Sartorius (Unternehmen)


Sartorius (Unternehmen)
Sartorius AG
Logo der Sartorius AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007165607 St.
DE0007165631 Vz.
Gründung 1870
Sitz Göttingen

Leitung

  • Joachim Kreuzburg (Vorstandsvorsitzender)[1]
  • Arnold Picot (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter 4.515 (Ende 2010)[2]
Umsatz 659,3 Mio € (2010)[2]
Bilanzsumme 807,7 Mio € (Ende 2010)
Branche Biotechnologie, Mechatronik
Website www.sartorius.com

Der Sartorius Konzern ist ein international führender Labor- und Prozesstechnologie-Anbieter mit den Sparten Biotechnologie und Mechatronik. Der Hauptsitz des Konzerns ist in Göttingen. Die Sparte Biotechnologie, die unter Sartorius Stedim Biotech firmiert, bietet Produkte und Dienstleistungen für Entwicklungs-, Produktions- und Qualitätssicherungsprozesse in der biopharmazeutischen Industrie und umfasst die Arbeitsschwerpunkte Filtration, Fluid Management, Fermentation, Purification und Labor. In der Sparte Mechatronik werden insbesondere Geräte und Systeme der Wäge-, Mess- und Automationstechnik für Labor- und Industrieanwendungen hergestellt. Die wichtigsten Kunden von Sartorius stammen aus der pharmazeutischen, chemischen sowie der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie und aus zahlreichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen des öffentlichen Sektors.

Das 1870 gegründete Göttinger Unternehmen Sartorius verfügt in Europa, Asien und Amerika über eigene Produktionsstätten sowie über Vertriebsniederlassungen und örtliche Handelsvertretungen in mehr als 110 Ländern. Der Technologiekonzern erzielte im Jahr 2008 einen Umsatz von 611,6 Mio. Euro und beschäftigt zur Zeit rund 4.450 Mitarbeiter.

In der Vorstandskonstellation sind seit 24. Juli 2009 die jeweiligen Ressortzuständigkeiten spartenübergreifend ausgerichtet. Reinhard Vogt ist für Marketing, Vertrieb und Service zuständig, während Jörg Pfirrmann die Verantwortung für Finanzen, IT und allgemeine Verwaltung übernimmt. Der Vorstandsvorsitzende, Joachim Kreuzburg, verantwortet die Bereiche Operations, Recht, Revision, Kommunikation sowie Personal und übernimmt damit auch die Funktion des Arbeitsdirektors. Gleichzeitig bleibt er unverändert Vorsitzender des Board of Directors und CEO des Sartorius Teilkonzerns Sartorius Stedim Biotech.[3]

Geschichte

Die Geschichte des Unternehmens begann am 1. Juli 1870 mit der Eröffnung einer kleinen feinmechanischen Werkstatt F. Sartorius in Göttingen in der Groner Straße durch Florenz Sartorius (1846 - 1925), der seine Ausbildung beim Göttinger Universitätsmechaniker Apel erhalten hatte. Der rasche Erfolg des Unternehmens basierte in erster Linie auf einer neu konstruierten kurzarmigen Analysenwaage unter Verwendung des damals neuartigen Leichtmetalls Aluminium, die auch im Ausland einen regen Absatz fand. Noch heute ist die im Unternehmensbereich Mechatronik angesiedelte Wägetechnik ein wichtiges Standbein des Konzerns.

Zur Nutzung von Wasserkraft wurde der Betrieb nach Rauschenwasser bei Bovenden, nördlich von Göttingen, verlegt. 1895 wurde die 3000. Waage gefertigt, und der Betrieb beschäftigte bereits über 60 Mitarbeiter. Nach Inbetriebnahme des Göttinger Elektrizitätswerks 1899 erfolgte eine erneute Verlegung des Unternehmens an den nördlichen Stadtrand Göttingens in die Weender Landstraße. 1906 nahm der Gründer seine drei Söhne Wilhelm (1872–1937), Erich (1876–1947) und Julius (1878–1918) als Teilhaber in das Unternehmen auf. 1911 feierte das Unternehmen den Bau der 10000. Analysenwaage. 1914 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Nachdem im 1. Weltkrieg auch militärische Geräte hergestellt worden waren, das Auslandsgeschäft jedoch weggebrochen war, konzentrierte sich das Unternehmen nach dem Krieg wieder auf das bewährte Geschäft mit der Wägetechnik. Doch erst in den 1930er Jahren wurden wieder die Produktionszahlen aus der Vorkriegszeit erreicht. Mit Beginn des 2. Weltkriegs wurden Geräte für die Luftwaffe produziert. Hierfür wurde 1941 ein neues Werk fertiggestellt.

