Simson (Suhl)


Simson (Suhl)
Logo der Firma Simson

Simson ist ein ehemaliger Waffen- und Fahrzeughersteller. Das Unternehmen wurde 1856 von den beiden jüdischen Brüdern Löb und Moses Simson in der thüringischen Stadt Suhl gegründet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1856 bis 1933

Basis des Unternehmens war anfangs eine Schneidemühle, die auf Antrag von Andreas Bauer aus Heinrichs im preußischen Landkreis Schleusingen mit kurfürstlicher Konzession vom 28. Dezember 1740[1] in einen ‚Stahlhammer‘ umgewandelt wurde. In diesem ‚Stahlhammer‘ wurde das aus der Region gewonnene Eisenerz zu Stahl geschmiedet. Die Brüder Löb und Moses Simson erwarben 1854 ein Drittel des Betriebs[2] und gründeten daraus 1856 die Firma Simson & Co, die weiterhin Holzkohlenstahl produzierte, der hauptsächlich für die Herstellung von Jagd- und Militärwaffen Verwendung fand. Einer der Hauptauftraggeber war die preussische Armee, die Waffen unter anderem für den Preußisch-Deutschen Krieg oder Deutsch-Französischen Krieg von 1870–1871 benötigte.[3]

Ab 1896 erweiterte Simson seine Produktpalette und stellte die ersten Fahrräder, die englischen Vorbildern ähnelten, her. Die Firma Simson wurde bald zu einem der großen Fahrradproduzenten. 1907 begann die Entwicklung von Personenkraftwagen, die 1908 zur Konstruktion eines Kleinwagens führte, aber erst nach dem Eintritt eines erfahrenen Konstrukteurs gelang 1912 mit dem Simson A der erste produktionsreife Kraftwagen. Wurden 1855 gerade 20 Mitarbeiter beschäftigt, so gab es 1904 schon 1200 und 1918 etwa 3500 Beschäftigte beim größten Arbeitgeber Suhls. Während des Ersten Weltkrieges kam es zu einem starken Wachstum und das Unternehmen konnte zwischen 1915 und 1917 seine Produktion vervierfachen. Simson fertigte Maschinengewehre, Karabiner, Pistolen, kleine Geschütze, Flugmotoren und Sanitätskraftwagen.[4]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Waffenproduktion eingestellt werden. Allerdings konnte Simson am 25. August 1925 aufgrund des Friedensvertrags von Versailles mit der Reichswehr einen Monopolvertrag zur Lieferung von leichten Maschinengewehren abschließen.[5] Daneben begann das Unternehmen 1924 die Serienproduktion von Automobilen der Luxusklasse, insbesondere des Modells Simson Supra, das auch im Rennsport erfolgreich fuhr. Ab 1930 wurden auch Kinderwagen hergestellt.

Die Monopolstellung als einer der wenigen offiziellen Waffenlieferanten der Reichswehr ermöglichte es jedoch Simson, die Weltwirtschaftskrise von 1929 gut zu überstehen, während die lokale Konkurrenz von vielen Firmenzusammenbrüchen betroffen war.[5] Dies führte zu Beschwerden und Klagen über die staatlichen Subventionen sowie zur Forderung des Verbandes der Suhler Gewehrfabrikanten e.V., Heeresaufträge nicht nur an die Firma Simson zu vergeben. Die Anfeindungen wurden von den Nationalsozialisten aufgegriffen, um die „jüdischen“ Geschäftsführer Arthur und Julius Simson anzugreifen und zu diffamieren.

1933 bis 1945

Noch im Januar 1933 gründeten die Eigentümer die Waffen- und Fahrzeugwerke GmbH, um den Familiennamen aus dem Firmennamen zu entfernen. Aber schon kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten startete der thüringische Gauleiter Fritz Sauckel ein Untersuchungsverfahren mit der Begründung, das Deutsche Reich sei durch das „jüdische“ Unternehmen bei der Abrechnung der staatlichen Aufträge übervorteilt worden. Obwohl der Reichsrechnungshof keine übermäßigen Gewinne feststellen konnte, kam es auf Initiative von Sauckel 1934 in Meiningen zu einem Schauprozess gegen Arthur Simson und einige leitende Angestellte wegen „Übervorteilung des Reiches“. Allerdings mussten die inhaftierten Angeklagten ein Jahr später aus Mangel an Beweisen in allen Punkten freigesprochen werden.

