Selbstreferenzialität

Selbstreferenzialität

Die Selbstreferenzialität (auch: Autoreferenzialität und Selbstreferentialität; von lat. referre „sich auf etwas beziehen“) ist ein Begriff aus der Systemtheorie in der Kommunikationswissenschaft, der beschreibt, wie ein Symbol auf sich selbst Bezug nimmt. Der Begriff kann im Zusammenhang mit dem der Autopoiesis betrachtet werden.

Abgeleitet wird der Begriff durch die Identität von Symbol und Referent (Bezugsobjekt).

Selbstreferenzialität unterscheidet sich vom einfachen Selbstbezug durch die Komplexität der beschriebenen Systeme, obwohl in der Umgangssprache häufig beide Begriffe synonym genutzt werden. Die Systeme stabilisieren sich auf sich selbst und schließen sich darin von ihrer Umwelt ab. Dadurch gewinnen sie Beständigkeit und ermöglichen Systembildung und Identität. Selbstreferenzielle Systeme sind „operational geschlossen“; in ihren Prozessen beziehen sie sich nur auf sich selbst und greifen nicht in ihre Umwelt hinaus. Die Ressourcenschöpfung ist unabhängig davon zu betrachten.

Beispiele hierfür sind

  • Denken über Denken
  • Journalistische Beiträge über Desinformationskampagnen oder mangelnde Möglichkeit zur Berichterstattung. Besonders in Kriegen sind Artikel über die Arbeitsmöglichkeiten des Journalismus häufiges Thema
  • Podcasts werden mit Beiträgen über Mikrofonqualitäten bestückt
  • Blogger schreiben über die Blogosphäre
  • Sätze, die sich auf sich selbst beziehen, wie zum Beispiel: „Dieser Satz wurde von einem Computer aus dem Japanischen übersetzt“. (Dieser Satz ist im Japanischen unsinnig)

Logische Aussagen können sich durch Selbstbezüglichkeit sinnentstellen und logische Paradoxien erzeugen wie bei der seltsamen Schleife.

In Literatur und Kunst hat die Selbstreferenzialität eine lange Tradition. Hier verwendet man den Fachausdruck Mise en abyme.

Siehe auch

Literatur

Weblinks


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