Samtgemeinde Brookmerland


Samtgemeinde Brookmerland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Samtgemeinde Brookmerland
Samtgemeinde Brookmerland
Deutschlandkarte, Position der Samtgemeinde Brookmerland hervorgehoben
53.5166666666677.2666666666667
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Aurich
Fläche: 77,25 km²
Einwohner:

13.233 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Verbandsschlüssel: 03 4 52 401
Verbandsgliederung: 6 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Am Markt 10
26529 Marienhafe
Webpräsenz: www.marienhafe.de
Samtgemeinde-
bürgermeister
:
Gerhard Ihmels
Lage der Samtgemeinde Brookmerland im Landkreis Aurich
Baltrum Juist Landkreis Wittmund Landkreis Leer Memmert Norderney Nordsee Emden Landkreis Friesland Landkreis Leer Landkreis Wittmund Aurich Berumbur Berumbur Dornum Großefehn Großheide Hage Hagermarsch Halbemond Hinte Ihlow (Ostfriesland) Krummhörn Leezdorf Lütetsburg Marienhafe Norden (Ostfriesland) Osteel Rechtsupweg Südbrookmerland Upgant-Schott Upgant-Schott Wiesmoor WirdumKarte
Über dieses Bild
Marienkirche in Marienhafe

Die Samtgemeinde Brookmerland ist ein Gemeindeverband im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Die Samtgemeinde besteht aus den Mitgliedsgemeinden Marienhafe, Leezdorf, Osteel, Rechtsupweg, Upgant-Schott und Wirdum. Verwaltungssitz der Samtgemeinde ist Marienhafe.

Das Brookmerland, wie es heute umgangssprachlich unter Verwendung eines Artikels auch genannt wird, hat etwa 13.200 Einwohner, die sich auf 77,25 km² verteilen. Daraus ergibt sich eine Einwohnerdichte von 171 Einwohner je km², die nicht nur über dem ostfriesischen Vergleichswert liegt (148), sondern auch leicht über dem niedersächsischen (168), jedoch unter demjenigen der Bundesrepublik (230).

Das Gebiet der Gemeinde liegt auf einem Teil der historischen Region Brookmerland, dessen Bezeichnung von dem altfriesischen bzw. altniederdeutschen Wort brōk stammt, das für eine moorige Bruchlandschaft steht, die früher kaum besiedelt war. Diese zog sich vom Westrand des Ostfriesischen Geestrückens, von der Ley (Norder Tief) bis zur Flumm (Fehntjer Tief).

Zum kulturellen Erbe der Samtgemeinde zählen in erster Linie die historischen Kirchen in Marienhafe und Osteel mitsamt ihren Orgeln. Daneben finden sich weitere historische Gebäude wie Steinhäuser (ehemalige Häuptlingsburgen), Gulfhöfe und Windmühlen.

Wirtschaftlich ist die Gemeinde von mittelständischen Betrieben, zumeist zur Nahversorgung, geprägt. Auch der Tourismus spielt eine bedeutende Rolle, wobei sich die Gegend um Marienhafe als ehemaliger Zufluchtsort des Seeräubers Klaus Störtebeker als „Störtebekerland“ vermarktet. Die Landwirtschaft spielt bei der Flächennutzung eine bedeutende Rolle. Die Samtgemeinde Brookmerland ist insgesamt jedoch eine Auspendler-Gemeinde, wobei die Städte Emden, Aurich und Norden eine Rolle spielen, in deren Mitte das Brookmerland liegt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage und Ausdehnung

Das Brookmerland liegt im westlichen Teil der ostfriesischen Halbinsel in Niedersachsen. Die Samtgemeinde befindet sich nordöstlich von Emden und südwestlich von Norden im Landkreis Aurich. Es grenzt unmittelbar an die Stadt Norden und liegt westlich der Kreisstadt. Die Nordseeküste liegt nur wenige Kilometer entfernt, die kürzeste Entfernung ist diejenige zur Leybucht, einer Bucht der Nordsee, die sich westlich des Samtgemeindegebiets befindet.

Das Brookmerland ist mit 171 Einwohner je km² im innerostfriesischen Vergleich überdurchschnittlich dicht besiedelt und liegt auch leicht über der Einwohnerdichte des Landes Niedersachsen (Vergleichszahlen: Ostfriesland 148, Niedersachsen 168). Mit der Einwohnerdichte bleibt das Brookmerland jedoch unter dem bundesrepublikanischen Durchschnitt von 230 Einwohner je km². Die einzelnen Mitgliedsgemeinden haben jedoch sehr verschiedene Besiedelungsdichten: Während Wirdum einen Wert von 69 Einwohner je km² aufweist, liegt die Einwohnerdichte im eng begrenzten Hauptort Marienhafe höher als in allen anderen ostfriesischen Kommunen, Städte wie Emden und Leer eingeschlossen: 500 Einwohner je km². Klar überdurchschnittlich stark besiedelt sind daneben auch die im Moor angelegten Streusiedlungen Leezdorf und Rechtsupweg, während neben Wirdum auch Upgant-Schott und Osteel aufgrund ihrer großen Gemarkungsflächen und eines hohen Anteils von Landwirtschaftsflächen unter dem Samtgemeindedurchschnitt liegen.

Geologie und Böden

Das Gebiet der Samtgemeinde Brookmerland wird oberflächlich von Schichten des Pleistozäns und des Holozäns bestimmt. Die erdgeschichtlich älteren Teile des Pleistozäns sind die Geestgegenden im Nordosten des Gemeindegebietes. Auf ihnen liegen zum Teil holozäne Moorschichten auf. Der Westen und Süden des Gemeindegebietes liegt in der Marsch, ebenfalls eine holozäne Schicht.

Typischer Gley-Boden

Das zentrale Gemeindegebiet um Marienhafe, Osteel, Upgant-Schott, Rechtsupweg und Leezdorf weist Podsol- und Gley-Podsol-Böden in zumeist feuchter Lage auf, die teils anmoorig sind. Die anmoorigen Gebiete sind nach Kultivierungsmaßnahmen inzwischen größtenteils abgetorft.[2] Der weitere Untergrund besteht aus Sand und schwach lehmigem Sand, oft über Lehm und Ton. Westlich von Leezdorf und Rechtsupweg schließen sich in geringerem Umfang Hochmoorböden sowie stark humose Böden auf mittlerweile abgetorften Flächen an. Westlich einer ungefähren Linie Osteel-Siegelsum befinden sich Marschböden. Dabei handelt es sich von Ost nach West um zwei schmale Streifen von Knickmarsch- und Übergangs-Brackmarsch-Böden, die kalkfrei bis schwach kalkhaltig sind. Weiter westlich, im Bereich der früheren Leybucht, sind kalkreichere Seemarschböden zu finden. Der Süden des Gemeindegebietes um Wirdum besteht zum Großteil aus Seemarschböden, die nach der Eindeichung der Leybucht gewonnen wurden. Auch hier schließen sich östlich davon schmale Streifen von Knickmarsch- und Übergangs-Brackmarsch-Böden an.

Torfschichten im Moor

Die kleinen Hochmoorflächen im Westen des Samtgemeindegebietes bestehen aus der höher liegenden Weißtorfschicht und einer darunter liegenden Schwarztorfschicht, die wiederum auf mineralischem Gestein aufliegt. Das Alter der ostfriesischen Hochmoore wird im Allgemeinen auf zirka 5000 Jahre geschätzt. Nachdem der leichtere Weißtorf abgeräumt war, wurde der Schwarztorf zu brikettähnlichen Quadern gepresst, die als Heizmaterial dienten. Die abgetorfte Fläche wurde später in Kultur genommen, wozu jedoch stets verschiedene Bodenverbesserungsmaßnahmen nötig waren. Grundsätzlich eignen sich kultivierte Moorböden aufgrund ihrer Nährstoffarmut eher als Grünland.

Die Gley-Böden sind besonders von hohen Grundwasserständen betroffen. Ähnliches gilt für Podsole in feuchter Lage, Übergangsbildungen zu Gley. Auch sie müssen im Samtgemeindegebiet dräniert werden. Genutzt wird dieser Boden zumeist als Grünland.

Seemarschböden besitzen einen hohen Kalkgehalt von vier bis zwölf Prozent, was für die ackerbauliche Nutzung von Belang ist. Da sie wesentlich aus Schlick bestehen, bestehen sie zu etwa sechs Prozent aus organischen Substanzen. Hohe Grundwasserstände, besonders im Frühjahr und Herbst, machen eine Dränage erforderlich, was durch die zahlreiche Entwässerungsgräben (Schloote) geschieht. Ein hoher Kalkgehalt im Boden erlaubt bessere landwirtschaftliche Erträge. Die jungen Seemarschböden haben zumeist eine hohe bis sehr hohe Bodenwertzahl. Die etwas küstenferneren Knick- und Brackmarschböden entstanden aus den feineren und deshalb dichteren Sedimenten, die in früheren Zeiten weiter landeinwärts getrieben wurden. Aufgrund der höheren Dichte sind die tonigen Böden schwerer und weisen oft Staunässe auf. Zudem sind sie auch kalkärmer.

Das Samtgemeindegebiet befindet sich teilweise unter Normalnull, dies trifft auf die abgesackten Knick- und Brackmarschböden bei Wirdum und Siegelsum zu. Die höchstgelegenen Stellen sind die (zum großen Teil abgetorften) Hochmoorböden bei Leezdorf und Rechtsupweg, die sich bis zu zirka vier Meter über Normalnull erheben.