Noch während des Prozesses wurden die Brüder Simson gezwungen, die Rechtsform ihres Unternehmens zu ändern und den Berliner Kaufmann und NSDAP-Mitglied Herbert Hofmann an der dann als Kommanditgesellschaft geführten Gesellschaft zu beteiligen, die unter dem Namen Berlin - Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke (BSW) firmierte.[2][5] Erhard Werner datiert dagegen die Umbenennung auf 1936.[6] Dadurch war ihnen die Kontrolle über ihre Firma entzogen worden und auf den Treuhänder Hoffmann übergegangen. Zwecks Arisierung wurde das Unternehmen mit einem Wert von zirka 18 Millionen Reichsmark und einem Jahresgewinn 1934 von rund 1,6 Millionen Reichsmark Friedrich Flick für einen Preis von 8 bis 9 Millionen Reichsmark angeboten.[7] Flick lehnte dies aber nach längeren Verhandlungen ab.

Am 1. September 1934 wurde die Automobilproduktion zu Gunsten der Rüstungsproduktion eingestellt.[2]

Im August 1935 erwirkte Sauckel ein Revisionsverfahren vor dem Oberlandesgericht Jena, diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das endete mit einem Schuldspruch und einer Geldbuße von 9,75 Millionen Reichsmark gegen die Inhaber.[8] Der angebliche Übergewinn wurde durch die deutsche Revisions- und Treuhand AG errechnet. Das nötige Geld konnte nur durch einen unter Waffengewalt erzwungenen Verzicht der Eigentümer Julius und Arthur Simson auf das Werk beglichen werden, so dass am 28. November 1935 das Unternehmen auf Fritz Sauckel übertragen wurde. Die Familie Simson konnte 1936 ins Ausland fliehen und wanderte in die USA aus. Der Name Simson wurde schließlich aus der Firmenbezeichnung gestrichen.

Logo der Gustloff-Werke

Das übernommene Vermögen bildete in der Folge den Grundstock für die 1936 gegründete Wilhelm-Gustloff-Stiftung. Im gleichen Jahr lief unter dem Namen BSW 100 in Suhl das erste motorisierte Zweirad der Firma vom Band, das damals noch als Motor-Fahrrad galt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Produktion von Fahrrädern, Kinderwagen und Motorrädern eingestellt und auf Waffenfertigung umgestellt. 6000 Mitarbeiter fertigten in den ab 1939 bezeichneten Gustloff-Werke – Waffenwerk Suhl diverse Kriegswaffen wie Karabiner, Maschinengewehre und leichte Flugabwehrkanonen. So betrug schon 1940 der Umsatz mit militärischen Erzeugnissen knapp 43 Millionen Reichsmark, während der Umsatz der zivilen Produktion, die im darauffolgenden Jahr eingestellt wurde, nur etwa 3,3 Millionen Reichsmark betrug. Unter anderem wurden in Suhl allein im Jahr 1944 fast 62.000 Exemplare des MG 42 oder 2500 Laffetten für die 2-cm-Flak 38 hergestellt.[2] Neben dem Stammwerk gab es noch Zweigbetriebe in Meiningen, Greiz und Lodz.

Seit 1945

VEB Fahrzeug-und Gerätewerk Simson-Suhl,1959

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk von den Alliierten als Rüstungsbetrieb eingestuft und 1946 weitgehend demontiert. Etwa 4300 Maschinen wurden als Reparationszahlungen in die Sowjetunion transportiert.[9] Mit den verbliebenen, knapp 900 Anlagen begann die Produktion von Jagdwaffen, Kinderwagen und Fahrrädern, die größtenteils als weitere Reparationen in die Sowjetunion ging. 1947 wurde der Betrieb in die Weimarer Zweigstelle der sowjetischen Aktiengesellschaft SAG Awtowelo (AWO) eingegliedert.

