Schlacht von Clontarf


Schlacht von Clontarf
Schlacht von Clontarf
Teil von: Iren - Wikinger
Datum 23. April 1014
Ort Clontarf, Co. Fingal, Irland
Ausgang entscheidender Sieg der Iren
Konfliktparteien
Armee des irischen Hochkönigs Dubliner Wikinger und Verbündete
Befehlshaber
Brian Boru Sigtrygg
Truppenstärke
7.400 Mann 7.000-8.000 Mann
Verluste
1.600-4.000 Mann 6.000 Mann

Die Schlacht von Clontarf (gäl. Cluain Tarbh = "meadow of the bull - Bullenwiese") fand am Karfreitag, dem 23. April 1014, in der Nähe des gleichnamigen Ortes, heute ein Stadtteil von Dublin nordöstlich des Dubliner Hafens statt. Dabei standen sich die Armee Brian Borus, des Königs von Munster und Irischen Hochkönigs, und die verbündeten Streitkräfte des Königs von Leinster, Mael Mordha, gegenüber. Letztere bestanden neben seinen eigenen Leuten sowie einem rebellierenden König aus der Provinz Ulster aus skandinavischen Verbänden aus Dublin und von den Orkney, die von Sigtrygg geführt wurden. Der Kampf endete mit einer Niederlage der Armee von Mael Mordha, aber auch mit dem Tod Brian Borus, der von einer Handvoll flüchtender Wikinger in seinem Zelt getötet wurde. Nach der Schlacht zerfiel Irland wieder in rivalisierende Teilkönigreiche.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtlicher Hintergrund der Schlacht

Brian Boru (Brian MacCenneidigh) beherrschte seit 1002 weite Teile Irlands, dennoch gab es noch Teilkönigreiche und der Titel und das Amt des Hochkönigs waren umstritten, zumal er ein Ehrentitel war, der nie zuvor mit tatsächlich ganzheitlicher Macht verbunden war. Brian versuchte dies zu ändern und die Insel tatsächlich unter seiner Herrschaft zu vereinigen. 997 trafen sich Brian Boru und Máel Sechnaill (Malachy) II., der König von Leinster, in Clonfert und einigten sich darauf die jeweilige Herrschaft über die Hälfte des Landes anzuerkennen. Brian griff jedoch Malachys Territorium mehrfach an und zwang ihn, ihm einen Großteil seines Landes zu überlassen. Im Jahr 1012 erhob sich Máel Sechnaill II. Seine Pläne wurden von Brian aber durchkreuzt, indem dieser eine Reihe von Eheschließungen arrangierte. So gab er seine Tochter dem Anführer der in Dublin ansässigen Nordmannen, Sigtrygg Silkbeard, zur Frau. Brian selbst heiratete Gormlaith, sie war Sigtryggs Mutter und Máels Schwester. Aber diese Allianzen waren nicht von Dauer. 1013 wandte sich Màel wieder an Sigtrygg um Hilfe, nachdem der von Gormlaith ermahnt worden war Brians Oberherrschaft anzuerkennen. Diesmal war Sigtrygg zum Kampf bereit und die Führer mehrerer irischer Clans schlossen sich ihm an.

Brian setzte Gormlaith gefangen und verübte eine Reihe von Überfällen in der Umgebung von Dublin, um irische Aufständische daran zu hindern, sich den Nordmannen anzuschließen. Währenddessen war es Gormlaith gelungen, Sigurd Lodvesson, den Herrscher der Orkney, um Hilfe zu bitten. Der reagierte positiv auf ihre Bitte und überzeugte Brodir von der Insel Man dem Bündnis beizutreten. Sigurd und Brodir planten, den jeweils anderen, nach einem siegreichen Kriegszug, zu töten, um selbst den Thron des Hochkönigs zu besteigen. Sigtrygg andererseits versuchte mit möglichst vielen der Beteiligten Allianzen zu schließen, um seine Macht über Dublin zu sichern. Im Jahr 1014 hatte Brian seine Armee versammelt und zog gegen Dublin. Während des Marsches verweigerten ihm Streitkräfte aus Meath, unter dem Kommando des ehemaligen Hochkönigs Malachi, die Gefolgschaft. Brian blieben noch 7.000 Mann gegen Sigtryggs 2.000 Mann, die aber besser ausgerüstet waren. In der Nacht nach seiner Ankunft vor der Stadt erreichte Brian die Nachricht, dass die Nordmannen ihre Schiffe bestiegen und in See gestochen seien. Dies war aber eine List. Noch während der Nacht drehten sie um und landeten in der Nähe von Clontarf, etwa 2 Kilometer nördlich von Dublin. Von dort aus wollten die Nordmannen am nächsten Tag einen Überraschungsangriff auf Brians Armee unternehmen.