Gewässer

Westlich von Marienhafe liegt die „Quelle“ der Abelitz, eines mäandrierenden Flüsschens, das durch das Gemeindegebiet fließt und südlich von Wirdum in das Alte Greetsieler Sieltief mündet, welches wiederum über das Knockster Tief in die Ems entwässert. Die Abelitz speist sich bei Marienhafe aus mehreren Entwässerungsgräben, regional Schloot genannt, und nimmt in ihrem Verlauf auch weitere Schloote auf. Neben den Schlooten fließen der Abelitz darüber hinaus die Maar zu, die ihren Ursprung in der Nachbargemeinde Südbrookmerland hat. Kurz vor der Einmündung in das Alte Greetsieler Sieltief nimmt die Abelitz zudem den Abelitz-Moordorf-Kanal auf, der im Auricher Stadtteil Georgsfeld seinen Ursprung hat und teils kanalisiert durch das Südbrookmerland fließt. Die Abelitz entwässert somit einen Großteil der Samtgemeinde Brookmerland und der Gemeinde Südbrookmerland, wofür der I. Entwässerungsverband Emden mit Sitz im Krummhörner Hauptort Pewsum zuständig ist. Das Alte Greetsieler Sieltief fließt südlich von Wirdum durch das Gebiet der Samtgemeinde und nimmt beim genannten Ort das Wirdumer Tief auf, einen kurzen Kanal, der früher die Verkehrsanbindung des Ortes per Boot in die Krummhörn und nach Emden sicherstellte.

Flächennutzung

Flächennutzung 2011
Nutzung Fläche in ha
Gebäude- und Freifläche 740
davon Wohnfläche 536
davon Gewerbe- und Industriefläche 33
Betriebsfläche 22
davon Abbauflächen 18
Erholungsfläche 61
davon Grünanlage 40
Verkehrsfläche 356
davon Straße, Weg, Platz 340
Landwirtschaftsfläche 6.284
davon Moor 8
davon Heide 1
Wasserfläche 176
Waldfläche 77
Flächen anderer Nutzung 9
davon Friedhöfe 3
davon Unland 4
Gesamtfläche 7.725

Mit 81,34 Prozent liegt der Anteil der Landwirtschaftsflächen am Gesamtgebiet noch über dem ostfriesischen Durchschnitt von 75 Prozent[3], der seinerseits bereits deutlich über dem bundesrepublikanischen Durchschnitt von 52 Prozent liegt. Zusammen neun Hektar dieser Fläche sind noch als ursprüngliche(s) Moor bzw. Heide zu bezeichnen. Der Löwenanteil der Landwirtschaftsflächen ist Grünland. Das Brookmerland ist nur wenig bewaldet – selbst innerhalb des waldarmen Ostfriesland, das im bundesrepublikanischen Vergleich eine extrem unterdurchschnittliche Waldfläche (etwa 2,5 Prozent) aufweist. Es gibt nur wenige kleinere aufgeforstete Flächen auf den Wilden Äckern östlich von Upgant-Schott sowie in den hochmoornahen Gebieten nordöstlich von Leezdorf und Rechtsupweg. Die Wasserflächen im Gebiet der Samtgemeinde sind, von wenigen kleinen Tümpeln und Kolken abgesehen, ausschließlich Tiefs und Kanäle sowie Entwässerungsgräben.

Gliederung der Samtgemeinde

Die Samtgemeinde Brookmerland besteht aus sechs Mitgliedsgemeinden. Dies sind neben dem Hauptort und Verwaltungssitz Marienhafe die Gemeinden Leezdorf, Osteel, Rechtsupweg, Upgant-Schott und Wirdum. Neben diesen Ortschaften gibt es noch weitere, die zum Gebiet der jeweiligen Mitgliedsgemeinde gehören. Zuvörderst sind Tjüche und Siegelsum zu nennen, die bis kurz vor der Gemeindereform eigenständige Gemeinden bildeten und schließlich nach Marienhafe (Tjüche) und Upgant-Schott (Siegelsum) eingemeindet wurden. Daneben gibt es weitere kleinere Ortschaften und Wohnplätze, die besonders in den Gemeinden Osteel und Wirdum auf frühere Neuanlagen nach Eindeichungen zurückzuführen sind, so bspw. Osteeler Altendeich und Wirdumer Altendeich.

Nachbargemeinden

Das Brookmerland grenzt im Norden und Nordwesten an die Stadt Norden, im Nordosten an die Samtgemeinde Hage, im Osten an die Gemeinde Großheide, im Südosten an die Gemeinde Südbrookmerland, im Südwesten an die Gemeinde Krummhörn sowie im äußersten Süden an die Gemeinde Hinte.

Klima

Das Brookmerland liegt in der gemäßigten Klimazone, hauptsächlich im direkten Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist insgesamt von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.

Nach der effektiven Klimaklassifikation von Köppen befindet sich die Samtgemeinde in der Einteilung Cfb. C steht für ein warm-gemäßigtes Klima, Cf für ein feucht-gemäßigtes Klima mit warmen Sommern b.

Die nächstgelegene Wetterstation auf dem ostfriesischen Festland befindet sich in Emden (siehe dort für weitere Informationen).

Schutzgebiete

Im Gebiet der Samtgemeinde befindet sich ein Naturschutzgebiet. Es handelt sich dabei um den Bahnkolk Upgant-Schott im gleichnamigen Ortsteil, der aus einem zu Beginn des Ersten Weltkrieges durch Sandabbau entstandenen See sowie den angrenzenden Uferbereichen besteht. Das NSG ist 8,7 Hektar groß und steht seit 1973 unter Schutz. Seit 2007 ist der Niederungsbereich Bollandswater bei Siegelsum als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen (Größe: 17,3 Hektar). Hinzu kommen ein Tümpel am Schiffsleidingsweg in der Gemarkung Upgant-Schott und ein Teich in der Ortslage Upgant-Schott, die seit 1987 unter Schutz stehen, sowie Resthochmoorflächen in Leezdorf und Rechtsupweg (seit 1989), die allesamt als Naturdenkmäler ausgewiesen sind.[4]

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Funde aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit sind im Gebiet der Samtgemeinde bislang nicht entdeckt worden. Auf dem Gebiet der unmittelbar an Leezdorf und Rechtsupweg anschließenden Ortschaft Berumerfehn, einer Moorkolonie in der Nachbargemeinde Großheide, wurde allerdings 2004 eine Keule entdeckt, deren Alter auf etwa 2700 v. Chr. datiert wird. Es handelt sich um eine etwa 70 Zentimeter lange Keule aus Eibenholz, die der Jungsteinzeit zugeordnet wird. Zumindest für den Geest- und Moorbereich im Übergang von der Samtgemeinde in die östliche Nachbargemeinde ist somit die Anwesenheit von Menschen für diesen Zeitraum bestätigt.[5]

Mittelalter

Bis ins frühe Mittelalter war das Brookmerland[6] weitgehend unbesiedelt und stellte eine natürliche Grenze zwischen dem Feder- und dem Emsgau (etwa das heutige Gebiet Emden/Hinte/Krummhörn) auf der einen Seite und den Gauen Norditi (Norderland) und Östringen auf der anderen Seite dar. Auch kirchenhistorisch spielte diese Grenze eine Rolle, war sie doch die Trennlinie des Bistums Münster (Feder- und Emsgau) gegenüber dem Erzbistum Bremen (Norderland und Östringen).

Bodenfunde deuten auf eine spärliche Besiedlung in der Zeit um 800 hin. Zu einer größeren Besiedlung kam es spätestens ab 1100, möglicherweise bereits im 10./11. Jahrhundert. In einem Fall wird die Besiedlung bereits für das 9. Jahrhundert angenommen: Das in den Urbaren des Klosters Werden genannte „Cuppargent“ wird als das heutige Upgant identifiziert, das damit das älteste urkundlich erwähnte Dorf des Samtgemeindegebietes ist. Funde in Kirchen des südlichen Brookmerlands gibt es aus dem 11. und 12., aber auch aus dem 9./10. Jahrhundert (in Wiegboldsbur, das als „Uuibodasholta“ ebenfalls in den Werdener Urbaren genannt wird und der älteste urkundlich erwähnte Ort des Südbrookmerlands ist). Darunter sind Tuchgewebe, ein Sarkophagdeckel und eine Randscherbe, die aus der ältesten hier in Rede stehenden Zeit stammt. Nur grob datiert ist ein Keramikfund aus Upgant (700 bis 1000 n. Chr.).

Da die Forschung darin übereinstimmt, dass fast alle steinernen Kirchbauten hölzerne Vorgängerkirchen hatten, muss die Besiedlung des Raumes bereits vor dem Steinkirchbau eingesetzt haben, der für das nördliche Brookmerland auf das 13. Jahrhundert datiert wird. Da zudem Kirchen erst nach einer gewissen Zeit gebaut wurden, nämlich dann, als sich genügend Siedler in einer Bauerschaft zusammengefunden hatten, kann die Besiedlung des Brookmerlands schon sehr viel eher angenommen werden als das Alter der ältesten Kirchen vermuten lässt.[7] Das Brokmerland wurde dabei von Siedlern aus der Marsch, vornehmlich entlang der Ems, urbar gemacht.