Ende 1948 erhielt das Werk von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) den Befehl, ein Motorrad mit einem 250-cm³-Viertaktmotor zu bauen, die spätere AWO 425. Bereits 1950 konnte die Produktion des der EMW beziehungsweise BMW R 25 ähnelnden Maschine aufgenommen werden, von der bis zur Produktionseinstellung Ende 1961 etwa 210.000 Stück hergestellt wurden.

Mit dem SR1 begann 1955 die Mopedproduktion

Am 1. Mai 1952 wurde der von nun an volkseigene Betrieb als VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl in der späteren IFA – Industrieverband Fahrzeugbau der DDR, eingegliedert. Produziert wurden neben der AWO 425 (von da an als Simson 425 bezeichnet) ab 1955 auch Mopeds, Mokicks und Roller. Aufgrund des Beschlusses, die Motorradproduktion in der DDR nur von MZ durchführen zu lassen, folgte ab 1962 nur noch der Bau von Mopeds und anderen Kleinkrafträdern. Diese Aufteilung der Marktsegmente blieb bis zum Ende der DDR bestehen. Mit dem Produktionsbeginn der Schwalbe im Jahr 1964 und dem S50 im Jahr 1975 wurden die in der DDR bekanntesten und am weit verbreitetsten Kleinkrafträder hergestellt.

Nachdem zwischenzeitlich zwecks Erhöhung der Mopedproduktion die Waffenherstellung in das "VEB Ernst-Thälmann-Werk Suhl" ausgelagert wurde, kam es zum Jahresbeginn 1968 wieder zur Zusammenlegung der Werke, woraufhin der Betrieb ab diesem Zeitpunkt VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ hieß.

Ende der 1980er Jahre hatte das Suhler Werk etwa 4000 Mitarbeiter, die pro Jahr knapp 200.000 Kleinkrafträder produzierten. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Betrieb der Treuhandanstalt unterstellt und als Simson Fahrzeug GmbH weitergeführt. Wegen des Wegbruchs der osteuropäischen Absatzmärkte und der stark gesunkenen Inlandsnachfrage konnten 1991 nur noch 5000 Zweikrafträder verkauft werden, so dass Ende des Jahres die schon im Mai eingeleitete Liquidation erfolgte und die letzten Arbeitnehmer entlassen werden mussten. Von 1950 bis zur Schließung des Werkes wurden etwa sechs Millionen Zweikrafträder in Suhl hergestellt.[10]

Anfang 1992 erfolgte durch ehemalige Simson-Mitarbeiter mit der Suhler Fahrzeugwerk GmbH eine Neugründung des Betriebes und eine Weiterführung der Produktion mit einer kleinen Belegschaft. Die Mokickbaureihen wurden modernisiert und mehrere Neuentwicklungen in Angriff genommen. Kurzzeitig erfolgte auch die Montage des in Ibach im Hotzenwald entwickelten viersitzigen Elektroautos namens „Hotzenblitz EL-Sport“, von dem allerdings wegen geringen Kaufinteresses nur eine kleine Serie von 140 Stück gefertigt wurde.

Wegen mangelnder Nachfrage, technischer Probleme, hoher Kosten und Managmentfehlern musste zu Beginn des Jahres 2000 Insolvenz angemeldet werden. Ab Mitte des Jahres versuchte ein neuer Investor, das nun "Simson Motorrad GmbH" bezeichnete Unternehmen mit einer neuen Fahrzeugproduktion zu modernisieren, jedoch erfolgte keine Konzentration auf einfache, robuste und preiswerte Maschinen. In Verbindung mit dem Vertrieb von importierten Billig-Motorrollern aus China, die man ohne Qualitätsprüfung auslieferte, wurde der ehemals gute Ruf von Simson in Mitleidenschaft gezogen.[11] Nach Insolvenzanmeldung im Juni 2002 und Produktionsstillegung im September konnte kein neuer Investor gefunden werden, so dass im Februar 2003 die Konkursversteigerung des gesamten Betriebsbesitzes und somit nach 106 Jahren Fahrzeugproduktion die endgültige Zerschlagung erfolgte. Insgesamt konnten von 2002 bis dahin noch etwa 47.000 Zweikrafträder produziert werden.

