Saint-Rémy-la-Varenne


Saint-Rémy-la-Varenne
Saint-Rémy-la-Varenne
Saint-Rémy-la-Varenne (Frankreich)
Saint-Rémy-la-Varenne
Region Pays de la Loire
Département Maine-et-Loire
Arrondissement Angers
Kanton Les Ponts-de-Cé
Koordinaten 47° 24′ N, 0° 19′ W47.397222222222-0.3158333333333329Koordinaten: 47° 24′ N, 0° 19′ W
Höhe 29 m (18–77 m)
Fläche 15,67 km²
Einwohner 997 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 64 Einw./km²
Postleitzahl 49250
INSEE-Code
Website saint-remy-la-varenne.fr

Saint-Rémy-la-Varenne ist eine französische Gemeinde mit 997 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) im Département Maine-et-Loire in der Region Pays de la Loire; die Bewohner werden als Les Saint-Rémois bezeichnet. Das Gemeindegebiet ist Bestandteil des Regionalen Naturparks Loire-Anjou-Touraine.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Saint-Rémy-la-Varenne liegt am linken Ufer der Loire, auf halbem Weg von Saumur nach Angers. Die Ortsbezeichnung Remy, Name eines Heiligen, tauchte erstmals im 12. Jahrhundert auf und ersetzte die gallo-römische Bezeichnung Chiriacus (Landgut des Carus oder Carius).

Ab 1343 beanspruchte der Staat durch eine Verordnung König Philipps IV. das Monopol auf Salz und führte eine Gabelle genannte Salzsteuer ein. Das Anjou gehörte zu den Ländern mit sogenannter großer Gabelle, was 16 Gemeinden betraf, zu denen auch Saint-Rémy-la-Varenne gehörte. Die Salzsteuer war besonders unbeliebt und ist neben der Taille ein Paradebeispiel für das ungerechte Steuersystem des Ancien Régime, das als eine der wesentlichen Ursachen für den Ausbruch der Französischen Revolution gilt.

Wirtschaft

Ökonomisch ist die Gemeinde vornehmlich landwirtschaftlich ausgerichtet. Es gibt große Anbauflächen für Mais, Weizen, Sonnenblumen, Gemüse und Wein. Hinzu kommen Obstkulturen, Geflügel- und Rinderzucht sowie Milcherzeugung.

Der Weinbau wird im Anjou wie auch in der Touraine seit dem frühen Mittelalter betrieben. Aus der Zeit zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert sind viele Beispiele belegt, in denen von geistlichen und weltlichen Fürsten sowie von Mönchen Weinberge angelegt und unterhalten wurden. Venantius Fortunatus beschrieb schon im 6. Jahrhundert die dunklen Weine des Landgutes Cariacus nahe der Loire. 1988 fand man heraus, dass dieser Besitz bei Saint-Rémy-la-Varenne gelegen haben muss.[1]

Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten im Ort gehört die Kirche Saint-Remy aus dem 11. bis 14. Jahrhundert. Hinter dem Gotteshaus befinden sich einige auf das 15. Jahrhundert zurückgehende Gebäude, die zu einer im Jahr 929 gegründeten Benediktiner-Abtei gehörten. Hervorzuheben sind der Kapitelsaal und verschiedene bauliche Dekorationen aus der Renaissance. Seit einiger Zeit sind größere Baumaßnahmen zur Rekonstruktion und Erhaltung der Gebäude des ehemaligen Priorats im Gange. Zur Unterstützung dieser Bemühungen veranstaltet die "Association Prieuré" jedes Jahr an Halloween ein Les Hortomnales genanntes Kürbisfest.

Die figürlichen Darstellungen an der Pforte des Priorats zeigen einen angeketteten Affen und einen Löwen. In der Tiersymbolik dieser Zeit bedeutet ein hockender, gefesselter oder angeketteter Affen den Menschen in den Schlingen der Sünde. Es ist eine Bildpredigt: wie Schausteller einen Affen herumführen, so macht die Sünde den Menschen zum lächerlichen Affen; die Kette führt direkt in das Höllenmaul. Der Löwe kann Verschiedenes bedeuten, ist aber in diesem Zusammenhang als Symbol des Satans anzusehen, entsprechend dem Bibelwort: "Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge." (1 Petrus 5,8)

In der näheren Umgebung des Ortes befindet sich der Dolmen von Bajoulière; dieser Dolmen vom Typ „Angevin“ stammt aus neolithischer Zeit um 4500 v. Chr. und ist der größte im Anjou.

Bevölkerungsentwicklung

1790 1831 1861 1901 1954 1982 1990 1999
850 1089 985 872 711 754 733 865

Persönlichkeiten

  • Der bekannte deutsche Fußballjournalist Rainer Kalb hat seinen Wohnsitz in Saint-Rémy-la-Varenne.

Bilder aus Saint-Rémy-la-Varenne

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Tim Unwin: Wine and the Vine. An Historical Geography of Viticulture and the Wine Trade. Routledge, London 1991, ISBN 0-415-03120-6, S. 147.

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