Schott


Schott

Ein Schott (Plural Schotten, seltener Schotte, nicht aber Schotts) ist eine geschlossene Trennwand oder, in der älteren Bedeutung, ein schnell vorschiebbarer Verschluss.[1] Ein Schott kann sowohl luft- oder flüssigkeitsdicht als auch brandhemmend (Brandschott) ausgelegt sein.

Inhaltsverzeichnis

Schiffbau

Kugelschott in einem russischen U-Boot

Im Schiffbau ist ein Schott in der ursprünglichen Bedeutung eine Öffnung im Deck oder einer Trennwand, die durch verriegelbare Luken verschlossen werden kann, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Auf Handelsschiffsneubauten wurden Kollisionsschotten ab 1929 zur Pflicht.

Auch eine durchgehende Wand, die das Innere eines Schiffes in wasserdichte oder auch gasdichte Abteilungen unterteilt, wird als Schott bezeichnet. Im modernen Schiffbau werden solche Schotten in Längs- und Querrichtung (Längsschott und Querschott) verwendet. Oberer Abschluss der so hergestellten, wasserdichten Abteilungen ist das Schottendeck. Der Einbau von Schotten in einen Rumpf soll Flutungen auf leckgeschlagene Bereiche begrenzen, um die Schwimmfähigkeit zu erhalten Im Havariefall sollen sie die Funktion des Fahrzeuges so lange aufrechterhalten, bis der beschädigte Bereich gesichert werden kann. Weitere Aufgaben sind die Unterteilung und die strukturelle Versteifung des Schiffskörpers.

Als erste verwendeten die Chinesen die Schottbauweise beim Bau der Armada des Admirals Zheng He im 15. Jahrhundert, vermutlich inspiriert vom Aufbau des Bambusrohrs. In der Neuzeit wurden erst ab etwa 1853 wieder Schiffe in Schottbauweise erstellt. Zu den bekanntesten frühen Schiffen dieser Bauart zählt die Great Eastern.

Ein Kollisionsschott dient dazu, Wassereinbrüche bei Kollisionen des Schiffes mit einem anderen Schiff oder Hindernis einzudämmen. Dieses Schott reicht in Höhe eines der vorderen Spanten von der Basislinie bis zum Deck. Das Kollisionsschott trennt den Bugteil des Schiffes von dem Rest. Der abgetrennte Raum dient zum Abbau der Kollisionsenergie, so dass der Rest des Schiffes wahrscheinlich dicht bleibt. Meist wird in diesem Bereich des Schiffes Wasserballast oder Festballast gefahren. Bei Fährschiffen ist das Kollisionsschott meistens im vorderen Teil des Autodecks zu finden. Es fährt hinter dem Bugvisier oder der Bugklappe nach dem Be-/Entladen gesondert zu. Kollisionsschotts wurden für Fährschiffe erst nach dem Estonia-Untergang im Jahre 1994 vorgeschrieben.

Vor allem auf U-Booten gibt es vorn und achtern ein „Kugelschott“; es ist eine druckfeste Kalotte.

Da Schiffe auch durch Brände bedroht sind, werden zusätzlich Brandschotts eingebaut, die neben der Eindämmung von Bränden ebenfalls als Festigkeitsverbände dienen.[2]

Architektur

Historische Deckenkonstruktion mit Schotten aus Holz

In der Architektur wird der Begriff Schott oder häufig auch Schotte für stabilisierende oder auch raumabschließende Konstruktionselemente verwendet. Es handelt sich dabei um lamellenartig parallel angebrachte Versteifungen. Am häufigsten treten sie als Querschotte bei Deckenkonstruktionen auf, werden aber auch als Längsschotte an Fassaden zur Abstützung fragiler Bauteile eingesetzt. In der historischen Bausweise wurden Holzbalken verwendet, in der modernen Architektur bestehen Schotte zumeist aus Stahlbeton und werden, neben ihrer Funktionalität, auch als Stilelemente verwendet.

Brandschutz

Beim Brandschutz ist ein Schott oder eine Abschottung eine brandschutzgerechte Versiegelung eines Durchbruches oder einer Fuge in einer Wand oder Decke, um die durch das Loch entstandene Minderung der Brandrate der Wand oder Decke wiederherzustellen. Die Versiegelung solcher Öffnungen ist Teil des Gewerkes „WKSB“ (Wärme, Kälte, Schall, Brandschutz), also der Isolierer; siehe auch: Brandprüfung.

Weblinks

 Commons: Schiffswand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Firestop – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Abschottungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Schott – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Schott. In: Wolfgang Pfeifer (Ltg.): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Aufl., dtv, München 2003, ISBN 3-05-000626-9, S. 1239
  2. Schiffstechnik und Schiffbautechnologie. VSM 1998, Seehafenverlag, ISBN 3-87743-800-8, S. 43

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