Bei der Versteigerung konnte die MZA Meyer-Zweiradtechnik Ahnatal GmbH fast die gesamten Waren- und Lagerbestände, Produktionsvorrichtungen sowie Zeichnungs- und Urheberrechte übernehmen. Zudem wurde eine Nutzungs- und Lizenzvereinbarung mit der TLG Simson Gewerbepark GmbH, dem Inhaber der Urheberrechte vor 1992, über den Markennamen "Simson" abgeschlossen. Durch die im Mai 2003 gegründete MZA-Niederlassung am alten Standort Suhl wird die Produktion von Simson-Ersatzteilen durchgeführt, womit die Ersatzteilversorgung gesichert ist. Seit 2009 erfolgt die Herstellung des Motors vom alten Typ M541 mit 50 cm³, der in S51, Schwalbe und Co. verbaut ist, um den Altbestand an Fahrzeugen zu sichern.

Simsonfreunde aus ganz Deutschland treffen sich mittlerweile einmal im Jahr zum Herrentag (Vatertag/Christi Himmelfahrt) für drei Tage in Suhl.

Hergestellte Produkte und Fahrzeuge

Zeitleiste der Simson-Modelle von 1950 bis 2002
Typ 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Mofa SL1
Mokick SR1 SR2 Spatz Habicht S50 S51 S53
Star
Kleinroller KR50 Schwalbe
(KR51, KR51/1, KR51/2)
SR50 Star 50
Motorroller SR80
Leichtkraftrad Sperber S70 S83 Schikra
Motorrad AWO 425
Lastendreirad SD 50

Fälschlicherweise wird das dreirädrige Duo oft auch Simson hinzugerechnet, da viele Teile aus dem Baukastensystem der sogenannten Simson – Vogelserie stammten. Dieses wurde jedoch nie von Simson gefertigt.

Unter Führung der Familie Simson

  • Ausgangsprodukte zur Herstellung von Äxten, Meißeln, Hellebarden, Rohre für die Suhler
  • ab 1896 luftbereifte Fahrräder
  • ab 1911 erste Pkw
  • während des Ersten Weltkrieges wieder Waffenproduktion (Karabiner, Maschinengewehre, Pistolen, leichte Geschütze, Flugmotoren und Sanitätskraftwagen)
  • nach dem Ersten Weltkrieg Serienproduktion von Automobilen der Luxusklasse, speziell des Modells Simson Supra, sowie von Kinderwagen.

Automobile 1914–1934

Typ Bauzeitraum Zylinder Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
Typ A (6/12 PS) 1914–1915 4 Reihe 1462 cm³ 22 PS (16,2 kW) 55 km/h
Typ C (10/28 PS) 1914–1915 4 Reihe 2614 cm³ 28 PS (20,5 kW) 65 km/h
Typ D (14/45 PS) 1919–1923 4 Reihe 3538 cm³ 45 PS (33 kW) 90 km/h
Typ Bo (6/22 PS) 1919–1924 4 Reihe 1570 cm³ 22 PS (16,2 kW) 65 km/h
Typ Co (10/40 PS) 1919–1924 4 Reihe. 1613 cm³ 40 PS (29 kW) 80 km/h
Typ F (14/65 PS) 1923–1924 4 Reihe 3613 cm³ 65 PS (48 kW) 100 km/h
Supra Typ S (8/50 PS) 1924–1926 4 Reihe 1970 cm³ 50-60 PS (37-44 kW) 120–140 km/h
Supra Typ J (12/60 PS) 1925–1926 6 Reihe 3120 cm³ 60 PS (44 kW) 95 km/h
Supra Typ So (8/40 PS) 1925–1929 4 Reihe 1970 cm³ 40 PS (29 kW) 100 km/h
Supra Typ R (12/60 PS) 1926–1931 6 Reihe 3130 cm³ 60 PS (44 kW) 95 km/h
Supra Typ RJ (13/70 PS) 1931–1934 6 Reihe 3358 cm³ 70 PS (51 kW) 95 km/h
Supra Typ A (18/90 PS) 1931–1934 8 Reihe 4673 cm³ 90 PS (66 kW) 120 km/h

