Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn


Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn
Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 1891 (als SiTB)
1973 (Fusion SZU)
Unternehmenssitz Zürich, Schweiz
Unternehmensleitung

Thomas Wagner
(VR-Präsident)
Clemens Schöb
(Direktor)

Mitarbeiter 125 / 117 FTE (Ende 2007)
Umsatz 33,5 Mio. CHF (2007)
Branche Verkehrsunternehmen
Website

www.szu.ch

Die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) ist ein in der Schweiz ansässiges Verkehrsunternehmen mit Sitz in Zürich. Entstanden ist die SZU im Jahr 1973 durch die Fusion der Sihltalbahn (SiTB) und der Uetlibergbahn (BZUe).

Die SZU ist eines von acht marktverantwortlichen Unternehmen (MVU) im 1990 eingeführten Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Die Infrastrukturausbauten im Zusammenhang mit der Betriebsaufnahme der S-Bahn Zürich boten der SZU die einmalige Gelegenheit einen über hundertjährigen «Traum» zu verwirklichen und die beiden SZU-Strecken von Selnau bis zum Hauptbahnhof zu verlängern.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Zug der SZU Uetlibergbahn am Bahnhof Uetliberg
Zug der SZU Sihltalbahn in Zürich Brunau

Die SZU ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich Wiedikon, wo sich auch der operative Sitz des Unternehmens befindet. Das Aktienkapital beträgt rund 9,72 Millionen Schweizer Franken und gliedert sich seit 1995 in 97'238 Inhaberaktien à 100 Franken. Grösste Aktionäre sind die Stadtgemeinde Zürich mit 32,6 %, der Bund mit 27,8 % und der Kanton Zürich mit 23,8 % des Aktienkapitals; die fünf Anrainergemeinden Adliswil, Langnau am Albis, Horgen, Thalwil und Uitikon halten insgesamt 6,8 % der Aktien, die restlichen 9,0 % sind im Streubesitz.

Die SZU ist seit der Fusion von 1973 Eigentümerin der Strecken der Sihltalbahn und der Uetlibergbahn, und Betreiberin der beiden gleichnamigen Zugslinien. Diese werden seit Einführung des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) und der Betriebsaufnahme der S-Bahn Zürich im Mai 1990, als Linien S4 (Sihltalbahn) und S10 (Uetlibergbahn) des S-Bahn-Netzes geführt.

Die Direktion der SZU bildet auch die gemeinsame Direktion für die 1953 gegründete Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg AG (LAF); der Betrieb der sogenannten «Felseneggbahn», erfolgt im Auftrag der Eigentümerschaft seit Betriebsaufnahme durch die Sihltalbahn respektive die SZU.

Seit 1995 ist die SZU im Auftrag des ZVV als sogenanntes marktverantwortliches Unternehmen (MVU) für den öffentlichen Busnahverkehr in der Region Zimmerberg zuständig. Dies umfasst Planung und Umsetzung des Verkehrsangebots «Zimmerbergbus», wobei sämtliche Fahrleistungen von Transportbeauftragten erbracht werden, die Fahrpersonal und Fahrzeuge stellen. In ihrer Funktion als MVU hat die SZU zudem Einsitz in den Verkehrskommissionen der Gemeinden im Marktgebiet und organisiert die regionale Verkehrskonferenz Zimmerberg.

Bahnbetrieb

Strecken

Hauptartikel: Sihltalbahn und Uetlibergbahn

Das Streckennetz der SZU misst seit 1990 addiert 29,87 km und gliedert sich aufgrund unterschiedlicher Stromsysteme in zwei Teilnetze, die von zwei Verkehrslinien bedient werden.

Sihltalbahn

Die normalspurigen Strecken der ehemaligen Sihltalbahn (SiTB) messen insgesamt 19,70 km und sind mit 15 kV 16,7 Hz Wechselstrom elektrifiziert. Die 18,62 km lange Hauptstrecke Zürich HB–Langnau-Gattikon–Sihlbrugg wird von der S 4  befahren. Auf der 1,08 km langen Verbindungsstrecke Giesshübel–Wiedikon verkehren in der Regel nur Güterzüge.

Seit dem 10. Dezember 2006 ist der Personenverkehr auf dem 4,16 km langen Abschnitt zwischen Sihlwald und Sihlbrugg eingestellt. Diese Reduzierung erfolgte, um Fahrzeuge für die Fahrplanverdichtung der S4 freizustellen. Die Strecke bleibt vorläufig betriebsfähig erhalten.

Uetlibergbahn

Die normalspurige Strecke der ehemaligen Uetlibergbahn (UeB) misst 10,36 km und ist mit 1200 V Gleichstrom elektrifiziert, wobei die Stromabnahme über eine um 1300 mm seitlich versetzte Oberleitung erfolgt. Die Strecke Zürich HB–Uetliberg wird von der S 10  befahren.

