Skin Picking Disorder


Skin Picking Disorder
Vergleichende Klassifikation nach
ICD-10   DSM-IV
F63.9 Abnorme Gewohnheiten und
Störungen der Impulskontrolle, nicht näher bezeichnet
312 Impulse-Control Disorders Not Elsewhere Classified
ICD-10 online DSM IV online
Hauterscheinungen bei der Dermatillomanie

Dermatillomanie (zusammengesetzt aus griech. derma (Haut), tillein (rupfen) und mania (Raserei, Wahnsinn)) wird auch Skin Picking Disorder genannt. Es handelt sich um eine Impulskontrollstörung deren Erscheinungsbild darin besteht, dass die Betroffenen ihre Haut zwanghaft verletzen (z.B. kratzen, beißen, drücken).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Prävalenz

Das Phänomen wurde erstmals von Wilson 1875 beschrieben. Seitdem taucht Dermatillomanie in der Literatur unter verschiedenen Bezeichnungen auf (z.B. Skin Picking Disorder, Acnée Excoriée). Es gibt zur Zeit kaum verlässliche Zahlen, wie häufig Dermatillomanie in der Bevölkerung auftritt.[1]

Symptomatik

Man kann Dermatillomanie als Zwangserkrankung bezeichnen, die auch Züge von selbstverletzendem Verhalten (SVV) trägt, deren wichtigstes Symptom ein unbeherrschbares - zwanghaftes - Drücken, Quetschen, Kratzen, Fummeln, Knibbeln, Kletzeln (um nur einige Ausdrücke für diese Tätigkeit aufzuzählen) an Hautunreinheiten oder auch nur vermeintlichen Hautunebenheiten ist, wobei die betroffenen Hautstellen überall am Körper sein können. Oftmals handelt es sich um das Gesicht, was eine besondere Form der Dermatillomanie, die sogenannte Acné excoriée darstellt, wobei die Abgrenzung in der Literatur häufig unklar ist.

Das Verhalten wird hauptsächlich in Stress-und Spannungssituationen gezeigt, kann aber auch aus Langeweile bei alltäglichen Aktivitäten (z.B. Fernsehen, lesen) erfolgen. Die Betroffenen berichten, dass die Handlungen teilweise eher unbewusst ablaufen und sich der bewussten Kontrolle entziehen. Der Schweregrad der Krankheit kann von relativ harmlos bis sehr schwer ausfallen, sodass die Betroffenen teilweise stundenlang Zeit damit verbringen, ihre Haut zu verletzen. [2]

Folgen

Häufig können die Betroffenen Wunden nicht verheilen lassen, sodass es zu Entzündungen und immer stärkeren Verletzungen und letztendlich auch Narbenbildung kommt. Dermatillomanie-Patienten leiden aufgrund der Narben, Wunden oder roten Stellen oftmals unter großen Scham-und Schuldgefühlen und versuchen häufig, die betroffenen Stellen zu verbergen oder sie vermeiden den Kontakt zu anderen. Dies kann bis zur sozialen Isolation und somit einem erheblichen Verlust an Lebensqualität führen. [3]

Einordnung und Behandlungsmöglichkeiten

Dermatillomanie ist in der ICD-10 unter 63.9 (Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle, nicht näher bezeichnet) zu finden und stark verwandt mit der Trichotillomanie, bei der die Betroffenen sich die eigenen Haare ausreißen.

Leider ist die Dermatillomanie bisher sehr wenig erforscht. Es wird angenommen, dass die Ursachen denen der Trichotillomanie gleichen, sodass auch die Behandlung sehr ähnlich ist. Empfohlen wird häufig eine kognitive Verhaltenstherapie, wobei eine Behandlung nicht immer nötig ist. [4] [5]

Weblinks

Siehe auch

  1. Bohne, A., Wilhelm, S., Keuthen, N.J., Baer, L., Jenike, M.A. (2002). Skin Picking in German Students. Behavior Modification, 26, 320-339.
  2. Deckersbach, T., Wilhelm, S., Keuthen, N.J., Baer, L., Jenike, M.A. (2002). Cognitive-Behavior Therapy for Self-injurious Skin Picking. A Case Series. Behavior Modification, 26 (3), 361-377.
  3. Deckersbach, T., Wilhelm, S., Keuthen, N.J., Baer, L., Jenike, M.A. (2002). Cognitive-Behavior Therapy for Self-injurious Skin Picking. A Case Series. Behavior Modification, 26 (3), 361-377.
  4. Lochner, C., Simeon, D., Niehaus, D.J.H, Stein D.J. (2002). Trichotillomania and Skin Picking: a phenomenological comparison. Depression and Anxiety, 15, 83-86.
  5. Deckersbach, T., Wilhelm, S., Keuthen, N.J., Baer, L., Jenike, M.A. (2002). Cognitive-Behavior Therapy for Self-injurious Skin Picking. A Case Series. Behavior Modification, 26 (3), 361-377.

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