Die Siedlung in Reihendörfern ergab sich dabei aus den geologischen Gegebenheiten, die die Siedler vorfanden. Im Brookmerland reichten in damaliger Zeit Hochmoore bis an den Geestrand heran. Um die Moore nutzbar zu machen, bauten die Siedler ihre Dörfern in Reihenform und trieben anschließend die Entwässerung der Moore dergestalt voran, dass sie parallel zueinander Entwässerungsgräben in die Moore gruben. Jedem der Siedler hatte dabei ein Anrecht auf einen Streifen Moor in einer zuvor vereinbarten Breite. Grundsätzlich unbegrenzt war die Länge des zu kolonisierenden Stück Moores, allerdings war die Länge beim damaligen Stand der Mittel schon allein technisch limitiert. Die Nutzung der Moore beschränkte sich also zunächst auf die Randzonen.[8] Das Ergebnis dieses Vorgangs waren die Reihendörfer mit ihren Upstreeken.

„Die Binnenkolonisation in Ostfriesland hat im 10./11. Jahrhundert in Form einer inselhaften Besiedlung eingesetzt. Im 12./13. Jahrhundert wird sie ihren Höhepunkt erreicht haben, um im 14. Jahrhundert langsam abzuklingen. Die Besiedlung hat sich also über einen Zeitraum von etwa vier Jahrhunderten erstreckt. Im Brookmerland als dem Einzugsbereich von Ems- und Federgau nahm sie aufgrund des dort vorherrschenden höheren Bevölkerungsdrucks einen schnelleren Verlauf, so daß hier mit einem weitgehenden Abschluß schon Ende des 13. Jahrhunderts gerechnet werden muß, ein Jahrhundert früher als im übrigen Untersuchungsgebiet (d. i. das westliche Ostfriesland, d. Autoren).“

Ekkehard Wassermann: Aufstrecksiedlungen in Ostfriesland. Ein Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Moorkolonisation. S. 135.

Erstmals werden die Brokmer in der Östringer (Rasteder) Chronik von 1148 erwähnt, was darauf hindeuten kann, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits eine gewisse Bedeutung hatten. Ab 1251 traten die Brokmänner dann als eigenständige Landesgemeinde auf, dem Brookmerland, welches sich zunächst in drei Mittelbezirke mit jeweils zwei Hauptkirchen gliederte: Marienhafe und Engerhafe, Wiegsboldsbur und Burhafe (heute Einzelhöfe in der Victorburer-Marsch), Bedekaspel und Südwolde (Blaukirchen). Die Kirchenbezirke gehörten zum Bistum Münster. Hauptversammlungsort der Brokmannen war wohl zunächst die Kirche Wiegboldsbur.

Die Kirche zu Marienhafe während des Abbruchs 1829

Im Verlauf des 13. Jahrhunderts erlebte das Brookmerland eine erste Blütezeit. In diese Zeit fällt der Bau der großen Kirchen, von denen die (ehemals dreischiffige) Kirche Marienhafe die größte ist. Damals war sie die größte Kirche im nordwestdeutschen Raum, und noch 1462 spendete Papst Pius II. einen Ablass für den Besuch der Kirche, für Spenden an Einrichtungsgegenständen sowie für Geldspenden zur Erhaltung der Kirche „curia beate Marie“. Der Bischof von Münster kam der wachsenden Bedeutung der Gegend nach, in dem er sie Mitte des 13. Jahrhunderts kirchlich zu einem eigenen Sprengel erhob. Zuvor war sie den Dekanaten Uttum und Hinte zugeordnet.

Nach Ekkehard Wassermann[9] fällt die Entstehung des als Marktort angelegten Ortes Marienhafe mit der Ausweitung der Leybucht durch Strumfluten zusammen. Anders als frühere Autoren geht er davon aus, dass bereits die Sturmfluten des 12. Jahrhunderts einen Ausläufer schufen, der bis an Marienhafe heranreichte und somit dem Flecken einen Zugang zur See verschaffte, der für den Handel genutzt wurde. Darauf weise die Tatsache hin, dass es in Marienhafe kaum Bauern, wohl aber Gewerbetreibende gab. Auch der Bau der Kirche ab dem Jahre 1240 habe „die Ansammlung einer nicht unerheblichen Summe Geldes“ vorausgesetzt. Die Anbindung an die Leybucht und damit die offene See datiert Wassermann daher „wahrscheinlich“ auf die Julianenflut 1164. Mit diesem Aufstieg Marienhafes ging nach Wassermann auch eine Verlagerung des politischen Zentrums aus dem Raum des heutigen Südbrookmerlands (namentlich Wiegboldsbur) nach Marienhafe einher.

Um 1240 wurde von Prämonstratensern aus Steinfeld das Kloster Aland gegründet. Urkundlich wurde es erstmals 1255 als Nonnenkloster erwähnt und als Ripa beatae Maria Virginis oder prepositus de Insula bezeichnet. Die Leybucht reichte während des Mittelalters bis an die Örtlichkeit heran. Möglicherweise wurde das Kloster von den Mündungsarmen eines Flusses umflossen, die es zur Insel machten. Nach der schweren Nordseesturmflut vom 1. Januar 1287 sollen hier 90 Ordensschwestern gelebt haben. Wirtschaftliche Basis des Klosters war sein Grundbesitz, der zu diesem Zeitpunkt bis zu 400 Hektar groß gewesen sein soll.[10] Diese Ländereien befanden sich in unmittelbarer Umgebung des Klosters. Daneben unterhielt der Konvent Besitzungen im benachbarten Uppigen und in Osteel.[11]

Die friesischen Landesgemeinden besaßen eine Konsulatsverfassung, nach der die Konsuln und Richter jeweils für ein Jahr vom Volk gewählt wurden. Politische Führung und Gerichtsbarkeit lagen unmittelbar in Händen der besitzenden Bevölkerung. Jährlich fanden Versammlungen der Vertreter der sieben friesischen Seelande statt. Der Upstalsboom ist eine noch heute bekannte Begegnungsstätte aus dieser Zeit. Das Brookmerland verfügte über eine eigene Gerichtsbarkeit und mit dem Brokmerbrief auch über eine eigene Verfassung. Dieser berichtet als ausführlichste friesische Rechtsquelle von der Landes- und Gerichtsverfassung des Brookmerlandes, dessen Recht auf dem Willen des zusammengetretenen Volkes beruhte.

Ende des 13. Jahrhunderts schloss sich das Auricherland dem Brokmerland an und bildete das vierte Viertel der Landesgemeinde. Nach dem Ende der Herrschaft der Häuptlingsfamilie tom Brok um 1450 trennte sich das Auricherland wieder vom Brokmerland.

Häuptlingszeit

Das Brokmerland im Ostfriesland des 14. Jahrhunderts.

Diese Konsulatsverfassung hatte bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts Bestand. Danach zerfiel sie und wurde nach und nach abgelöst, als mächtige Familien die Häuptlingswürde übernahmen. Im Brookmerland war dies die Familie Kenesma, welche in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Häuptlingswürde zugesprochen bekam. Danach benannte sie sich in tom Brok um und errichtete die Burg Brooke neben der schon bestehenden bischöflichen Burg in Oldeborg. Später errichteten die tom Brok dann noch in Aurich eine zweite Burg.

Der Hauptort Marienhafe entwickelte sich in dieser Zeit zu einem bedeutenden Handelsplatz. Nach schweren Sturmfluten 1374 und 1377 wurde er gar zum Seehafen. Damit bestand die Möglichkeit, Waren aus dem Brookmerland auf dem Wasserwege ins Münsterland zu transportieren. Die Wattflächen Leybucht und Kuipersand vor Marienhafe beziehen ihren Namen von der alten dreischiffigen Marienhafer Großkirche. Deren Dach waren auf der Nordseite mit Kupfer (Kuiper = friesisch-niederländisch für Kupfer) und auf der Südseite mit Schiefer (Ley = altdeutsch für Schiefer) gedeckt, so dass die Kirche von See her durch den wechselnden Blick auf die Kupfer- und die Schieferseite für Eingeweihte einen Hinweis auf die auch bei Niedrigwasser befahrbar bleibenden Priele und sonstigen Wasserflächen gab. Ohne dieses Wissen waren der Ort und sein tideabhängiger Hafen von See her praktisch uneinnehmbar.

Klaus-Störtebeker-Denkmal

Im ausgehenden 14. Jahrhundert fanden die Likedeeler genannten Seeräuber Unterschlupf in Marienhafe. Ob sich der berühmt-berüchtigte Klaus Störtebeker auch unter diesen befand, ist bis heute nicht urkundlich nachzuweisen. Für den Schutz revanchierten sich die Likedeeler beim Kampf der Häuptlinge des Brookmerlandes um die Vorherrschaft in Ostfriesland. Widzel tom Brok hatte den damals noch jungen Hafen den „Likedeelern“ oder „Vitalienbrüdern“ geöffnet. Diese nutzten den Ort als Schutz, zum Stapeln der geraubten Waren und auch zu deren Absatz. Dies wurde schließlich durch mehrere Strafexpeditionen der Hansestadt Hamburg unterbunden, die sich gegen die Seeräuber und mit ihnen sympathisierende Häuptlinge unternahmen. Dabei wurde Marienhafe aufgrund seines sicheren Hafens vor der Zerstörung bewahrt. Faldern und Larrelt bei Emden sowie andere ostfriesische Bauten wurden dagegen damals geschleift.

