Satzstellung


Satzstellung

Die Wortstellung (auch Satzstellung, Topologie, Satzgliedfolge, Wortfolge) ist die Anordnung der Wörter bzw. Satzglieder innerhalb eines Satzes; insbesondere die von Subjekt, Objekt, und Prädikat (oder Verb). Diese Anordnung folgt bestimmten Regeln, die in der Grammatik festgelegt sind. Bestimmte topologische Strukturen können durch den semantischen Gehalt, die Motivation des Sprechers und andere Phänomene determiniert werden.

Häufig wird in Grammatiken vornehmlich die Abfolge von Wortgruppen, Wortkonstituenten oder Satzgliedern behandelt und die Wortabfolge innerhalb dieser Elemente vernachlässigt. Die Bezeichnungen Satzgliedfolge und Wortfolge sind demnach genau genommen zwei extreme Betrachtungen von Stellungsregularitäten im Satz. Zwischen ihnen können unterschiedliche Anschauungsebenen (bspw. Satzgliedteile/Attribute) liegen.

Klassifizierung von Sprachen

Sprachen lassen sich typologisch danach einteilen, wie Subjekt (S), Objekt (O) und Prädikat (P) in einem einfachen Aussagesatz, der nur aus diesen drei Bestandteilen besteht, normalerweise angeordnet werden. Beispiel: „Peter (S) schreibt (P) Romane (O).“. Das Prädikat ist meist ein Verb, kann aber auch ein Hilfsverb zusammen mit einem Adverb oder Adjektiv sein. Beispiel: „Peter will schlafen.“

Die deutsche Sprache ist demnach eine SPO-Sprache mit Verbzweitstellung, auch wenn einige weitere Stellungen möglich sind. Diese verändern dann aber den Sinn des Satzes. Ebenso verhält es sich bei den slawischen Sprachen.

Nach den Grundregeln der Kombinatorik gibt es insgesamt sechs verschiedene Möglichkeiten, die im Folgenden durch Beispiele verdeutlicht werden sollen. Varianten, in denen das Subjekt vor dem Objekt steht, sind dabei in natürlichen Sprachen zahlreicher, aber wie sich anhand der jeweils angegebenen Sprachen erkennen lässt, kommen alle Möglichkeiten vor.

Topologische Wortfelder

Topologische Wortfelder nach Fritzenschaft

Auf Satzebene erfolgt die topologisch relevante Differenzierung in Satzarten: Spannsatz (Verbletzt) , Stirnsatz (Verberst), und Kernsatz (Verbzweit). Diese Kategorien hängen von der Stellung der finiten Verbform ab. Im Spannsatz („…, dass Paul bald kommt.“) steht es an letzter Stelle, im Stirnsatz („Kommt Paul bald?“) führt es den Satz an, und beim Kernsatz („Paul kommt gleich.“) hält es die mittlere Position.

Viele Grammatiker sehen den Aussagesatz als Prototyp an, von dem sie die anderen Satztypen ableiten. Diesen Aussagesatz zerlegen sie in drei Stellungsfelder, nämlich in ein Vorfeld, ein Mittelfeld (Hauptfeld) und ein Nachfeld. Diese drei Felder weichen in ihrer jeweiligen Besetzung der Feldgliederung jeweils vom Basismodell des Aussagesatzes ab. Der Aussagesatz definiert demnach die Grundwortstellung.

Der linken Satzklammer, bestehend aus dem finiten Verb, geht ein Vorfeld voraus (welchem wiederum eine Konjunktion voranstehen kann), und der rechten Satzklammer, bestehend aus dem hinteren, infiniten Teil des Prädikats, kann ein Nachfeld folgen. Die beiden Verbformen (finit und infinit) grenzen das Mittelfeld ein und bilden eine für das Deutsche typische verbale Klammer, die den Satz in seine drei Felder zergliedert.

Die Nachfeldbesetzung kann als Nachtrag oder Ausklammerung bezeichnet werden, was die untergeordnete, abhängige Rolle des Nachfelds gegenüber dem Mittelfeld zum Ausdruck bringt.

Einige Grammatiker unterscheiden wiederum die doppelte Anzahl von Positionen, da sie das zusammengesetzte Verb als gängigste Verbbildung einstufen, was lediglich eine Verfeinerung des dreigliedrigen Modells darstellt

Vorfeld und Nachfeld sind in der Regel typischerweise nur durch ein einziges Satzglied besetzt. Die Beschreibung des Mittelfeldes ist häufig am komplexesten, weil sich dieses in der Regel aus mehreren Satzgliedern zusammensetzt und damit nicht nur dem grammatikalischen Regelwerk sondern auch der Pragmatik untersteht. Laut Reis ist der Einfluss der Pragmatik jedoch nicht allzu hoch einzuschätzen.

Literatur

  • Werner Abraham: Wortstellung im Deutschen. In: L. Hoffmann (Hrsg.): Deutsche Syntax - Ansichten und Aussichten. 1992, S. 484–522.
  • Hans Altmann, Ute Hofmann: Topologie fürs Examen. Vandenhoeck & Ruprecht 2004, ISBN 3525265034.
  • Christa Dürscheid: Zur Vorfeldbesetzung in deutschen Verbzweitstrukturen. 1989, ISBN 3-922031-97-8.
  • Ulrich Engel: Regeln zur Wortstellung. Forschungsberichte des IdS. 1970, S. 9–148.
  • Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 347601519X.
  • Harald Haarmann: Elementare Wortordnung in den Sprachen der Welt. Buske, Hamburg 2004, ISBN 3-85748-372-3.
  • Jochen Rehbein: Zur Wortstellung im komplexen deutschen Satz. De Gruyter 1992, S. 523–574.
  • Marga Reis: Die Stellung der Verbargumente im Deutschen. In: I. Rosengren (Hrsg.): Sprache und Pragmatik. 1987, S. 139–178.

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