Zwischenzeitlich hatte 1927 unter dem Firmennamen Membranfiltergesellschaft mbH die industrielle Fertigung von Membranfiltern begonnen, die auf Forschungsarbeiten der Göttinger Chemiker Richard Zsigmondy (Nobelpreis für Chemie 1925) und Wilhelm Bachmann basieren. Auf diese Anfänge gründet sich der heutige Konzernbereich Biotechnologie, in dem die Produktion von Filtern noch immer dominiert.

Nach einer Kapitalerhöhung 1998 wurden um 2000 eine Reihe von Unternehmen in den Bereichen Wägetechnik (heute Mechatronik) und Biotechnologie übernommen.

2000 erhielt das Unternehmen den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft für eine High-Tech Analysenwaage.

2001 wurde ein neues Werk im Industriegebiet am nordwestlichen Stadtrand Göttingens (Göttingen-Grone) in Betrieb genommen.

Zudem wurde im Jahre 2001 die Sparte B. Braun Biotech International (BBI) aus Melsungen von der B. Braun Melsungen AG übernommen. BBI stellte bis dahin den weltweit führenden Hersteller von Fermentern (Bioreaktor) und Zellkultursystemen. B. Braun begründete den Verkauf damit, dass die Sparte nicht mit der Gesamtheit der anderen Sparten zusammenpasse. Daraus hervorgegangen ist die Sartorius Stedim Systems GmbH (früher Sartorius BBI Systems GmbH) als Tochterunternehmen der Sartorius Stedim Biotech GmbH. Die Biotechnologiesparte gilt heute als einer der lukrativsten Zweige und des Sartoriuskonzerns. Breite Konkurrenz am Markt bewirkte allerdings eine starke Kostensenkung, sodass vermehrt Teile in Fremdfirmen ausgegliedert wurden.

Im Jahre 2004 wurde der Lager- und Logistikbereich ausgegliedert. Es entstand ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Logistec Logistik Management and Consulting GmbH, einer Tochterfirma des ebenfalls in Göttingen angesiedelten international tätigen Spedition- und Logistikunternehmen Friedrich Zufall GmbH & Co.KG, und Sartorius namens Distribo.

2007 wurde, zusätzlich zu dem Bau eines neuen Werkes in Peking, die Toha Plast GmbH übernommen.

Werke in Arvada, USA und Bangalore, Indien wurden 2009 in Betrieb genommen.

Weblinks

 Commons: Sartorius AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. EANS-Adhoc: Aufsichtsrat der Sartorius AG verlängert Bestellung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg
  2. a b Geschäftsbericht 2010
  3. Sartorius AG ordnet Vorstand neu 24. Juli 2009

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Sartorius AG — Unternehmensform Aktiengesellschaft Gründung 1870 Unternehmenssi …   Deutsch Wikipedia

  • Sartorius — Das Wort Sartorius bezeichnet: Sartorius AG, ein deutsches Mechatronik und Biotechnologie Unternehmen Sartorius (Gesetzessammlung), eine Gesetzessammlung zum deutschen Staats und Verwaltungsrecht den Schneidermuskel, siehe Musculus sartorius… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der börsennotierten deutschen Unternehmen — Diese Liste enthält alle börsennotierten Unternehmen (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Europäische Gesellschaften) mit Haupt Firmensitz in Deutschland. Dies schließt neben den Aktien des regulierten Marktes… …   Deutsch Wikipedia

  • Composite DAX — Der CDAX (Abkürzung für Composite DAX) wurde am 22. April 1993 bei der Deutschen Börse AG als zusätzlicher Index zum bekannten Deutschen Aktienindex eingeführt. Während der DAX mit nur 30 Blue Chips eine geringe aber gewichtige Anzahl von Aktien… …   Deutsch Wikipedia

  • — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Besemer — Briefwaage Personenwaage Eine Waage ist ein Messgerät zur Bestimmung einer Masse. Üblicherweise erfolgt dies über die Gew …   Deutsch Wikipedia

  • Brückenwaage — Briefwaage Personenwaage Eine Waage ist ein Messgerät zur Bestimmung einer Masse. Üblicherweise erfolgt dies über die Gew …   Deutsch Wikipedia

  • Gewichtsmessung — Briefwaage Personenwaage Eine Waage ist ein Messgerät zur Bestimmung einer Masse. Üblicherweise erfolgt dies über die Gew …   Deutsch Wikipedia

  • Schnellwaage — Briefwaage Personenwaage Eine Waage ist ein Messgerät zur Bestimmung einer Masse. Üblicherweise erfolgt dies über die G …   Deutsch Wikipedia