Ocko tom Brok wird nach der Schlacht auf den Wilden Äckern gefangen vor Focko Ukena geführt. Romantisierendes Historiengemälde von Tjarko Meyer Cramer, 1803

Die tom Brok hatten zunächst mit Erfolg versucht, eine Landesherrschaft über die Frieslande diesseits und jenseits der Ems auszubilden. Ocko II. erbte schließlich derart große Herrschaftsgebiete, dass er sich Häuptling von Ostfriesland nennen konnte. In der Folgezeit kam es jedoch zwischen Focko Ukena und Ocko tom Brok zu Streitigkeiten, die in offene Kriegshandlungen übergingen. Nach einem ersten Sieg Ukenas über Ocko II. bei Detern 1426 verband sich Focko mit dem Bischof von Münster und zahlreichen ostfriesischen Häuptlingen gegen den nun auf das Brokmerland beschränkten Ocko und schlug ihn am 28. Oktober auf den Wilden Äckern bei Upgant-Schott endgültig. Er wurde nach Leer verbracht und blieb vier Jahre lang inhaftiert. 1435 verstarb er machtlos als Letzter seines Geschlechts in Norden.

Die nun folgende Herrschaft Focko Ukenas im Brookmerland blieb nur ein kurzfristiges Intermezzo. Nachdem das Volk gerade dem Joch der tom Brok entkommen waren, fühlten sich viele von den neuen Machthabern verraten, da sie genau wie die tom Brok die friesische Freiheit zu verraten schienen. Nach der Eroberung von Oldersum und Aurich schlossen die ostfriesischen Landesverbände und die kleineren Häuptlinge am 14. November 1430 unter Führung des Häuptlings Edzard Cirksena aus Greetsiel den Freiheitsbund der Sieben Ostfrieslande. Um 1440 wurden die Cirksena dann zu Richtern und „Vormündern“, zu Häuptlingen des Brookmerlandes wie des Auricherlandes und hatten dort nach dem Zwischenspiel der Ukena schließlich die Erbfolge der tom Brok angetreten. Sie mussten jedoch Rücksicht auf Gemeindefreiheit und das Landesrecht nehmen. Die Landesgemeinden hatten sich neu konstituiert. So gab es wieder ein Brookmerland, ein Auricherland und im Südwesten des Auricherlandes sogar ein eigenes Süderland (Bangstede, Ochtelbur, Riepe und Simonswolde).

Unter den Cirksenas (1464-1744)

Als die Cirksena 1464 in den Reichsgrafenstand erhoben wurden, machten sie die von ihren Burgen beherrschten Bereiche zu Ämtern: das Brookmerland gehörte wie das Auricherland fortan zum Amt Aurich und zerfiel in die Nordbrookmer Vogtei mit Osteel, Marienhafe und Siegelsum und die Südbrookmer Vogtei mit den Kirchspielen Engerhafe, Victorbur, Wiegboldsbur, Bedekaspel und Forlitz-Blaukirchen. Diese Teilung besteht bis heute fort in der Samtgemeinde Brookmerland einerseits und der Gemeinde Südbrookmerland andererseits.

1498 begann auf Befehl des Grafen Edzard der Große die planmäßige Eindeichung von Teilen der Leybucht. Dabei wurde von Wirdum in Richtung Marienhafe ein Deich angelegt, der sowohl den großen südlichen Ausläufer der Leybucht als auch den Meeresarm bei Marienhafe von der See abschnitt. Eine Sturmflut machte das Werk jedoch noch im selben Jahr wieder zunicht. Erst unter der Regentschaft der Gräfin Anna wurde ein erneuter Versuch unternommen, die Deichlinie dabei sogar noch weiter seewärts angelegt und so das Wirdumer Neuland eingedeicht.[12] Den Anwachs beanspruchte das Grafenhaus, so dass dort Domänen entstanden, die an siedlungswillige Bauern verpachtet wurden. 1585 wurde zudem das Osteeler Neuland eingedeicht, die letzte Einpolderung auf dem heutigen Gemeindegebiet.[13] Durch die Eindeichung des Wirdumer Neulands verkürzten sich in der Folgezeit auch einzelne Wege erheblich. So war nach der Trockenlegung die Passage aus Richtung Norden/Marienhafe über Wirdum nach Emden oder gar – um die Rest-Leybucht herum – nach Greetsiel schneller möglich als zuvor.[14]

Unter preußischer Herrschaft (1744 - 1806/15)

Als der letzte Fürst von Ostfriesland kinderlos starb, kam das Fürstentum durch eine Exspektanz 1744 an Preußen. Der preußische König Friedrich II. zeigte aus fiskalischen Gründen großes Interesse am weiteren Landesausbau in seiner neuen Provinz. Dazu wurden zum einen neue Polder eingedeicht, zum anderen wurden nach Verabschiedung des Urbarmachungsedikts 1765 rund 80 neue Moorkolonien in Ostfriesland besiedelt. Eine dieser neuen Moorkolonien war Rechtsupweg, wo sich seit 1771 Neusiedler aufhielten. Bereits etwas älteren Datums ist die benachbarte Moorkolonie Leezdorf. Ein erster Siedler namens Johann Hinrichs ist schon für das Jahr 1706 bezeugt; er siedelte sich entlang der Leetze an, eines Wasserlaufs, der aus dem Moor in Richtung Osteel floss. Es dauerte allerdings bis 1756, ehe weitere Menschen in die neue Kolonie vordrangen. Auf Geheiß Friedrichs wurde Leezdorf 1767 als Dorf anerkannt. Die Einwohnerzahl in den neuen Moorkolonien nahm in den folgenden Jahrzehnten deutlich zu. So lebten in Leezdorf im Jahre 1810 bereits 146 Menschen. Da sich die Siedler nicht, wie es in Fehnsiedlungen der Fall war, an geplanten und eigens gegrabenen Kanälen niederließen, sondern die Besiedlung ungeplant verlief, blieben Leezdorf und auch Rechtsupweg bis ins mittlere/späte 20. Jahrhundert hinein ausgeprägte Streusiedlungen. Erst spät nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden geplante Dorfmittelpunkte.

Landwirtschaftliche Grundlage der Moorkolonien war die Moorbrandkultur. Dabei wurden im Sommer kleine Gräben angelegt, um ein Stückchen Moor zu entwässern. Im Herbst wurde das Moor in Schollen gehackt, die im Winter durchfroren und im darauffolgenden Frühjahr geeggt wurden. Im späten Frühjahr zündeten die Kolonisten die solcherart bearbeiteten Moorflächen an und legten Samen von (zumeist) Buchweizen in die Asche. Buchweizen wächst sehr schnell und konnte demnach nach wenigen Wochen geerntet werden. Der Buchweizen, ein Knöterichgewächs, wurde im Anschluss verarbeitet. Angebaut wurden auch Kartoffeln, Roggen und Hafer.[15] Der Moorboden wurde durch diese Form der Bearbeitung allerdings nach einigen Jahren ausgelaugt, so dass die Erträge sanken. Leezdorf und Rechtsupweg teilten daher das Schicksal vieler weiterer ostfriesischer Moorkolonien jener Tage: Die Dörfer verarmten rapide, wie es im benachbarten Südbrookmerland auch im Falle Moordorfs geschah.

Der Marktflecken Marienhafe war in der Mitte des 18. Jahrhunderts der wirtschaftliche Mittelpunkt des nördlichen Brookmerlands. Darauf weist eine Statistik der Berufsgruppen aus dem Jahr 1769 hin. Demnach wurden im Flecken „lediglich drei Landwirte und 14 Tagelöhner, aber elf Weber, zehn Schuster, acht Schneider, sechs Zimmerleute, fünf Bäcker, fünf Kaufleute, drei Böttcher, zwei Drechsler, zwei Schmiede und jeweils ein Sattler, Grützemacher, Rossmüller, Krüger, Brauer, Fuhrmann, Glasmacher, Rademacher“[16] verzeichnet, darüber hinaus ein Chirurg, der gleichzeitig der Vogt des Fleckens war.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus

In den einzelnen Ortschaften spielten die Sozialdemokraten in den Anfangsjahren der Weimarer Republik eine wichtige Rolle. Spätestens seit 1928 liefen ihnen allerdings, wie auch in vielen anderen Gemeinden Ostfrieslands, die Nationalsozialisten den Rang ab. In Leezdorf votierten im März 1933 drei Viertel der Einwohner für die NSDAP

Juden hatten sich in den vergangenen Jahrhunderten im Flecken Marienhafe niedergelassen, wo sie als Gewerbetreibende ausreichende Verdienstmöglichkeiten fanden. 1925 betrug ihr Anteil an der Bevölkerung vier Prozent. Noch bei der Kommunalwahl im März 1933 hatte es eine „Liste Schönthal“ eines jüdischen Bürgers geschafft, in den Gemeinderat gewählt zu werden. Er wurde nach Protesten allerdings zum Rücktritt vom Amt gezwungen.[17] Nach der Machtergreifung sahen sich Juden auch in Marienhafe Verfolgungen ausgesetzt und mussten ihre Betriebe verkaufen. Sämtliche Juden des Ortes kamen während der NS-Zeit in Konzentrationslagern um oder starben auf der Flucht.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde bei Osterupgant von der Organisation Todt ein Ausweichlager für ausgebombte Familien aus Emden errichtet.[18] Bei dem Lager handelte es sich um eines mit relativem Komfort; die Baracken verfügten unter anderem über eigene Gemüsegärten zur Selbstverpflegung. Noch kurz vor Kriegsende wurden im Raum Marienhafe Panzersperren errichtet. Die Einwohner erreichten nach Protesten jedoch, dass diese abgerissen wurden und der Ort Anfang Mai 1945 kampflos an die heranrückenden alliierten Truppen (Kanadier und Polen) übergeben werden konnte.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren im Raum Leezdorf rund 1700 frühere Wehrmachtssoldaten interniert, die dort in Zelten und auf Höfen untergebracht waren. Gegen Ende 1945 wurden die meisten von ihnen entlassen. In den Jahren nach 1945 nahmen die Orte des heutigen Samtgemeindegebietes Flüchtlinge aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches auf. Die Zahl der Aufgenommenen schwankte dabei stark. So waren es in der Moorkolonie Leezdorf mit ihren ohnehin schon sehr beengten Wohnverhältnissen lediglich 9,2 Prozent (1946) beziehungsweise nur noch 7,5 Prozent (1950). In der anderen Moorkolonie Rechtsupweg lagen die Zahlen mit 6,8 Prozent (1946) und 8,1 Prozent (1950) ebenfalls sehr niedrig. Im Flecken Marienhafe hingegen betrugen die Vergleichswerte 25,7 und 27,2 Prozent. Der Marschenort Wirdum, in einem landwirtschaftlich sehr produktiven Gebiet gelegen, verzeichnete 1946 22,2 und vier Jahre später 22,8 Prozent Flüchtlingsanteil an der Gesamtbevölkerung.

