Siegfried Hausner


Siegfried Hausner

Siegfried Hausner (* 24. Januar 1952 in Selb; † 5. Mai 1975 in Stuttgart-Stammheim) war ein Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF).

Leben

Hausner war Mitglied des Sozialistischen Patientenkollektivs (SPK) in Heidelberg. Im 1. SPK-Prozess wurde er am 19. Dezember 1972 zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung 1974 wandte er sich, wie andere Mitglieder der SPK ebenfalls, der RAF zu.

Am 24. April 1975 beteiligte er sich an der Aktion des Kommando Holger Meins, der Geiselnahme von Stockholm, bei der die beiden Diplomaten Heinz Hillegaart und Andreas von Mirbach getötet wurden. Das Vorhaben endete mit der unbeabsichtigten Detonation einer Bombe, wobei sich Hausner schwerste Verbrennungen zuzog. Er wurde kurzzeitig in Schweden ärztlich versorgt, dann jedoch nach Deutschland ausgeflogen. Die Verlegung Hausners erfolgte mit der Billigung von drei schwedischen Ärzten; ein anderer schwedischer Mediziner bezeichnete die Verlegung als „reines Todesurteil“.[1] Am 5. Mai starb Siegfried Hausner an einem Lungenödem im Gefängnis-Lazarett Stuttgart-Stammheim.

„Kommando Siegfried Hausner“

Die RAF-Gruppe, die am 5. September 1977 den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer in Köln entführte und dabei seine Leibwächter und Fahrer tötete, gab sich den Namen Kommando Siegfried Hausner. Mitglieder der Gruppe waren unter anderem Willi-Peter Stoll, Sieglinde Hofmann, Peter-Jürgen Boock und Stefan Wisniewski.

Einzelnachweise

  1. Mancher kommt durch. (pdf) In: Der Spiegel, 20/1975 (12. Mai 1975), Seite 62

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