Sewernaja Semlja


Sewernaja Semlja
Sewernaja Semlja
NASA-Aufnahme der Inselgruppe
NASA-Aufnahme der Inselgruppe
Gewässer Arktischer Ozean
Geographische Lage 79° 45′ N, 98° 15′ O79.7598.25Koordinaten: 79° 45′ N, 98° 15′ O
Sewernaja Semlja (Russland)
Sewernaja Semlja
Anzahl der Inseln ca. 30
Hauptinsel Oktoberrevolution-Insel
Gesamtfläche 36.600 km²
Einwohner (unbewohnt)
Karte von Sewernaja Semlja
Karte von Sewernaja Semlja

Sewernaja Semlja (russisch Северная Земля, „Nordland“; früher Nikolaus-II-Land) ist eine große russische Inselgruppe im Nordpolarmeer, die zur Region Krasnojarsk gehört.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Die teils stark vergletscherte arktische Inselgruppe, die Russland bzw. Sibirien und damit der nördlichen Festlandmasse von Asien vorgelagert ist, befindet sich etwas nördlich der Taimyrhalbinsel bzw. jenseits der Wilkizkistraße im Arktischen Ozean.

Sewernaja Semlja erstreckt sich von 78 bis 81° Nord Geographischer Breite und von 90 bis 106° Ost Geographischer Länge

Sewernaja Semlja besteht im Wesentlichen aus vier großen Inseln sowie zahlreichen kleineren Inseln und Eilanden. Von Norden nach Süden gesehen sind dies die drei größten Inseln Komsomolez, die Oktoberrevolution und die Bolschewik.

Der 965 m hohe Mount Karpinsky auf der Insel Oktoberrevolution ist der höchste Berg des Archipels.

Zusammen mit der rund 1.000 km weiter westlich liegenden Doppelinsel Nowaja Semlja schließt die Inselgruppe die Karasee ein – jenen Teil des Nordpolarmeers, in das sich neben einigen anderen Fließgewässern die großen Ströme Ob und Jenissei ergießen. Daraus erklärt sich das trotz der meist großen Kälte relativ niederschlagsreiche Klima. Im Osten der Inselgruppe liegt die Laptewsee, in die der große ostsibirische Strom der Lena die Landmasse seines großen Deltas immer weiter vorschiebt.

Inselwelt

Die Inseln von Sewernaja Semlja nach der Größe sortiert:

  • Hinzu kommen weit über 25 kleinere Inseln.

Geschichte

Entdeckung und Erforschung

Einige der Inseln von Sewernaja Semlja wurden im April 1913 auf einer privat finanzierten Schiffsexpedition von Boris Andrejewitsch Wilkizki im Eis des Arktischen Ozeans entdeckt, aber eher unfreiwillig. Sie war seit etwa 1850 ein mehrmals wiederholter Versuch, eine möglichst eisfreie Nordostpassage zu finden. Von 1930 bis 1932 wurden die Inseln von Georgi Alexejewitsch Uschakow und Nikolai Nikolajewitsch Urwanzew vermessen und erforscht. Im Juli 1931 startete das Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin“ zu einer Forschungsfahrt in die Arktis. In wenigen Tagen bewerkstelligte die Expedition eine nahezu vollständige Vermessung der Landmasse zwischen dem 40. und 110. Längengrad Ost, von Franz-Joseph-Land bis nach Sewernaja Semlja. Dabei wurde ein halbes Dutzend Inseln entdeckt, andere von der Karte gestrichen und einer der letzten weißen Flecken der Weltkarte ausgefüllt. Der Zeppelin benötigte dafür nur wenige Tage. Eine See- und Landexpedition hätte für ein vergleichbares Arbeitspensum mehrere Jahre gebraucht.

1947 wurden auf der Insel Gegenstände gefunden, die der 1913 verschollenen Expedition des russischen Geologen Wladimir Alexandrowitsch Russanow zugeordnet werden konnten. Somit ist wahrscheinlich, dass bereits diese Gruppe die Inseln erreichte.

Heute befindet sich lediglich eine kleine meteorologische Station auf der Golomjanny-Insel, welche im Westen des Archipels (in der Gruppe der Sedow-Inseln) liegt [1].

Namen

Das Archipel als ganzes wurde zunächst Nikolaus-II-Land (russisch Земля Николая II) genannt, die einzelnen Inseln (soweit damals überhaupt identifiziert) nach weiblichen Heiligen der Orthodoxen Kirche bezeichnet. Die Inselgruppe und die Einzelinseln erhielten 1926 vom Exekutivkomitee der KPdSU ihre heutigen Namen.

Derzeit gibt es Diskussionen darüber, ob die Umbenennung des Archipels und seiner Inseln wieder rückgängig gemacht werden soll, wobei für die damals noch nicht bekannten Inseln ebenfalls Namen weiblicher Heiliger vorgeschlagen sind.[2]

Trivia

Musical

Im Herbst 2002 fand in Moskau die Premiere des MusicalsNord-Ost“ statt, das auf einem Abenteuerroman Weniamin Alexandrowitsch Kawerins († 1989) beruht. Ein Liebespaar forscht den alten Briefen der „zwei Kapitäne“ nach, die aus der Zeit von 1912 bis 1944 stammen und auch von der Entdeckung berichten.

Filmwelt

„Sewernaja Semlja“ war zudem der Name der fiktionalen russischen Satellitenüberwachungsstation in dem James Bond-Film GoldenEye. Diese befand sich allerdings – wie aus den gegen Ende gezeigten Karten ersichtlich – irgendwo in Mittelsibirien.

Siehe auch

Fußnoten

  1. on-line Wetter von Sewernaja Semlja
  2. Zur Umbenennung der Inseln (engl.)

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