deutsche SAP Anwendergruppe (DSAG), die Australische SAP Anwendergruppe (SAUG), die Anwendergruppe SAP UK & Ireland oder die Defense Interest Group (DEIG) sind nur einige Beispiele.

Zertifizierung

Einzelne Softwarebausteine von Softwarepartnern, als auch SAP Berater können von der SAP zertifiziert werden. Ziel ist es eine gewisses Gütesiegel und Qualität im SAP Ökosystem zu etablieren. Die zu zertifizierende Software bekommt ein Gütesiegel wie beispielsweise "Powered by Netweaver" und dokumentiert das so für eine gewisse Version von SAP getestet worden zu. Diese Gütesiegel bzw. Zertifikat berechtigt die Partnerunternehmen mit diesem Logo zu werben. Ähnlich gestaltet es sich bei der Zertifizierung für die Berater, die so ihren Stundensatz mit einem im Vorfeld dokumentierten Fachwissen rechtfertigen können.

Lizenzpolitik

Die Preis- bzw. Lizenzierungspolitik der SAP ist relativ komplex, so dass hier nur eine sehr grobe Darstellung angestrebt wird.

Eher übersichtlich sind die Lizenzbedingungen der kleinen ERP-Lösung Business One. Hier werden die Preise je Professional-User Lizenz auf ca. 2500,00 € beziffert, mit Anwendung von Rabattstaffeln. Als Wartungs- und Updategebühr werden durchschnittlich 18 % der Listenpreise von den Partnern verlangt. (Stand: März 2007[14])

Die Lizenzkosten der deutlich größeren R/3-, ERP- oder SAP Business Suite-Systeme hängen ab von der Anzahl der namentlich benannten Benutzer sowie deren Tätigkeiten im System. Hinzu kommen zusätzlich kostenpflichtige Module (z. B. HCM = Human Capital Management), Zusatzfunktionen, kostenpflichtiger Support und weitere Regeln für die unterschiedlichen Produktlinien etc. Das Minimum des zu zahlenden Lizenzpreises ist abhängig von der eingesetzten Lösung, d. h. es gibt einen Mindest-Bestellwert.

Die Lizenzkosten für einen Benutzer (im Sinne des Lizenzvertrags) sind abhängig von:

  • Benutzereinstufung wie Entwickler, Standard-Benutzer (eines Produktivsystems), nur lesender Zugriff (mit abnehmendem Preis)
  • Produkt-Spannbreite des Vertrags: SAP Business Suite, SAP ERP, Netweaver (abnehmender Preis)
  • Benutzung von optionalen Funktionen im ERP (z. B. der Enterprise Extensions oder einer Industry Solution)

Innerhalb eines Vertrags kann es mehrere „Installationen“ geben (eine pro System-Typ, z. B. R/3, ECC, Web AS), die jeweils mehrere „Systeme“ enthalten können, aber nur ein Produktivsystem. In diesen können wiederum mehrere Mandanten existieren. Benutzer sind meistens „konsolidierbar“, d. h. sie werden für alle konsolidierbaren Systeme nur einmal gezählt, mit der höchsten Einstufung. Einige Benutzerkonten, etwa in einem Testsystem, werden gar nicht berechnet. Wiederum gibt es für nicht-produktive SAP-Systeme auch weniger Unterstützung. Indirekte Nutzungen des SAP-Systems, z. B. als interaktiver Benutzer des Systems eines anderen Herstellers, das in SAP Transaktionen durchführt, sind laut Vertrag genauso zu zählen wie direkte Nutzungen.

Bestimmte Engines, optionale Komponenten und eigenständige Produkte oder zugekaufte Module werden nach anderen Modellen berechnet, z. B. mit einer Pauschale, nach Datendurchsatz oder nach Mengengerüsten (z. B. Aufträge pro Zeiteinheit oder Anzahl von Artikeln/Kundenverträgen).

Häufig liefert SAP auch das DBMS für die betreffenden SAP-Systeme mit, dann berechnen sich Kaufpreis und Wartung des DBMS nicht nach den üblichen Tarifen des Datenbank-Herstellers, sondern nach dem normierten SAP-Vertragsvolumen, wobei aber je nach DBMS-Typ sehr unterschiedliche Prozentsätze aufgeschlagen werden.

Für bestimmte Vertriebswege (Systemhäuser, Hosting-Kunden) oder Kundenkreise (SAP-Partner) gibt es eigene Vertragsvarianten. Je nach Land, in dem das System betrieben wird, kann es einen erheblichen Preisaufschlag (bis zu 100 %) geben, der mit den zusätzlichen Kosten für Übersetzungen und fremdsprachliches Personal begründet werden dürfte.