Ein Ziel der Pendler aus dem Brookmerland: das Emder VW-Werk

Die zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft führte in den folgenden Jahrzehnten dazu, dass immer mehr Menschen sich eine Arbeit in anderen Branchen suchten, was im industrie- und gewerbearmen Brookmerland zumeist Pendeln bedeutete. In Leezdorf waren beispielsweise noch 1950 68 Prozent aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig, nur drei Prozent pendelten zu einem Arbeitsplatz außerhalb des Ortes. Zehn Jahre später wurden bereits mehr Auspendler als Beschäftigte in der Landwirtschaft gezählt (47 zu 42 Prozent). Zum Ziel der Auspendler wurde neben der Kreisstadt Norden auch Emden: Die dortige damalige Großwerft Nordseewerke zog viele Arbeitskräfte aus dem Umland an, seit 1964 auch das Volkswagenwerk Emden, das bis heute als Arbeitgeber für das Brookmerland eine große Bedeutung hat. Bezeichnenderweise führten die ersten regelmäßigen Buslinien, die Leezdorf mit der Umgegend verbanden, als Werksverkehr nach Emden, noch vor der Eröffnung anderer Buslinien.

Die Samtgemeinde Brookmerland wurde am 1. August 1969 gegründet und bestand zunächst aus sieben Mitgliedsgemeinden. 1971 stieß als achte Wirdum hinzu. Um den Status als Samtgemeinde aufrechterhalten zu können, wurde es notwendig, dass die beiden Kleinst-Gemeinden Tjüche und Siegelsum sich größeren Gemeinden anschlossen. Tjüche kam daraufhin 1972 zu Marienhafe, Siegelsum im selben Jahr zu Upgant-Schott. Seither besteht die Samtgemeinde Brookmerland aus sechs Mitgliedsgemeinden. Gemeinsam mit den anderen Kommunen des Landkreises Norden kam das Brookmerland im Zuge der Kreisreform in Niedersachsen 1977 zum Landkreis Aurich.

Seit den 1950er- und 1960er-Jahren wurde die Infrastruktur der Ortschaften stark ausgebaut. Wege wurden asphaltiert und verbreitert, weite Teile des Samtgemeindegebiets nach und nach an die Kanalisation angeschlossen. Die Bundesstraße (damals B70, heute nach Umbenennung B72) erhielt 1978 eine Ortsumgehung für Marienhafe, die den Ort auf einem Damm umquert. Dadurch wurde der bis dahin stark vom Durchgangsverkehr in Richtung Küste betroffene Ortskern entlastet.

Ausgebaut wurde in den vergangenen Jahrzehnten auch die Infrastruktur im kulturellen und sportlichen Bereich. Die Samtgemeinde hat darüber hinaus den Tourismus als zusätzliches Standbein entdeckt, was 2006 in der Ernennung Marienhafes zum Staatlich anerkannten Erholungsort mündete

Entwicklung des Gemeindenamens

Das Gebiet der Gemeinde liegt auf einem Teil der historischen Region Brookmerland, dessen Bezeichnung von dem altfriesischen bzw. altniederdeutschen Wort brōk stammt, das für eine moorige Bruchlandschaft steht, die früher kaum besiedelt war. Diese zog sich vom Westrand des Ostfriesischen Geestrückens, von der Ley (Norder Tief) bis zur Flumm (Fehntjer Tief). hin und war von einer Reihe von flachen Binnenseen, vom Großen Meer bis zum Sandwater, durchsetzt. Dazu kommt ein zu mer verschliffenes mann mit dem Herkunftsanhängsel er. Brookmerland bedeutet also nichts anderes „Land der Mannen aus dem Moor“.[19]

Politik

Ostfriesland ist in seiner Gesamtheit eine traditionelle Hochburg der SPD.[20] Innerhalb dieser Region gehört der Altkreis Norden, zu dem auch das Brookmerland gehört, neben Emden zu den Landstrichen, in denen die Sozialdemokratie seit mehreren Jahrzehnten am deutlichsten verwurzelt ist.[21] Besonders für die Marschgebiete gilt dies bereits seit der Weimarer Republik, teils auch schon länger.

Bereits bei der Bundestagswahl 1949 erreichte die SPD in sieben der damals acht Gemeinden des Samtgemeindegebiets die Mehrheit, lediglich in Siegelsum lag die rechtsgerichtete Deutsche Partei vorne. In Rechtsupweg, Upgant-Schott und Osteel errangen die Sozialdemokraten zwischen 40 und 50 Prozent, in Leezdorf, Marienhafe, Tjüche und Wirdum zwischen 30 und 40 Prozent der Stimmen. Die CDU, die in Ostfriesland erst spät organisatorisch Fuß fasste, lag lediglich in Osteel und Tjüche zwischen zehn und zwanzig Prozent und kam in allen anderen Gemeinden nicht über zehn Prozent hinaus. Bei der Bundestagswahl 1953 errang sie immerhin im vom Handel geprägten Hauptort Marienhafe die relative Mehrheit, in allen anderen Gemeinden stellte die SPD die relative oder sogar absolute Mehrheit der Stimmen. In den folgenden anderthalb Jahrzehnten konnte die CDU zwar aufholen, jedoch nie mit der SPD gleichziehen. Bei der Bundestagswahl 1969 erreichten die Christdemokraten in Leezdorf, Marienhafe und Siegelsum eine absolute Mehrheit, in den anderen Ortsteilen dominierte weiterhin die SPD. Bei der „Willy-Brandt-Wahl“ 1972 errangen die Sozialdemokraten ihr bis dahin bestes Ergebnis und holten in Marienhafe die relative, in allen anderen Ortsteilen die absolute Mehrheit der Stimmen, wobei die Mehrheit mit Ausnahme von Siegelsum in den übrigen Ortsteilen bei mehr als 60 Prozent der Stimmen lag.

Wie bei den Bundestagswahlen, so stellte die SPD in den Wahlkreisen, zu denen das Brookmerland jeweils gehörte, stets den direkt gewählten Abgeordneten. Auch auf Landkreisebene und auf kommunaler Ebene ist das Brookmerland für gewöhnlich eine Hochburg der SPD. Lediglich in einzelnen Gemeinderäten in den Mitgliedsgemeinden ist sie weniger dominant vertreten, auf Samtgemeindeebene erreichte sie auch bei der jüngsten Kommunalwahl im September 2011 wieder die absolute Mehrheit der Stimmen.

Zurückzuführen ist dies nicht zuletzt auf einen hohen Anteil von Auspendlern im Brookmerland, die als Arbeiter im Emder Volkswagenwerk beschäftigt sind, die in hohem Maße gewerkschaftlich organisiert sind. Dies bemerkte bereits T. Schmidt in seiner Untersuchung über das Wahlverhalten bei Bundestagswahlen bis 1972.

Im Jahr 2009 begann im Brookmerland eine Debatte über die Zusammenführung der sechs Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde zu einer Einheitsgemeinde.[22]

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Rat der Samtgemeinde Brookmerland besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Hinzu kommt als stimmberechtigtes Mitglied kraft Amtes der Samtgemeindebürgermeister, Gerhard Ihmels (SPD). Im Rat sind sechs Parteien und Gruppierungen vertreten. Bei den jüngsten Wahlen zum Samtgemeinderat (2011) kam es zu folgenden Ergebnissen:

Partei Prozent Sitze
SPD 54,05 % 16
CDU 15,19 % 5
BWG 14,11 % 4
Bündnis 90/Die Grünen 7,51 % 2
Die Friesen 1,28 % 1
Soziale Einheitsliste Brookmerland (SEB) 6,61 % 2
Bürgermeister 1 Sitz

Vertreter in Landtag und Bundestag

Abgeordneter Wiard Siebels (SPD)

Im Niedersächsischen Landtag (Legislaturperiode bis 2013) ist derzeit ein Abgeordneter aus dem Wahlkreis 86 (Aurich, Südbrookmerland, Ihlow, Großefehn, Brookmerland, Großheide) vertreten. Das Direktmandat gewann bei der Wahl 2008 der Auricher Sozialdemokrat Wiard Siebels. Er stellte sich bei der jüngsten Landtagswahl 2008 erstmals zur Wahl. Über Listenplätze der Parteien zog kein weiterer Politiker aus dem Wahlkreis in den Landtag ein.

