Samoa-Observatorium


Samoa-Observatorium

Das Samoa-Observatorium der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen wurde 1902 in der Kolonie Deutsch-Samoa bei Apia auf Anregung von Emil Wiechert durch Otto Tetens errichtet.

Es war unter anderem mit einem astatischen Pendel ausgerüstet. Hiermit erlangte Wiechert viele Einsichten in den Weg der Erdbebenwellen durch das Erdinnere. Sein 1000-kg-Horizontalpendel war so empfindlich, dass es bei stärkeren nahen Beben mehrfach umfiel. Am 80-kg-Vertikalpendel hatten sie lange an der Dämpfung und magnetischen Astasierung experimentiert. Die absolute Zeit der Phasen konnten sie damit auf höchstens sechs Sekunden genau bestimmen.

Die Zeit wurde 14-täglich mit Meridian-Instrument und Sternzeitchronometer bestimmt. Dazwischen waren sie auf einen Knoblich-Schiffschronometer und zur Kontrolle auf einen Bröcking-Sternzeitchronometer angewiesen, bis sie 1910 eine genauere Pendeluhr erhielten.

Da der Seismograph nur 1,2 km vom umbrandeten Riff entfernt war, wurde der Aufprall der Dünung sehr stark aufgezeichnet. Da das Haus auf Korallensand stand, wurden ferne Beben stark gedämpft.

Nach Tetens wurde Franz Linke der Leiter. 1913/14 war Ludwig Carl Geiger der Leiter, danach Gustav Angenheister (1878–1945) bis nach dem Ersten Weltkrieg.

Literatur

  • Kurt Wegener: Die seismischen Registrierungen am Samoa- Observatorium der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen in den Jahren 1909 und 1910.
  • Liste der wichtigsten am Samoa-Observatorium 1913-20 registrierten Erdbeben. In: Nachrichten von der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse, 1922. Einzusehen bei digizeitschriften.de
  • G. Angenheister: Die Luftelektrischen Beobachtungen am Samoa-Observatorium 1906, 1907, 1908
  • Wegener: Die Aerologischen Ergebnisse im Jahre 1910 am Samoa- Observatorium der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen

Weblinks

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