Schwarzburg (Adelsgeschlecht)


Schwarzburg (Adelsgeschlecht)
Stammwappen der Grafen von Schwarzburg
Wappen derer von Schwarzburg in Scheiblers Wappenbuch
Stammwappen derer von Schwarzburg
Großes Wappen der Fürsten von Schwarzburg in Siebmachers Wappenbuch (1605)

Die Grafen von Schwarzburg gehörten zum alten Thüringer Hochadel und stammen von den Kevernburger Grafen ab. Im Mittelalter regierten sie die Grafschaft Schwarzburg, die später mehrfach geteilt wurde. Das Geschlecht war eines der am längsten regierenden Adelsfamilien der deutschen Geschichte. Die Schwarzburg, nach der sich die Familie benannte, liegt im Tal an der Schwarza westlich von Saalfeld/Saale in Thüringen. Die Swartzinburg wurde 1071 erstmals erwähnt und ist heute Bauruine.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Adelsgeschlecht tritt mit der käfernburgischen Vorgeschichte im 11. Jahrhundert hervor.

Graf Sizzo III. von Käfernburg wurde 1103 erwähnt und nennt sich ab 1123 Graf Sizzo von Schwarzburg.

Graf Sizzo III. war Urenkel von Graf Sizzo I. von Käfernburg (etwa 1000), Enkel von Graf Sizzo II. von Käfernburg und Sohn von Graf Günther III. von Käfernburg.

Schwarzburgische Grafen residierten im Längwitzgau, im Südosten Thüringens nördlich des Thüringer Waldes zwischen den Flüssen Gera und Schwarza auf den Burgen: Schwarzburg, Blankenburg, Veste Wachsenburg und Leuchtenburg, Sondershausen, Rudolstadt, Bad Frankenhausen und Arnstadt.

Anfang des 14. Jahrhunderts war Sieghard von Schwarzburg Deutschordens-Komtur von Christburg, in der Mitte des 14. Jahrhunderts Günter von Schwarzburg Komtur von Mewe und Ende des 14. Jahrhunderts Graf Albrecht von Schwarzburg Komtur von Schwetz in Preußen. 1697 und 1710 wurden sie zu Reichsfürsten erhoben und nahmen ein neues, vermehrtes Wappen an.

Günther XXI. wurde 1349 als Gegenkönig gegen zu diesem Zeitpunkt König Karl IV. aufgestellt. Günther war wenig erfolgreich und starb kurz danach. Seine Ruhestätte fand der Graf als einziger deutscher König im Kaiserdom St. Bartholomäus zu Frankfurt.

Der letzte regierende Fürst von Schwarzburg, Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt, dankte am 23./25. November 1918 ab und beendete damit die jahrhundertelange Herrschaft dieses Geschlechtes in Thüringen.

Für die genealogische Betrachtung sind die regierenden Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt relevant. Die bedeutsamere Hauptlinie von Schwarzburg-Rudolstadt erlosch in direkter Linie mit dem Tode des kinderlosen Fürsten Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt († 1925), der auch das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen in Personalunion führte, da diese zweite Hauptlinie bereits 1909 mit Karl Günther Fürst von Schwarzburg-Sondershausen erloschen war. Chef des Hauses Schwarzburg wurde 1925 Günther Sizzo Prinz von Leutenberg. Als dessen Sohn Friedrich Günther von Schwarzburg im Jahr 1971 kinderlos starb, erlosch endgültig das Haus Schwarzburg. Es existiert noch ein Namensträger (Erwachsenenadoption 1969).

Wappen

Die Blasonierung des Stammwappen der Grafen von Schwarzburg-Kevernburg: „Auf Blau ein goldener, auch rotgekrönter, leopardisierter Löwe.“ Die Fürsten von Schwarzburg führten ein gemehrtes Wappen.

Vertreter

Siehe Stammliste von Schwarzburg

siehe auch

Literatur und Quellen

Aus dem Nachlass von Berthold Rein (1863–1943), verfügbar im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt:

  • Zur Geschichte des Grafentums Schwarzburg, besonders unter Albrecht Günther 1582–1634 mit Auszügen aus Beständen des Staatsarchivs Rudolstadt, besonders aus dem Bestand „Schwarzburgica“.
  • Zur Geschichte des Grafentums Schwarzburg, besonders unter Karl Günther (1576–1630) mit Auszügen aus Beständen des Staatsarchivs Rudolstadt, besonders aus dem Bestand „Schwarzburgica“.
  • Zur Geschichte des Grafentums Schwarzburg, besonders unter Ludwig Günther (1581–1646) mit Auszügen Auszüge aus Beständen des Staatsarchivs Rudolstadt, besonders aus dem Bestand „Schwarzburgica“.
  • Zur Geschichte des Schwarzburger Grafenhauses Ende 16. bis Mitte 17. Jahrhundert mit Auszügen Auszüge aus Beständen des Staatsarchivs Rudolstadt über die Schwarzburger Gräfinnen Elisabeth Juliane (1578–1658), Sophie (1579–1630), Magdalene (1580–1652), Anna Sibylle (1584–1623), Katharine Marie (1585–1650), Dorothee Susanne (1587–1662) und Heinrich Günther (1588–1589).
  • Rüdiger Bier: 1500 Jahre Geschichte und Geschichten der herrschaftlichen Sitze zu Kirchscheidungen und Burgscheidungen, Eigenverlag Rittergut Kirchscheidungen 2009

Weblinks

 Commons: Haus Schwarzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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