Die Schlacht

Die Wikinger und ihre Verbündeten ordneten sich zur Schlacht in fünf Abschnitte, während Sigtrygg selber mit 1.000 Mann in Dublin blieb. Sein Sohn befehligte die, mit 1.000 Mann besetzte, linke Flanke. Mael Morda teilte seine 3.000 Soldaten aus Leinster in zwei Abteilungen. Diese waren allerdings im Vergleich zu den skandinavischen Kämpfern nur schlecht bewaffnet. Sigurds Krieger aus Orkney besetzten das Zentrum der Schlachtordnung, während Brodirs 1.000 Männer die rechte Flanke am Strand übernahmen. Brian ordnete seine Streitkräfte in einer ähnlichen Schlachtordnung. Auf seiner rechten Flanke standen 1.000 ausländische Söldner und die skandinavischen Kämpfer aus Manx. Neben ihnen sammelten sich 1.500 Clanangehörige aus Connacht unter ihren jeweiligen Königen. Zur linken Seite folgten über 2.000 Krieger aus Munster unter dem Kommando von Brians Sohn Murchad. Die linke Flanke bildeten 1.400 Dal Caissans geführt von Murchads 15-jährigem Sohn Tordhelbach und Brians Bruder Cuduiligh. Mehrere hundert Yards hinter der Front standen Malachys 1.500 Mann, um den Kampf zu beobachten. Der Kampf wurde eröffnet durch mehrere persönliche Spottrufe zwischen einzelnen Männern auf beiden Seiten. Während sich die beiden Formationen langsam aufeinander zu bewegten, kam es zu einzelnen Duellen zwischen Männern in der Mitte des Schlachtfeldes. Zunächst beherrschten, wie erwartet, die skandinavischen Truppen mit ihren schweren Waffen das Geschehen. Dies war ein Vorteil für Brian, dessen Söldner die ihnen gegenüber stehenden Truppen langsam zurückdrängten. Auf Brians linker Flanke führte Brodir persönlich den Angriff und gewann an Boden, bis er auf den Krieger Wolf the Quarrelsome, einen Bruder König Brians, stieß. Obwohl es Wolf nicht gelang, Brodirs Rüstung zu durchdringen, konnte er ihn zu Boden stoßen und ihn letztendlich in die Flucht schlagen. Die nun führungslosen Skandinavier hielten noch eine Weile stand, flohen aber am Nachmittag auf ihre Schiffe.

Im Zentrum hatten die Skandinavier zunächst Überlegenheit. Sigurds und Mordas Männer brachten die Truppen aus Leinster in schwere Bedrängnis. Der Legende nach trugen Sigurds Truppen ein magisches Banner mit sich, das die Aufmerksamkeit der irischen Krieger erregte. Sie schlugen sich zum Träger des Banners durch und töteten ihn. Angeblich garantierte das Banner den Sieg für die Truppen, die es mit sich trugen. Der Preis dafür war aber der Tod des Trägers. Schließlich nahm Sigurd das am Boden liegende Banner, wurde aber kurz darauf im Kampf getötet.

Gegen Ende des Tages brachen die beiden Flanken des skandinavischen Heeres zusammen. Da der Strandabschnitt, vor dem ihre Schiffe lagen, bereits verloren war, versuchten viele Wikinger die Schiffe schwimmend zu erreichen und ertranken dabei. Da Brians Sieg festzustehen schien, versuchten die Dubliner Skandinavier in die Stadt zu fliehen. Nun entschloss sich Malachi doch noch mit seinen Leuten in die Schlacht einzugreifen und den Fliehenden den Weg zur einzigen Brücke über die Liffey abzuschneiden. Bei diesen Kämpfen verloren die meisten Wikinger ihr Leben. Währenddessen stieß der fliehende Bordir auf Brians Zelt. Mit einigen seiner Leute stürmte er das Zelt und tötete Brian. Nach Wikingerquellen wurde Bordir von Wolf the Quarrelsome verfolgt, gefangen genommen und schließlich getötet.

Von den 7000 bis 8000 Skandinaviern und deren Verbündeten fielen schätzungsweise 6000 Mann in der Schlacht, darunter fast alle Anführer des Heeres. Die irischen Verluste betrugen mindestens 1600 Mann (Schätzungen gehen bis zu 4.000), unter ihnen der König und die meisten seiner Söhne.

Folgen der Schlacht

Durch die Niederlage wurde die politische Macht der Skandinavier in Irland gebrochen. Auf irischer Seite gab es durch den Tod Brians und seines Thronfolgers ein Machtvakuum ohne klare Führung. Als Folge davon kam es über Jahre zu blutigen Machtkämpfen zwischen den einzelnen Fraktionen. Die meisten Skandinavier zogen sich nach England und Schottland zurück, wo Knut der Große im Jahr 1015 den Thron als König bestieg. Sigtrygg, der zusammen mit Gormlaith das Geschehen von Dublin aus verfolgt hatte, war vielleicht der einzige Gewinner der Schlacht. Er regierte in Dublin bis zu seinem Tode im Jahr 1042.

Literatur

  • Patrick Cudmore: The Battle of Clontarf. BiblioLife, 2010, ISBN 1175461865.
  • Albertus J. Goedheer: Irish and Norse traditions about the battle of Clontarf. Willink, Haarlem 1938.
  • John Ryan: The battle of Clontarf. Royal Society of Antiquaries, 1938.

Weblinks


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