Bei der Landtagswahl 2008 ergaben sich folgende Verhältnisse:[23]

Partei Erststimmen Kandidat Zweitstimmen
SPD 42,4 % Siebels 38,7 %
CDU 35,4 % Gossel 36,4 %
Bündnis 90
Die Grünen
6,3 % Wessels 6,6 %
FDP 2,8 % Ott 4,1 %
Die Linke 7,8 % Moll 8,6 %
Die Friesen 2,7 % Bieneck 2,2 %
Abgeordneter Garrelt Duin (SPD)

Großefehn zählt zum Bundestagswahlkreis Aurich/Emden. Dieser umfasst die Stadt Emden und den Landkreis Aurich. Bei der zurückliegenden Bundestagswahl im Herbst 2009 wurde der Sozialdemokrat Garrelt Duin direkt gewählt.[24] Außerdem wird der Wahlkreis von dem Bündnisgrünen Thilo Hoppe aus Aurich vertreten. Dieser zog bei der Wahl über die Landesliste in den Bundestag ein.

Bei der Bundestagswahl 2009 ergaben sich folgende Ergebnisse:[25]

Partei Erststimmen Kandidat Zweitstimmen
SPD 44,4 % Duin 38,8 %
CDU 25,8 % Hegewald 24,6 %
Bündnis 90/
Die Grünen
11,1 % Hoppe 10,4 %
FDP 7,1 % Debus 10,4 %
Die Linke 10,1 % Heilemann 11,5 %

Wappen

Blasonierung: In Blau ein goldener Adler mit goldenen Kronen auf dem Kopf und den beiden Schwingenspitzen, im Schildfuß beseitet von je einem sechszackigen goldenen Sporenrädlein.

Sowohl die Sporenräder als auch die Verwendung der Farben Blau und Gelb symbolisieren die Zugehörigkeit des Brookmerlandes zum früheren Landkreis Norden. Blau und Gelb sind die Farben der Stadt Norden. Die Sporenräder sind ein Motiv des dortigen Wappens, die aus dem Wappen der bis in das 15. Jahrhundert in Norden vorherrschenden Häuptlingsfamilie Idzinga übernommen wurden.

Partnerschaften

Partnerstadt der Gemeinde ist Melksham, eine kleine Handelsstadt in England (23.000 Einwohner) an den Ufern des Avon im Westen von Wiltshire.

Religion

Das Brookmerland ist überwiegend lutherisch geprägt, befindet sich aber am Übergang zur deutlich reformiert geprägten Krummhörn. Die fünf lutherischen Kirchen in Marienhafe, Osteel, Leezdorf, Rechtsupweg und Siegelsum gehören zum Kirchenkreis Emden. Die Kirchengemeinde in Wirdum hingegen ist reformiert. Daneben gibt es in Marienhafe seit 1929 und in Leezdorf seit 1934 noch eine Neuapostolische Gemeinde. Deren Kirchen wurden 1994 bzw. 1980 geweiht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen und Orgeln

Südansicht der Osteeler Warnfried-Kirche
Holy-Ogel in Marienhafe (1713)

Von den vier historischen Kirchen in Brookmerland ist die St.-Marien-Kirche die älteste und bedeutendste. Die ehemalige Sendkirche wurde Mitte des 13. Jahrhunderts im Stil der französischen Frühgotik errichtet und war bis zu ihrem Teilabriss im Jahr 1829 die größte Kirche im Küstengebiet der Nordsee.[26] Der Turm mit seinen kleinen rundbogigen Blendnischen und Schallarkaden diente als Seezeichen und wurde nach Klaus Störtebeker benannt, der hier Ende des 14. Jahrhunderts Unterschlupf fand. Von der ehemaligen dreischiffigen basilikalen Anlage mit Querschiff und sechsgeschossigem Turm blieb als Torso das verkürzte und erniedrigte Hauptschiff und der Turm mit vier Geschossen erhalten. Die auf diese Weise geschaffene rechteckige Einraumkirche wird statt der ursprünglichen Gewölbe heute mit einer hölzernen Voutendecke abgeschlossen. Einst schmückten eine reiche bildhauerische Bauplastik mit Fabelwesen und Ungeheuern in 48 Nischen Chor und Querschiff und 200 Sandsteinreliefs die Traufe rund um die Kirche, deren Überreste im Turmmuseum aufbewahrt werden. Die Langseiten werden in drei Felder gegliedert, in die je zwei spitzbogige Fenster eingearbeitet sind, während die Ostmauer durch Blendfenster verziert wird. Im Inneren finden sich stark profilierte Wandpfeiler und oberhalb der Fenster ein Obergaden. Zur Innenausstattung gehören das romanische Taufbecken aus Bentheimer Sandstein (Beginn des 13. Jh.) und die Barockkanzel aus der Cröpelin-Werkstatt (1669). Die barocke Orgel von Gerhard von Holy (1710–1713) ist ein Kulturdenkmal von europäischer Bedeutung. Das zweimanualige Werk verfügt über 20 Register und ist weitgehend erhalten.[27]

Die Warnfried-Kirche in Osteel stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, orientierte sich architektonisch an der Marienhafer Kirche und teilte auch deren Schicksal: Von der ursprünglichen Kreuzkirche mit Querschiff und Chor blieb nach einem Teilabbruch im Jahr 1830 nur das verkürzte Langschiff; der sechsgeschossige Turm wurde auf die Hälfte abgetragen. Wie auch in Marienhafe befand sich in den zweischaligen Mauern ursprünglich ein Laufgang, während außen in 47 Nischen Statuen angebracht waren.[28] Wertvollstes Ausstattungsstück ist die Renaissance-Orgel aus dem Jahr 1619, für die Edo Evers Teile des alten Gehäuses und einige Register verwendete, die aus seinem Neubau der Norder Orgel übrig geblieben waren. Das Instrument von europäischem Rang ist die zweitälteste Orgel in Ostfriesland. Die 13 Register sind nahezu vollständig original erhalten. Aus dem Jahr 1699 datiert die Kanzel von Egbert Harmens Smit, über der ein Schalldeckel mit hohem Aufbau und reich geranktem Schnitzwerk angebracht ist. Eine Grabplatte um 1700 erinnert an das Wirken des Pastors und Astronomen David Fabricius. Aus dieser Zeit stammen auch weitere Ausstattungsgegenstände wie das Gestühl, der Altartisch und die südlichen Priechen.[29]

Die Wirdumer Kirche wurde um 1300 von Mönchen als Filialkirche des Kloster Aland erbaut. Über rechteckigem Grundriss erhebt sich der schlichte romanische Einraum-Saal. Die spitzbogigen Fenster in der Ostseite sind original, während an den Langseiten neue Fenster eingebrochen und die ursprünglichen Portale vermauert wurden.[30] Im frei stehenden Glockenturm hängt eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1581. Der Innenraum wurde im 18. Jahrhundert eingreifend umgestaltet: eine hölzerne Voutendecke eingezogen, die Westempore eingebaut und im Osten der Lettner errichtet, auf dem die Orgel ihren Platz gefunden hat. Johannes Reil aus dem niederländischen Heede schuf das Instrument im Jahr 1969 mit zehn Registern. Der Innenraum wird durch die Kanzel von Hinrich Cröpelin aus dem Jahr 1699 dominiert. Der mächtige Schalldeckel ist mit Rankenwerk und der Kanzelkorb mit gedrehten Säulen, geflügelten Engelköpfen und geschnitzten Blumengehängen reich geschmückt. Eine Besonderheit stellt der Laufgang dar, der wie die gesamte Kanzel mit geschnitzten und in Gold gefassten Spruchbändern versehen ist.[31]

Die Siegelsumer Kirche wurde im Jahr 1822 neu errichtet, nachdem der Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert im Dreißigjährigen Krieg Schaden genommen hatte und immer baufälliger geworden war.[32] Die kleine Saalkirche wird an den Langseiten durch einen Pilaster in zwei Felder gegliedert und durch ein Satteldach abgeschlossen. Im 15. Jahrhundert entstand der mächtige Westturm mit seinem spätgotischen Kielbogenportal. Er dient zugleich als Glockenstuhl und als Eingang in den schlicht gestalteten Innenraum. Ältester Einrichtunsgegenstand ist die Renaissance-Kanzel von 1613. Der Bildhauer Ockels aus Leer gestaltete im Jahr 1887/88 den Altar mit einer Kreuzigungsszene. Im Jahr 1845 schuf Arnold Rohlfs eine kleine seitenspielige Brüstungsorgel mit sechs Registern, die weitgehend erhalten ist.[33] Pfeifenattrappen im seitlichen Rankenwerk lassen das Instrument größer erscheinen.

Profanbauwerke

Leezdorfer Mühle und altes Bauernhaus

In Upgant-Schott befindet sich die Ulferts Börg, ein Steinhaus innerhalb einer weiträumigen, von einer Graft umgebenen Hofanlage an der Osterupganter Straße. Der älteste Teil ist ein zweigeschossiger Backsteinbau mit gewölbtem Keller aus dem 15. Jahrhundert, ergänzt um einen barocken Verbindungsflügel aus dem 18. Jahrhundert zum heutigen Haupthaus. Auf das Jahr 1597 datiert ist der älteste Teil der Haneburg, ebenfalls Teil einer großen Hofanlage in Upgant-Schott.[34] Beim Bismarckhof in Wirdum steht ein altes Steinhaus, das einst Wohnteil eines Bauernhofes war. Mit Hilfe der Dendrochronologie wurde es auf das Jahr 1517 datiert. Es verfügt über einen gotischen Staffelgiebel, eine Spitzbogenblende über dem Kreuzstockfenster und gemauerte Zierbänder.[35] Nahe Wirdum befinden sich zwei Warften, die die Reste der untergegangenen Beningaburg beherbergen.

