Schröter (Beruf)

Schröter (Beruf)
Demonstration des Weinschrotens auf der Landesgartenschau in Bingen

Der Schröter war ein Beruf im Weinhandel. Seine Aufgabe war es, Wein im Fass von Keller zu Keller, von Keller zu Schiff oder Wagen und wieder in den Keller zu „schroten“. Dieses Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie „schleifen“ und „ziehen“.

Der Transport erfolgte oftmals über lange Strecken. So waren die Schröter Wochen und Monate mit den bis zu 26 Zentner schweren kostbaren Fässern unterwegs (also deutlich mehr als eine Tonne). Auf Fuhrwerken oder Schiffen fuhren bzw. treidelten sie die Fässer zu ihrem Bestimmungsort.

Das Schroten: Man legte eine Schrotleiter über die Kellertreppe, anschließend wurde diese mit Fett eingerieben und das volle Fass - ca. 1.000 Liter; wog immerhin ca. 26 Ztr. - wurde längs auf die Leiter gerollt. Vor dem Kellereingang stand eine Haspel mit zwei dicken Hanfseilen, an deren Enden je eine Klaue befestigt war. Die beiden Klauen wurden an dem Fassboden links und rechts eingehakt. Nun begannen die Schröter oben am Kellereingang die Haspel in Bewegung zu setzen und das Fass wurde langsam nach oben gezogen. Von dort rollte man das Fass über einen Stich auf einen Rollwagen. Vom Rollwagen ging es dann weiter zum Schiff. Umgekehrt schrotete man die vollen und leeren Fässer in den Keller. Die Fässer, die zum Transport gebraucht wurden, waren aus dickeren Dauben als die Lagerfässer; man nannte sie „Transportfässer“. Diese Transportfässer wurden mit Birkenreifen umwickelt, um die Fassdauben beim Rollen zu schonen.

Der Schröterberuf ist sehr alt. Bereits 600 Jahre v. Chr. waren die Schröter in Israel ein angesehener Berufsstand.

Pumpen, mit denen man Wein von einem Fass ins andere pumpt, haben den Schröterberuf überflüssig gemacht. Schröter gibt es heute nicht mehr. In Deutschland gibt es jedoch noch drei Vereine, die die Tradition der Schröter pflegen: In Winningen an der Mosel, in Traben-Trarbach („Zunft der Stadtschröter e.Z.“) und in Oberdiebach (Zunft der Weinschröter von Oberdiebach e.V.).

Neben den Weinschrötern gab es seit dem Mittelalter den ebenfalls heute ausgestorbenen Beruf der Bierschröter, die die Bierfässer aus den städtischen Bierniederlagen zum Ausschank an die Gasthäuser auslieferten.


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