San Miguel de Tucumán y Nueva Tierra de Promisión


San Miguel de Tucumán y Nueva Tierra de Promisión

San Miguel de Tucumán ist die Hauptstadt der kleinsten argentinischen Provinz Tucumán mit 527.607 Einwohnern (2001, INDEC).

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des Namens

Die Stadt wurde 1565 als San Miguel de Tucumán y Nueva Tierra de Promisión gegründet. Die Herkunft des Namens Tucumán ist umstritten. Die Erklärung, der Name leite sich aus einem angeblichen Quechua-Wort Yucuman ab ("Ort, wo die Flüsse entspringen"), ist nicht haltbar. Eine andere Deutung leitet aus noch früherer Zeit her: Demnach sollen es noch vor der Invasion der Inkas die Ureinwohner der Region, die Diaguitas, gewesen sein, die die Gegend nach ihrem damaligen Häuptling Tukma (Tukma-nao = Volk des Tukma) benannt haben. Eine dritte Herleitung bringt den Ursprung mit den ebenfalls in der Gegend lebenden Lule-Indianern in Verbindung, die das Land nach dem Käfer Tuku-Tuku benannt haben sollen: Tuku-tuku-manita bedeutet "Land, in dem der Tuku-Tuku (-Käfer) häufig vorkommt".

Mit San Miguel ist der Erzengel Michael gemeint.

Geschichte

Gouverneurspalast in Tucumán

Siehe auch: Tucumán (Provinz) unter Geschichte.

In präkolumbischer Zeit, das heißt vor der Entdeckung durch die spanischen Eroberer, waren die Einwohner des Gebietes der heutigen Provinz Tucumán stark von der Inka-Kultur beeinflusst. Die indianische Gruppe der Diaguitas-Calchaquíes besiedelte das bergreiche Gebiet des östlichen Tucumán.

1564, elf Jahre nach der Gründung der ältesten, durchweg bewohnten Stadt Santiago del Estero im Jahre 1553 wurde die Provinz Tucumán, Juríes y Diaguitas mit ihrer ersten Stadt Santiago del Estero gegründet.

Ein Jahr darauf, am 31. Mai 1565, gründete Diego de Villarroel die Stadt San Miguel de Tucumán. Aufgrund der streitsamen Indianer und der schlechten Wasserqualität am ursprünglichen Gründungsort beschloss der Gouverneur Fernando de Mendoza y Mate de Luna am 27. September 1685 die Stadt zu verlegen und neuzugründen. 1776 wurde Tucumán Teil des Vizekönigreichs des Río de la Plata.

Kathedrale von Tucumán
Die Kirche La Merced
Klimadiagramm Tucumán

Nach den Geschehnissen des 25. Mai 1810 in Buenos Aires, als sich die Bürger der Stadt gegen den Vizekönig auflehnten, kam 1812 Manuel Belgrano nach Tucumán. Dort besiegte er am 24. September des gleichen Jahres in der Schlacht von Tucumán die königlichen Truppen. Vier Jahre und weitere Schlachten später wurde am 9. Juli 1816 vom Tucumán-Kongress im heute Casa Independencia genannten Gebäude die Unabhängigkeit von Spanien erklärt.

1969 wurde die Guerilla, die sich schon Jahre zuvor in kleine Gruppen sammelte, stärker und es gab viele Attentate in Tucumán.

Am 4. September 1970 übernimmt Carlos Imbaud zum zweiten Mal den Gouverneursposten in Tucumán, nachdem er diesen 1962 schon einmal kommissarisch inne hatte. Imbaud versucht, verschiedene politische Parteien und die Gewerkschaften mit in seine Politik einzubeziehen. Dies hat aber nicht den gewünschten Erfolg, und so war das Jahr 1970 wiederum von heftigen Unruhen geprägt und die Guerillagruppen Montoneros und ERP Revolutionäre Volksarmee begannen mit ihren bewaffneten Aktionen und Attentaten.

Bevölkerung

55 Prozent der Provinzbevölkerung von Tucumán leben in San Miguel und der nächsten Umgebung, etwa 90 Prozent leben im weiteren Einzugsgebiet im Tiefland an einer Nord-Süd-Achse von etwa 80 Kilometern Länge zwischen El Cadillal und Juan B. Alberdi.

Wirtschaft

Der Zuckeranbau der Provinz Tucumán konzentriert sich rund um die Hauptstadt San Miguel de Tucumán. Neben der Agrarwirtschaft ist die Energiebranche mit Unternehmen wie GASNOR und REFINOR und die Nahrungsmittelindustrie mit den Unternehmen: Arcor, Quilmes und Coca-Cola ein entscheidender Wirtschaftsfaktor der Region. Wichtigstes ausländisches Unternehmen in der direkten Nähe von San Miguel de Tucumán ist der Lastwagen-Produzent Scania.

Bildung

San Miguel de Tucumán besitzt zwei staatliche Universitäten (Universidad Nacional de Tucumán, gegründet 1914 sowie die Universidad Tecnologica Nacional - Facultad Regional Tucumán) und eine Katholische Universität (Universidad del Norte Santo Tomás de Aquino, gegründet 1965), die auch überregionale Bedeutung haben.

Verkehr

Schienenverkehr

Zug Buenos Aires - Tucumán im Bahnhof von San Miguel de Tucumán

Tucumán war früher ein bedeutendes Zentrum des argentinischen Schienenverkehrs. In Tafí Viejo befand sich ein großes, inzwischen stillgelegtes Eisenbahnwerk. Heute ist der Passagierverkehr mit Ausnahme der Strecke nach Buenos Aires zum Erliegen gekommen.

Nahverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr wird von Bussen abgewickelt, die auch in die umliegenden Orte fahren.

Fernverkehr

Der Flughafen Aeropuerto Internacional Teniente General Benjamín Matienzo liegt östlich der Stadt nahe dem Vorort Alderetes. Von ihm aus gibt es Flugverbindungen nach Buenos Aires und Santa Cruz de la Sierra in Bolivien.

Der Busbahnhof liegt zwei Kilometer östlich des Stadtzentrums. Von hier wird der größte Teil des Personen-Fernverkehrs sowie ein Teil des Nahverkehrs abgewickelt.

Straßenverkehr

Rund um Tucumán zieht sich eine Umgehungs-Autobahn. Die Stadt ist weiterhin mit mehreren Städten im Nordwesten und Nordosten sowie mit der Pampa-Region durch Nationalstraßen verbunden. Die wichtigste von ihnen ist die Ruta Nacional 9, auch Panamericana genannt (sie ist ein Teil des Panamericana-Straßennetzwerks, dessen Hauptachse durch Chile führt), die von Buenos Aires über Rosario, Córdoba, Santiago del Estero, Tucumán, Salta und San Salvador de Jujuy bis in die Grenzstadt zu Bolivien, La Quiaca, führt.

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften


Weblinks


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