Scharwerk


Scharwerk

Die Bezeichnung Scharwerk kommt von dem althochdeutschen Wort "scara" für Schar, Haufen. Es bezeichnete Arbeiten, die von mehreren Leuten, einer "Schar", abwechselnd für einen Herrn oder eine Domäne zu leisten waren (Frondienst).

Nach der Art der Arbeiten kann man unterscheiden zwischen solchen,

  • die der Landwirtschaft des Herrn dienten (zum Beispiel Mithilfe bei der Feldbestellung),
  • die von ländlichen Gewerbebetrieben zu leisten waren (wie Getreide mahlen oder Bier brauen),
  • die das herrschaftliche Verkehrs- und Transportwesen unterstützten (durch Hilfe beim Straßenbau, Erledigung von Botengängen) und solchen,
  • die zur Herrschaftsausübung beitrugen (durch Bereitstellung von Quartier und Verpflegung für Beamte, Mithilfe beim Bau von Burgen und Befestigungen).

Derartige Leistungen waren meist nach dem Zeitaufwand oder der sachlichen Aufgabe begrenzt und stellten einen Teil des Entgelts für die Überlassung von Leihgütern dar. Scharwerksdienste sind seit der karolingischen Zeit nachgewiesen. In späteren Zeiten wurde das Scharwerk auch für die Dorfgemeinschaft geleistet, vor allem beim Wegebau, Gewässerschutz, zur Ortsverschönerung oder bei gemeinsamen Arbeitseinsätzen im Gemeindewald.

Das Scharwerk musste an zwei bis drei Tagen in der Woche geleistet werden, wurde aber oft auch täglich verlangt. Nur an Sonntagen und großen Festtagen sollte niemand zum Scharwerk gerufen werden. Eine Befreiung vom Scharwerk musste mit Geld oder Naturalien an den Gutsherrn abgegolten werden. Das Scharwerk wurde 1802 in Ostpreußen aufgehoben.

Siehe auch

Literatur

  • Robert Stein: Die Umwandlung der Agrarverfassung Ostpreußens durch die Reform des neunzehnten Jahrhunderts. Band 1: Die ländliche Verfassung Ostpreußens am Ende des achtzehnten Jahrhunderts. 2. um Register erweiterte Auflage. Nachdruck der Ausgabe Jena 1918. E. Meier, Oberhausen 1997, ISBN 3-931577-04-X, (Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. 92).

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Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Scharwerk — Scharwerk, 1) bei Maurern u. Zimmerleuten kleine Nebenarbeit, namentlich Ofensetzen, Ofenausputzen, Tüncharbeit etc.; 2) außer der gesetzten Arbeitszeit verrichtete Arbeit; daher Scharwerken, 1) solche Arbeit verrichten; 2) so v.w. arbeiten… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Scharwerk — (v. altd. scara, schare, »Abteilung«, also »zu geteilte, auferlegte Arbeit«), ehedem Bezeichnung für unfreiwillige Leistungen, die als Fronen (s. d.) auferlegt waren; heute gewöhnlich umgekehrt eine selbst übernommene, außer der festgesetzten… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Scharwerk — Scharwerk, bei Maurern und Zimmerleuten kleine Nebenarbeiten außer der Arbeitszeit. (S. auch Fronen) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Scharwerk — Sn per. Wortschatz arch. (14. Jh.) Stammwort. Bezeugt als in geordneter Verteilung umgehende Fronarbeit ; entsprechend mhd. scharwahte reihum gehender Wachdienst . Mit dem Aufhören der Fronarbeit geht Scharwerker in die Bedeutung unzünftiger… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Scharwerk — ›Jemand ze scharwerck sitzen‹: einen mit Frondienst belasteten Grundbesitz haben; diese heute ausgestorbene Redensart ist belegt seit 1476.{{ppd}}    Jemandem die Scharwerk bieten: jemanden zur Fronarbeit aufbieten. Sprichwörtlich ist überliefert …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Scharwerk — Wei sick im Scharwerk daud arwedet, demme lütt de Aesel. (Wald. Uppland.) – Firmenich, I, 326, 62. Wer sich bei Fron oder Hofarbeiten so übernimmt, dass er stirbt, dem sollen Esel auslauten (auch: den sollen Esel zu Grabe tragen) …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Scharwerk — Schar|werk, das; [e]s [mhd. scharwerc, zu: schar (1↑Schar) = in festgelegter Reihenfolge umgehende (Verpflichtung zur) Fronarbeit] (veraltet, noch landsch.): harte Arbeit, Fronarbeit: Sie waren freie Bauern, zu keinem S. verpflichtet (Dönhoff,… …   Universal-Lexikon

  • Scharwerk — Schar|werk (veraltet für harte Arbeit) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Scharwerk, das — Das Scharwerk, des es, plur. die e, und das Zeitwort scharwerken, welches ein Neutrum ist, und das Hülfswort haben erfordert, zwey aus Schar und Werk zusammen gesetzte Wörter, welche noch im gemeinen Leben mancher Gegenden üblich sind. 1) In… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Skurpien — Skurpie …   Deutsch Wikipedia