Neben der Marienhafer Kirche und dem Friedhof gehören auch zwei angrenzende historische Häuser (Haus Dieker und Haus Weerts) zu einer denkmalgeschützten Gruppe im Ortskern. Eine weitere denkmalgeschützte Gebäudegruppe bilden die Mühle mit Magazinbauten sowie das Müllerhaus im Süden Marienhafes. Geprägt wird der Marienhafer Ortskern darüber hinaus von zwei weiteren historischen Bauten, die beide als Hotel dienen: den Häusern „Zur Waage“ und „Zur Post“.

Die Leezdorfer Mühle, ein 1896–1897 erbauter Galerieholländer, steht zusammen mit dem daneben befindlichen Müllerhaus unter Denkmalschutz. Darüber hinaus sind in Leezdorf drei Landarbeiterhäuschen und ein Gulfhof denkmalgeschützt. Ein weiterer Galerieholländer befindet sich in Marienhafe. Eine technische Besonderheit ist die Doppelkolbenwasserpumpmühle aus dem Jahr 1872, die vor dem Hof Dreenhusen in Wirdum steht. Sie ist lediglich sieben Meter hoch und diente bis 1919 zur Entwässerung des tief liegenden Gebietes und später zum Füllen einer Viehtränke. 1919 stillgelegt, wurde sie von 1986 bis 1988 restauriert und ist heute, als einzige ihrer Art in Deutschland, wieder funktionstüchtig.[36]

Insbesondere rund um Wirdum, aber auch westlich von Osteel, finden sich große Gulfhöfe.

Regelmäßige Veranstaltungen

Alle drei Jahre im Sommer finden in Marienhafe für dreieinhalb Wochen die Störtebeker-Freilichtspiele in plattdeutscher Sprache statt. Hierbei wird der Marktplatz für mehrere Wochen mit mittelalterlichen Kulissen dekoriert, Sitztribünen für die Zuschauer und eine Bühne für die Akteure eigens aufgebaut. Die Spiele werden von der Arbeitsgemeinschaft Ostfriesisches Volkstheater e.V. geleitet. Die inhaltlichen Handlungen verändern sich mit jedem neuen Spieljahr.

Ein weiterer Höhepunkt im Gemeindeleben ist das alljährliche Störtebeker Straßenfest. Dieses findet in jedem Jahr am ersten Sonnabend des Monats Juni auf der Einkaufsstraße und rund um den Marktplatz statt. Daran nehmen zahlreiche ortsansässige Vereine teil. Abends gibt es ein Musikprogramm mit mehreren Live-Bands.

Seit 2007 führt der Pilgerweg „Schola Dei“ vom ehemaligen Zisterzienserkloster Ihlow über Marienhafe nach Norden. Mehrmals im Jahr finden geführte Pilgerfahrten statt, teils auch nachts oder mit dem Fahrrad.[37]

Sprache

Im Brookmerland wird Ostfriesisches Platt gesprochen. Die Sprache ist unter den Erwachsenen durchaus weit verbreitet und findet auch bei offiziellen Geschäften wie Amtsgängen Anwendung. Die Gemeindeverwaltung unterstützt den Gebrauch des Plattdeutschen durch die Aktion „Plattdütsk bi d' Arbeid“.

Sport

Neben Sportplätzen und Turnhallen an den Schulen verfügt die Samtgemeinde auch über ein Hallenbad.[38] In Wirdum verfügt die Gemeinde über einen Sportboothafen mit 24 Liegeplätzen, der an das ostfriesische Wasserstraßennetz angeschlossen ist und in erster Linie von den Mitgliedern des Wirdumer Wassersportvereins „Baalk 8“ genutzt wird.[39] Im Gewerbegebiet an der Bundesstraße in Upgant-Schott befindet sich eine Kartbahn.

Eine regelmäßig stattfindende Sport-Großveranstaltung sind die Brookmerland-Meisterschaften für Hobby-Handballer. An ihr nehmen teils mehr als 1000 Sportler teil, die nicht allein aus dem Brookmerland, sondern auch aus dem weiteren Umkreis anreisen.[40]

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Samtgemeinde Brookmerland verfügt kaum über Industriebetriebe. Tourismus und Landwirtschaft sind von Bedeutung, darüber hinaus dient der Flecken Marienhafe als Einkaufsort für die umliegenden Ortschaften. Dort sind eine Vielzahl von Einzelhandelsgeschäften zu finden. In der Gemeinde Upgant-Schott befinden sich die beiden Gewerbegebiete der Samtgemeinde. Im Ortsteil Osterupgant sind vornehmlich großflächigere Handelsbetriebe vertreten, während in einem Gewerbegebiet an der B 72 auch einzelne größere Handwerksbetriebe sowie (wenige) produzierende Unternehmen ansässig sind.

Das Brookmerland ist eine Auspendler-Gemeinde. 3742 Einwohner sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, in der Samtgemeinde gibt es 1078 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen. 873 Einpendlern aus anderen Kommunen stehen 3537 Auspendler in andere Kommunen gegenüber, was ein negatives Pendlersaldo von 2664 ergibt (Stand: 2007).[41] Eine besondere Stellung innerhalb der Samtgemeinde hat dabei Marienhafe: Alle ländlichen Gemeinden auf dem Festland des Landkreises Aurich haben ein negatives Pendlersaldo. Unter ihnen hat der Flecken jedoch das beste relative Verhältnis zwischen Auspendlern und Einpendlern. Alle anderen fünf Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde haben hingegen einen sehr deutlichen Auspendler-Überschuss.

Separate Arbeitsmarktdaten für das Brookmerland werden nicht erhoben. Die Samtgemeinde gehört zum Geschäftsbereich Norden innerhalb des Bezirks Emden der Bundesagentur für Arbeit. Im Jahresdurchschnitt 2010 betrug die Arbeitslosenquote im Geschäftsbereich Norden 9,7 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr. Die Quote lag damit 2,2 Prozentpunkte über dem niedersächsischen Durchschnitt.[42] Bei den Unter-25-Jährigen betrug die Arbeitslosenquote 8,4, bei den Unter-20-Jährigen 5,0 Prozent, während Arbeitnehmer über 50 Jahre mit 10,0 Prozent leicht überdurchschnittlich betroffen waren. In hohem Maße überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen waren Ausländer (26,8 Prozent).

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft in der Samtgemeinde ist wesentlich von der Milchwirtschaft geprägt. Neben Grünland finden sich auch Anbauflächen für Futterpflanzen wie Mais. Der Landkreis Aurich ist der elftgrößte Milcherzeuger-Landkreis in Deutschland,[43] wozu das Brookmerland zu einem gewissen Grad beiträgt, jedoch weniger als deutlich flächengrößere Kommunen des Landkreises. Innerhalb der Samtgemeinde sind es vor allem die Gemeinden Osteel, Upgant-Schott und Wirdum, die aufgrund ihrer im Samtgemeinde-Vergleich großen Fläche bei zugleich hohem Grünland-Anteil am meisten zur Produktion von Milch beitragen.

Landwirtschaftliche Flächen werden auch zur Gewinnung von regenerativ erzeugter Energie genutzt, darunter durch Windanlagen und seit kurzem auch durch Photovoltaikanlagen. Im Juli 2010 wurde eine 3,2 Hektar große Photovoltaikanlage in Osteel in Betrieb genommen.[44]

Verkehr

Verkehrsachsen in Ostfriesland: Die Samtgemeinde Brookmerland (südöstlich von Norden) wird durch die Bundesstraße 72 und die Bahnstrecke Emden-Norden erschlossen.

Die Samtgemeinde wird in nordwestlich-südöstlicher Richtung von der Bundesstraße 72 durchzogen. Im Bereich Marienhafe wird sie seit den 1970er-Jahren auf einem Damm am Ortskern vorbeigeführt. Diese Bundesstraße verbindet das Brookmerland mit der Nachbarstadt Norden einerseits und mit der Kreisstadt Aurich andererseits. In Georgsheil in der Nachbargemeinde Südbrookmerland besteht ein Anschluss an die Bundesstraße 210, wodurch das Samtgemeindegebiet mit der Stadt Emden und damit mit der Bundesautobahn 31 verbunden wird. Im Westen wird das Gebiet der Samtgemeinde auf einem kurzen Abschnitt von der Landesstraße 4 (Norden-Pewsum) durchzogen. Dort wird die Verbindung in die Krummhörn sichergestellt. Die weiteren Hauptverkehrsstraßen im Gemeindegebiet sind allesamt Kreisstraßen und Gemeindestraßen.

Das Brookmerland verfügt als einzige ausschließlich ländliche Gemeinde (also ohne Stadtrechte) über einen noch im Betrieb befindlichen Fernbahnhof. In Marienhafe halten Züge auf der Regionalexpress-Relation Norddeich-Hannover. Diese Vertaktung ist zweistündlich. Da die Bahnstrecke zwischen Emden und Norden eingleisig ist, kommt es im Marienhafer Bahnhof öfter zum Begegnungsverkehr. Bis 1978 gab es darüber hinaus auch einen Bahnhof in Osteel, dieser wurde in jenem Jahr aber stillgelegt. Die nächstgelegenen Bahnhöfe mit InterCity-Anschluss sind diejenigen in Norden und Emden.

Die Wasserwege der Gemeinde hatten in früheren Jahrhunderten und teils bis ins 20. Jahrhundert hinein für die Versorgung der Dörfer noch wirtschaftliche Bedeutung. Inzwischen dienen sie neben der Entwässerung nur noch dem Ausflugsverkehr.

