Sehne (Anatomie)


Sehne (Anatomie)
Querschnitt durch eine Sehnenscheide:
1 Stratum fibrosum
2 Mesotendinum
3 äußeres Blatt des Stratum
   synoviale
4 Gleitraum mit Synovia
5 inneres Blatt des Stratum
   synoviale
6 Sehne

Eine Sehne oder Flechse (lateinisch: tendo, englisch: tendon) ist jener bindegewebige Teil des Muskels, durch den dieser mit einem Knochen verbunden ist (→ Ursprung und Ansatz). Eine Ausnahme bilden die Zwischensehnen, die zwei oder mehrere Muskelbäuche eines Muskels verbinden oder der Ansatz an einer Faszie.

Sehnen bestehen wie alle Binde- und Stützgewebe aus fixen Zellen und einer Interzellularsubstanz, in die hauptsächlich kollagene Fasern (Kollagen Typ I und Typ III) eingelagert sind und damit den Sehnen ihre Festigkeit geben. Umgeben sind sie von der „Sehnenhaut“ (Peritendineum).

Eine Sehne besteht immer aus nebeneinander verlaufenden und fest unter sich verkitteten Bindegewebsfasern (→ kollagenes Bindegewebe), die zu Bündeln vereinigt sind. Es sind nur wenige Nerven und Blutgefäße in den Sehnen vorhanden, was eine schlechte Regenerationsfähigkeit nach sich zieht. Sehnen enthalten wahrscheinlich zu einem geringen Anteil auch mesenchymale Stammzellen.

Man unterscheidet zwei Arten von Sehnen: flache, dünne, breite, mehr hautähnliche, welche sich meist an flachen Muskeln finden, die sogenannten Sehnenhäute oder Aponeurosen, sowie rundliche, strangförmige Sehnen. Die stärkste Sehne am menschlichen Körper ist die Achillessehne (Tendo calcaneus). Sie ist der Ansatzpunkt für den dreiköpfigen Wadenmuskel (Musculus triceps surae) und hält über eine Tonne Zugbelastung aus. Sehnen können relativ kurz oder auch sehr lang sein, wie bei den langen Fingermuskeln. Um Platz am Erfolgsorgan zu sparen, sind deren Muskelbäuche im Unterarm lokalisiert, während die Sehnen selbst – teilweise in sogenannten Sehnenscheiden verlaufend – erst an den Endgliedern der Fingerknochen ansetzen.


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