Sfax


Sfax
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Sfax (Tunesien)
Sfax
Sfax

Sfax (arabisch ‏صفاقسSafāqis) ist eine Hafen- und Industriestadt in Tunesien und liegt am Mittelmeer, ungefähr 270 km südlich von Tunis entfernt. Sie ist heute mit 340.000 Einwohnern (600.000 im Großraum Sfax) die zweitgrößte Stadt Tunesiens und ist vor allem als Wirtschaftszentrum des Südens bekannt. Deswegen wird sie Hauptstadt des Südens genannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wappen von Sfax
Sfax - Fußgängerzone und Rathaus

Das antike Taparura wurde von den Römern ungefähr 3 km entfernt von der heutigen Stadt Sfax gebaut, es blieben jedoch nur sehr wenige Überreste erhalten.

Als die Aghlabiden die muslimische Stadt im 9. Jahrhundert aufbauten, diente Taparura als Steinbruch. Das unter Hadrian zur Colonia erhobene Thaenae befand sich 12 km weiter südlich.

Die Stadt hat sehr schnell eine wirtschaftliche Bedeutung als wichtiger Exporteur von Olivenöl und getrocknetem Fisch erlangt.

Von 1148 an war sie von dem normannischen König von Sizilien, Roger II., besetzt, welcher 1159 von den Almohaden unter d'Abd EL Moumin vertrieben wurde.

1881 erlitt Sfax schwere Beschädigungen bei der Eroberung durch französische Truppen, deren Besatzung sie ablehnte, sowie auch 1942/1943 im Zweiten Weltkrieg bei den Kämpfen der Achsenmächte gegen die Alliierten. (Siehe auch unter Schlacht um Tunesien.)

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Wirtschaft in der Region von Sfax, ursprünglich basiert auf der Produktion von Olivenöl, der Fischerei und dem Phosphat, erlebte seit den Sechzigern einen klaren Aufschwung dank der Steigerung der Zahl verarbeitender Gewerbebetriebe, dem schnellen Wachstum des Dienstleistungssektors und der Diversifikation der Landwirtschaft.

  • Landwirtschaft: Die Region von Sfax ist bekannt für Oliven- und Mandelbäume. Die Region hat ungefähr 6,1 Millionen Olivenbäume und 5 Millionen Mandelbäume. 40 Prozent des tunesischen Olivenöls und 30 Prozent der Mandeln werden in Sfax produziert. Weniger verbreitet sind der Gemüseanbau und der Obstanbau. Die Viehzucht ist auch ein wichtiger Wirtschaftssektor der Region. Ungefähr 50 Prozent der Geflügelproduktion in Tunesien kommt aus Sfax. Sfax ist außerdem erster Milchproduzent in Tunesien. In der Fischwirtschaft sichert Sfax mit einer jährlichen Produktion von 25.000 Tonnen 25 Prozent der nationalen Produktion und 70 Prozent der Exporte.
  • Industrie: Mit 2300 Gewerbebetrieben und 16 Gewerbegebieten ist Sfax nach dem Großraum Tunis das zweite Industriezentrum in Tunesien. Die meisten Gewerbe sind in den Sektoren Nahrungsmittel, Bauindustrie, Chemie (hauptsächlich Phosphat), Textil, Maschinenbau und Energie tätig. Gerade im letzteren Bereich produziert Sfax jährlich rund 1,2 Millionen Tonnen Erdöl und 1,7 Milliarden m³ Gas.
  • Dienstleistungssektor: Rund 100.000 Beschäftigte sind in diesem Sektor tätig. Besonders der Handelssektor spielt dabei eine wichtige Rolle. Sfax ist wegen der Güte seiner Händler und des zunehmenden Geschäftsverkehrs mit Libyen eine Handelsmetropole geworden.

Verkehr

Diesellokomotive im Bahnhof von Sfax
  • Autoverkehr: In Sfax führen die großen Straßen alle zum am Meer gelegenen Stadtzentrum. Mehrere Ringe um die Stadt tragen dazu bei, den Autoverkehr zu entlasten. Dadurch hat die Stadt die Struktur eines Spinnennetzes. Auf nationaler Ebene ist Sfax mit den anderen Regionen des Landes durch die Landstraßen GP1, GP13, GP14 sowie anderer Straßen verbunden. Ab 2007 soll Sfax durch die Erweiterung der Autobahn Tunis-M'saken an das Autobahnennetz angeschlossen werden.
  • ÖPNV: Mehrere Buslinien versorgen den Personennahverkehr zwischen dem Stadtzentrum und den Vororten sowie zwischen den Vororten. Taxi ist auch ein wichtiges Verkehrsmittel.
  • Luftverkehr: 7 km vom Stadtzentrum entfernt liegt der internationale Flughafen Sfax-Thyna. Der Flughafen wird für Inlandsflüge sowie für Flüge nach Libyen, Frankreich und in der Haddsch-Saison auch nach Saudi-Arabien genutzt. Ab 2007 wird die Kapazität des Flughafens durch den Bau eines neuen Terminals auf 500.000 Passagiere pro Jahr erhöht.
  • Schiffsverkehr: Der Hafen von Sfax ist nach La Goulette der Zweitgrößte des Landes. Er erstreckt sich über die gesamte Küste am Stadtzentrum. Rund 1300 Schiffe treffen dort jährlich ein. Hauptsächlich wird der Hafen für den Transport von Industrie- und Handelsgüter genutzt. Dennoch ist ein Teil des Hafens für den Fährenverkehr zwischen Sfax und den 20 km entfernten Kerkenna-Inseln eingerichtet.

Kultur und Sport

Ein Teil des Romans Les Choses (Die Dinge) von Georges Perec spielt im Sfax der 60er Jahre. Dorthin fliehen die beiden Protagonisten des Romans, Sylvie und Jérôme.

Museen

  • Archäologisches Museum: bietet eine Sammlung von Mosaik, Töpferware und Münzen aus der römischen Zeit, die in den archäologischen Stätten der Region gefunden wurden.
  • "Dar Jellouli": Museum der traditionellen Kunst, untergebracht in einem im 17. Jahrhundert in der Medina von Sfax aufgebauten Luxushaus. Außer den traditionellen Kleidern werden auch Holzkunstwerke und übliche Haushaltswerkzeuge ausgestellt, die den Lebensstil der Bewohner von Sfax über Jahrhunderte hinweg illustrieren.
  • "La Kasbah": Museum der traditionellen Architektur.

Sport

In Sfax sind 40 Sportvereine eingetragen, in denen ungefähr 7200 Sportler tätig sind. Am meisten praktiziert sind die Sportarten Fußball, Volleyball, Basketball, Handball, Tennis, Leichtathletik, Gewichtheben, Schwimmen, Judo und Boxen. Die bekanntesten Sportvereine der Stadt sind:

Zuletzt war Sfax auch Austragungsort der Fußball-Afrikameisterschaft 2004 und der Handball-Weltmeisterschaft 2005.

Städtepartnerschaften

Weblinks

 Commons: Sfax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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