Schemel


Schemel
Melkschemel
Hocker. Design: Alvar Aalto

Ein Schemel (über althochdeutsch [fuoʒ]scamil aus spätlateinisch scamillus, „Bänkchen“ zu lateinisch scamnum, „Bank“) oder Hocker ist ein meist einfaches Sitzmöbel ohne Lehne, ursprünglich eine Fußbank. Bereits in der Antike bekannt, war der Schemel im Mittelalter neben der Bank das verbreitetste Sitzmöbel, während der Stuhl bis ins 16. Jahrhundert vorwiegend hochgestellten Personen und dem Hausherrn und seiner Frau vorbehalten war.

Schemel haben meist drei oder vier Beine, als Melkschemel sind sie einbeinig und werden mit einem Riemen um den Leib geschnürt.

Seit Ende des 16. Jahrhunderts sind vierbeinige, aufwendig gestaltete und gepolsterte Schemel – oft mit zusätzlichen Armlehnen – als Taburett bekannt.

Inzwischen gibt es viele verschiedene Arten von Hockern, die als einfache, billige Sitzmöbel sehr geschätzt sind. Besonderer Beliebtheit bei Einrichtung von Bars und großer Bekanntschaft erfreut sich zum Beispiel der Barhocker.

Im österreichischen Sprachgebrauch wird Schemel eher für niedrige (z. B. Melkschemel), Hocker eher für höhere (z. B. Barhocker) lehnenlose Sitzmöbel verwendet.

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  • Schemel — Schemel …   Deutsch Wörterbuch

  • Schemel — Sm std. (9. Jh., runisch ksamella 5. Jh.), mhd. schemel, schamel, ahd. scamel, scamal, scamil, mndd. schemel, mndl. schamel, schemel Entlehnung. Wie ae. sceamul, anord. skemill entlehnt aus l. scamillus Bänkchen (zu l. scamnum n. Bank ).… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Schemel — Schemel: Die kleine Bank heißt mhd. schemel, ahd. ‹fuoz̧›scamil, niederl. schemel, ähnl. aengl. scamol. Die westgerm. Wörter sind früh aus spätlat. scamillus, scamellum »Bänkchen« (zu lat. scamnum »Bank«) entlehnt worden. Älteste Bedeutung im Dt …   Das Herkunftswörterbuch

  • Schemel — Schemel, 1) Stuhl, dessen Sitz blos von Bretern ist; 2) kleine Bank, deren Füße nur in eingebohrte Löcher gesteckt sind: daher Schemelbohrer, s.u. Bohrer A) c); 3) (We der), so v.w. Fußschemel; 4) der Fuß an einem Fußmörser, daher Schemelmörfer;… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schemel — Schemel, die Fußtritthebel im Handwirkstuhle; s. Wirkerei …   Lexikon der gesamten Technik

  • Schemel — 1. Man muss die Schemel brauchen, da keine Bank ist. – Eiselein, 548; Simrock, 8949. 2. Wo man vns den schämel entzuckte, so lägen wir all auff dem boden. – Von der Messkrankheit, Satire wider Murner. *3. Den Schemel unter das Bett (die Bank)… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Schemel — Hocker; Sitz; Stuhl; Sessel * * * Sche|mel [ ʃe:ml̩], der; s, : 1. meist niedriges Möbel zum Sitzen ohne Lehne, auf dem eine Person Platz hat: er hockte sich auf den Schemel. Syn.: ↑ Hocker, ↑ Sitz, ↑ …   Universal-Lexikon

  • Schemel — 1. Berufsübername zu mhd. schamel, schemel »Schemel, Fußbank« für den Hersteller oder Übername für einen Krüppel, der sich mithilfe eines Schemels fortbewegte. 2. Wohnstättenname zu mhd., mnd. schemel »Erdabsatz« für jemanden, der an einem… …   Wörterbuch der deutschen familiennamen

  • Schemel — a) Dreifuß, Hocker, Puff, Sitz[gelegenheit]; (schweiz.): Stabelle; (schweiz., sonst veraltet): Taburett; (ugs.): Dreibein; (landsch. ugs.): Hutsche; (landsch.): Gondel; (bayr., österr.): Stockerl. b) Fußbank; …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Schemel — der Schemel, (Oberstufe) Sitzmöbel, das einem Stuhl ähnlich ist, aber keine Lehne hat Synonym: Hocker Beispiel: Die Großmutter saß auf dem Schemel beim Küchenherd und schälte Kartoffeln für die Suppe …   Extremes Deutsch