Schloss Champs-sur-Marne


Schloss Champs-sur-Marne
Das Schloss von Champs-sur-Marne

Das Schloss Champs-sur-Marne ist ein im 18. Jahrhundert errichteter Adelssitz im Herzen der gleichnamigen Stadt im Département Seine-et-Marne, 30 Kilometer östlich von Paris. Seine berühmteste Bewohnerin (allerdings nur für knapp ein Jahr) war 1757/58 Madame de Pompadour. Das Schloss war von 1935 bis 1974 Staatsgästehaus der Republik Frankreich.

Im Hauptgebäude wurden Teile des Films Marie-Antoinette von Sofia Coppola gedreht. In den Nebengebäuden ist das nationale Forschungslaboratorium für historische Bauwerke untergebracht.

Das Schlossgebäude ist seit längerer Zeit wegen Baufälligkeit geschlossen, sein Park steht der Öffentlichkeit jedoch für Besuche offen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Rückseite des Schlosses

Der Bau des Schlosses, begonnen 1699 – gegen Ende der Herrschaftszeit Ludwigs XIV. – durch den Architekten Pierre Bullet im Auftrag des Hof-Waffenlieferanten Charles Renouard de la Touanne, wurde wenig später unterbrochen, nachdem der Bauherr bankrott gegangen war. Der Sohn des Architekten, Jean-Baptiste Bullet de Chamblain, konnte die Bauarbeiten fortsetzen, als der Großgrundbesitzer Paul Poisson de Bourvallais, dessen Pariser Stadtpalais der heutige Sitz des französischen Justizministeriums ist, das Anwesen samt der Rohbauruine kaufte. Der Bau wurde 1707 fertiggestellt.

Madame de Pompadour wohnte dort von 1757 bis 1758 und gab in diesem Zeitraum viel Geld für die Innenausstattung aus, hauptsächlich für Gemälde und Fresken des berühmten Tiermalers Christophe Huet. Der Pariser Bankier Baron Louis Cahen d’Anvers erwarb das Anwesen 1895 und ließ eine erste Gesamtsanierung durchführen. Seine Tochter Irène Cahen d’Anvers war von 1892 bis zu ihrer Scheidung im Jahre 1901 mit dem berühmten Kunstsammler Baron Moïse de Camondo verheiratet, dessen Pariser Stadtpalais in der rue de Monceau 63 heute ein berühmtes Museum dekorativer Kunst ist. Die Sammlung ist dem Andenken an den einzigen Sohn des Paares, Nissim de Camondo, gewidmet, der als Pilot im Ersten Weltkrieg starb. 1935 vermachte der Sohn Louis’, Charles Cahen d’Anvers, das Schloss dem französischen Staat, der es bis 1974 als Gästehaus für Staatsgäste nutzte. Die fehlenden Mittel zum Unterhalt des Schlosses führten dazu, dass sich dessen Zustand seitdem immer weiter verschlimmerte.

Seit einem größeren Bauschaden, der am 20. September 2006 durch einen Deckeneinsturz hervorgerufen wurde, ist das Schloss für die Öffentlichkeit gesperrt.[1] Bis heute wurden noch keine Sicherungsarbeiten vorgenommen. Das Schloss harrt einer Grundsanierung, für die rund 2,5 Millionen Euro notwendig wären. Inzwischen wurden von den zuständigen Behörden Sanierungspläne verabschiedet, die Wiedereröffnung des Schlosses ist für 2011 angekündigt.[2]

Garten

Teilansicht des Schlossparks

Die Gärten wurden von Paul Poisson de Bourvallais angelegt, der einen französischen Garten mit Buchsrändern schuf. Die Konzeption stammte von Claude Desgots, dem Neffen André Le Nôtres.

Einzelnachweise

  1. Zur Schließung des Schlosses von Champs-sur-Marne (frz.), vom 14. Dezember 2006
  2. Hinweis auf der Schloss-Homepage

Weblinks

 Commons: Schloss Champs-sur-Marne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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