Schlacht von Chattanooga


Schlacht von Chattanooga
Schlacht von Chattanooga
Teil von: Amerikanischer Bürgerkrieg
Schlacht bei Chattanooga 1863
Schlacht bei Chattanooga 1863
Datum 23.–25. November 1863
Ort Chattanooga, Tennessee, USA
Ausgang Sieg der Nordstaaten
Konfliktparteien
Second national flag of the Confederate States of America.svg CSA
US 35 Star Flag.svg USA
Befehlshaber
Braxton Bragg Ulysses S. Grant, William T. Sherman, George H. Thomas
Truppenstärke
ca. 37.000 ca. 70.000
Verluste
6.670 5.815

Die Schlacht von Chattanooga war eine Schlacht im Amerikanischen Bürgerkrieg, die vom 23. bis zum 25. November 1863 zwischen den Unionstruppen unter Ulysses S. Grant und der konföderierten Tennessee-Armee unter Braxton Bragg bei Chattanooga, Tennessee ausgetragen wurde. Durch den Sieg der Nordstaaten-Armee gelangte Tennessee vollständig unter die Herrschaft der Union und schuf die Möglichkeit, weiter nach Süden vorzudringen. Die Truppenstärke der Unionstruppen belief sich auf ungefähr 70.000 Soldaten, die der Konföderierten auf nahezu 37.000.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Nach der verlorenen Schlacht am Chickamauga wichen die Unionstruppen unter William Starke Rosecrans nach Chattanooga aus. Braxton Bragg nahm die Verfolgung auf. Seine Absicht war es, die Stadt zu belagern und die Unionstruppen auszuhungern, um sie zur Aufgabe zu zwingen. Da seine Truppen aber nur langsam vorankamen, waren die Soldaten der Union in der Lage, die Stadt zu befestigen. Bragg stationierte seine Truppen auf der Missionary Ridge und dem Lookout Mountain, zwei Hügel, die es den konföderierten Truppen erlaubten, den Fluss, die Stadt und die Nachschubwege der Union zu kontrollieren. Einheiten der Konföderierten erbeuteten alle Nachschubtransporte, so dass die Union etwas unternehmen musste, um die Versorgungslage der in der Stadt eingeschlossenen Soldaten zu verbessern. Außerdem mussten die Truppen dringend verstärkt werden, um eine weitere Niederlage zu vermeiden. Am 17. Oktober 1863 wurde Ulysses S. Grant zum Oberbefehlshaber aller Unionstruppen des Westens ernannt. Er ersetzte Rosecrans durch George H. Thomas, den Helden von Chickamauga und setzte seine Truppen Richtung Chattanooga in Marsch. Währenddessen hatte Grants Chefingenieur William F. "Baldy" Smith einen Plan erdacht, die Versorgungslage in Chattanooga zu bessern. Dieser Plan, der unter dem Namen "Cracker Line" bekannt wurde, öffnete einen Nachschubweg über den Tennessee River, so dass Truppen und Nachschub in die Stadt gebracht werden konnten. Als General James Longstreet sich aufmachte, Ambrose E. Burnside, der Knoxville besetzt hielt, anzugreifen und Mitte November William T. Sherman mit vier Divisionen vor Chattanooga ankam, gingen die Unionstruppen in die Offensive. Am 23. November brachen die Truppen unter Thomas aus und erkämpften gegen schwachen Widerstand eine neue Front auf halbem Weg zum Gipfel des Missionary Ridge.

Die Schlacht

Der erste Tag der Schlacht

Der Angriffsplan der Union sah vor, dass Hooker die linke und Sherman die rechte Flanke der Konföderierten angreifen sollten. In der Morgendämmerung des 24. November griffen Hookers drei Divisionen an. Durch einen ungedeckten Engpass zwischen dem Berg und dem Fluss, strömten die Unionstruppen von Norden her auf den Lookout Mountain und trieben die Rebellen den Gegenhang hinunter. Wegen des aufkommenden Nebels erhielt die Schlacht den Namen "Die Schlacht über den Wolken". Gegen 15:00 Uhr wurden die Kampfhandlungen eingestellt, da den Unionstruppen die Munition ausging und der Nebel dichter wurde. Bragg wich mit seinen Truppen zur Missionary Ridge aus. Unter geringen Verlusten, weniger als 500 Mann, hatten Hookers Divisionen den Lookout Mountain eingenommen.

Shermans Divisionen setzten über den Fluss und eroberten schnell eine Bergspitze am Missionary Ridge. Sherman erkannte zu spät, dass es sich dabei nicht um sein eigentliches Angriffsziel – die Anhöhen über dem Tunnel der Chattanooga and Cleveland Eisenbahn – handelte, sondern um den sogenannten "Billy the Goat Hill". Dieser war durch eine Schlucht vom Hauptmassiv getrennt. Deshalb kam es an diesem Tag zu keinen Kampfhandlungen auf der rechten Flanke der Konföderierten. Bragg verstärkte unterdessen seine Flanke durch eine Division unter Patrick Cleburne, die von ihrem Verladebahnhof eilends auf das Schlachtfeld zurückbeordert wurde.

