Schottelantrieb


Schottelantrieb
Der Schottel-Ruderpropeller

Ein Schottel-Ruderpropeller ist ein Antrieb für Schiffe, bei denen es auf höchste Manövrierfähigkeit ankommt, wie Schlepper, Versorger oder Fährschiffe. Dabei steht Schottel für einen Firmennamen und Ruderpropeller für einen Propeller, der zugleich die Aufgabe eines Ruders übernimmt. Er wird auch als Z-Antrieb bezeichnet, da die Antriebswelle zweimal um 90° umgelenkt wird, was in etwa der Form eines Z entspricht.

Funktionsweise

Unter dem Rumpf des Schiffes befinden sich üblicherweise zwei Schottel-Ruderpropeller. Bei Schleppern sind die Antriebe häufig im vorderen Drittel des Rumpfes nebeneinander angeordnet, bei Fähren sind die Antriebe jeweils vorne und hinten montiert.

Die Antriebe erinnern an Außenbordmotoren und arbeiten auch nach dem gleichen Prinzip: Eine angetriebene Welle kommt in einem wasserdichten Gehäuse senkrecht aus dem Rumpf, am Ende dieses Gehäuses ist ein Winkelgetriebe angebracht, so dass die Propellerwelle unter Wasser waagerecht verläuft. Der gesamte Schottel-Ruderpropeller ist um 360 Grad drehbar, so dass der Propellerstrahl in jede Richtung gelenkt werden kann. Schiffe mit einem Schottel-Ruderpropeller benötigen aus diesem Grund kein zusätzliches Ruderblatt, sondern werden komplett durch den drehbar gelagerten Propeller gesteuert.

Eine Weiterentwicklung des Schottel-Ruderpropellers (Schottelantriebs) ist die Propellergondel. Eine Alternative bildet der Voith-Schneider-Antrieb, auch VSP (P für Propeller) abgekürzt.

Weitere Hersteller von Ruderpropellern sind Wärtsilä Lips in Drunen, Rolls-Royce in Ulsteinvik, Kawasaki in Kobe, Niigata in Niigata, Steerprop in Rauma, Thrustmasters of Texas in Houston, Voith Turbo in Heidenheim und Flowserve in Hamburg.

Geschichte

Der Schottel-Propeller wurde 1950 von der Schottel-Werft in Spay am Rhein entwickelt und gebaut.

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