Sam The Sham And The Pharaohs

Sam The Sham And The Pharaohs

Sam the Sham & the Pharaohs waren eine US-amerikanische Tex-Mex-Band der 60er Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Sam und die Pharaohs

„Sam the Sham“ ist der Künstlername des Texaners Domingo Samudio (* 6. März 1939 in Dallas, Texas). Bereits während seiner Schulzeit sang er und vertrat seine Schule bei einer Live-Radioshow. Später lernte er Gitarre und gründete mit einigen Freunden, zu denen Trini Lopez gehörte, eine High School Band.

Die ersten „Pharaohs“ entstanden nach seiner Armeezeit 1961 in Dallas. Wenig erkleckliche Auftritte und eine erfolglose Single führten allerdings dazu, dass Ende 1962 schon wieder Schluss war. Samudio folgte dem Ex-Pharaoh Vincent Lopez im Mai 1963 zu Andy And The Nightriders, der Hausband des Congo Club in Louisiana. Zwar war er als Orgelspieler angestellt, was er nicht sonderlich gut beherrschte, er wurde aber als Sänger immer wichtiger für die Band.

Die Band machte sich auf nach Memphis, aber bereits wenige Monate später löste sie sich auf, als der Kopf Andy Anderson und Lopez nach Louisiana bzw. Texas zurückgingen. Die verbliebenen Nightriders Samudio und David A. Martin gründeten daraufhin zusammen mit Jerry Patterson und Ray Stinnett Sam the Sham & the Pharaohs, denen sich kurz darauf noch Butch Gibson anschloss.

Zuerst ließen sie sich Platten pressen, um sie selbst Läden und Radiostationen anzubieten, während sie durch die Clubs tourten. 1964 fanden sie schließlich auch ein lokales Label für ihre erste richtige Single, eine Cover-Version. Die zweite Single war dann eine Eigenkomposition von Samudio mit dem Titel Hully Gully. Der Text, ohnehin ein Nonsens-Text, wurde noch auf den Spitznamen von Sams Katze geändert und als Wooly Bully (etwa: tyrannisches Wollknäuel) wurde das Lied so erfolgreich, dass das MGM-Label die Pharaohs übernahm und sie weltweit herausbrachte. Das Lied wurde zum Welthit. In den USA erreichte die Single als Millionenseller Platz #2, ebenso wie in Deutschland.[1] In beiden Ländern zählte sie zu den größten Hits des Jahres und das Billboard Magazine machte es sogar zur Single des Jahres. Die rockige Nummer im Tex-Mex-Stil wurde später von der Rock and Roll Hall of Fame in die Liste der 500 Songs, die den Rock and Roll am meisten geprägt haben, aufgenommen.

Es folgten zwei weitere Top-40-Hits mit ähnlich aussagekräftigen Titeln, nämlich Ju Ju Hand und Ring Dang Doo, bevor ihnen 1966 ein zweiter großer Hit gelang mit einem Nonsens-Song über Rotkäppchen und den großen, bösen Wolf. Lil’ Red Riding Hood war erneut ein Millionenseller in USA und erreichte erneut Platz #2.[1] International konnten sie allerdings den ersten Erfolg nicht fortsetzen.

Sam the Sham & the Pharaohs knüpften auch in ihren Bühnenshows an das chaotische Image an, das sich in ihren Songs ausdrückt. Ihrem Namen entsprechend trugen sie oft arabische Gewänder und Sams Markenzeichen war ein Turban mit Federschmuck und Gewand oder Glitzerjacke sowie ein fremdländisch gestutzter Bart.

Dem zweiten Erfolg folgten noch zwei weitere Top-40-Hits, bevor auch in den USA der Erfolg nachließ. Die Band wechselte und löste sich schließlich ganz auf und Samudio strebte nach einer Solokarriere.

Sams Solokarriere

Schon kurz nach der Trennung erschien ein Soloalbum von Sam the Sham, das an die Bandzeit anknüpfte und aus vielen Coverversionen bestand. Großer Erfolg war ihm damit aber nicht beschieden.

In den nächsten Jahren folgte ein vollständiger Image-Wechsel. Aus dem „Sham“ wurde Sam Samudio, der Turban verschwand, aus dem Araber-Stutzbärtchen wurde ein Vollbart und auf seinem 70er-Album posiert er in Easy-Rider-Manier auf dem Motorrad. Das Rock-Album hieß Hard and Heavy und darauf arbeitete unter anderem mit Duane Allman zusammen. Bei den Grammy Awards 1972 bekam Samudio sogar einen Grammy dafür, allerdings für den Albumbegleittext.

Ab 1974 war er dann wieder mit Band unterwegs. 1982 wird er als Filmkomponist im Jack-Nicholson-Film Grenzpatrouille neben Ry Cooder geführt. Zwei Lieder steuerte er zum Soundtrack bei. Danach wurde es ruhiger um ihn, und es ranken sich Gerüchte um seine Tätigkeiten; seit Mitte der 90er ist er jedenfalls wieder als Musiker unterwegs und hat die ein oder andere Platte eingespielt.

Wooly Bully

Bandmitglieder

Originalbesetzung von Sam the Sham & the Pharaohs:

  • Domingo 'Sam' Samudio (* 6. März 1939 in Dallas, Texas), Sänger und Keyboarder
  • David A. Martin (* 20. März 1941 in Memphis, Tennessee; † 2. August 1987), Bassist
  • Ray Stinnett (* 18. Februar 1944 in Memphis, Tennessee), Gitarrist
  • Jerry Patterson (* 30. November 1941 in Memphis, Tennessee), Schlagzeug
  • Butch Gibson (* 2. Oktober 1940 in Corinth), Saxophon

Diskografie

Singles

  • Haunted House (1964)
  • Wooly Bully (1965) US #2, DE #2, UK #11
  • Ju Ju Hand (1965) US #26, DE #14
  • Ring Dang Doo (1965) US #33, DE #40
  • Lil’ Red Riding Hood (1966) US #2, DE #37, UK #46
  • Red Hot (1966) US #82
  • The Hair on My Chinny Chin Chin (1966) US #22
  • How Do You Catch a Girl (1967) US #27
  • Black Sheep (1967) US #68
  • Oh That’s Good, No That’s Bad (1967) US #54

Alben

  • Wooly Bully (1965)
  • Their Second Album (1965)
  • On Tour (1966)
  • Lil’ Red Riding Hood (1966)
  • Nefertiti (The Sam the Sham Revue) (1966)

Soloalben von Sam the Sham

  • Ten of Pentacles (1967)
  • Hard and Heavy (1970, als Sam Samudio)
  • Won't Be Long (1995)
  • Ballads & Troubadours (2000, als Sam the Sham Zamudio)
  • Rambler (The Country Album) (2003)

Einzelnachweise

  1. a b http://www.allmusic.com/cg/amg.dll?p=amg&sql=11:jifrxqr5ldke~T51
  2. http://www.samthesham.com/home/
  3. http://www.riaa.com/goldandplatinumdata.php?table=SEARCH

Weblinks


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