Während des Nationalsozialismus

  • September 1934 wurde die Automobilproduktion eingestellt
  • ab 1936 das erste motorisierte Zweirad, die steuer- und führerscheinfrei zu fahrende BSW 98
  • mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion von Fahrrädern und Kinderwagen zugunsten von Karabinern, 2- und 3,7-cm-Fliegerabwehrkanonen (Flak), Maschinengewehren und Kommandogeräten für Flugzeuge aufgegeben

Unter sowjetischer Besatzung

  • AWO 425 – weniger bekannt als Simson 425

Als Volkseigener Betrieb

Bezeichnung Typ Bauzeitraum Getriebe Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
SR1 Moped 1955–1957 2-Gang-Handschaltung 47,6 cm³ 1,3 PS 40 km/h
SR2 Moped 1957–1960 2-Gang-Handschaltung 47,6 cm³ 1,3 PS 40/45 km/h
SR2E Moped 1960–1964 2-Gang-Handschaltung 47,6 cm³ 1,8 PS 40/45 km/h
KR50 Vorgänger der Schwalbe Kleinroller 1958–1964 2-Gang-Handschaltung 47,6 cm³ 2,1 PS 50 km/h
Vogelserie
Bezeichnung Typ Bauzeitraum Getriebe Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
Spatz SR4-1 Moped 1964–1970 2-Gang 49,6 cm³ 1,7 kW (2,3 PS) 50 km/h
Star SR4-2 Mokick 1964–1975 3-Gang-Fußschaltung 49,6 cm³ 3,4 PS 60 km/h
Sperber SR4-3 Leichtkraftrad 1966–1972 4-Gang-Fußschaltung 49,6 cm³ 4,6 PS 75 km/h
Habicht SR4-4 Kleinkraftrad 1971–1975 4-Gang-Fußschaltung 49,6 cm³ 3,4 PS 60 km/h
Schwalbe KR51 Kleinroller 1964–1967 3-Gang-Hand/Fußschaltung 49,6 cm³ 3,4 PS 60km/h
Schwalbe KR51/1 Kleinroller 1968–1980 3-Gang-Hand/Fußschaltung 49,6 cm³ 3,6 PS 60km/h
Schwalbe KR51/2 Kleinroller 1980–1986 3/4-Gang-Fußschaltung 49,9 cm³ 3,7 PS 60 km/h
die sportliche Serie
Bezeichnung Typ Bauzeitraum Getriebe Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
S50 Mokick 1975–1980 3-Gang-Fußschaltung 49,6 cm³ 3,6 PS 60 km/h
S51 Mokick 1980–1990 3/4-Gang-Fußschaltung 49,9 cm³ 3,7 PS 60 km/h
S70 / S80 Leichtkraftrad 1983–1990 4-Gang-Fußschaltung 69,9 cm³ 4,1 kW (5,6 PS) 75 km/h
SL1 und SL1S Mofa 1970–1972 1-Gang-Automatik 49,6 cm³ 1,2 kW (1,6 PS) 30 km/h
GS50 Geländemotorrad 4-Gang-Fußschaltung
+ Vorgelege Handschaltung
49,6 cm³ 4,8 kW (6,5 PS) 80 km/h
moderne Roller
Bezeichnung Typ Bauzeitraum Getriebe Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
SR 50 Kleinroller 1986–1990 4-Gang-Schaltung 50 cm³ 2,7 kW (3,7 PS) 60 km/h
SR 80 Roller 1986–1990 4-Gang-Schaltung 69,9 cm³ 4,1 kW (5,6 PS) 75 km/h

