Simson S51


Simson S51
Simson S51B
Simson S51 B2-4/1
Simson S51 Enduro

Die S51 ist ein zweisitziges Kleinkraftrad, das als Nachfolgemodell des Mokicks S50 zwischen 1980 und 1990 im Thüringer VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Simson (Suhl) produziert wurde.

Die S51 hatte gegenüber ihrem Vorgänger der S50 einen neu entwickelten Zweitaktmotor (M531/541 bzw. M542 bei den S51/1-Modellen), der durch ein geändertes Kolben - Hub - Verhältnis sowie außen liegenden Kurbelwellendichtringen wartungsfreundlicher und noch etwas stärker war. Darüber hinaus wurde dieser Motor nun auch als Viergangmodell angeboten. Die neue Motorengeneration hat gegenüber der Baureihe M52/53/54 außerdem eine Ziehkeilschaltung, die einfacher und preisgünstiger zu fertigen war und durch die mit wenig Aufwand die Anzahl der Gänge variiert werden konnte. Nach der Wende wurde dieser Motor zum Beispiel mit 3, 4 oder 5 Gangstufen produziert.

Kennzeichnend für das Mokick war eine einfache, anspruchslose Technik sowie das Fahrwerk, welches praktisch unverändert in den Nachfolgemodellen bis 2002 weiterproduziert wurde. Die Reichweite betrug über 300 km. Durch diverse Anbauteile, wie etwa einer Knieschutzdecke, Beinschild und Kofferträger (zur Montage der auch bei MZ verwendeten 26-Liter Pneumant-Koffer) konnte man den Gebrauchswert des Mokicks steigern. Fast alle Anbauteile waren kompatibel zum Vorgängermodell; sogar der Motor kann wahlweise zwischen S50, S51 und sogar den Schwalbe-Modellen KR51/2 und dem Roller SR50 getauscht werden.

Varianten

Durch die streng verfolgte Baukastenkonstruktion der S51 sind die Unterschiede zwischen den Varianten eher gering. Größtenteils zeichnen sich die Varianten lediglich durch unterschiedliche Anbauteile und Optik aus. Dadurch konnte aber eine starke Vereinheitlichung von Ersatzteilen und Reparatur gewährleistet werden, was auch ein Grund für die große Beliebtheit ist.

Diese verschiedenen Ausführungen wurden gebaut:

  • S51 N (N für Normal, im Volksmund auch oft für Nichts verwendet) - diese Ausführung hatte eine minimale elektrische Ausstattung ohne Akku, Zündschloss, Standlicht und Blinker. Die Hupe wurde über vier Monozellen mit Strom versorgt. Die Hinterradführung erfolgt bei diesem Modell über mechanische Dämpfer. Außerdem wurde sie fast ausschließlich in Olympiablau oder Brillantblau lackiert. Dieses Modell wurde bis 1987 gebaut.
  • S51 B (B für Blinker, im Volksmund oft: Besser) - Dieses Modell besaß Blinker, hydraulische Hinterraddämpfer, Zündschloss, einen Bleiakku und wurde in drei verschiedenen Varianten gebaut:
    • S51 B1-3 - 3-Gang-Getriebe, 25-W-Scheinwerfer, Unterbrecherzündung. Diese Variante wurde nur bis 1988 gebaut.
    • S51 B1-4 - 4-Gang-Getriebe, 25-W-Scheinwerfer, Unterbrecherzündung. Ab 1989 nannte sich dieses Modell S51/1B
    • S51 B2-4 - 4-Gang-Getriebe, 35-W-Scheinwerfer, Elektronikzündung. Diesem Modell vorbehalten war die wahlweise billardgrüne Lackierung. Zusätzlich gab es ab diesem Modell einen größeren Tachometer mit Blinkkontrollleuchte. Später kamen Plasthandhebel, ein zweiter Spiegel und Faltenbälge hinzu. Dadurch änderte sich die Bezeichnung zum S51 B2-4/1. Ab 1989 hieß es schließlich S51/1C1.
  • S51 E (E für Enduro) - Die S51E erschien 1982. Besondere Merkmale waren der hochgezogene Auspuff mit verändertem Seitendeckel auf der rechten Seite (wegen des hochgelegten Auspuffes), der hohe Lenker,der größere Tachometer, gekürzte Schutzbleche, die verstellbaren Hinterraddämpfer, Stahlfelgen, aufgepolsterte Sitzbank, veränderter Gepäckträger und Fußbremshebel, die grobere Bereifung und standardmäßig Faltenbälge an der Telegabel. Weiterhin wurde das Rücklicht vergrößert und die Blinker wurden jetzt oberhalb des Rücklichts befestigt. Ein zusätzliches Merkmal der Enduro waren die zusätzlichen Rahmenverstrebungen vom Lenkkopf zu den Fahrerfußrasten sowie eine stabilere obere Gabelbrücke. Alle Endurovarianten wurden mit dem 4-Gang-Motor und elektronischer Zündung ausgestattet.
    • S51 E - Standardausführung. Besondere Merkmale waren der rechte Außenspiegel und die stets silberfarbene Lackierung. Die neue Bezeichnung ab 1989 hieß S51/1E1.
    • S51 E II - Dieses Modell konnte ab 1987 geordert werden. Veränderungen waren hier der hochgezogene Kunststoffkotflügel welcher eine obere Klemmbrücke bedurfte, Seitenständer und die neben den Frontscheinwerfer verlegte Hupe. Außerdem gab es dieses Modell auch mit nur einem Spiegel 1989 wurde auch hier die Bezeichnung geändert. Folglich hieß dieses Modell S51/1E
    • S51 E/4 - Simson reichte 1984 dieses Modell nach. Es besaß die Minimalelektrik des N-Modells und verfügte nicht, wie die anderen Endurovarianten, über die verstellbare Hinterradfederung.
  • S51 C (C für Comfort, im Volksmund oft: Cross) - Das S51 C wurde ab Januar 1983 gebaut und entsprach weitestgehend der S51B 2-4. Unterschiede waren Drehzahlmesser, Seitenständer, Lackierung des Tanks in Atlasweiß, Seitendeckel und Schutzbleche, Faltenbälge an der Telegabel, schwarz lackierte Motoren, aufgepolsterte Sitzbänke, die aus den Enduromodellen bekannte verstellbare Hinterradfederung, klappbarer Kickstarter, EMZA Zündspule, ein zweiter 120mm Rückspiegel, neues Reifenprofil und der höhere Preis. Ab 1989 hieß dieses Modell schließlich S51/1C.

