Siedlungskolonie


Siedlungskolonie

Siedlungskolonien waren eine Form der Kolonisation, die sich zur Zeit der europäischen Kolonialreiche herausbildete. Man unterschied zunehmend zwischen Siedlungskolonien und übrigen Kolonien.

Siedlungskolonien sollten den Geburtenüberschuss des Mutterlandes aufnehmen, nicht selten auch durch erleichterte Existenzgründungen soziale Spannungen im Mutterland entschärfen. Sie konnten aber auch Strafkolonien beherbergen. Wie stark die Vorbevölkerung dabei verdrängt wurde, hängt nicht zuletzt von der Dauer der Kolonialherrschaft und der anschließenden Einwandererstaaten (Nicht zu verwechseln mit dem Begriff Einwanderungsland.) ab. Einige ehemalige Siedlungskolonien sind heutzutage Staaten mit europäischem Staatsvolk außerhalb Europas. In anderen blieb die Vorbevölkerung in der Mehrheit und ist heute Staatsvolk. In als Einwandererstaaten unabhängig gewordenen Siedlungskolonien ließen sich oft auch Siedler aus anderen Ländern als dem früheren Mutterland nieder, vor allem solchen, die selbst keine oder nur spät Kolonien hatten, dazu Angehörige unterdrückter Minderheiten. Besonders gilt das für die USA und Argentinien. Bezogen auf den Zustand seines heutigen Staatsgebietes zu Anfang des 20. Jahrhunderts ist auch Israel eine als Einwandererstaat unabhängig gewordene Siedlungskolonie, auch wenn die Einwanderung der verfolgten europäischen Juden in das Völkerbundsmandat für Palästina eher gegen den Willen der britischen Mandatsmacht stattfand.

Die übrigen Kolonien wurden aus machtpolitischen Gründen erworben. Ihre Wirtschaft wurde ohne wesentliche oder mit nur geringer Einwanderung nach den Interessen des Mutterlandes ausgerichtet.

In einigen karibischen Ländern wurde die Vorbevölkerung zahlenmäßig weniger durch die Kolonisatoren selbst, als vielmehr durch die von ihnen aus Afrika importierten Sklaven verdrängt.

  • Siedlungskolonien der USA:
    • Liberia, für freigelassene Sklaven

Siehe auch

  • Geschichtsseiten zu den betreffenden Ländern

Quellen


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