Rollmaterial

Sihltalbahn Uetlibergbahn
Elektrolokomotiven
  • Re 456 542–545 (1993)
  • Re 456 546–547 (1987)
Steuerwagen
  • Bt 971–973 (1976)
  • Bt 984–987 (1986) (Typ NPZ BT)
Zwischenwagen
  • BD 281–285 (1990) (Typ NPZ BT)
  • B 271–276 (1992)
Triebwagen
  • Be 556 531–532 (1978)
  • Be 556 521–528 (1992)
Zwischenwagen
  • B 221–224 (2003)
Kleinlokomotiven
  • Em 836 506 «Leu» (1962), ehemals Em 3/3
  • Tm 236 507 «Mutz» (1961), ehemals Tm 2/2
  • Tm 236 508 «Robel» (1994), ehemals Tm 3/3

Da sich die beiden Bahnlinien der SZU stark unterscheiden, sind sie bis heute betrieblich getrennt und verfügen über wenig gemeinsames Rollmaterial. Die drei jeweils gebraucht erworbenen thermischen Kleinlokomotiven sind freizügig einsetzbar, stellen Güterwagen zu und führen die Baudienstzüge für den Streckenunterhalt. Dazu existieren etwa 20 Dienstwagen, von denen drei Viertel noch von den Vorgängerbahnen stammt und der älteste auf das Jahr 1894 zurückgeht.

Die meisten der inzwischen täglich im Personenverkehr eingesetzten Fahrzeuge stammen aus Beschaffungen der SZU, wobei die Einführung der S-Bahn Zürich sowohl zur Modernisierung, als auch zur Vergrösserung des Rollmaterialparks beitrug. Die seit 1973 durch die SZU beschafften Fahrzeuge sind in nebenstehender Tabelle dargestellt.

Re 450 und DPZ mit SZU-Farbanstrich

Die SZU hat Anfang 2008 den Kauf zweier Doppelstockpendelzüge (DPZ) mit Re-450-Lokomotive der SBB, für den Einsatz auf der Sihltalbahn bekannt gegeben. Am 4. April 2008 wurde die erste Garnitur übernommen, die zweite Garnitur folgte am 20. Oktober. Der erste SZU-DPZ umfasst die ehemaligen SBB-Fahrzeuge: Lokomotive Re 450 067 «Urdorf», Zwischenwagen B 26-33 061 und AB 36-33 067, sowie Steuerwagen Bt 26-33 964. Der zweite SZU-DPZ besteht aus den ehemaligen Fahrzeugen Re 450 070 «Winterthur Wülflingen», Zwischenwagen B 26-33 064 und AB 36-33 069, sowie Steuerwagen Bt 26-33 966. Der Anstrich wurde an das rote Corporate Design der Sihltalbahn-Fahrzeuge angepasst.[1]

Felseneggbahn

Hauptartikel: Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg

Die «Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg AG» (LAF) wurde 1953 gegründet, die Ende 1954 in Betrieb genommene Luftseilbahn steht seither unter Betriebsführung der SiTB respektive der SZU. Sie ist die erste und bisher einzige Luftseilbahn im Kanton Zürich mit einer Konzession für die öffentliche, kommerzielle Personenbeförderung.

Eröffnet wurde die Luftseilbahn mit Kabinen der Landi-Schwebebahn von 1939, diese wurden 1960 durch Neubaukabinen ersetzt. Die Anlage wurde 1967 auf halbautomatischen Betrieb umgebaut, der Umbau auf automatischen Betrieb erfolgte 1986. In einer weiteren Sanierung wurden 1997 Antrieb und Bremsen erneuert und Zug- und Gegenseil ersetzt. Zwischen Februar und Mai 2008 erfolgte eine Gesamterneuerung der Anlage.

Zimmerbergbus

Marktgebiet

Das Marktgebiet Zimmerberg der SZU umfasst 10 der 12 politischen Gemeinden im Bezirk Horgen; die Gemeinden Kilchberg ZH und Rüschlikon gehören zum Marktgebiet der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ).

Zimmerberg

Die SZU übernimmt auch Koordinationsaufgaben bei Buslinien, die im angrenzenden Bezirk Höfe (Kanton Schwyz) verkehren, respektive anderen MVU zugeteilt sind, aber im Marktgebiet Zimmerberg verkehren.

Transportbeauftragte

Für die SZU sind drei Transportbeauftragte tätig; das Fahrpersonal ist jeweils bei diesen Betrieben angestellt. Die Fahrzeuge werden über den ZVV finanziert, sind hingegen rechtlich im Eigentum der einzelnen Betriebe (Immatrikulation, Versicherung, Bewirtschaftung).

Varia

  • An einigen Sonntagen verkehren an den Strecken Dampfzüge, welche von der Zürcher Museums-Bahn betreut werden.
  • Die SZU publiziert einen Flyer mit Ausflugstipps für das Gebiet um Uetliberg, Albis und Sihlwald, der auch eine Reproduktion der Landeskarte der Schweiz im Massstab 1:50000 mit Wanderwegen enthält.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. bahnonline.ch: Ehemalige SBB DPZ bei der Sihltalbahn (Zugriff am 14. April 2008)

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