Ab 1989 wurden die Modelle auf 12 Volt Bordspannung umgestellt und bekamen die „Elektronische Lade- und Blinkanlage“ ELBA. Zusätzlich bekamen einige Modelle einen Halogenscheinwerfer. Die modernere K36-Bereifung hielt Einzug. Das Bremslicht wurde auch beim Betätigen der Vorderradbremse eingeschaltet. Durch eine Änderung des Aufklebers am Seitendeckel sind diese Fahrzeuge leicht erkennbar. Die Modellbezeichnungen änderten sich außerdem. In der Original-Literatur wird diese Modellpflege als neue Baureihe S51/1 gehandhabt.

Durch die große Verbreitung des S51, es wurden über eine Million Fahrzeuge gebaut, existiert auch heute noch ein großer Markt inklusive Herstellung von Ersatz- und Tuningteilen. In der DDR waren die Fahrzeuge oft ausverkauft, kosteten 1200,- Ostmark und waren Massenverkehrsmittel als auch für Jugendliche ab 15 Jahren fahrbar. Oft kauften sich die Jugendlichen das Fahrzeug von ihrem Jugendweihegeld. (Geldgeschenke der Verwandten zur sozialistischen Jugendweihe)

In Deutschland sind die Fahrzeuge dieses Typs bei Jugendlichen immer noch sehr beliebt, weil sie aufgrund des Einigungsvertrages und der Fahrerlaubnisverordnung (§§76 FeV, Nr. 8 §6 Abs. 1) trotz einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit einer Fahrerlaubnis der Klasse M gefahren werden dürfen. Normalerweise ist die Klasse M (bei BF17 enthalten) auf Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h beschränkt.

Allgemeine Daten

Kenngröße Simson S51 N Simson S51 B1-3 Simson S51 B1-4 Simson S51 B2-4 Simson S51 E Simson S51 C
Motor Zweitakt-Ottomotor
Zylinder 1
Hubraum 49,8 cm³
Drehmoment 5,0 Nm bei 4800/min
Leistung 3,7 PS bei 5500/min
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Getriebegänge 3 manuell 4 manuell
Kraftstoff Zweitaktgemisch 1:50
Verbrauch je 100 km 2,5 l
Tankinhalt 8,7 l (davon 0,7l Reserve)
Leergewicht 78,5 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 260 kg
Sitzplätze 2
Stückzahl gebaut 103.000 242.300 360.600 305.100 160.000 31.000
Bauzeit 1980–1988 1980–1988 1980–1989 1980–1989 1982–1988 1983–1989
Sonstiges Ohne Zündschloss und Blinkanlage Mit Zündschloss und Blinkanlage Mit Zündschloss und Blinkanlage Mit Zündschloss und Blinkanlage, stärkere Lichtmaschine, Elektronikzündung Endurofahrwerk mit verstärktem Rahmen, Elektronikzündung, Hochlenker, hochgelegter Auspuff mit Hitzeschutz, Stollenreifen (Profil K32), Stahlfelgen, rechts verlängerte Fußraste Endurofahrwerk, Elektronikzündung, Drehzahlmesser, Bremslichtkontakt auch an der Vorderbremse, Kontrolllampe für Aufblendlicht, neu entwickelte Reifen (Profil K35), Spiegel rechts und Seitenständer

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