Nach der deutschen Wiedervereinigung

Leichtkrafträder
Bezeichnung Typ Bauzeitraum Getriebe Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
Simson Schikra Leichtkraftrad 1999-2002 5-Gang Fußschaltung 125 cm³ 10 kW (13,6 PS) 105 km/h
125 / 125 RS Leichtkraftrad 6 Gang Fußschaltung 125 cm³ 10 kW (13,6 PS) 110 km/h
die sportliche Serie
Bezeichnung Typ Bauzeitraum Getriebe Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
S53 Kleinkraftrad 1990–1994 4-Gang-Fußschaltung 49,9 cm³ 3,7 PS 60/50 km/h
S83 Leichtkraftrad 1991–1994 4-Gang-Fußschaltung 69 cm³ 4,1 kW (5,6 PS) 75 km/h
Sperber 50 Sport Kleinkraftrad 1999 5-Gang Fußschaltung 49,9 cm³ 5,1 PS 50 km/h
Habicht 50 S Kleinkraftrad 1997–1998 4-Gang-Fußschaltung 49,9 cm³ 3,3 PS 50 km/h
moderne Roller
Bezeichnung Typ Bauzeitraum Getriebe Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
SR 50 Motorroller 1992–1998 3/4-Gang-Fußschaltung 50 cm³ 2,7 kW (3,7 PS) 50 km/h
Star 25 Motorroller 1996–2001 Automatik 49,4 cm³ 1,53 kW 25 km/h
Star 50 Motorroller 1996–2001 Automatik 49,4 cm³ 3,7 kW 50 km/h
Gewerbefahrzeuge
Bezeichnung Typ Bauzeitraum Getriebe Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
Lastendreirad SD 50 Lastendreirad 1992–2002 4-Gang-Schaltgetriebe/Automatikgetriebe 50 cm³ 2,4 kW /3,7 kW (3,25 PS/5 PS) 45 km/h

Ein bis zum 28. Februar 1992 erstmals zum Verkehr zugelassenes Simson Kleinkraftrad darf laut § 76 Nr. 8 lit c) der FEV in der Regel mit 60 km/h fahren, wobei andere Mopeds meist nur bis 50 km/h bzw. ab 2001 bis 45 km/h zugelassen sind.

Die Ersatzteilversorgung fast aller Simson Modelle wird von MZA in Vellmar und der Niederlassung Suhl über ein bundesweites Händlernetz sichergestellt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Der Konzessionsschein der Oberaufsicht wurde am 20. Februar 1741 ausgestellt, vgl. A 33, B XXII Nr. 3 Bl. 25
  2. a b c d Fahrzeug Museum Suhl:Geschichte
  3. Erhard Werner: Simson-Fahrzeuge von der Wende bis zum Ende. S. 9.
  4. Erhard Werner: Simson-Fahrzeuge von der Wende bis zum Ende. S. 9.
  5. a b c Landeszentrale für politische Bildung Thüringen (Hrsg.), Ulrike Schulz: Die Enteignung der Firma „Simson &Co“ 1929–1935. In: Thüringer Blätter zur Landeskunde. 60, Erfurt 2006.
  6. Erhard Werner: Simson-Fahrzeuge von der Wende bis zum Ende. S. 10.
  7. Wolf Gruner (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Bd. 1., Deutsches Reich 1933–1937. München 2008, ISBN 978-3-486-58480-6, Nr. 165 / S. 435ff.
  8. Monika Gibas (Hrsg.): Quellen zur Geschichte Thüringens „Arisierung“ in Thüringen Entrechtung, Enteignung und Vernichtung der jüdischen Bürger Thüringens 1933–1945. (2 Halbbände); 2. überarbeitete Auflage Erfurt 2008, ISBN 978-3-937967-06-6, S. 34 ff.
  9. Erhard Werner: Simson-Fahrzeuge von der Wende bis zum Ende. S. 10.
  10. Erhard Werner: Simson-Fahrzeuge von der Wende bis zum Ende. S. 17.
  11. Erhard Werner: Simson-Fahrzeuge von der Wende bis zum Ende. S. 18.

Literatur

  • Landeszentrale für politische Bildung Thüringen (Hrsg.), Ulrike Schulz: Die Enteignung der Firma „Simson &Co“ 1929–1935. In: Thüringer Blätter zur Landeskunde. 60, Erfurt 2006.
  • Erhard Werner: Simson-Fahrzeuge von der Wende bis zum Ende. MZA, 2006, ISBN 3-9809481-6-1.
  • Erhard Werner: Simson-Ratgeber : S 50, S 51, S 70 und SR 50/SR 80. MZA, Vellmar 2004, ISBN 3-9809481-2-9.
  • Erhard Werner: Das Schwalbe-Buch : ein Ratgeber. MZA, Vellmar 2004, ISBN 3-9809481-0-2.
  • Erhard Werner: Simson-Vogelserie : ein Ratgeber für Spatz, Star, Habicht, Sperber. MZA, Vellmar 2004, ISBN 3-9809481-1-0.

Weblinks

 Commons: Simson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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