Der zweite Tag der Schlacht

Am Morgen des 25. November griffen Shermans Divisionen den Missionary Ridge im Norden an. Sie hatten von Grant großzügige Verstärkung zugewiesen bekommen und sollten den Hauptschlag führen. Ihr Ziel war der sogenannte Tunnel, der den Missionary Ridge im Norden durchschnitt. Shermans Angriff hatte am Vortag die falsche Richtung eingeschlagen und anstatt der Hügel um den Tunnel den nordwestlich davon gelegenen "Billy the Goat Hill" besetzt. Als er nun gegen 10 Uhr seinen Angriff wieder aufnahm, wurde er durch Cleburne zurückgeworfen, der seine Artillerie auf den Erhebungen nördlich des Tunnels geschickt platziert hatte. Durch einen Gegenangriff gelang es Cleburne sogar, mehrere hundert Gefangene zu machen. Um 14.30 Uhr war Shermans Angriff endgültig abgeschlagen. Im Gegensatz dazu verlief Hookers Angriff im Süden außerordentlich erfolgreich. Zwar hatte auch er sich zunächst verzögert, da Bragg eine Brücke über den Chattanooga Creek zerstört hatte, doch gegen Mittag hatte Hooker den Fluss hinter sich. Schwacher Widerstand vermochte nicht zu verhindern, dass er rasch den Rossville Pass im Süden der konföderierten Front passierte. Gegen 15 Uhr begann er seinen Angriff nordwärts in die ungeschützte linke Flanke des Gegners. Dass die weiter nach Osten ausholende Division unter Osterhaus dabei in den Rücken der gesamten konföderierten Front gelangte und – ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen – auf Braggs Hauptquartier zumarschierte, sorgte bei den Verteidigern für zunehmende Panik.

Am Nachmittag kam Grant zu dem Schluss, dass sein ursprünglicher Plan – im Norden die Entscheidung herbeizuführen – nicht funktionierte. Er gab Thomas den Befehl, die erste Linie der Konföderierten Schützengräben anzugreifen. Damit sollte verhindert werden, dass Cleburnes Truppen verstärkt wurden. Thomas' Armee, die am Chickamauga gedemütigt worden war, sollte mit 23.000 Mann, vier Divisionen, frontal angreifen. Die Truppen, die sich über drei Kilometer verteilten, mussten über freies Feld marschieren, um zu den Schützengräben der Konföderierten zu gelangen. Der Vergleich mit „Picketts Angriff“ in Gettysburg drängte sich förmlich auf. Thomas verstand es jedoch, den Angriff herauszuzögern, bis Hookers Vordringen zu einer zunehmenden Erschütterung der Verteidiger geführt hatte. Unter diesen Umständen gelang es den Unionstruppen gegen 16 Uhr, die erste Linie der Schützengräben zu überrennen. In Panik flohen die Konföderierten den Missionary Ridge hinauf zur zweiten und dritten Reihe der Schützengräben. Thomas Truppen warteten weitere Befehle nicht ab, sondern verfolgten die Fliehenden. Waren es zuerst nur einzelne Kompanien, folgten bald ganze Regimenter, die den steilen Berg hinauf kletterten. Um Fassung ringend, fragte Grant Thomas, wer den Befehl dazu gegeben habe, worauf Thomas ihm antwortete, er sei es nicht gewesen. Die Unionstruppen eroberten schließlich den Bergkamm und die Konföderierten zogen ab. Die als Nachhut eingesetzte Division Cleburnes verhinderte erfolgreich die Verfolgung der Konföderierten Truppen.

Nachspiel

Auf Seiten der Union sprach man vom „Wunder am Missionary Ridge“, kaum jemand konnte fassen, dass der Frontalangriff auf die Stellungen der Konföderierten zu einem so leichten Erfolg geführt hatte, da die Stellungen für uneinnehmbar gehalten worden waren. Dass sie trotzdem eingenommen wurden, hatte mehrere Gründe. Zum einen waren Bragg und seine Offiziere untereinander zerstritten, was sich auf die Truppen übertrug und zu einer schlechten Moral der Tennessee-Armee führte. Zum anderen verfolgten die Unionstruppen die Fliehenden der ersten Gräben so dicht, dass die Soldaten in der zweiten und dritten Reihe das Feuer einstellen mussten, um ihre Kameraden nicht zu treffen. Außerdem war die oberste Reihe so angelegt, daß nicht der gesamte Hang einsehbar war.

Die Tennessee-Armee wich 45 Kilometer nach Süden in Richtung Atlanta aus. Gegen Ende des Jahres enthob Präsident Davis Bragg auf dessen eigenen Wunsch des Kommandos und ersetzte ihn durch Joseph E. Johnston. Longstreet, der am 29. November Knoxville angriff, hatte ebenfalls keinen Erfolg, so dass die Konföderierten Tennessee verloren. Für Ulysses S. Grant war der Sieg bei Chattanooga die letzte Schlacht im Westen. Er wurde 1864 zum Generalleutnant befördert, ein Rang, den zuletzt George Washington bekleidet hatte. Grant wurde Oberbefehlshaber aller Unionstruppen und ernannte Sherman zu seinem Nachfolger als Befehlshaber der westlichen Armeen.

Weblinks

Literatur

  • Michael Solka: Chattanooga 1863 ISBN 3-89510-007-2 (Deutsch)
  • Peter Cozzens: The Shipwreck of Their Hopes: The Battles for Chattanooga ISBN 0-252-06595-6 (engl.)
  • Steven E. Woodworth: A Battlefield Guide with a Section on Chattanooga ISBN 0-8032-9802-1 (engl.)
  • Wiley Sword: Mountains Touched with Fire: Chattanooga Besieged, 1863. New York 1995
  • James L. McDonough: Chattanooga: A Deathgrip on the Confederacy. Knoxville, TN 1984

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