Die nächstgelegenen Flugplätze sind diejenigen in Emden und Norddeich, wobei der Norddeicher Flugplatz lediglich den Inselflugverkehr und Rundflüge anbietet. Der nächstgelegene internationale Verkehrsflughafen mit Linienbetrieb ist derjenige in Bremen.

Öffentliche Einrichtungen

Neben der Gemeindeverwaltung mit ihren nachgeordneten Betrieben wie dem Bauhof ist die Polizeistation in Marienhafe zu nennen. In Siegelsum befindet sich ein Wasserwerk des Oldenburgisch-ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV).

Medien

Traditionell befindet sich die Samtgemeinde Brookmerland im Einzugsbereich der in Norden erscheinenden Tageszeitung Ostfriesischer Kurier sowie der in Leer erscheinenden Ostfriesen-Zeitung, die als einzige Tageszeitung Ostfrieslands regionsweit erscheint. Seit wenigen Jahren hat auch die Auricher Tageszeitung Ostfriesische Nachrichten ein Büro in Marienhafe. Darüber hinaus erscheint wöchentlich das Echo, ein Anzeigenblatt aus dem Hause des Ostfriesischen Kuriers, sowie zweimal wöchentlich ein Anzeigenblatt aus dem Hause der Emder Zeitung, das mittwochs als Heimatblatt und sonntags als Sonntagsblatt herausgebracht wird. Aus der Samtgemeinde berichtet zudem der Bürgerrundfunk-Sender Radio Ostfriesland.

Bildung

In Marienhafe befindet sich das Schulzentrum Brookmerland mit Haupt- und Realschule sowie Integrierter Gesamtschule. Angegliedert ist derzeit auch noch eine Förderschule, die jedoch bis 2014 aufgelöst werden soll: Kinder mit höherem Förderbedarf werden dann in Regelschulen unterrichtet. Grundschulen gibt es in den Ortsteilen Osteel, Wirdum, Leezdorf, Rechtsupweg und Upgant-Schott. Wegen zu geringer Schülerzahlen in Wirdum werden die Schüler der dortigen Grundschule in sogenannten Kombi-Klassen unterrichtet: Erst- und Zweitklässler sowie Dritt- und Viertklässler bilden jeweils eine gemeinsame Klasse.[45] Ein Gymnasium gibt es in der Samtgemeinde nicht, die nächstgelegenen sind das Ulrichsgymnasium Norden und das Ulricianum in Aurich. Berufsbildende Schulen befinden sich in Aurich, Norden und Emden. In Emden ist darüber hinaus die nächstgelegene Fachhochschule beheimatet, die nächstgelegene Universität ist die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Persönlichkeiten

Fabricius-Denkmal

Söhne und Töchter der Samtgemeinde

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Angaben in diesem und den folgenden Absätzen stammen, sofern nicht anders referenziert, aus Heinz Voigt/Günter Roeschmann: Die Böden Ostfrieslands, in: Karl-Heinz Sindowski et al.: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Band I), im Selbstverlag hrsg. von der Deichacht Krummhörn, Pewsum 1969, o. ISBN, S. 51-106.
  3. Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 115.
  4. Die Angaben können auf einer interaktiven Karte unter www.umweltkarten.niedersachsen.de angesehen werden.
  5. www.ostfriesischelandschaft.de: Fund in Berumerfehn 2004, abgerufen am 23. Oktober 2011.
  6. Historisch wird die Gegend auch als Brokmerland (mit einem „o“) bezeichnet, im vorliegenden Artikel wird jedoch die heutige Schreibweise verwendet.
  7. Ekkehard Wassermann: Aufstrecksiedlungen in Ostfriesland. Ein Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Moorkolonisation. (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Band 61; zugleich Göttinger geographische Abhandlungen, Heft 80), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1985, S. 111 ff.
  8. Ekkehard Wassermann: Aufstrecksiedlungen in Ostfriesland. Ein Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Moorkolonisation. (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Band 61; zugleich Göttinger geographische Abhandlungen, Heft 80), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1985, S. 119.
  9. Ekkehard Wassermann: Aufstrecksiedlungen in Ostfriesland. Ein Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Moorkolonisation. (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Band 61; zugleich Göttinger geographische Abhandlungen, Heft 80), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1985, S. 159ff.
  10. Kloster-steinfeld.de: Kloster Aland, eingesehen am 29. April 2010.
  11. Hemmo Suur (Amtmann zu Norden): Geschichte der ehemaligen Klöster in der Provinz Ostfriesland, Emden 1838, S. 100.
  12. Günter Leymann: Untersuchungen über die agrarhistorische Entwicklung der Gebiete Wirdumer Neuland und Schoonorth, in: Jannes Ohling/Gerhard Steffens (Hrsg.): Die Acht und ihre sieben Siele. Kulturelle, wasser- und landwirtschaftliche Entwicklung einer ostfriesischen Küstenlandschaft. Zweite, erw. Auflage, Selbstverlag des Entwässerungsverbandes Emden, Pewsum 1987, S. 299-590, hier S. 299-316.
  13. Der nächste Polder westlich des Osteeler Neulands ist der heute zur Stadt Norden gehörende Südercharlottenpolder, der nächste Polder westlich des Wirdumer Neulands ist die heute zur Gemeinde Krummhörn Ortschaft Schoonorth.
  14. Harm Wiemann/Johannes Engelmann: Alte Wege und Straßen in Ostfriesland. Selbstverlag der Deichacht Krummhörn, Pewsum 1974 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 8), S. 143 und kartografischer Anhang, Karte 2).
  15. Helmut Sanders: Wiesmoor — Seine Kultivierung und Besiedlung von den Randgemeinden aus. Verlag Mettcker & Söhne, Jever 1990, ISBN 3-87542-006-3, S. 22 ff.
  16. Harm Bents/Peter Seidel (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Marienhafe, pdf-Datei, S. 8, abgerufen am 23. Oktober 2011.
  17. Harm Bents/Peter Seidel (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Marienhafe, pdf-Datei, S. 2, abgerufen am 23. Oktober 2011.
  18. Bernhard Parisius: Viele suchten sich ihre Heimat selbst. Flüchtlinge und Vertriebene im westlichen Niedersachsen. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 2004, ISBN 3-932206-42-8, S. 42 ff.
  19. Arend Remmers: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade. Schuster, Leer 2004, ISBN 3-7963-0359-5.
  20. Klaus von Beyme: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland: Eine Einführung, VS Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-33426-3, S. 100, Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche, 22. Mai 2011.
  21. Theodor Schmidt: Untersuchung der Statistik und einschlägiger Quellen zu den Bundestagswahlen in Ostfriesland 1949-1972. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1978, S. 52/53, für die nachfolgenden statistischen Angaben zu den Bundestagswahlen bis 1972 siehe der dortige kartografische Anhang.
  22. Debatte um Einheitsgemeinde losgetreten, Ostfriesen-Zeitung, 4.November 2009, abgerufen am 10. Juli 2011.
  23. Wahlkreis 86 Aurich, Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Statistik.
  24. Bundestagswahl 2009, Wahlkreis 25: Aurich/Emden. Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 9. Dezember 2009.
  25. Wahlkreis 25 Aurich/Emden, Quelle: Der Bundeswahlleiter.
  26. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 223f.
  27. Orgel in Marienhafe bei NOMINE e.V., gesehen 11. Juli 2011.
  28. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 230.
  29. Peter Seidel (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Osteel (PDF-Datei; 150 kB), gesehen 11. Juli 2011.
  30. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 103.
  31. 700 Jahre Kirchengemäuer – Schutz vor Fluten und Glaubenshaus (PDF-Datei; 4,74 MB) in: Dorfchronik „Warfendorf Wirdum“, S. 91–96, gesehen 11. Juli 2011.
  32. Ostfriesland-Brookmerland.de: Historische Informationen zur früheren Gemeinde Siegelsum, gesehen 11. Juli 2011.
  33. Orgel auf NOMINE e.V., gesehen 11. Juli 2011.
  34. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland, Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 222 f.
  35. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland, Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 102.
  36. www.marienhafe.de, Menüpunkt Die Samtgemeinde/Wirdum, abgerufen am 10. Juli 2011.
  37. www.marienhafe.de, Menüpunkt Ostfriesland-Pilgerweg, abgerufen am 10. Juli 2011.
  38. www.mariemnhafe.de: Störtebeker-Sportbad, abgerufen am 22. Oktober 2011.
  39. Mit sieben Bootsliegeplätzen fing alles an, Ostfriesen-Zeitung, 24. Mai 2011, abgerufen am 30. Oktober 2011.
  40. Teilnehmer-Rekord beim Hobby-Handball-Turnier, Ostfriesen-Zeitung, 21. Dezember 2009, abgerufen am 30. Oktober 2011.
  41. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Excel-Datei, Zeilen 2070, 2072, 2075, 2076, 2078, 2080. Zahlen auf Samtgemeindeebene aggregiert.
  42. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarkt in Zahlen - Eckwerte - Agenturen, Aktuelle Daten zum Arbeitsmarkt, Agentur für Arbeit Emden/Hannover, Dezember 2010, pdf-Datei, S. 11.
  43. Niedersächsisches Landesamt für Statistik, zitiert in: Ostfriesischer Kurier, 14. August 2008, S. 12
  44. Freiland-Photovoltaikanlage ist am Netz, Ostfriesen-Zeitung, 1. Juli 2010, abgerufen am 30. Oktober 2011.
  45. Keine Angst vor Kombiklassen in Wirdum, Ostfriesen-Zeitung, 20. Januar 2010, abgerufen am 30. Oktober 2011.

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