Handelt es sich um einen Softwareneukauf, so fallen während der Standard-Wartungszeit von derzeit fünf Jahren etwa 22 % Wartungsgebühr auf den Kaufpreis an (bis Januar 2008: 17 %) [15], zzgl. eines Aufschlags in Abhängigkeit vom DBMS. Nach Ende der Standardwartung steigt die Wartungsgebühr. Der Wartungsvertrag berechtigt dazu, jede Version des entsprechenden Produktes, das sich in seiner Standard-Wartungszeit befindet, nach eigenem Ermessen auszuwählen, und Upgrades nach eigenen Bedürfnissen vorzunehmen. Der Umstieg von R/3 auf die neuen ERP-Lizenzen bedeutet einen Neukauf mit Teil-Anrechnung des Vorgängervertrags.

SAP lässt sich in den Lizenzverträgen das Recht zur regelmäßigen Prüfung der korrekten Lizenzierung der Benutzer einräumen (sog. „Systemvermessung“, Englisch License Audit).

Wettbewerb

Der SAP-Mitbewerb rekrutiert sich schwerpunktmäßig aus dem ERP-Umfeld sowie aus den Bereichen Customer Relationship Management, Supply Chain Management sowie Logistiksoftware.

Oracle Corporation, SAPs größter Wettbewerber, erhob am 22. März 2007 Klage gegen SAP wegen unlauteren Wettbewerbs und unlauterer Geschäftspraktiken. Die Anschuldigungen richteten sich gegen die texanische SAP-Tochtergesellschaft TomorrowNow, die Support für ältere Oracle-Produkte bietet. Danach nutzte TomorrowNow Konten von Oracle-Kunden für Service-Downloads von der Oracle Support-Website. SAP hat unangemessene Downloads zugegeben, bestreitet jedoch den Diebstahl geistigen Eigentums.

Die SAP-Strategie fokussierte ursprünglich auf organisches Wachstum. Allerdings wurde von dieser Strategie mit der Übernahme von Business Objects im Jahr 2008 abgewichen.

Trivia

Das Datum der ersten R/3 Produktiv-Installation (6. Juli 1992) überlebt bis auf den heutigen Tag als initiales Standardpasswort der beiden Superuser „DDIC“ und „SAP*“ als „19920706“ bzw. „06071992“ in jedem ABAP-Applikationsserver. (Aus Sicherheitsgründen wird es heute bei der Installation jedoch überschrieben.)

In Schulungen wird häufig mit der fiktiven Beispielfirma IDES (für International Demonstration and Education System) gearbeitet.

Siehe auch

Literatur

  • Gerd Meissner: SAP – die heimliche Software-Macht. Wie ein mittelständisches Unternehmen den Weltmarkt eroberte. 2. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1997, ISBN 3-455-11194-7. 
  • Nancy Muir, Ian Kimbell: Discover SAP. 1. Auflage. Galileo Press, Bonn 2008, ISBN 978-3-8362-1167-3. 

Einzelnachweise

  1. http://softwaretop100.org/list.php?page=1
  2. Bild einer SAP-Vorzugsaktie aus dem Jahr 1995
  3. Einladung zur Hauptversammlung, inklusive neuem Wortlaut des §1 der Satzung, SAP.com
  4. Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung, SAP.com
  5. GVR 2006, SAP.com
  6. DAX-Zusammensetzung, deutsche-boerse.com
  7. Karsten Polke-Majewski, Gewerkschaft, nein danke – Vehement hatten sich die SAP-Mitarbeiter gegen einen Betriebsrat in dem Softwarekonzern gewehrt. In: Die Zeit Nr. 26 vom 10. Juli 2006.
  8. Betriebsrat, 9 von 10 wollten ihn nicht, aber alle wollen rein IG-Metall, 21. Juni 2006
  9. Harmonie statt Klassenkampf, Thomas Nonnast / Katharina Slodczyk, Handelsblatt, 4. Juli 2006
  10. Dow Jones: SAP übernimmt Business Objects mit Squeeze-Out vollständig, 11.02.2008
  11. SAP kauft Softwarehaus Spiegel Online, 7. Oktober 2007
  12. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,604013,00.html SAP entlässt über 3000 Mitarbeiter Spiegel Online, 28. Januar 2009
  13. DER SPIEGEL Nr.37/2007, S. 92f. bzw. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,504625,00.html „Einzug ins globale Dorf“
  14. Quelle: KIRBIS SAP Repräsentant, CeBIT 2007
  15. Computerwoche Nr. 12 vom 21. März 2008, S. 1/S. 5

Weblinks


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